Meine Mama fehlt mir so unendlich

  • Liebe Polatstern,


    na klar sind solche Gedanken normal wer sagt denn das es unnormal ist.


    Genauso wie das Kopfkino normal ist unser Kopf geht das immer und immer und immer wieder durch.


    Ihr Lieben, das mit dem falsch laufen ist ne ganz schwierige Kiste.


    Meine Freundin ist Ärztin ich sehe nach dem was 2017 passiert ist das Problem woanders nämlich in der Kommunikation der Ärzte zu den Angehörigen da liegt das eigentliche Dilemma.


    Ich möchte es einmal so ausdrücken hätte es diese Ärzte auf der Intensiv nicht gegeben hätte Mama das 2017 nicht überlebt.

    Ja eine Ärztin war sehr sehr schlecht und soweit ich weiss arbeitet die jenige nicht mehr auf einer Intensiv Station was auch völlig richtig ist.

    Mit dementsprechender Abmahnung und das zusammen kommen des Ethikrates des Krankenhauses.


    Die meisten Ärzte sind toll und wollen helfen mit allem was Sie haben und können.

    Mama hat sogar richtig gutes Antibiothika bekommen da das normale nicht funktioniert hat.


    All das was Sie für Mama getan haben habe ich erst erfahren als meine Freundin sich eingeschaltet hatte.

    Danach sind sie mir fast in den Hintern gekrochen was ja nie meine Absicht war, sondern eine Kommunikation eine Aufklärung was ist eigentlich los wo liegt das Problem....COPD Stadium 4 dazu eine Lungenentzündung+ hohes Fieber das Sie trotz dem besseren Antibiothika nicht in den Griff bekommen haben.


    Sie haben gekämpft alle bis auf diese 1 Ärztin.

    Ich schreibe das weil ich so oft höre und lese was alles für Fehler gemacht werden und wie schlecht die sind.

    Ich finde es manchmal bisschen unfäir sie sind keine Götter und Sie können nun leider nicht alles sehen.


    Fakt ist wenn jemand auf eine Intensiv kommt egal warum und wieso dann ist das was ernstes und dann geht es ob man es warhaben will oder nicht immer ums überleben.


    Selbst wenn es stabil sein sollte und man auf normale Station kommt bleibt ein Restrisiko.

    Wir hatten Glück ich weiss viele haben dieses Glück nicht.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen. Ich schließe mich dem an, was du über Ärzte und Krankenhäuser schreibst. Ich kann das auch etwas beurteilen. 4 mal wegen eines Eingriffs am Herzen ,einmal wegen Brustkrebs, dann die Hüftgelenkprothese. Mehrmals wegen Elektrocardioversion und einmal 3 Wochen in der Geriatrie. Es wäre unfair, durch individuelles Erleben auf die Gesamtheit zu schließen. Ich habe zahlreiche sehr gute Erfahrungen gemacht ,sodass ich nochmal später ins Krankenhaus gefahren bin ,um mich zu bedanken , auch mit einem kleinen Geschenk. In der Geriatrie wurde ich vorzüglich behandelt. Das war nach meiner Hüftgelenkprothese. Ein hervorragendes Essen ,immer Ansprechpartner ,freundliche Ärzte,gute Therapie. Ich habe festgestellt, daß es auch Patienten gab, die annahmen, sie wären der einzige. Das Ärzte Schuld am Tod eines Patienten waren ,ist ein gewagtes Wort. Bestimmt gibt es Beispiele, wo man sich eine andere Behandlung gewünscht hätte, das zu fordern ist nicht möglich. Ein vertrauensvoll es Gespräch wäre immer die bessere Lösung.

  • Lieber Polarstern,


    ich bin ja auch noch nicht so lange hier im Forum. Und ich dachte auch bei den meisten Dingen, ich sei verrückt, bis mir all die lieben Mitglieder dann bestätigt haben, dass dieses Denken bei jedem so ist. Das tut wirklich gut zu wissen!


    Trotz allem weiß ich selber nicht, wie ich klar kommen soll. Ich sehe kein Ende des Schmerzes, der Sehnsucht, des Leidens. Ich mache einfach weiter jeden Tag und tue die Dinge, die getan werden müssen. Einen Sinn sehe ich in nichts. Meinen Sinn gibt es nicht mehr.

