Es ist nichts mehr von mir über nachdem meine Frau gestorben ist..

  • Liebe Krissi,

    das klingt gar nicht verrückt für mich. Du willst dich weiter mit ihm verbunden fühlen und der Geruch ist dir da behilflich.

    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Hallo Chrono,


    Ich glaube, hier kann jeder mitfühlen und nachvollziehen, wie es dir geht. In gewisser Weise sitzen wir hier alle (leider) im selben Boot, in dem wir doch gar nicht mitfahren wollten.

    Mein Partner ist genau heute vor 3 Monaten völlig unerwartet an Herz/Kreislaufversagen mit 49 Jahren gestorben.


    Seitdem kämpfe ich jeden einzelnen Tag ums Überleben, ich weiß, es hört sich melodramatisch an, aber so ist es nun mal. Nichts ist mehr, wie es vorher war, und hätte ich nicht meine beiden Kinder - ich wüsste gar nicht, was dann wäre. So hab ich wenigstens diese Aufgabe, die mir den Sinn fürs Durchhalten jeden Tag vor Augen führen.


    Den Schmerz kann uns leider niemand nehmen, den müssen wir alle für uns selbst aushalten. Mir persönlich tut es gut, hier zu schreiben. Ich fühle mich verstanden, weil jeder einen schlimmen Verlust erlitten hat.

    Sicher unterstützen mich Freunde und Familie, aber ich merke, dass dort keiner richtig nachspüren kann, wie es mir geht.

    Für alle dreht sich die Welt weiter, in gewisser Weise ist sie für uns aber stehen geblieben.


    Auch in unserer Wohnung hab ich bislang nichts von ihm weggeräumt. Alle Schuhe, Jacken und seine persönlichen Dinge stehen unverändert im Haus. Lediglich die Bettdecke und sein Kissen hab ich vor kurzem aus dem Bett verdammt. Es riecht nicht mehr nach ihm und klagt mich jeden Abend mit seiner Abwesenheit an.

    Ich glaube fest daran, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wann es für mich richtig ist, alles weg zu räumen. Bis dahin bleibt alles so, wie es ist. Egal, was andere denken mögen.

    Ich wünsche dir die Kraft, bis dahin durchzuhalten...

  • Lieber chrono,

    Herzliche Anteilnahme , ich verstehe dich sooo gut , meine Frau verstarb voriges Jahr im Februar ! Auch an Einen aneurysma ! Mein Leben und mein Herz zerbrach auch in tausend Einzelteilen ! Ich war 17 Jahre mit ihr immer glücklich , sie hatte genauso ihre maken die ich aber sehr liebte , wir sagten uns bei jedem Telefonat das wir uns lieben und Abend auch , es gab keinen Tag an den wir uns nicht unsere Liebe gestanden !!

    Wir haben einen Sohn zusammen der jetzt bald 10 Jahre alt wird ! Ich vermisse sie jeden Tag aufs neue , hoffe auch nach wie vor das es nur ein böser Traum ist und wenn ich in der Früh wach werde schaue ich noch immer auf ihre Seite und hoffe das sie dort liegt und schläft !!

    Ich habe hier anfangs auch mir etwas Luft machen können in dem ich alles niederschreiben konnte !!! Ich finde es auch gut das du das hier tust alles hier sind soooo nett und toll , die Antworten haben mir oft Kraft wo ich nicht mehr wusste was ich noch mit meinen Leben anfangen sollte !!

    Mittlerweile is es etwas besser geworden , naja ich hab auch keine Zeit um Trübsal zu sein denn mein kleiner is jetzt mein Lebenssinn und er soll es gut haben !!!

    Schreibe hier alles rein was dich bedrückt , so kann es dich nicht zusammenfressen!!hier sind alle so feinfühlig und toll ! Ich hoffe das du es schaffst , und Nein ich denke auch das es nie wem geben wird der deiner Frau das Wasser reichen kann ! Wenn man so liebt und so zusammen passte wird jeder Deckel seine Kanten haben so das er nicht passen wird !!

