Krebsdiagnose

  • Ja, Galgenhumor.... Den kann ich jetzt gut brauchen ;)

    Es war dann auch zu Hause noch mühsam. Rudi ist in den letzten Tagen wieder umgänglicher als zuvor. Aber gestern dann, im Bett... Ich konnte nicht gut einschlafen. Er wohl auch nicht. Der Unterschied war nur: ich bin ruhig gelegen, er hat sich in einer Tour herumgewälzt. Ich hab ihm dann freundlich gesagt, dass ich nicht schlafen kanm, wenn er nicht ruhiger ist. Genützt hat das genau gar nix.

    Ich hab dann ziemlich (auch für ihn merkbar) wütend mein Zeug genommen und bin in ein anderes Zimmer gegangen. Dann hab ich mir solche Sorgen gemacht: wenn er nicht einmal bei so einer Kleinigkeit meinen Wunsch ernst nimmt. Wie soll das weiterghen, wenn meine Befürfnisse so schnuppe sind??????

  • Ich komme gerade von der Krebshilfe. Die Psychologin dort meint, wenn es so weitergeht, werde ich um eine Trennung nicht herumkommen. Natürlich hat sie es nicht ganz so drastsich formuliert.

    Rudi war wach letzte Nacht. Er konnte also steuern, ob er ruhig liegt oder nicht. Wir hatten das schon mehrfach, aber jetzt schon längere Zeit nicht mehr.

    Ich sehe das leider nicht so, dass er mich nicht belasten will. All die Dinge, um die ich ihn vor Wochen gebeten hatte (zu meiner Entlastung) sind unerledigt.

    Er verleugnte die Krankheit und deshalb auch all die Maßnahmen, die zu treffen sind. Wenn es nur ihn betrifft, ist das völlig ok. Wenn er alein jeden Tag in einem nassen Bett aufwacht und nix dagegen tut, dann ist as seine Sache.

    Aber ich bin auch jeden Tag in einem nassen Bett aufgewacht, und er hat nix getan. So lang, bis ich dann aktiv geworden bin. Und genau das ist seine Haltung: die Dinge anstehen lassen. Das ist rücksichtslos. Mein Leben ist schon schwer genug. So wie er sich verhält, werde ich das auf längere Zeit ohne gravierende eigene Schäden davon zu tragen nicht ertragen können (so deute ich einmal die Befunde von gestern).

    Es muss sich also etwas an seinem Verhalten ändern, oder ich ziehe die Konsequenzen. Nicht weil er krank ist, sondern weil er mir viel mehr zumutet als nötig wäre und als ich ertragen kann.

    :33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33::33:

  • Liebe Still Crazy


    Mir fehlen ein bisschen die Worte..


    Was mir spontan in den Sinn kommt: Handle so wie Du selber behandelt werden willst.

    Das heisst aber nicht Selbstaufopferung sondern: Würdest Du Dir wünschen, dass Dein Partner wenn es andersrum wäre sich von Dir trennt, dass Du endlich aufwachst? Oder würdest Du gerne einen Partner haben, der Dich in Deiner Krankheits-Verleumdung unterstützt, dass Du irgendwie weiter "leben" kannst?


    Und was Du bedenken solltest: Du stellst Dir "bewusst" das Szenario des nicht ertragens und eigene Schäden davontragen vor.

    Wir ertragen aber viel viel mehr als wir denken...
    Ich kenne es von mir selber: Wenn ich zu mir sagen, dass dies oder jenes mich kaputt macht, heisst es nicht dass es mich zwangsläufig kaputt macht sondern dass ich es definitiv nicht will!!!!


    Liebe Umarmungen:30::24:<3


    Katarina

  • Hallo Still Crazy, du wirst mir sicher böse sein, aber ich bin leider immer gnadenlos ehrlich.


    Eine Frage, die sich mir da stellt: Liebst du deinen Partner noch? Er ist ja nicht krankgeworden um dich zu ärgern, oder dir das Leben schwer zu machen.


    Mir kommt das schön langsam so vor, dass dein Ärger eher daraus resultiert, weil du das Gefühl hast, dass er gar nichts gegen die Krankheit machen will.

    Ich vermute , dass du willst, dass er dagegen ankämpft, weil das für dich eine logische Konsequenz der Diagnose wäre.


    Wenn er aber nicht will, ist das seine Entscheidung. Es gibt Leute, die kämpfen und es gibt Leute , die aufgeben - aber vielleicht kämpft er auch auf seine Weise (in dem er weiter arbeiten geht, in dem er versucht, der Krankheit nicht zuviel Raum zu geben).