  • Liebe Linchen,


    auch solche Leute sind mir begegnet, die behauptet haben, dass es nicht normal ist und das mit dem Kopfkino habe ich ständig. Jetzt kommt noch dazu, dass der Tod meiner Mutter eine schwere Depression bei mir ausgelöst hat. Da kommen noch ein paar negative Gedanken hinzu, ob man will oder nicht.


    Jetzt zum Thema Krankenhaus.

    Es kann sein, dass ich etwas wirr geschrieben habe, weil mir so vieles durch den Kopf geht.


    Meine Mutter ist aufgrund eines Beckenbruchs im Krankenhaus gekommen. Es ist mir bewusst das Brüche, egal welcher Art, gerade in diesem Alter nicht gerade unkompliziert ist. Im Krankenhaus wurde dann festgestellt, dass es nicht operiert werden muss. Die OP hätte eh nicht durchgeführt werden können, durch die vielen Vorerkrankungen, die meine Mutter hatte. Man hat sie zur "Erholung" auf die Geriatrie verlegt. Da gab es eine Ärztin, die völlig inkompetent, arrogant und zickig war. Dann wollte sie noch sämtliche Untersuchungen durchführen bei meiner Mutter. Die Darmspiegelung hat meine Mutter noch mitgemacht. Dann sollte noch eine Magenspiegelung gemacht werden. Meine Mutter meinte zu mir, soll ich das machen. Daraufhin habe ich zu ihr gesagt, dass sie das selber entscheiden soll, ich würde sie zu nichts zwingen. Da meine Mutter eh schon genug Schmerzen hatte, wollte sie es nicht. Also haben wir das gelassen. Da kam dann die Ärztin zu mir und hat mir die Schuld gegeben, dass meine Mutter keine Magenspiegelung machen will. Daraufhin habe ich nur zu ihr gesagt, dass meine Mutter klar im Kopf ist und sie das selber entscheiden kann und wenn sie das nicht möchte, wird es auch nicht gemacht. Da ist sie schon beleidigt abgerauscht, was ich schon ein Unding fand. Meine Mutter hat regelmäßig ein Fentnyl-Pflaster bekommen. Sie meinte zu mir, sie wechseln hier das Fentanyl-Pflaster nicht. Daraufhin habe ich geschaut und gesehen, dass das Pflaster schon älter war. Meine Mutter litt da auch unter Entzugserscheinungen, weil es nicht gewechselt wurde. Da habe ich dann Theater gemacht, man hat noch versucht mir einzureden, dass es gewechselt wurde. Daraufhin habe ich die Ärztin mit ins Zimmer genommen und gesagt, jetzt erzählen Sie mir mal, dass das ein neues Pflaster ist. Dann hat sie ganz kleine Brötchen gebacken und auf der Station Theater gemacht, warum das Pflaster nicht gewechselt wurde. Meine Mutter hat ein neues Pflaster bekommen und es ging ihr bis zum folgenden Tag gut. Sie war auch wieder etwas lebhafter, gutgelaunt und es schien aufwärts zu gehen. Dann hat diese inkompetente Ärztin ihr abends Medikamente verabreicht, die nicht zusammen passten. Ich konnte meine Mutter am anderen Morgen nicht erreichen. Da habe ich im Schwesternzimmer angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Daraufhin bekomme ich gesagt, sie haben meine Mutter nicht wachbekommen und sie auf die Intensivstation gebracht. Mich hat fast der Schlag getroffen. Dann rief noch eine Ärztin an mit mangelnden Deutschkenntnissen und fragte, ob sie meine reanimieren sollen. Ich konnte überhaupt nicht glauben was ich da höre. Ich sofort zum Krankenhaus und weinend zusammengebrochen und da kam eine Schwester hat mich getröstet und alles erklärt. Ich war mir sicher, meine Mutter stirbt in diesem Krankenhaus. Dann hat mir die Krankenschwester erklärt, dass die Medikamention falsch war. Auf der Intensivstation wurde mir dasselbe gesagt und da gab es dann auch einen sehr netten und empathischen Arzt, der mir alles erklärt hat. Meine Mutter lag an einem Beatmungsgerät und war nicht wach. Ich glaube, ich muss nicht sagen, was es mit mir als Tochter gemacht hat. Die Assistenzärztin war seit diesem Tag nicht mehr auf dieser Station. Die haben sie wahrscheinlich versetzt, wo sie andere Patienten das Leben zur Hölle machte. Es kam die Oberärztin zu mir und hat sich bei mir entschuldigt. Sie hat zugegeben, dass vieles falsch gelaufen ist und sie könnte verstehen, wenn das Vertrauen weg ist und ich sie auf eine andere Station verlegen lassen möchte. Aber wir könnten es auch so machen, dass sie auf der Station bleibt und sie sich nur noch um meine Mutter kümmert. Sie war super nett und wirkte auch sehr kompetent, dass wir dann so verblieben sind, meine Mutter mochte auch die Pfleger und Schwestern so gerne auf diese Station. Ich habe aber gleich gesagt, dass ich diese Assistenzärztin nicht mehr in der Nähe meiner Mutter sehen möchte und so war es dann auch. Die Oberärztin hat sich super gekümmert und hat getan was sie konnte. Meine Mutter war immer eine Kämpferin und sie hatte sich recht schnell erholt, was auch die Ärzte und Pflegekräfte erstaunt hat. Nur muss man auch sagen, meine Mutter hat viele Vorerkrankung gehabt und die Assistenzärztin hat ihr wohl den Rest gegeben, dass sie letztendlich doch verstorben ist. Selbst 2 Krankenschwestern haben mir hinter vorgehaltener Hand gesagt, dass sie der Ärztin gesagt haben, sie solle meiner Mutter nicht die Medikamente in dieser Kombi geben. Aber sie wusste es natürlich besser.


