Mein hübscher Mann fehlt mir so sehr

  • liebe markiin,


    genau DAS ist es leider.....


    Doch hier möchte ich nur dem Schmerz endlich entkommen und suche einen Ausweg. Und die Katze beißt sich in den Schwanz.

    leider können wir dem schmerz nicht entkommen, und wenn wir es doch gegen alle regeln schaffen würden, würde der schmerz uns irgendwann wieder einholen zu einer zeit, zu der wir garnicht damit gerechnet hätten.


    der schmerz lässt sich nicht betrügen, er lässt sich nicht herein legen.... er ist standhaft und starrsinnig und will einfach nur sein recht, GEFÜHLT und durchlebt zu werden.


    wir können uns auf den kopf stellen, wir kommen da nicht drum herum :30::30::30:


    lieber gruß von Bine

  • Liebe Markiin,

    was Mausbär-Bine schreibt, ist richtig. Wir können dem Schmerz nicht entfliehen, er kommt auch durch die Hintertür wieder rein.

    Unser Befinden wechselt wie das Wetter von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde.

    Gerade hat man noch gedacht, es geht ein bisschen besser, im nächsten Moment überwältigen uns wieder die schmerzhaften Gefühle

    und alles erscheint schwarz und sinnlos.

    Obwohl ich immer so gerne und viel gelesen habe, schaffe ich im Moment kaum mehr als 2-3 Seiten, dann werde ich unruhig und die Gedanken schweifen ab.

    Genau wie du habe ich Schwierigkeiten, mich längere Zeit zu konzentrieren und bin schon durch kleine Probleme überfordert.

    Es ist, als hätte ich irgendwo einen Riss, durch den meine Kraft ständig raussickert.

    Warum ausgerechnet unsere lieben Männer? Diese Frage kreist auch in meinem Kopf.

    Du hast nach seinem Tod viel geschafft, musstest sogar umziehen. Das wäre auch ohne den Verlust super anstrengend gewesen und hat dich unendlich viel Kraft gekostet.

    Du hast dieses "neue" Leben nicht gewollt, es ist dir gegen deinen Willen aufgebürdet worden.

    Meine Psychotherapeutin sagt, man soll einfach Dinge tun, auch wenn sie einem keine Freude bereiten und man eher wie eine Maschine funktioniert,

    mit der Zeit setzt Gewöhnung ein. Auch das fällt schwer.

    Der erste Himmelfahrtstag ohne ihn, der erste Vatertag ohne ihn für meine Kinder. Ja, es ist einfach nicht zu fassen!

    Man denkt daran zurück, wie schön diese Feiertage früher zusammen waren und wie sehr wir das Beisammensein genossen haben.

    Ich weiß auch noch nicht, wie ich dieses neue, andere Leben leben will/muss. Vielleicht ist es noch zu früh, darüber nachzudenken?

    Vielleicht müssen wir im Moment einfach nur von Tag zu Tag überleben.


    Liebe Markiin, ich wünsche dir Kraft und drücke dich fest,

    Sabine

  • Obwohl ich immer so gerne und viel gelesen habe, schaffe ich im Moment kaum mehr als 2-3 Seiten, dann werde ich unruhig und die Gedanken schweifen ab.

    Genau wie du habe ich Schwierigkeiten, mich längere Zeit zu konzentrieren und bin schon durch kleine Probleme überfordert.


    Es ist, als hätte ich irgendwo einen Riss, durch den meine Kraft ständig raussickert.

    Warum ausgerechnet unsere lieben Männer? Diese Frage kreist auch in meinem Kopf.

    Geht mir leider ganz genauso und das auch schon seit gestern mittag im 2.Trauerjahr.


    LG

    Matthias

  • Liebe Markiin,


    ich bin nun schon am Ende des zweiten Trauerjahres und trotzdem ist deine Zustandsbeschreibung für mich noch absolut zutreffend!

    Allerdings gibts für mich eine Erleichterung in der Form, dass ich mich jetzt wieder leichter vom Leben ablenken kann.

    Und in diesen Zeiten auch die Leere und das Gefühlschaos in den Hintergrund tritt.