    Mit getrennten Schlafzimmern , das wäre schon ein Schritt, um dir selbst zu helfen.


    Er lässt sich anscheinend nicht helfen und will das vermutlich auch nicht, zumindest nicht die Art des Helfens, dass er Vorsorge treffen sollte etc (das würde ich in der Situation auch nicht gerne hören).

    Und wenn er es verdrängen will, so ist das vermutlich für ihn der einzige Weg, um damit zu leben. Und so sehr dich das aufregt und ärgert, das geht nur an deine Substanz, wenn du da mit aller Kraft eine Änderung erzwingen willst.

    Man kann Menschen nicht ändern, und du hast ja schon mehrmals geschrieben, dass sich dein Mann schon früher bei Problemen eher passiv verhalten hat.


    Ich würde an deiner Stelle abwarten und nur unterstützend eingreifen,wenn du sicher bist, dass er es auch wünscht.

    Sonst endet das nur in Streitereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen.


    In letzter Zeit klingt das bei dir so, als ob es nur ICH und DU gäbe, aber kein WIR mehr.

    Dabei hat es früher sicher ein WIR gegeben und dieses WIR bestand nicht aus einer Front gegen eine Krankheit, sondern vermutlich aus Wertschätzung,Respekt und Freude am Gemeinsamen .


    Man sollte die gemeinsame Zeit nützen, so gut es geht, denn sie ist unwiederbringlich.


    Und jetzt kannst böse auf mich sein.:4:

  • Ich würde so gerne alles machen, wenn ich meinen mann noch hätte. Wir haben die krankeit gemeinsam getragen. Ich bin bei seiner behandlung zwei ganze tage in der Woche immer dabei gewesen.

    Versucht die gemeinsame zeit zu nutzen, denn wenn sie vorbei ist, bereut man viel. Wenn es aber gar nicht und die liebe nicht meht trägt, dann wäre einer trennung vorzuziehen. Aber überleg erst, wie du dich fühlst, wenn er nicht mehr ist. Wünsche dir die kraft zur richtigen entscheidung.

  • Was hat denn die Therapeutin "wörtlich" gesagt?


    Ich versuche dich zu verstehen und ich finde Selbstschutz und Selbstfürsorge sehr wichtig und freue mich immer, wenn du etwas schreibst, was du für dich tust.

    In letzter Zeit fällt mir auf, dass die Zeit mit Rudi - bis auf ganz besonders schöne Momente (Konzert....) - im Alltag sehr belastet ist.

    Ihr habt 2 Wohnungen - wie wäre es, wenn jeder wieder in der eigenen Wohnung lebt und ihr versucht ein Paar zu bleiben?


    Ich denke nicht, dass deine Liebe zu wenig ist und ich habe auch nicht den Eindruck, dass es kein WIR mehr gibt. Ich habe viel mehr den Eindruck, dass der Alltag für euch miteinander nicht mehr möglich ist.


    Da wäre es doch eine Möglichkeit, die Genusszeiten zu teilen und wenn ihr Lust habt, euch zu treffen, dann könnt ihr das machen.

    Ich meine nicht, dass ihr nur noch die schönen Momente miteinander teilen sollt - doch vielleicht die schweren ein bisschen leichter

    machen, durch den Abstand.

    Du schreibst ja auch, dass Rudi nach den Tagen alleine, oft wieder anders ist.


    Kann es sein, dass es euch zu eng wird - zu dritt.

    Rudi, Dir und der Krankheit,

    die deine Gedanken und dein Erfahren so prägen und

    von ihm momentan noch bei Seite geschoben wird?


    Vielleicht kann er durch Abstand auch anders auf deine Bedürfnisse eingehen.


    Ich wünsche dir viel Kraft, viel Ausdauer und ganz viel Selbstfürsorge - damit du eine Entscheidung treffen kannst, die für dich auch nach Jahren noch stimmt.


    Lg. Astrid.

  • Danke Euch allen für Euer Mitdenken und Eure ehrlichen Worte!


    JA! Das beste aus der noch verbleibenden Zeit machen... das war es, was ich vorhatte bzw. eigentlich immer noch vorhätte. Aber das ist keine Einbahnstrasse.

    Ich bin bereit und bemühe mich darum, das beste für ihn, mich und die Beziehung zu tun.