    Fühle dich jetzt bitte, bitte nicht angegriffen. Das ist das letzte was ich möchte. Aber ich bin gegen diese Ärztin nicht unfair. Ich bin der Meinung, dass sie meine Mutter auf dem Gewissen hat und da lasse ich mir auch nichts anderes sagen. Ich habe die ganze Situation, die mich auch mit traumatisiert hat, miterlebt. Und so eine Ärztin dürfte man gar nicht auf Menschen loslassen!

    Was die Kommunikation angeht, da gebe ich die völlig recht.


    LG

  • Liebe Bille,


    ja, mir geht es ganz genauso. Das ist ja das, was ich meine. Man funkioniert nur noch. Ich versuche durch den Tag zu kommen und das war es eigentlich.


    Fühle dich mal gedrückt von mir<3

    Lieber Polarstern,


    ich bin ja auch noch nicht so lange hier im Forum. Und ich dachte auch bei den meisten Dingen, ich sei verrückt, bis mir all die lieben Mitglieder dann bestätigt haben, dass dieses Denken bei jedem so ist. Das tut wirklich gut zu wissen!


    Trotz allem weiß ich selber nicht, wie ich klar kommen soll. Ich sehe kein Ende des Schmerzes, der Sehnsucht, des Leidens. Ich mache einfach weiter jeden Tag und tue die Dinge, die getan werden müssen. Einen Sinn sehe ich in nichts. Meinen Sinn gibt es nicht mehr.

  • Liebe Polarstern,


    oft glaube ich, dass dieses Funktionieren einfach nie aufhören wird. Was soll danach eigentlich kommen?, frage ich mich. Leben? Wie? Wann merkt man, dass man "wieder lebt"? Tut man es jemals überhaupt? Ich weiß es nicht. Ein "Leben" ohne Tom ist unvorstellbar. Deshalb sage ich ja auch immer, dass ich einfach nur existiere und eben funktioniere. Mehr ist da nicht. Auch wenn ich Dinge versuche wie z.B. Sozialkontakte aufzubauen. Im Hinterkopf ist immer diese Stimme, die sagt: "Aber du hattest genau das Leben, dass du wolltest. Und du willst auch kein anderes."


    Ich drück dich auch! :30:

  • Liebe Polarstern,


    ich fühle mich nicht angegriffen gar nicht, ich weiss und das hab ich ja geschrieben das es einzelne gibt die sehr sehr sehr schlecht sind, diese Erfahrung hab ich auch machen müssen.

