Mein Vater ist urplötzlich gestorben

  • 3 Monate.


    3 Monate ohne meinen Vater.

    Irgendwie ging die Zeit schnell um. Irgendwie langsam. Sind es schon oder erst 3 Monate?


    Für mich ist es immer noch genau so unrealistisch, dass er tot ist wie am ersten Tag. Ich habe es 0 realisiert.

    Warte immer noch, dass die Realität mich umhaut. Vielleicht tut sie das nie mit so einem Schlag, an den ich denke?

    :|

  • Irgendwas verändert sich gerade in mir. Nun, nach 3 Monaten, realisiere ich machmal ganz kurz, dass er wirklich nie wieder kommt.


    Mir wird dann von jetzt auf gleich richtig übel und mir steigen Tränen in die Augen.

    Und dann -KLICK- setzt immer ein Selbstschutz Mechanismus ein. Und ich sehe zb nur noch die sich im Wind bewegenden Bäume, und alle anderen Gedanken sind wie ausradiert.


    Ich bin froh, dass dieser Mechanismus da ist, habe aber auch Angst, dass er plötzlich weg sein wird.


    Meine Probesitzung bei der Psychologin war ganz gut. Mir hat es sehr gut getan, über alles zu reden, allerdings möchte ich mir eine andere Psychologin suchen, zu ihr passe ich nicht so, denke ich. Aber eine Psychotherapie möchte ich auf jeden Fall anfangen.

  • lieber Kitesurfer<3

    immer noch wegen meiner Hand mehr Zitate kurz aus :!:meiner Sicht :!: dir schreibend...


    Nun, nach 3 Monaten, realisiere ich machmal ganz kurz, dass er wirklich nie wieder kommt.

    ja, die ersten Wochen, auch Monate sind eigentlich ein Leben im Schockzustand... wie schon geschrieben und zitiert von vielen

    " das erste Trauerjahr gilt es zu überleben"


    Mir wird dann von jetzt auf gleich richtig übel und mir steigen Tränen in die Augen.

    Und dann -KLICK- setzt immer ein Selbstschutz Mechanismus ein. Und ich sehe zb nur noch die sich im Wind bewegenden Bäume, und alle anderen Gedanken sind wie ausradiert.

    genau, das ist der Ueberlebensmodus...


    Ich bin froh, dass dieser Mechanismus da ist, habe aber auch Angst, dass er plötzlich weg sein wird.

    in der allergrössten Regel nicht... der Lebenswille ist ein sehr starker Wille ... eigentlich "DER Lebenswille"

    Meine Probesitzung bei der Psychologin war ganz gut. Mir hat es sehr gut getan, über alles zu reden, allerdings möchte ich mir eine andere Psychologin suchen, zu ihr passe ich nicht so, denke ich. Aber eine Psychotherapie möchte ich auf jeden Fall anfangen.

    Ja, es ist ABSOLUT wichtig , dass du dich mit deiner Psychologin gut fühlst... Therapie ist sich öffnen und VERTRAUEN haben... Nur so kann es zu einem durch das tiefe Vertrauen habend, das die Therapeutin dir hilft...natürlich auch die Therapieform... das du nach einer gewissen Zeit die Sichtweise hast... ich kann mein Leben und meine Handlungen akzeptieren...

    Würde sehr gerne mehr schreiben, aber das ist mir nicht möglich

    <3lichst

    deine Sverja

  • Lieber Kitesurfer,

    Schön, das du dich entschlossen hast zu einer Beratung zu gehen. Das tut dir bestimmt gut.

    Zum Glück funktionieren unsere Schutzmechanismen so gut... Auch wenn dann mal ein Tief kommt, man wird vertrauter mit den Wellen der Trauer, und man eignet sich einiges an, wie man am besten durchkommt... <3


    Einen angenehmen Abend,

    Isabel

  • Mein Beileid und alles was Du empfindest ist ganz normal.
    „Man wird jeden Tag ein anderer Mensch sein“ Die Trauer hat viele Gesichter und es ist alles normal.


    Vielleicht hilft dir folgende Geschichte etwas....

    Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

    Es war eine kleine alte Frau, die bei der zusammengekauerten Gestalt am Straßenrand stehen blieb. Das heißt, die Gestalt war eher körperlos, erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

    "Wer bist du?" fragte die kleine Frau neugierig und bückte sich ein wenig hinunter. Zwei lichtlose Augen blickten müde auf. "Ich ... ich bin die Traurigkeit", flüsterte eine Stimme so leise, dass die kleine Frau Mühe hatte, sie zu verstehen.

    "Ach, die Traurigkeit", rief sie erfreut aus, fast als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

    "Kennst du mich denn", fragte die Traurigkeit misstrauisch.

