Mein Schiff ist leckgeschlagen

  • Liebe Helena,


    Auch von mir ein verständnisvolles Willkommen. Bei mir ist es ein bisschen länger her, dass ich innerlich gestorben bin. Leider kann ich Dir nicht viel Hoffnung auf Besserung machen, da kann ich nur auf andere hoffen.


    LG,

    Sky / Robert

  • Liebe Flora,


    seit heute Abend bin ich auch wortlos, die Trauerwelle schlug wieder zu.

    Sehe meinen Mann, wie er in meinen Armen seinen letzten Atemzug machte.

    Ich wollte ihn nicht loslassen. Ich wollte bei ihm bleiben.

    Wie lange kann man so etwas ertragen? Es tut so weh.


    alles Liebe Maike

  • liebe maike,

    zur zeit sehe ich auch nur schlimme bilder aus der vergangenheit und bin wieder in die abwärtsspirale geraten.

    bei mir sind es bald 16 monate und ich weiß mir nicht zu helfen. an das erste jahr habe ich wenig erinnerungen,

    ich war im nebel, jetzt kommt langsam die nackte tatsache zu mir durch. wie lange man diesen zustand

    ertragen kann, weiß ich auch nicht.

    ich rufe ständig um hilfe, bete und flehe, dass es besser wird. beinahe hätte ich mich zu einer neuen trauergruppe

    angemeldet, weil ich dachte, es könnte gut sein unter betroffene zu gehen. diesen gedanken habe ich jedoch wieder verworfen,

    weil ich es nicht schaffe, fremden menschen unsere leidensgeschichte zu erzählen und auch noch mit anderen

    schicksalen konfrontiert zu werden, denen man sich nicht so leicht entziehen kann.

    das ist hier im forum doch um einiges leichter. vor den kindern reiße ich mich zusammen, das kostet alles auch kraft,

    die mir an jedem ende fehlt.

    ich wünsche mir auch , einen ausweg aus diesem zustand zu finden, aber ich habe da so meine zweifel. ich beneide gerade

    eine frau anfangs 80, die kürzlich nur 1 jahr nach ihrem mann gehen durfte. es war ein so liebes , eng verbundenes paar,

    das jetzt wieder zusammen sein kann. dieses glück ist mir wohl nicht beschieden.

    jetzt heißt es wieder die nacht herumzukriegen.

    liebe grüße:30:

    flora

  • Liebe Flora und Liebe Maike!

    Ja leichter wird es nie,eher schwerer.Habe auch am Samstag sehr viel geweint und kann es immer

    noch nicht verstehen,Aber am Sonntag ging es wieder besser,da hat mein Bekannter mit mir

    einen Ausflug gemacht und wir sind lange spazierengegangen und die Geschäfte hatten geöffnet,das

    war dann wieder mal ein schöner Tag.Und das macht er oft und mir tut es sehr gut.Ich wünsche euch

    von <3alles Gute und umarme euch:30:wenn ich darf.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Helena und all Ihr Lieben, so traurig wie Ihr bin ich auch!

    Wenn die Zeit auch vergeht, so bleibt das Loch im Herzen bestehen.

    Vermutlich finden sich hier im Forum nur Menschen die untröstlich bleiben über den Verlust des geliebten Menschen.

    Wir sind scheinbar alle Mitglieder eines Clubs für den wir einen schrecklichen Preis zahlen mussten!

    Das Leben geht weiter, der Schmerz bleibt für immer.

    Liebe Grüße und gute Wünsche für Euch!

    Karo

  • Liebe Karo,


    auch ich möchte, mehr bin ich nicht in der Lage, mein tiefstes Beileid zu Deinem Verlust aussprechen.

    Bei meiner Partnerin ging es beinahe so plötzlich wie bei Deinem Mann.


    Eine Erkältung hatte sie, hätte natürlich nicht denm weiten Weg zum Auto auf dem Parkplatz gehen dürfen, 20m entfernt vom ngeparkten Auto ist sie zusammengebrochen und wir haben uns auf Erden für immer verloren ohne ein einziges Wort mehr.


    Das Einzige ist, was Trost spenden kann, dass wir hier alle eine Schicksalsgemeinschaft sind.

    Bei mir da kommen noch erhebliche Schuldgefühle hinzu, weil ich an diesem Tag zuviel verkehrt gemacht habe, den Kopf voll mit anderen Aufgaben/Problemen und die Partnerin quasi in den Tod auf dem Gehweg geführt durch Unachtsamkeiten.


    Trotzdem ich so belastet keine echte Trauerhilfe bin (diese in vollem Umfang als Therapiemassnahmen selbst in Anspruch nehmen muss leider ohne durchschlagenden Erfolg bis jetzt), wollte ich wenigstens so höflich sein, Dir etwas Beileid aussprechen zu wollen.


    Falls für Dich wichtig, ich bin überzeugt vom Weiterleben der Verstorbenen als Seele in der geistigen Welt und habe da auch schon sehr viele Zeichen erhalten, sodass ich davon überzeugt bin.

    Leider sind diese kleinen Zeichen, die man vielfach leider übersieht, kein im mindesten Ersatz für die fehlende körperliche Anwesenheit der Verstorbenen hier in unserem Leben, da sind diese kleinen Eingriffe immerhin in unser hiesiges Leben für die Verstorbenen sehr schwer zu erreichen, kommen sehr selten vor und werden deshalb leider vielfach übersehen.

    Mehr als solche Zeichen als minimalem Trostspender habe ich nicht. Trotzdem herzliches Beileid an Dich auch von mir.