    Ein Beckenbruch ist zwar ja schwierig vor allem in dem alter und mit Vorerkrankungen aber nichts was lebensgefährlich wäre und auf einer Intensiv Station endet.


    Das sind leider dann die Fälle wo vieles zusammen kommt.

    Viele Vorerkrankungen Dinge werden vergessen wie das Fentanyl Pflaster was nicht sein darf da geb ich Dir recht.

    Warum den diese Untersuchungen gab es denn einen Verdacht oder Anzeichen ausser dem Beckenbruch das da was nicht stimmt?


    Wenn es Ihr sonst gut ging und Sie keine Probleme hatte versteh ich das nicht so ganz.

    Ich nahm an das da mehr dahinter steckte.

    Letzten Endes ist es aber fast egal und hilft Dir leider überhaupt nicht.

    Offenbar hast Du aber dann eine sehr gute Ärztin gehabt samt Team und es ging Ihr besser.


    Das sie dann so schnell wieder abgebaut hat ist natürlich echt schlimm und ja man stellt sich unweigerlich die Frage wäre das unter anderen Umständen auch passiert aufgrund ihrer Vorerkrankungen und ihrem Alter.


    Es hilft Dir aber nicht weiter darüber zu grübeln auch wenn ich gut nachvollziehen kann das man das Kopfkino nicht einfach so abschalten kann.

    Ich weiss aus eigener Erfahrung das es nicht geht.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Polarstern,


    wer hat Dir gesagt das Du eine Depression hast?

    An was wurde das festgemacht?


    6,5 Monate sind noch keine Zeit mit so einer Diagnose wäre ich extrem vorsichtig.

    Trauer ist sehr vielschichtig nicht nur seelisch auch körperlich Symptome ähneln oft einer Depression.


    Vlg. Linchen

  • Ich möchte dazu auch etwas sagen. Eine Depression ist eine ganz schwere Krankheit. Manchmal kann der Kranke nicht mehr aufstehen. Ich kenne einen Mann, der daran erkrankt war.Er brauchte eine halbe Stunde, um seine Strümpfe anzuziehen. Ich möchte nicht mehr dazu sagen. Das Thema ist zu ernst.

  • Hallo zusammen,


    ich spreche das jetzt mal allgemein an, Vor 5 Jahren wurde bei mir Panikstörung mit Agoraphobie festgestellt, weshalb ich länger krank geschrieben war. In der Reha hat man noch Depressionen bei mir festgestellt, worauf mich meine damalige Psychotherapeutin aber nicht behandelt hat. Ich möchte meine Krankheit hier im Forum gar nicht breit treten, weil ich darüber auch nicht mit jedem sprechen möchte und schon gar nicht in einem öffentlichen Forum.


    Eine Psychiaterin und meine neue Therapeutin haben festgestellt, dass ich unter einer schweren Depression leide. Ich habe mir das nicht aus den Fingern gesaugt Und es gibt einige Ursachen, Symptome und Verhaltensauffälligkeiten, die das wohl ausmachen.


    Wenn ich nur eine halbe Stunde brauchen würde, um mir Socken anzuziehen, dann würde es mir noch gut gehen.

    Es gibt mehrere Formen von Depressionen. Nur weil man eine Person kennt, die auch Depressionen hat, heißt es nicht, dass alle anderen nichts haben, nur weil es nicht ins Bild passt.

  • Liebe Polarstern,


    alles gut.

    Nur oft wird eine Depression bescheinigt im Fall von Trauer deswegen hatte ich nach gefragt.


    Weil oft das ein falscher Ansatz ist und Betroffenen dann nicht hilft gar nicht.

    Wenn das bei Dir aus bestimmten Gründen und Du hast absolut recht das musst Du nicht hier im öffentlichen Forum schreiben schon festgestellt wurde von mehreren Seiten dann ist das so.


    Ich wollte nur darauf hinweisen einfach vorsichtig zu sein, so ein Krankheitsbild ist ne ganz andere Hausnummer als Trauer.

    Es ging nur darum das die Symptome oft ähnlich sind deswegen hatte ich so nachgefragt.