    Ob er das beste für sich tut, das will ich nicht beurteilen. Das beste für mich und für die Beziehung tut er sicher nicht. Oder wie würdet Ihr das einschätzen, wenn ich eine (mutmasslich stressbedingte) schlechte Diagnose bekomme - und in der selben Nacht ist es auch auf meine ausdrückliche Bitte hin nicht möglich, dass er ruhig liegt, damit ich einschlafen kann?

    Ist es das beste für mich und die Beziehung, wenn ich nach Konzerten in näherer Zukunft suche - und wenn ich ihn frage, ob ihn ein bestimmtes interessieren würde, sagt er: weiß ich nicht.

    Ist es das beste für mich und die Beziehung, wenn jeden Tag das Bett nass ist und er einfach nichts dagegen tut?

    Ich könnte hier viele Dinge aufzählen, aber ich denke, Ihr wisst, was ich meine.


    Liebe Astrid, Du hast es großartig formuliert: es wird zu eng zu dritt.

    Die Psychologin bei der Krebshilfe hat (ungefähr) wörtlich gesagt, dass diese Beziehung für mich so gut wie nichts Nährendes mehr hat, und dass man unter diesen Umständen darüber nachdenken sollte...


    Meine Therapuetin (das ist eine andere Frau) sagt, ihr fällt auf, dass immer, wenn ich meine Bedürfnisse artikuliere (ich hätte gerne eine Medikamentenliste - was übrigens mit dem Sterben überhaupt nix zu tun hat, solche Listen machen auch Menschen, die noch lange leben, jeder kann einmal in Ohnmacht fallen und die Rettung ist dann ratlos - ich hätte gerne ein paar Zeilen an seine Geschwister, warum sie nicht früher informiert wurden - ok, da geht es um den Tod)

    Also, immer wenn ich meine Bedürfnisse artikuliere, dann macht er zu und zieht sich zurück, wird depressiv.

    Liebe Leute, ich verstehe das mit depressiv. Was ich nicht verstehe, ist, warum er nicht sdagegen tut. Er hat mehrfach das Angebot von der Krebshilfe bekommen GRATIS zu Gesprächen zu kommen. Er könnte Antidepressiva nehmen (wie ich es auch tue, angesichts der Situation Dosis erhöht) oder zumindest Johanniskraut.

    Er tut es nicht. Er mutet sich zu, die Dinge einfach zu ertragen. Das wäre ok, wenn er alein wäre. Aber er mutet es mir auch zu. Und er versteht mich, wo das Problem liegt. Er hat wörtlich gesagt: wir sind nicht für einander verantwortlich.


    Sicher ist: die Krankheit schreitet voran. Niemand weiß, wie lang es noch dauert. Es können Jahre sein.

    Die Psychologin bei der Krebshilfe meint, meine "Leiden" in letzter Zeit: Herpes, Sehnenscheidenentzündung, Verdauungs- und Magenprobleme, die Schwellung nach dem Bruch, die nicht zurückgeht, die schlechten Laborwerte - all das könnten Zeichen sein, dass mir die Situation zu viel an die Substanz geht.

    Soll ich jahrelang so weiter machen?


    Noch einmal: ich würde das beste aus der Situation machen. Aber das ist eine Einbahnstrasse. Und sich sehe nicht, wie es geschehen könnte, dass er auch bereit ist, das beste für sich, mich und die Beziehung draus zu machen.

    Es geht jetzt fast schon ein Jahr so. Seit Ende 2016 war ich voller Sorge und habe ihn regelmässig bekniet, zum Arzt zu gehen.

    Ich habe das Gefühl, ich kann nicht mehr. Nicht unter diesen Voraussetzungen.


    Übrigens: es ist jetzt immer darum gegangen, die meine Liebe zu ihm aussieht, ob sie trägt oder nicht.

    Andere Frage: wie ist es um seine Liebe zu mir bestellt? Liebt er mich, als konkrete Person, so wie ich bin - oder will er in dieser Situation einfach eine Begleiterin, die ihm so viel wie möglich abnimmt?

  • Liebe Astrid,

    ja - das Szenario, das Du da beschreibst, das liest sich für mich wunderschön. Es klingt, als hätte ich dann wieder Platz, mich zu bewegen, Luft zum Atmen. Das schöne miteinander teilen und einander unterstützen, soweit es die Umstände (und die auf beiden Seiten eingeschränkten Kapazitäten) eben ermöglichen.

    Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass sich das in die Praxis umsetzen lässt. Ich werde auf jeden Fall intensiv darüber nachdenken.

  • Liebe StillCrazy


    Was hält Dich noch bei Rudi?

    Sei ehrlich zu Dir selber... Liebe Verantwortung Mitgefuehl Gewissen etc.?