    LG

    Matthias

  • Lieber Matthias, Schuldgefühle fallen über jeden von uns her, ich blieb davon auch nicht verschont. Wir sind hinterher immer klüger, in jeder Situation.

    Aber im Moment des Geschehens k o n n t e n wir nicht anders oder besser handeln!

    Nur im Rückblick, weil wir jetzt wissen was folgte, scheint ganz normales handeln unverzeihlich und falsch!

    Wir sind nur Menschen die das Liebste auf der Welt verloren haben.

    Liebe Grüße und gute Wünsche! Karo

  • Liebe Maike die Tage sind zwar gefüllt, doch wenn ich ehrlich bin, so hat doch eigentlich nichts mehr Sinn.

    Nur pure Selbstdisziplin lässt mich weitermachen und trägt dazu bei dass ich nach außen wirke als hätte ich mich wieder gefangen!

    Wie soll man denn je darüber hinwegkommen dass der am meisten geliebte Mensch einfach fort ist!

    Eigentlich finde ich es ganz normal das wir für immer trauern, wenn es nur nicht so verdammt wehtun würde!

    Liebe Grüße Karo

  • Liebe Karo,Maike ,Matthias!

    Ja das wird uns unserer Leben lang begleiten und die Sehnsucht steigt ständig.

    Ich bin zwar jeden Tag im Einsatz,aber einige Abende bin ich ja auch allein und

    ich möchte meinen Bekannten auch nicht immer anrufen,denn es soll ja weiter

    schön bleiben und ich bin froh,das er da ist.Und ich weiß nicht wie lange ich das noch

    ausgehalten hätte,aber mein Ralf fehlt mir so unendlich,jeden Tag,jede Stunde,

    Minute und Sekunde,ach wäre er doch wieder da und wir hätten unser altes Leben

    wieder,das wünschen wir uns alle.Aber gut,das wir uns haben.Liebe Grüße Helga

  • Mein altes Lebven war in dem Moment kaputt, asl Dorit tot am Boden lag wie aus dem Nichts und ich es noch nicht einmal gleich kapiert hatte. Genau in diesem Augenblick war mein normales Leben dagin.

    Dorit sie war nict einfach nur Lebenspartnerin, sie hat mein Leben gestalötet mit Aufträgen, mit Inhalt versorgt, durch das Pflegegeld sogar für meine Bezahlung gesorgt in den letzten Jahren seit der Krise von 2009, die uns, besonders mich hart getroffen hatte.

    Dorit das war der Lichtblibk in meinem Leben und hat mir aus der schweren Zeit herausgeholfen und in wirtschaftlich guten Zeiten da war sie schon moralischer, menschlicher Rückhalt.


    Ich muss heute seit knapp 10 Monaten nun schon wieder konstatieren, dass meine Gedanken Tag und Nacht an Dorits Vergangenheit hängen, sonst würden tag und nacht die Schreckensbilder mit der ganzen dummen Gescgichte mit eigenen Versäumnissen tag und nacht an mir würgen, Vielleicht sollte ich es zulassen, daann hätte ich es evtl.schon geschafft, aber trotzdem auch mit den Videos und Dorits Stimme im Ohr geht das nicht weg.


    Arbeiten von früh bis abend als Ablenkung hat mal jemand ohne eigene solche Erfahrung zu mir gesagt, es hat nichts gebracht: Beim Arbeiten arbeitet das Unterbewusstsein unaufhörlich und da sist diese schlimme Geschichte immer präsent, egal was man tut.


    Trotzdem habe ich nächste Woche nach einiger Pause wieder mal 4 Massnahmen hintereinander, da kommt Ruhe auf, solange die Massnahme läuft.

    Ansonsten laufe ich auf Autopilot, habe den ganzen Tag die Ohrhörerstöpsel drin mit Dorits Stimme vom Diktiergerät (das erzeugt ein scheinbares Anwesenheitsgefühl, solange man sich in der Öffentlichkeit ohne Partner bewegen muss, wo die anderen alle lebendig ihre Partner um sich haben), wielange das noch so weitergehen soll das frage ich mich. Die ganzen Therapien haben das Grundübel, die physische Abwesenheit der Partnerin, nicht lösen können.


    LG

    Matthias

  • Ihr Lieben!

    Das alte Leben, das wir gemeinsam mit unserem geliebten Partner gewählt, gestaltet, bewältigt und geliebt haben entfernt sich mit jedem Tag weiter von uns!


    Nachdem noch Tage von unserem Leben übrig sind, wer weiß schon wie viele,

    wird es irgendwie weiter gehen!



    Keine Lust auf etwas Neues, keine Lust auf Veränderung, nur Sehnsucht nach dem vergangenen Leben!


    Die Kraft reicht irgendwie nur aus um die Tage halbwegs gut zu überstehen, notwendige Dinge zu erledigen einfach zu tun was getan werden muss, aber sonst?


    Keine Kraft um die Ratschläge, die einfach kommen, nach über einem Jahr, anzuhören, zu kommentieren, oder zu kontern.


    Ich habe alte Hobbys wieder reaktiviert und fülle meine Tage, allein.

    Menschen ertrage ich nur wenn sie mir nicht nahe kommen wollen, mir keine Ratschläge oder Hilfe anbieten wollen, also Fremde.

    Meine Töchter, Schwiegertochter und Enkel ausgenommen, die wissen wie man

    mich behandelt.


    Liebe Grüße und gute Wünsche für Euch! Karo