    Keines Falls um Dich irgendwie bloss zu stellen.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Polarstern. Ich habe es schon angedeutet. Das Thema ist viel zu ernst , um darüber in einem Forum eine Diskussion anzufangen. Ich habe kein Interesse daran ,dir deine Krankheit klein zu reden. Ich habe daraus wieder gelernt ,ich werde nicht auf alles eingehen, was hier im Forum geschrieben wird. Das ist die einzige Möglichkeit ,Missverständnissen aus dem Wege zu gehen. Es ist viel zu persönlich,wenn solche Themen wie Depressionen angesprochen werden. Wenn ich aber zum Beispiel morgens immer lese,wie Carmen ihren Tag beginnt und ich sie gefragt habe , ob es ihr vielleicht unangenehm ist ,sie aber verneinte ,so ist das ein schönes Ritual. So kommt man sich auf natürliche Art näher. Ich möchte, daß mir das Forum hilft, wieder auf andere Gedanken zu kommen .Und das habe ich mir auch ein bisschen erarbeitet. Ob Dieter , Simon,Carmen oder Linchen ,mayatochter und noch einige mehr, ich schreibe mich gerne mit ihnen und schicke auch mal ein Foto mit. Diese Art der Kommunikation halte ich für sinnvoll. Dabei haben wir auch unser Herz ausgeschüttet. Jeder kann schreiben, was er will, so ist es im Forum üblich. Und jeder kann entscheiden ,ob er etwas lesen will. Das hat auch etwas mit Vertrauen zu tun.

  • Liebe Polarstern,
    mein herzliches Beileid. Den 'einen' Menschen zu verlieren ist ein sehr großer und für immer spürbarer Cut im eigenen Leben. Das 'es wird irgendwann besser' heißt leider manchmal: man gewöhnt sich dran. Das ist dann das 'besser'. Menschen mit einer hohen psychischen Belastung bereits im Vorfeld haben es ganz bestimmt noch schwerer. Und nach dem was du beschreibst hast du eine hochfunktionale Depression? Diese Form ist kaum vermittelbar. Es wird einem einfach nicht geglaubt. Oft nicht mal von Fachleuten. Das ändert sich aber, glaube ich, langsam.

    Es ist aber nicht irgendwie von vornherein unmöglich, dass du mit deinem Verlust irgendwann einmal gut leben kannst. Es ist ja jetzt erst einige Monate her und da ist es nur logisch (zumindest für uns hier), dass du noch nicht damit klar kommst. Ob deine Erkrankungen da eine entscheidende Rolle spielen ist ja nicht gesagt. Ich finde dich zum Beispiel richtig mutig. Wahrscheinlich (verzeih wenn ich hier Vermutungen anstelle) fühlst du dich kein bisschen mutig. Doch was du stemmst ist so viel, das können sich gerade die, die dich kritisieren wollen gar nicht vorstellen. Und ob sie es könnten müssten sie erst mal beweisen. Du hast eine inner Stärke, die aus der Liebe zwischen dir und deiner Mama entspringt. Dieses Geschenk zu ehren wird idealerweise zu deiner Lebensaufgabe. Eines Tages... Jetzt ist das viel zu früh um so weit zu denken. Die riesige Wunde blutet ja noch heftig. Und bei dieser Art Wunde ist ein Druckverband genau das Falsche.

    Ich wünsche dir viele Begegnungen (ob real oder im Internet), die dich halten und stärken können. Ich sende dir viele gute Gedanken und hoffe hier nicht übergriffig gewesen zu sein.

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Liebe Elster,


    vielen lieben Dank für deine tröstenden Worte. Das war überhaupt nicht übergriffig. Ehrlich gesagt habe ich sogar das Gefühl, dass du mich verstehst, obwohl wir noch gar nicht geschrieben haben. Es ist tatsächlich so, dass mein Kopf, wie soll ich sagen, wirr ist. Irgendwie schaffe ich es nicht die Trauer zu verarbeiten, dann grübel ich ständig und zwischendurch kommen die Heulkrämpfe. Ich habe gerade mal "hochfunktionale Depression" gegoogelt. Das trifft es genau. Die Psychologin und meine Psychotherapeutin haben es schwere Depression genannt.