    "Natürlich kenne ich dich", antwortete die alte Frau, "immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

    "Ja, aber ..." argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du nicht vor mir, hast du denn keine Angst?"

    "Oh, warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selber nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst und dich so nicht vertreiben lässt. Aber, was ich dich fragen will, du siehst - verzeih diese absurde Feststellung - du siehst so traurig aus?"

    "Ich ... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

    Die kleine alte Frau setzte sich jetzt auch an den Straßenrand. "So, traurig bist du", wiederholte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Magst du mir erzählen, warum du so bekümmert bist?"

    Die Traurigkeit seufzte tief auf. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie vergebens versucht und ...

    "Ach, weißt du", begann sie zögernd und tief verwundert, "es ist so, dass mich offensichtlich niemand mag. Es ist meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und eine Zeitlang bei ihnen zu verweilen. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Aber fast alle reagieren so, als wäre ich die Pest. Sie haben so viele Mechanismen für sich entwickelt, meine Anwesenheit zu leugnen."

    "Da hast du sicher Recht", warf die alte Frau ein. "Aber erzähle mir ein wenig davon."

    Die Traurigkeit fuhr fort: "Sie haben Sätze erfunden, an deren Schutzschild ich abprallen soll.

    Sie sagen "Papperlapapp - das Leben ist heiter", und ihr falsches Lachen macht ihnen Magengeschwüre und Atemnot.

    Sie sagen "Gelobt sei, was hart macht", und dann haben sie Herzschmerzen.

    Sie sagen "Man muss sich nur zusammenreißen" und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.

    Sie sagen "Weinen ist nur für Schwächlinge", und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.

    Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht spüren müssen."

    "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir oft in meinem Leben begegnet. Aber eigentlich willst du ihnen ja mit deiner Anwesenheit helfen, nicht wahr?"

    Die Traurigkeit kroch noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Ja, das will ich", sagte sie schlicht, "aber helfen kann ich nur, wenn die Menschen mich zulassen. Weißt du, indem ich versuche, ihnen ein Stück Raum zu schaffen zwischen sich und der Welt, eine Spanne Zeit, um sich selbst zu begegnen, will ich ihnen ein Nest bauen, in das sie sich fallen lassen können, um ihre Wunden zu pflegen.

    Wer traurig ist, ist ganz dünnhäutig und damit nahe bei sich.

    Diese Begegnung kann sehr schmerzvoll sein, weil manches Leid durch die Erinnerung wieder aufbricht wie eine schlecht verheilte Wunde. Aber nur, wer den Schmerz zulässt, wer erlebtes Leid betrauern kann, wer das Kind in sich aufspürt und all die verschluckten Tränen leerweinen lässt, wer sich Mitleid für die inneren Verletzungen zugesteht, der, verstehst du, nur der hat die Chance, dass seine Wunden wirklich heilen.

    Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über die groben Narben. Oder verhärten sich mit einem Panzer aus Bitterkeit."

    Jetzt schwieg die Traurigkeit, und ihr Weinen war tief und verzweifelt.

    Die kleine alte Frau nahm die zusammengekauerte Gestalt tröstend in den Arm. "Wie weich und sanft sie sich anfühlt", dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Ich weiß, dass dich viele Menschen ablehnen und verleugnen. Aber ich weiß auch, dass schon einige bereit sind für dich. Und glaube mir, es werden immer mehr, die begreifen, dass du ihnen Befreiung ermöglichst aus ihren inneren Gefängnissen. Von nun an werde ich dich begleiten, damit die Mutlosigkeit keine Macht gewinnt."

    Die Traurigkeit hatte aufgehört zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete verwundert ihre Gefährtin.

    "Aber jetzt sage mir, wer bist du eigentlich?"

    "Ich", antwortete die kleine alte Frau und lächelte still. "Ich bin die Hoffnung!"

  • Momentan ist es in mir wirklich anstrengend!

    Meine Laune ändert sich im 5 Minuten Takt. Mal geht es mir ganz gut, mal “vergesse“ ich es...im nächsten Moment schlägt die Trauer mich nieder und im nächsten wieder ok usw usw

  • ...so erging es mir auch und ich denke, das wird auch noch eine ganze Weile so gehen - dieses Auf und Ab... Es kommt aus heiterem Himmel und dann schießen dir die Tränen in die Augen... Das Vermissen in das eigene Leben einzubauen ist gar nicht so einfach. Am einen Tag gelingt es gut am nächsten überhaupt gar nicht! Wir dürfen uns zeit lassen - alles darf sein!

    Froh bin ich über meine "Lebensaufgaben" und meine Arbeit, es gibt mir Halt und Struktur - sonst denke ich würde ich nicht mal aufstehen oder was man sonst so tut....

    Lass deine Tränen kommen - unterdrück sie nicht... Es hilft, reinigt die Seele und hilft zu verarbeiten...