    Du hast auch schon das Szenario: Ich bleibe bei Rudi durchgespielt...

    Hast Du auch das Szenario: Ich trenne mich durchgespielt?


    :24:

  • liebe StillCrazy.... die gar nicht still ist...

    und crazy.... mmmh... das sind wir mehr oder weniger alle... die ganze Menschheit...

    weil wir uns grösstenteils in gesellschaftlich vorgegebenen Normen bewegen....

    Das machst du ... und ich und alle mehr oder weniger...


    Das schreibe ich vorher so als eine "Art der Rechtfertigung" für die folgenden Sätze....

    Wir alle haben hier Verständniss für TRAUER... die ja durchaus sehr facettenreich ist...

    gar keine Frage

    aber

    KEIN Sorry...du schreibst über deine "Wehwehchen"... Habe hier einer Userin per Whatsapp geschrieben... was soooo ungemein viele hier darum geben würden, mit ihrem GELIEBTEN Partner in einem nassen Bett zu liegen.... oder pardon... ihn atmen und wach zu erleben:!::!:


    Das schreibe ich , weil Katarina und ich durchaus unsere Liebe sehr glücklich ERLEBEN... eigentlich kein aber...

    Tatjana und Burkard sind einfach DA ...in diesem Leben....


    Du redest für MICH drumherum....


    Du wirst von Rudi nicht mehr "genährt"...Ganz drastisch, für mich allerdings doch mit Verständniss ausgedrückt....

    erspare "uns" deine Egotrips"

    habe den MUMM und trenne dich

    nehme DU weiterhin deine Therapiestunden

    nehme DU weiterhin eine höhere Dosis von Antidepressiva

    mache DU weiterhin deine Theaterbesuche

    mache DU weiterhin deine Reisen

    mache DU weiterhin alles , das was DICH glücklich macht

    vielleicht

    hoffe es sehr<3<3<3<3

    wird Rudi dann endlich SEIN restliches Leben dann glücklich OHNE dich gestalten können....

    ich HOFFE ES für IHN...

    und ich wünsche ihm ein noch langes Leben ...

    time to say goodbye

  • Hat nicht irgendjemand einmal geschrieben, hier dürfe man alles ausdrücken?

    Ist inzwischen eine Zensurabteilung für zumutbare und unzumutbare Gedanken eingeführt worden?

    Es tut mir aber gut zu lesen, dass Rudi ohne mich und meinen Egotrip ein besseres Leben haben wird. Mit diesem Gedankengang hast Du mir sehr geholfen. Vielen Dank dafür!

  • Liebe Amitola,

    so unsensibel kenn ich dich ja gar nicht .... Hmmmmm?


    Ich finde nicht, dass StillCrazy auf einem Egotripp ist - ganz und gar nicht. Sie hat sich die längste Zeit um Rudi gekümmert und bemüht und er bleibt wie eine Mauer auf die sie dauernd auffährt. Das ist verletzend und kränkend. Und was kränkt, mach auf Dauer krank. Ich glaube eher StillCrazy kommt nach einem langen Rudi-Tripp schön langsam und notgedrungen bei sich selbst an. Wie immer die Sache ausgeht zwischen den beiden - ob Beziehung auf Distanz oder Trennung - es nützt keinem von beiden, wenn StillCrazy zusammenklappt, weil sie selbst krank wird.


    In jeder Beziehung gibt es Konflikte, das ist ganz normal. Und Konflikte darf es auch in Krisenzeiten geben und auch wenn einer krank wird und stirbt. Ob man sich dann zusammenstreitet - oder auseinander, das ist ein Prozess. Und ein solcher Prozess darf auch in diesem Forum Platz haben!


    Wenn das jemand nicht aushält, dann halte er sich einfach aus dem Thread von StillCrazy raus! Sie beleidigt und beschimpft niemanden (wie wir es bei einem anderen Teilnehmer schon hatten). Sie schreibt hier nur ihre Geschichte und schreibt von ihren Kämpfen und dafür sind wir hier da. Trauer und Liebe sind nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen, sondern manchmal eben auch richtig Kacke!


    Liebe StillCrazy, Oide!

    ich les dich gerne und bin gerne für dich an.

    Deine Christine - Begleiterin in schlechten, wie in ganz schlechten Zeiten! ;):24:

  • Schließe mich hier ohne viel mehr Worte in Gänze Christine an!


    Still Crazy, sei wie du bist und bei uns ist alles erlaubt! Nur nicht angreifen!