    Es fällt mir abends unglaublich schwer, Sachen für den anderen Tag zu erledigen und dann am Morgen aufzustehen, um mich für die Arbeit fertig zu machen. Da für mich eh alles keinen Sinn macht. Ich schaffe meine Arbeit im Büro und kann mich auch gut eine zeitlang konzentrieren, aber wenn ich mal einen Leerlauf habe, dann fahre ich auch direkt wieder runter. Für mich ist es einfach so. Ich gehe zur Arbeit und komme abends nach Hause und freue mich, wenn es soweit ist, dass ich eine Schlaftablette nehmen kann um diesen Tag hinter mich zu lasse. Ich habe keine Lust etwas zu unternehmen und es gibt nichts, was mich noch begeistern kann und ich fühle mich rund um die Uhr erschöpft und dann kommen noch die Zukunftsängste.


    Ich verarbeite gerade die Trauer mit meiner Therapeutin. Das sind schon heftige Sitzungen aber ich hoffe, dass ich irgendwann damit umgehen kann, Momentan sehe ich das nicht so.

    Stimmt, mutig ist das Letzte was ich mit mir in Verbindung bringe. Aber vielen, vielen Dank für deine lieben Worte!

  • Liebe Polarstern,


    warscheinlich geht es bei Dir etwas langsamer und anders durch Deine Vorgeschichte.


    Du tust schon viel und ich bin sicher irgendwann wirst Du auch wieder an irgendetwas Freude haben.


    Was hat denn Deine Mama gerne gemacht, vielleicht hilft Dir sowas in der Art auch für die Verbindung Sie ist immer noch bei Dir, wenn auch anders.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen,


    ich hatte dir noch gar nicht geantwortet.


    Ich habe mich von dir nicht bloßgestellt gefühlt und es tut mir leid, falls meine Antwort zu heftig ausgefallen ist. Aber manchmal bin ich es leid, dass ich das Gefühl habe mich zu rechtfertigen. Es muss noch nicht mal sein, dass es so ist. Ich empfinde das dann so und hier im Forum ist dann auch noch schwierig das richtig einzuschätzen, weil wir uns ja alle nicht kennen.


    Als ich in der stationären Reha damals die Diagnose bekommen habe, wollte ich das erst gar nicht wahrhaben. Es war schon schwierig genug zu akzeptieren, dass ich unter Angstzustände leide.


    Die ganzen Untersuchungen, die die Ärztin machen wollte im Krankenhaus habe ich auch nicht verstanden. Der Beckenbruch meiner Mutter war nicht kompliziert. Das musste nicht operiert werden sondern "nur" zusammenwachsen. Die Ärztin meine zu mir, sie würden solche Untersuchungen immer Machen. Daraufhin habe ich nur zu ihr gesagt. Erstmal soll der Bruch verheilen und dann kann man immer noch eine Magenspiegelung machen. Eine direkte Magenspiegelung hätte man eh nicht machen können. Meine Mutter hatte keinen Magen mehr. Sie hatte Magenkrebs und da wurde ihr 2019 der Magen entnommen (wenn man das so nennen kann).

    Und wie du schon sagtest, das Kopfkino ist ständig vorhanden.


    Meine Mutter war gerne unter Leute. Sie hat gerne etwas unternommen. Sie hat sich immer gefreut, wenn wir am Wochenende dann unterwegs waren. Sie ist zwar gerne zur Tagespflege gegangen, hat sich aber auch sehr gefreut, wenn wir zusammen was gemacht haben.


    Außer bei der Bestattung war ich bis jetzt nicht im Kolumbarium. Ich schaffe es einfach nicht, die Urnen von meinen Eltern zu sehen. Das ist mir zuviel. Ich habe ganz viele Fotos bei mir. Aus 2 Bildern habe ich Gemälde drucken lassen und an die Wand gehangen, dann habe ich noch einen digitalen Bilderrahmen und ansonsten stehen ganz viele Fotos von meinen Eltern in meiner Wohnung. Das gibt mir auch ein bisschen Trost.


    Ich habe auch das Gefühl, dass meine Mutter noch immer bei mir ist.