  • Hallo Mario,

    schön, dich wieder mal zu lesen.

    Wie geht es deinem Sohn? Er ist bald 10. Wow, wie verbringt ihr eure Tage?

    Wie geht es dir?

    Würde gern wieder mehr von dir mitbekommen.

    Auf jeden Fall bedanke ich mich für dein Lebenszeichen.

    Lg. Astrid.

  • Hallo
    Danke euch allen für die netten Worte !


    Kompaktifizierung nein der Name hat nicht unbedingt etwas mit der Zeit zu tun, es gibt einen Formationstanz den wir gerne hatten der sich 48H Chrono nennt- nachdem ich überlegt habe ein Video von uns zu verlinken habe ich in einem anderen Video gesehen das unsere alte Truppe unsere Plätze in der Formation noch immer frei gelassen hat, statt die Lücke/die Formation zu schließen, eine wirklich nette Geste finde ich - für Außenstehende eventuell nicht so nachvollziehbar.

    Ich habe dieses Wochenende wieder mal meine alten Malsachen ausgepackt, früher habe ich gerne einfache Aquarelle gemalt, ich fand es immer entspannend, eines davon ist nun hier mein Profilbild/Avatar, die Freude dabei fehlte zwar und ich habe es nicht so hinbekommen wie ich es wollte aber es war schön was neues zu schaffen- ein paar neue Bilder von ihr die es bis dahin nicht gab.

    Sonst hat sich nichts geändert, es ist zu still & zu kalt hier seit sie weg ist, an manchen Tagen zerreist es mir das Herz nur an sie zu denken, an anderen fehlt sie einfach "nur" überall und es ist nur ein Gefühl der Leere vorhanden.
    Der Alltag ist immer der selbe, arbeiten gehen, heimkommen, Sport, essen, Musik, schlafen...
    Ein Roboter könnte das ebenso erledigen, Aufregung, Spannung, Freude oder irgendein Gefühl von mehr als dumpfer Stille fehlt einfach seither.

    Seit Jahren wollte ich schon den Camino/Jakobsweg in voller Länge machen vielleicht mache ich das jetzt, oder im Frühjahr, mein Resturlaub steht bei mehr als 8 Wochen und ich habe die Freiheit ihn zu nehmen wann ich will, vielleicht sage ich also mal für 5 Wochen Tschüss zu allem hier und mache es, früher wollte ich nie diese knapp 5 Wochen Dauer ohne sie sein.

    Übermorgen gehe ich das erste mal zu einer Trauergruppe/Gruppentherapie/Trauerbegleitung keine Ahnung wie es sich nennt oder wie sowas abläuft, ich bin zwar mehr als skeptisch das mir sowas hilft aber versuchen schadet nicht.

    Ich wünsche euch eine schöne Woche soweit es möglich ist und mehr Kraft als ich sie im Moment habe.
    LG Chrono


  • Sonst hat sich nichts geändert, es ist zu still & zu kalt hier seit sie weg ist, an manchen Tagen zerreist es mir das Herz nur an sie zu denken, an anderen fehlt sie einfach "nur" überall und es ist nur ein Gefühl der Leere vorhanden.
    Der Alltag ist immer der selbe, arbeiten gehen, heimkommen, Sport, essen, Musik, schlafen...
    Ein Roboter könnte das ebenso erledigen, Aufregung, Spannung, Freude oder irgendein Gefühl von mehr als dumpfer Stille fehlt einfach seither.

    Genauso geht es mir auch, mit dem Unterschied dass ich auch noch daheim am Computer arbeite, es ist tatsächlich so, dass ich jeden Tag um mein Leben kämpfe, ein Leben, das gar keines mehr ist.

  • Lieber chrono , ich will dir viel Glück dabei wünschen , mit der trauerbegleitung , ich selbst war auch 3 mal dort ! Bin aber dann nicht mehr hingegegangen weil es die Zeit nicht zugelassen hat !