    Liebe Amitolla, ich weiß nicht warum, doch das fand ich jetzt mehr als nur unsensibel!


    Dass manche unter euch nur wünschen würden, dass ihre geliebten Menschen noch da wären - ja das verstehe ich auch.

    Und ich verstehe auch, dass still Crazy jetzt was anderes braucht. Eben für sich zu sorgen um nicht "mitzusterben"


    Eure Astrid - Begleiterin in schlechten, wie in ganz schlechten Zeiten!

    Ach komm Christine - lass uns auch ein bisschen in Guten Zeiten dabei sein ;)

  • Astrid, Oide!;)

    Das mit "in schlechten, wie in ganz schlechten Zeiten" hab ich aus einer Komödie, die ich unlängst im Fernsehen gesehen hab und hab mich halb kaputt gelacht dabei. Sollte ein bisschen zum Lachen anregen! Klar sind wir auch in guten und in ganz guten Zeiten da!

    AL Christine

  • Liebe Indian Summer,


    Schade, dass Du die Sache mit der Gitarre jetzt als Hobby abtust.

    Wie kommst Du dazu? Für mich gehört Musik zum Tröstlichsten, das es in der Welt gibt. Ich habe mir überlegt: wenn ich Gitarre lerne, dann wird das mein Leben bereichern. Es wird mich trösten. Es wird meine (dann vielleicht leere Zeit) sinnvoll füllen. Es wird mich ins Hier und Jetzt bringen. Es wird mir helfen, mich neu und anders auszudrücken.


    Können wir uns darauf einigen: ich werte Haustiere nicht ab - und Du nicht Musik?


    Ich fühle mich von Dir nicht verstanden. Rudi lässt mich nicht in seine Nähe. Er macht zu. Er lässt sich nicht berühren. Er spricht nicht. Er verbietet mir, den Arzt zu holen. Er lässt sich von niemandem helfen. Nimmt nicht einmal pflanzliche Mittel, um schlafen zu können. Aber was schreibe ich das überhaup, das habe ich doch alles schon ausgeführt. Und Du hast es gelesen.


    Es ist, wie Christine schreibt: es ist wie eine Mauer, auf die ich immer wieder auffahre. Und es verletzt mich immer wieder.

    Wenn es das ist, was Du mir für die Zukunft ans Herz legst, dann vielen Dank. Ich habe es zur Kenntnis genommen.

  • Sry , ich kann da auch nicht mehr mit. Habe wirklich versucht, mich da in die Situation reinzudenken, erinnere mich krass daran, wie mein Exmann auf meine MS reagiert hat. Er wollte, dass ich die von den Ärzten vorgeschlagenen Medikamente nehme, obwohl es mir dadurch immer schlechter ging, er hetzte sogar meine Eltern gegen mich auf, die mich unverantwortlich nannten. Ich ging meinen eigenen Weg, ließ mich scheiden, und obwohl man mir den Rolli und einen frühen Tod propherzeite (das war vor 15 Jahren). Mein Exmann starb übrigens 2017 und ich lebe noch immer und ohne Rolli!


    Ein kranker Mensch hat noch immer das Recht, selbst zu entscheiden und seinen Weg zu bestimmen.

    Ein kranker Mensch braucht Stärkung des Selbstwertgefühls (gerade bei solchen Sachen wie Inkontinenz etc., weil das seine Würde beeinträchtigt) und keine Vorwürfe


    Sicher sollte Partnerschaft ein Geben und Nehmen sein, doch es gibt Situationen,wo dieser Pakt zeitweise nur einseitig funktioniert. Selbstliebe ist wichtig, um Kraft zu tanken ,die man aber dann dem kranken Partner weitergeben sollte. Nicht "was nutzt mir der Partner noch, was bringt mir das?"

    Pflege ist eine unglaubliche Belastung, körperlich und seelisch, hier im Forum sind viele , die ihre Partner jahrelang gepflegt haben.

    In guten wie in schlechten Zeiten....


    Und sry, Sachen wie ich konnte nicht schlafen, weil er sich dauernd bewegt hat , klingen sehr empathielos.

    Ich würde Gott auf den Knien danken, wenn sich mein Partner ruhelos neben mir auf dem Bett wälzen würde, weil das bedeuten würde, dass er noch bei mir ist.


    Und ich würde auch nicht schon im vorhinein trauern (damit würde ich ja jede Hoffnung auf eventuelle Heilung begraben), sondern mir noch viele gemeinsame Tage wünschen, egal wie belastend die wären.


    Alles Gute!