    Alles Liebe für dich <3

  • Lieber Kitesurfer,


    Mirachen hat vieles dir geschrieben , was ich auch so empfinde...

    Momentan ist es in mir wirklich anstrengend!

    Meine Laune ändert sich im 5 Minuten Takt. Mal geht es mir ganz gut, mal “vergesse“ ich es...im nächsten Moment schlägt die Trauer mich nieder und im nächsten wieder ok usw usw

    ich habe alles von dir zitiert weil es gnauso in der Trauer so ist... Es ist natürlich bei jedem individuell verschieden, von der Länge , auch ist ja jede Empfindung an die Lebensgeschichte des Menschen "gebunden"...

    aber das ist die Trauer...


    Was möchte ich dir jetzt noch schreiben?


    Da morgen Sonntag ist, welcher gleichzeitig geschätzt und gefürchtet ist...

    gerade auch in der Trauer nicht so häufig geschätzt, sondern eher gefürchtet ist , weil es dann weniger Ablenkung durch das tägliche Leben gibt.


    Die Kostbarkeit aber bergend, ( auch vielleicht nicht als Kostbarkeit angesehen) ...

    die Möglichkeit in sich birgt , einesteils zu entspannen,

    oder zumindest die Zeit haben

    wie bei dir , die 5 Minuten Takt Gefühle zu erleben...

    Ich wünsche dir die Kraft dazu:30::30::30::30:

    deine Sverja

  • Hallo Leute,

    meine Mutter liegt zZ auf der Intensivstation, sie hatte einen Unfall.

    Bisher kann man noch nicht sagen ob sie überleben wird, und wenn ja, ob es dauerhafte Schädigungen gibt.


    Ich dachte, das alles wäre schon beschissen genug, und jetzt..

  • lieber Kitesurfer,


    ich bin fassungslos und erschüttert... Eine Frage , wer ist jetzt bei dir ????

    Mir fehlen jetzt jegliche , unvollkommene Worte des Trostes....

    das einzige

    meine Gedanken sind bei dir

    liebe, gedankliche Umarmungen

    von deiner Sverja:30::30::30::30:

  • Lieber Kitesurfer

    Das tut mir so von Herzen leid....mir fehlen echt die Worte. Manchmal ist das Leben einfach nur unverständlich...

    Ich schicke dir von Herzen ganz viel Kraft und Vertrauen, dass alles sich zum Guten wendet....ich denke fast an dich und bete für dich und deine Mama <3

    Sei umarmt <3

  • Hallo Kitesurfer,

    das sind ja sehr, sehr heftige Nachrichten. Es tut mir leid, dass es für Dich derzeit so dick kommt!!!!!!!!!!!

    Magst du erzählen, was genauer geschehen ist? Hast Du Unterstützung?

    Ich wünsche Dir das allerbeste!!!!!!!

  • Lieber Kitesurfer! Ich finde momentan auch keine Worte, es tut mir echt total leid! :(

    Was ist passiert? Falls du halt antworten magst!

    Ich hoffe, du hast Unterstützung und ich denke an deine Mama und dich! Hoffentlich wendet sich noch alles zum Guten! :30:

    LG Andrea

  • Lieber Kitesurfer<3


    ich denke sehr, sehr viel an dich und deine Mama und hoffe sehr, das du auch seelischen Beistand hast ... so ganz, ganz real...


    In jedem grösseren Krankenhaus gibt es seelsorgerischen Beistand ...

    BITTE, nutze den

    Diese Seelsorger kennen das LEID als <3tief Betroffener <3 durch ihre mehr wie Arbeit, es ist durchaus auch Berufung ...

    Nach wie vor

    tief mitfühlende Grüsse

    deine Sverja

  • Danke für eure Nachrichten.


    Mir geht's sehr schlecht. Meine Mutter ist noch nicht wieder aufgewacht und noch auf der Intensivstation mit Tubus und Co.


    Freitag und Samstag hatte ich jeweils Begleitung/Besuch zu Hause von Freunden.

    Heute muss ich alleine ins Krankenhaus und werde nach Hilfe fragen. Ich kann nicht mehr.

  • Lieber Kitesurfer


    DANKE dennoch, das du dich gemeldet hast...

    Trotz deiner so absolut schmerzhaften Lebenssituation .


    JA; BITTE , nehme JEDES Hilfsangebot an...


    Fühl dich gedanklich ganz, ganz liebevoll umarmt<3:30::30::30::30:<3

    deine Sverja

  • Lieber Kitesurfer,

    Das tut mir unendlich leid zu hören. Es ist gut das du dir Hilfe holst nach einem erneut so großen Schock. Schreib uns wann immer du magst, und es dir gut tut...


    Alles Gute für deine Mama, und dir viel Kraft fürs Da-Sein <3

    Isabel