    Und was die Sachen von deiner Frau anbelangt lass dir die Zeit die du brauchst! Ich selber brauchte ein Jahr , obwohl ich nix weggeschmissen habe !! Ich habe alles in Vakuum Beutel oder fast alles sagen wir so !! Ich habe neu ungestaltet im Hause , aber überall wieder Sachen von ihr hingegeben ! Selbst im neuen Kasten sind wieder Sachen von ihr ! Ich finde das man es so machen soll wie man es für richtig hält !



    Und Danke der Nachfrage liebe hedi und Astrid ! Uns 2 gehts so weit gut ! Sind nach wie vor immer auf Achse am Wochenende und Pascal hat dadurch bogenschießen als Hobby gefunden , sind jetzt sehr oft auf Turnieren unterwegs !! Und ja am 17. wird er 10 Jahre alt !! Wird wieder ein sch.... Tag aber er drauf sich schon und das is wichtig ☺️

  • Lieber chrono,

    habe heute deine Zeilen erst gelesen, hab zur Zeit nicht viel Zeit, aber ich muss dir sagen, mir geht es mindestens so schlecht wie dir.

    Und du wirst es nicht glauben: Mein allerliebster Mann ist auch am 27.2.2018 von mir gegangen. Ich bin noch genauso traurig und

    fassungslos wie am 1. Tag. Es ist alles vorbei, die gemeinsamen Urlaube, die Zärtlichkeit von ihm, seine einzigartige große Liebe

    zu mir, einfach alles, was mich glücklich gemacht hat. Auch ich will in meinem Leben keinen anderen Mann mehr, weil keiner

    annähernd so sein könnte, wie er. Ich bin übrigens 52 und er war 54, wir waren fast 32 Jahre verheiratet und ca . 35 Jahre zu

    sammen. Er ist an einem seltenen gemeinen Krebsleiden gestorben, aber wir hatten Hoffnung bis zum letzten Tag, dass ihn die

    Chemo noch lange bei mir hält und deswegen auch nie über diesen Fall, vor dem wir innerlich doch Angst hatten, gesprochen.

    Er hat sein 2. Enkelkind, das er noch wusste, dass es kommt, nicht mehr erleben dürfen. Das macht mich so traurig, warum er

    all das schöne nicht mehr miterleben durfte. Aber ich glaube und hoffe schon, dass wir uns wiedersehen und wiederlieben dürfen,

    dass er mich einst an der Schwelle abholen und wieder in seine Arme schließen wird. Anders darf es nicht sein, weil ich sonst nicht

    weiterleben könnte. Alles auf was ich mich freuen kann, ist die Freude auf diesen Tag.


    Wünsche allen eine erträgliche Nacht

  • Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe ihr hattet eine erholsame Nacht.


    Und ich wünsche euch einen kleinen, ganz winzigen Schimmer - etwas das eure Dunkelheit ein ganz kleines bisschen zu durchbrechen vermag.


    Seid lieb gegrüßt.

    Astrid.

  • Hallo,
    Nach mehreren Wochen sollte ich eventuell mal wieder etwas schreiben und wenn es nur für mich ist.
    Vor 2 Wochen habe ich meine Wintersachen ala Hauben ausgepackt und dabei einen positiven Schwangerschaftstest zusammen mit Babykleidung gefunden den meine Frau scheinbar kurz vor ihrem Tod in einer der Laden versteckt hat, da Sie an unserem Jahrestag gestorben ist nehme ich an sie wollte mich nach dem feiern damit überraschen da wir schon länger versucht haben ein Kind zu bekommen es aber nicht klappen wollte.

    Hätte ich ihre Kleidung seit ihrem Tod angefasst/weggelegt/entsorgt hätte ich ihn wohl schon viel früher gefunden aber das brachte und bringe ich noch wie vor nicht übers Herz.

    Ich habe im ersten Moment gedacht das nach 8+ Monaten ein benutzter Test nicht mehr zuverlässig anzeigt ob nun positiv oder negativ aber wozu sollte man einen negativen Test aufheben und verstecken ? das hat mich wahnsinnig gemacht.

