Meine Mutter ist gegangen

  • Hallo Vilja.


    Ich hab keine Träume, in welchen meine Mom vor kommt und ich finde dies sehr schade. Ich hatte auch sonst bisher keinerlei "Zeichen" von ihr wie ich es teilweise bei anderen höre oder lese. Ich habe Angst sie zu vergessen - also diese Details an ihr zu vergessen.


    Ich kenne mich mit Träumen nicht aus, aber vllt ist dein Traum ein Hinweis darauf, dass deine Mutter, wenn auch nicht körperlich anwesend, in dieser Weihnachtszeit bei euch ist. Sei es in euren Erinnerungen oder auch sonst wie.

    Ich glaube dir sofort, dass dich so ein Traum aufwühlt. Dennoch stelle ich es mir schön vor, seiner Mutter nochmal so nah sein zu können.


    Meine Mom wollte kein Grab auf einem Friedhof. Sie hat sich selbst für die Einäscherung und anschließende Beisetzung auf einem Friedwald entschieden. Es ist ein wunderschöner Ort und sehr natürlich und ruhig. Leider liegt sie ziemlich weit weg von mir und da vermisse ich es oft, dass ich ihr nicht etwas aufs Grab legen kann...oder eben etwas weihnachtlich zu "schmücken".


    Ich wünsche dir, dass du dich vom Gedanken der Kälte lösen kannst und vllt das weihnachtliche Grab annehmen kannst als etwas, das deiner Mutter vllt gefallen würde.


    Eine gute Zeit dir weiterhin.

  • Liebe Vilja,

    ich habe mir vor längerer Zeit mal ein Traumlexikon auf mein Handy geladen. Manchmal schaue ich nach, was dies oder jenes bedeutet. Nicht immer beruhigend. Aber meist vergesse ich das schnell wieder. Ich denke, Du träumst von Deiner Mama weil Dein Unterbewusstsein auf Hochtouren läuft. Es ist ja so vieles ungeklärt für Dich.

    Ich freue mich, daß es Dir wieder besser geht und wünsche Dir Frohe Weihnachten mit Deinen Lieben :24:

  • Liebe Regentropfen meine Mama liegt auch auf einem Friedwald und ich lege ihre immer ein Blumenstrauß hin wenn ich sie besuche wir haben uns markiert wo genau sie liegt wir haben schöne Steine gesammelt und sie in einem Herz dort hin gelegt und es liegen immer blumen bei ihr.

  • Hallo an alle die das lesen,


    heute bin ich wieder einmal hier nach langer Zeit. Ich habe immer wieder kurz reingeschaut, aber ich konnte irgendwie nicht schreiben. Ich habe die letzten Wochen vieles abgeblockt, habe versucht zu verdrängen. Weihnachten und Neujahr waren sehr schön aber auch traurig. Immer wieder kam es mir in den Sinn, was wäre wenn...Die Frage warum?


    Der Todestag meiner Mutter jährt sich zum 1.Mal. Ich kann es kaum glauben. Einerseits habe ich das letzte Jahr sehr intensiv gelebt, jeder Tag mit starken Gefühlen, positive wie negative. Auch ging das Jahr so schnell vorüber. Ein Jahr das meine Mutter nicht mehr erlebt hat. Alles was passiert ist könnte sie nicht mehr erleben.

    Das letzte Jahr es ist als wäre es zugehangen mit einen dunklen Schleier. Wäre ich künstlerisch begabt, ich würde dieses Bild malen. Ein Kind, das eine Mutter vermisst, welche sie nie hatte. Darüber dunkle Wolken und ein Schleier.

    Und dann die Erwachsene die zufrieden ist mit ihrem Leben und versucht, es besser zu machen als die eigene Mutter.

    Das ist es, was die letzte Zeit ausmacht, ein hin- und her, zwischen traurig und glücklich sein. Oft anstrengend.


    Ich werde wieder etwas reinlesen bei euch allen. Bin gespannt wie es euch geht. Ich hoffe gut so weit...


    Ros, was hattest du hier gepostet und wieder gelöscht am 1.Januar?


    Alles Liebe euch allen, habt einen schönen Tag!

  • Liebe Vilja,

    schön dich wieder zu lesen.


    Dieses Bild - ich stelle es mir sehr düster und traurig vor - mit einem freundlichen Flecken, der ein Hinweis auf die erwachsene Frau und Mutter ist. Ein Hinweis, auf das, was das Kind einmal werden wird.


    Nimm es doch mal gedanklich in den Arm, dein inneres Kind. Sei ihm eine mütterliche Freundin.


    Was denkst du, ist das etwas für dich?


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Hallo Astrid,


    danke für deine Worte.

    Dein "Bild" klingt sehr schön. Es ist eine schöne Vorstellung, erleichternd und gleichzeitig sehr traurig.

    Der Tod meiner Mutter hat so vieles ausgelöst, die Trauer um sie, aber auch viele andere Gefühle.

    Ich ertappe mich in letzter Zeit dabei, neidisch zu sein. Neidisch auf andere, die ihre Mutter noch bei sich haben. Neidisch auf die, welche eine so tolle Beziehung zu ihrer Mutter/ihren Eltern haben. Und die Traurigkeit darüber dass es nie so werden wird. Der Weg führt ganz tief in mein Inneres.