  • Liebe Polarstern,


    ich verstehe Dich absolut es ist immer wieder belastend wenn man sich rechtfertigen muss oder auch nur das Gefühl hat es tun zu müssen.


    Das wollte ich natürlich nicht, ich kenne einfach einige Fälle wo so eine Diagnose gestellt wurde nach kurzer Zeit des Verlustes eines geliebten Menschen.

    Das hat dann alles nur verschlimmert und war einfach falsch.


    Das ist so schön das Du so viele Bilder hast, hoffentlich auch viele mit Dir.

    Gut Menschen ist vielleicht jetzt nicht gerade das richtige, aber vielleicht einfach die Natur.


    Malst Du oder bist Du sonst irgendwie kreativ.


    Ich würde Dir auch ein Haustier vorschlagen aber wenn Du den ganzen Tag arbeiten gehst dann ist ein Hund schwierig dann eher ein Kätzchen aber dann bräuchte es 2 wenn es eine reine Wohnungskatze sein soll.


    Tiere geben einem so viel zurück.

    Nicht als Ersatz als Neuanfang aber ja ich weiss nicht ob Deine Situation das überhaupt zulassen würde.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen,


    deshalb sagte ich ja, es kann auch an mir liegen, dass ich das Gefühl habe mich ständig zu rechtfertigen. Es kommt ja leider öfter vor, dass manche Diagnosen falsch gestellt werden. Meine erste Therapeutin hat meine Depression ja auch übersehen und gemeint ich wäre frustriert wegen meiner Angstzustände.


    Ich war im letzten Jahr ein halbes Jahr krank geschrieben aufgrund meiner Angstzustände und Depressionen. Meine Mutter hat halt alles leichter für mich gemacht. Wir haben uns gegenseitig geholfen. Sie meinte immer, es täte ihr leid, dass sie mir nicht so helfen kann und ich habe immer gesagt, es ist einfach schön, dass du da bist. Und das war es ja auch und im nachhinein bin ich sogar froh, dass ich ein halbes Jahr Zuhause war, so konnte ich nochmal richtig Zeit mit ihr verbringen. Aber der Zeitraum wo sie ins Krankenhaus gekommen ist und gravierende Fehler gemacht wurden und dann noch die Zeit in der Kurzzeitpflege, wo sie eigentlich aufgepäppelt werden sollte, haben mich richtig traumatisiert und ich mache mir ständig Vorwürfe.


    Ich häkel gerne. Momentan fehlt mir zwar die Konzentration, so dass ich ständig alles wieder aufribbel aber ich beschäftige mich damit. Ich habe auch ein Ehrenamt im Seniorenheim angefangen. Das mache ich am Wochenende, damit ich nicht die ganze Zeit grübel. Ich wurde zwar schon gewarnt von Bekannten, dass es mir danach schlechter geht, weil ich ja dann auch an meine Mutter denke. Aber es tut mir gut und lenkt mich ab. Es ist für mich eine sinnvolle Aufgabe. Jetzt ist es so, dass meine Mutter dort in der Tagespflege war und ich dann auch wieder zu hören bekommen habe, dass es mir nicht gut tun würde. Aber ich verbinde da ja etwas positives. Gerade weil meine Mutter dort gerne hingegangen ist.

    Aber wenn ich wieder Zuhause bin, dann geht das Elend wieder los und man kann nichts mit mir anfangen.


    Ja, an 2 Katzen habe ich auch schon gedacht. Die wollte ich schon adoptieren bevor meine Mutter zu mir gezogen ist. Jetzt muss ich mich erst einmal wieder in den Griff bekommen. Das sind ja auch 2 Lebewesen für die man Verantwortung hat und das schaffe ich momentan nicht.

  • Liebe Polarstern,


    ja im Moment vielleicht noch nicht aber vielleicht für die Zukunft.


    Fühl Dich mal gedrückt.


    Das mit dem Seniorenheim find ich richtig gut warum nicht es gibt einem viel zurück.

    Du kannst häkeln wow wie toll... das ist richtig schön.

    Das macht gar nichts mach es einfach weiter irgendwann geht es wieder ganz bestimmt.


    Vlg. Linchen