    Eine Nachfrage beim Hersteller brauchte auch keine eindeutige Erklärung ob man dem Ergebnis nach mehr als einem halben Jahr noch trauen darf, worauf ich ihre Mutter direkt darauf angesprochen habe da die zwei über alles gesprochen haben und beste Freunde waren.
    Sie hat mir dann unter Tränen mitgeteilt das ich recht hatte und meine Frau schwanger war - ganz frisch...

    Darauf habe ich sie regelrecht angebrüllt warum sie mir das nicht gesagt hat, sie meinte das mich der Tod ihrer Tochter schon so zerstört hat und das zusätzlich einfach zuviel gewesen wäre..
    Auch wenn sie vielleicht recht hat, keine Ahnung ob ich ihr das je vergeben kann.

    Das Gefühl als sie es zugegeben hat kann ich nicht beschreiben, es war wie an dem Tag als meine Frau von mir ging, mir hat es wiedermal den Boden unter den Füßen weggezogen und alles neu aufgewühlt.
    Scheinbar hört es einfach nicht auf egal wie **** es mir geht es muss noch etwas dazu kommen..

    Meine Frau war ein emotionaler Mensch voller Lebensfreude und Energie nur daran zu denken wir glücklich sie gewesen sein muss bricht mir wiedermal das Herz.
    Seither versuche ich an den Tag zu denken, mich zu erinnern wie happy sie war das wir unseren 10 Jahrestag feiern, wie sie durch die Wohnung getanzt ist und das sie sich sicher kaum beherrschen konnte es mir zu sagen.. aber da sie Stunden später gestorben ist überwiegen die Erinnerungen an das Spital, die Rettungskräfte, die Ärzte und sogar den Geruch und die Geräusche im Spital - ich kann mich an die Stunden davor nur schwer erinnern was furchtbar ist.

    Die Zeit seither war wieder die Hölle ich funktioniere, gehe arbeiten und mache mich danach mit Sport fertig das ich kaum noch gehen kann um schlafen zu können- mehr passiert nicht und wenn ich ehrlich bin bin ich mir nicht sicher ob da noch irgendwann wieder was kommt das es erträglicher und lebenswert macht statt nur "zu leben"..

    Es sind jetzt mehr als 8 Monate vergangen und diese komplett Abwesenheit von Gefühlen außer Schmerz, Einsamkeit und Stille wird nicht besser, ich frage mich wirklich jeden Tag wozu ich mir das antue, gibt es doch kein Ziel auf das ich hinarbeiten kann und will.
    DAS ist ES nun und so wird es bleiben, vielleicht stumpfe ich mit der Zeit mehr ab, vielleicht bekomme ich auch irgend eine Krankheit und habs nicht mehr zu lange zu ertragen aber Leben ist das nicht sondern nur reines Existieren.

    Meine erste Gruppensitzung/Therapie hat mir eines gezeigt es gibt scheinbar viele Leute die schneller und besser mit so etwas umgehen können als ich, Menschen die nach 6 Monaten bereits wieder voll im Leben stehen, Freude empfinden, neu starten usw
    ich denke nicht das ich nochmals hingehe.

    Ich hoffe jedenfalls euch geht es einigermaßen gut
    Danke fürs zuhören/lesen
    LG Chrono

  • lieber Chrono

    Das tut mir sehr,sehr leid.

    Hilft die Therapie dir?Ist es bei jemand,der sich mit Trauer auskennt und dazu speziell über Kenntnisse verfügt?

    Jeder geht seinen individuellen Weg.Dein Weg ist der für dich richtige und passende. Ich kenne ehrlich gesagt niemand,der nach 6 Monaten wieder voll im Leben steht und ich kenne viele,die einen Todesfall hatten.

    Ich weiss nicht,wo du wohnst.

    Auf die Schnelle hab ich das gefunden.

    http://www.hospizverein-straub…rbegleitung/maennertrauer

    Es ist ein kostenloses Angebot für Männer.Auch per mailkontakt möglich.

    Auch bei deinen Bildern dachte ich an EMDR.Unter Tip Therapie ,vom lieben Kranich erstellt,findest du Infos dazu.