    Dadurch erkenne ich aber für mich recht gut, was wirklich wichtig ist im Leben. Was ich mir für meine Kinder, meine Familie und mich wünsche. Es ist nicht Geld und Besitz (wie in meiner Herkunftsfamilie) sondern Zeit, Beziehung, Aufmerksamkeit, ehrliches Interesse. Die Zeit nutzen so lange man kann. Carpe diem. Das klingt jetzt vielleicht wie eine abgedroschene Phrase. Aber ich spüre das derzeit so.

    Ich habe gehofft, nach 1 Jahr wird es besser. Aber manchmal habe ich immer noch Phasen, da denke ich verwirrter als je zuvor. Ihr merkt es vielleicht! ;)


    Ich wünsche einen angenehmen Tag!

    Vilja

  • Liebe Vilja,

    da steckt sehr viel drinnen in Deinen Zeilen die sehr berührend sind.

    Liebe Grüße

    Josef

  • Danke, liebe Astrid. Ich versuche es jeden Tag. Manchmal gelingt es, manchmal nicht so.


    Heute denke ich immer an den bevorstehenden ersten Todestag. Dass sie vor einem Jahr ihre letzten Lebenstage hatte. Die letzten Tage auf dieser Erde. Ob sie es gespürt hat dass es bald soweit ist?

    Ich bin überrascht dass mich der Todestag so sehr trifft, mehr als Weihnachten oder Geburtstag. Bis vor 1 Jahr war der Tag ein x-beliebiges datum. Es macht mich sehr traurig. Nun ist es bald 1 Jahr her...

    Es macht mich auch sehr traurig dass kaum jemand mehr über sie spricht. Schon lange nicht mehr. Niemals fragt mich jemand wie es MIR damit geht. In der Herkunftsfamilie wird geschwiegen. Ihr Grab wird überladen mit Kerzen und Blumen. Aber keiner spricht von ihr. So war es schon nach ein paar Monaten.


    Ich werde mir jetzt eine Dusche genehmigen und mich dann schlafen legen. Heute ist kein guter Tag.


    Es grüßt euch eine heute traurige Vilja.

  • Dass sie vor einem Jahr ihre letzten Lebenstage hatte. Die letzten Tage auf dieser Erde. Ob sie es gespürt hat dass es bald soweit ist?

    das frage ich mich auch immer. meine mutter hat erzählt, dass meine schwester ein paar wochen vor ihrem tod angedeutet hat, dass sie fühlt, dass es nicht mehr lange gut geht (obwohl sie nicht akut krank war i.d. sinne) und meine schwester gesagt hat: 'dann habt ihr nur noch eine tochter'....


    aber dann doch der plötzliche tod und ich frage mich, hat sie in den letzten minuten gespürt, dass es nicht gut ausgeht? was ist ihr durch den kopf gegangen? hatte sie angst? hat sie überhaupt irgendwas gespuert? vielleicht war sie erleichtert (sie hatte keinen lebensmut mehr, hat sie auch nur meiner mutter erzählt, die mir das aber erst nach ihrem tod erzählt hat). was würde ich für antworten geben! vielleicht weil man so selber angst vor den letzten lebensminuten hat...

    und dann kommt der impuls, mich darüber mit ihr zu unterhalten, als hätte sie es überlebt oder als wäre es jemand anderem zugestossen, um dann sekunden später von der tatsache überrascht zu werden, dass sie ja gar nicht mehr da ist...

  • Vielleicht mögt ihr mal überlegen, was ihr euch wünschen würdet, für ihre letzten Gedanken, ihre letzten Gefühle.


    Lg. Astrid.

  • Liebe Vilja,

    ich hatte für einige hier einen Spruch heraus gesucht und dann gepostet. Allerdings ging ein Spruch sozusagen schief, und ich habe direkt alle wieder gelöscht.

    Ich finde die Zeilen über die für Dich wichtigen Dinge im Leben sehr sehr schön. Und ich wünsche Dir, das Du dies nie verlieren wirst.

    Das keiner mehr redet, war heute schon Thema bei Starman. Ich glaube, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist sprich Eltern, Kinder oder Partner oder Geschwister, dann verdrängt man den Tod wieder schnell aus dem Leben. Vielleicht möchte man an den Verstorbenen denken, aber der Tod macht Angst und es macht Angst darüber zu sprechen. Mich fragen nur meine Tochter und meine Nichte, wie es mir geht. Nicht mal meine Schwester. So ist das leider, und viele hier erleben das genauso.

    Mein Vater hat gewusst das er stirbt. Gewollt hat er es nicht, aber gewusst. Er hat viel nachgedacht, die Augen ins Leere gerichtet. Ich habe nicht gefragt, über was er nachdenkt. Ich glaube auch, das er Angst hatte und es nicht fassen konnte, das er sterben wird. So schnell. Wenn ich diese Bilder vor mir sehe, werde ich sehr traurig.

    Liebe Vilja, die schweren und verwirrenden Gedanken werden wohl immer unsere Begleiter sein. Deshalb genießen wir die schönen und leichten und sonnigen Stunden. Davon wünsche ich Dir ganz ganz viele :24:

    Herzlichst Ros