  • Habt vielen Dank für die tröstenden Worte! ♥


    ... im Moment einfach nur von Tag zu Tag überleben. ...

    Dazu hatte ich die Tage ein Aha-Erlebnis: Das trifft es auf den Punkt!


    Das habe ich schon so oft gelesen und bestimmt auch schon selbst irgendwo geschrieben, aber erst als ich die Tage von Chris Paul (Buch: Ich lebe mit meiner Trauer) die Erklärung der "Trauerfacette: Überleben" dazu las, habe ich das erst so richtig begriffen! Ich dachte immer, es geht um ein eingebildetes Sterben. Weil doch viele, die ihren lieben PartnerIn verloren haben, ebenfalls sterben wollen. Jetzt erst habe ich begriffen, dass es tatsächlich darum geht, dass wir nicht sterben! Dass der Körper den Schmerz übernimmt, den die Seele nicht mehr ertragen kann... aber richtig zu Ende hatte ich das bisher nicht gedacht.


    Die meisten von uns kämpfen also tatsächlich darum, diesen Verlust zu überleben. Wau. Das ist eine ganz andere Tragweite und daher dann auch der ganze Rest mit Schock und ver-rückt. Plötzlich ergibt das alles einen verdammt ernsten Sinn. Tut mir leid, dass ich das irgendwie - obwohl ich es bereits nachgeblabbert hatte - nicht komplett begriffen hatte!

    Für uns und unseren Körper ist es so, als wäre etwas Lebensnotwendiges amputiert worden. Daher hatte ich anfangs so oft das Gefühl, zu sterben. Einmal abends im Bett dachte ich, morgen früh wachst du wohl nicht mehr auf. Da hatte ich immer diesen Blutgeschmack im Mund...


    Überleben: Das kostet so immens viel Kraft!

  • Ich betäube mich jeden Abend seit einem Jahr so, dass der Körper einfach schlafen muss, leider wache auch ich jeden Morgen wieder auf und da ist meine Partnerin körperlich weg.


    Für uns und unseren Körper ist es so, als wäre etwas Lebensnotwendiges amputiert worden

    Ja das kann man besser nicht formulieren. Aber eines das ist leider nicht so einfach amputierbar, dieses dämliche menschliche Gehirn, so klug soll es doch sein und so viel Schaden hat es doch schon angerichtet.


    Wie schön ist da eine Bewusstseinsreise im Traum und wenn ich wählen dürfte, dann würde ich mich immer für letzteres entscheiden.


    Gute Nacht für mich auf jeden Fall wünsche ich ALLEN

    Matthias

  • Ja, liebe Markiin, das ist gut möglich.
    Der furchtbare seelische Schmerz manifestiert sich auch als körperlicher Schmerz.

    Wir kämpfen jeden Tag um Überleben und Weiterleben. Das ist ein ungeheurer Kraftakt und führt dazu, dass wir uns so ausgelaugt und erschöpft fühlen.

    Fühl dich umarmt!

  • Überleben: Das kostet so immens viel Kraft!

    liebe Markiin,


    du hast es auf den punkt gebracht.....


    ja, es gibt das "broken heart syndrom".... tatsächlich wissenschaftlich als erkrankung anerkannt.... es zeigt symptome wie bei einem herzinfarkt und kann tatsächlich zum tod führen, selbst wenn das herz bisher gesund war...


    ich habe mir in der anfangszeit so sehr gewünscht, daran zu sterben, das kannst du mir glauben, aber irgendwie ist meine zeit einfach noch nicht gekommen....


    lieber gruß von Bine

  • Liebe Markiin,

    Das hast du gut und treffend beschrieben. Trauer verursacht nicht selten körperliche Symptome. Bine hat es schon angesprochen- das Heart Broken Syndrom ist seit den 90er jahren medizinisch anerkannt. Auch wenn noch einiges unklar ist wie es tatsächlich dazu kommen kann.


    Für mich gehörten Körper & Seele immer zusammen. Es ist immer ein Zusammenspiel.


    Liebe Grüße <3

    Isabel