    Ich schicke dir etwas Licht

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.

  • oh mein Gott.. ich hab Tränen in den Augen.. ja.. ich weiss was du meinst... man funktioniert einfach nur und versucht irgendwie diesen scheiss Tag rum zu kriegen. Ich kann dich gut verstehen das du sauer bist auf deine Schwiegermutter... aber sei ihr nicht böse.. denke sie hätte es dir bestimmt erzählt. Die war wohl selber überfordert und wollte dich womöglich nur schützen. Denke in so einer Situation ist alles irgendwie falsch .... oh man... wo ist diese scheiss Gerechtigkeit? An was soll man denn bitte glauben? Ich drück dich und ja..ich sag es mir auch immer und immer wieder weil ich es immer noch nicht wahr haben will.... aber er/sie wird niemals mehr wieder kommen... da kann ich machen was ich will.... diesen Menschen gibt es nicht mehr. Und das tut einfach so weh!! Diese Verzweiflung. Ich drück dich

  • Lieber Chrono, bitte gib nicht auf!

    Versuche alles, probiere alles aus, geh nicht mehr zu der Therapie, wenn sie dir nicht gut tut, suche etwas anderes, aber gib nicht auf!

    Auch wenn wir die Gründe nicht kennen, warum wir noch hierbleiben müssen, ich bin mir ziemlich sicher dass es sie gibt, dass wir sie nur noch nicht sehen können.

    Deine Frau ist glücklich gestorben, leider ist es für dich jetzt noch schwieriger, mit diesem unermesslichen Verlust zurecht zu kommen und mir fallen beim besten Willen keine Worte des Trostes ein, es ist einfach entsetzlich, egal wie man es betrachtet.

  • Lieber Chrono,


    Deine Geschichte berührt mich sehr, Deine Verzweiflung kann ich nachvollziehen, kenne ich sie selbst doch nur zu gut. Zum Verhalten Deiner Schwiegermutter: ich denke, sie wollte Dich schützen. Und das nimm ihr bitte nicht übel.

    Ich wünsche Dir und uns allen viel Kraft

    Liebe Grüße

    Frank

  • Oh Chrono, ich hab mir deine Geschichte durchgelesen und bin erschüttert. Deine Frau war noch so jung, es ist so unfair. Ich hatte Anfang August eine Aneurysma OP weil ich eben solch ein Teil hatte und wahrscheinlich war das angeboren. Solch eine Hirnblutung hätte mich auch längst treffen können, es war ein Zufallsbefund.


    Es ist so furchtbar dass du sie verlieren musstest und nun auch noch das Baby das hätte geboren werden können, es ist einfach nur grausam. Aber bitte, deine Schwiegermutter hat das doch nur gut gemeint dass sie dir nichts gesagt hat. Es war von deiner Sicht aus vielleicht eine falsche Entscheidung, sie hat sie so getroffen, bitte verzeih ihr. Sie hat ihre Tochter verloren, sie ist mindestens genauso verzweifelt wie du. Bitte red mit ihr, klärt das und versucht gemeinsam einen Weg zu finden damit umzugehn. Ich wünsch euch das ganz sehr...

  • Lieber Chrono, ich weiß nicht in was für einer Trauergruppe du warst, doch es kommt mir seltsam vor, dass die Menschen nach 6 Monaten schon wieder richtig im Leben stehen sollen.

    Dass dich dieser Schwangerschaftstest und die Antwort deiner Schwiegermutter nochmal in ein Loch stürzen ist verständlich. Auch deine Wut auf deine Schwiegermutter ist für mich nachvollziehbar. Auch wenn sie nichts dafür kann und es sicher nur gut mit dir gemeint hat. Doch die Wut ist da. Vielleicht gilt die Wut auch ... ich weiß nicht was oder wem - vielleicht dem Tod oder dem .... ????


    Auf jeden Fall ist es schrecklich. Nachdem ihr so lange auf ein Kind gewartet habt, stellt es sich gerade so kurz vor dem Tod deiner Frau ein. Vielleicht wäre es in einiger Zeit auch wichtig, dich von diesem Kind zu verabschieden? Das kommt aber sehr auf dich an.


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Ausdauer und freue mich, wenn du wieder schreibst.

    Lg. Astrid.

  • Hallo,
    Die Aussage das es allen nach 6 Monaten schon besser geht war etwas überspitzt, jedoch war es wirklich auffällig das bei der Gruppe fast alle eine wirklich positive Grundhaltung hatten, Dinge machen die sie mit ihrem Partner gemacht haben und daran denken wie sehr er/sie es genossen hätte dabei zu sein und dergleichen.
    Bei manchen war der Verlust einige Wochen her, bei manchen 1-2 Jahre und doch haben die meisten Dinge die ihren helfen sich abzulenken, Freude zu empfinden und Hochs unter ihre Tiefs zu mischen.

    Gut die Hälfte der etwa 10 Teilnehmer war nach ihrem Verlust allein-erziehend und ich verstehe einfach nicht woher diese Menschen die Kraft nehmen für ihr Kind da zu sein, das Leben in geordneten Bahnen weiter zu leben und es schaffen mehr als nur zu funktionieren
    Manche schaffen es sogar das negative mit Humor zu nehmen ala "Wir hatten ausgemacht die Kinder sind wenn sie in die Pubertät kommen seine Verantwortung aber nun ist das auch meine Aufgabe und dafür könnte ich ihn erwürgen zwinker,zwinker"
    Die Grundstimmung war einfach positiv bzw. einem Ziel & dem Weitermachen gewidmet ich habe mich mit meiner hoffnungslosen man könnte es auch depressiven Stimmung nennen deplatziert gefühlt.
    Schwer das Ganze schriftlich zu beschreiben..
    Für jemanden der sich wie in einem tiefen Loch fühlt wirken die anderen da eben "viel weiter" & "im Leben stehend"

    Ich kann nicht mal sagen wie es mir nach dem kürzlichen Rückschlag geht, einerseits bin ich fast Dankbar das Sie mich nicht mir einem Kind allein gelassen hat, das hätte ich nicht auch noch geschafft, andererseits muss ich einfach daran denken das ich JETZT eine wunderschöne glückliche hochschwangere Frau hätte die vor Glück und Freude fast platzt...
    Meine Frau war so ein emotionaler Herzmensch, so voller Energie und purem Leben das es für 3 gereicht hätte, aber Sie ist eben nicht mehr da und dieser "jetzt wäre es so"- Gedanke würde sie noch leben schmerzt umso mehr nachdem ich es erfahren habe.

    Ich bin mir nicht einmal sicher ob ich traurig bin das ich mein Kind auch verloren habe - das klingt furchtbar, für mich ist das Ganze aber irgendwie zu abstrakt, nicht vorstellbar da sie schon so lange nicht mehr bei mir ist und daher eher ein Teil von Ihr statt ein eigenständiger Mensch/Punkt in meiner Trauer, ich hatte eben keine Gelegenheit zu realisieren das ich Vater hätte werden können und nun ist es zuspät dazu.

    Hoffe nun ist es klarer was ich meinte
    LG Chrono


  • Lieber Chrono,

    ich gehe auch in eine Trauergruppe und empfinde es dort genauso wie Du. Fast alle anderen kommen besser klar. Einige sind allerdings auch schon länger als zwei Jahre dort, denen es ähnlich geht wie Dir und mir. Bei mir wurde unterdessen festgestellt, dass aus der Trauer eine Depression geworden ist. Deshalb gehe ich jetzt auch noch in eine Therapie. Die kann mir meine Frau zwar auch nicht zurückbringen. Aber ich lerne dort, dass an der Akzeptanz der Realität kein Weg vorbeigeht. Wenn wir weiter leben wollen, müssen wir es AUSHALTEN. Ich bin jetzt 68 Jahre alt und habe nicht mehr viel Hoffnung. Aber ich versuche es.


    Liebe Grüße und viel Kraft

    Frank