Meinen über alles geliebten Ehemann durch Sekundentod für immer verloren

  • Liebe Sabine,

    danke für Deine lieben Worte, ja es heißt immer mit der Zeit wirds leichter bei mir nicht, immer noch ein auf und ab es ist so

    unreal, man fragt sich was soll ich denn jetzt noch da? Überall Fotos die schönen Erinnerungen ,was war das für ein schönes Leben

    alles gemeinsam gemacht durch dick und dünn und jetzt funktioniere ich nur noch, Dir wird es sicherlich auch so gehen. Es tut einfach nur weh und

    die Hilflosigkeit macht mich manchmal so unfähig und bremst mich aus, es ist einfach so unendlich Schade und traurig . Es ist immer

    noch der Schock der mich einigermaßen schützt sonst würde ich es gar nicht aushalten, zu viel Sachen zu regeln, alles lastet auf meine Schulter Du

    weißt ja was ich meine. Das Umfeld hat ja teilweise keine Ahnung. Es ist so schön hier verstanden zu werden und danke nochmal für

    deine Zeilen.

    Ich drück dich zurück:24:

    big

  • Liebe Sabine

    natürlich auch von mir mein aller herzliches Beileid :33:ich glaube ich habe die vor längerer Zeit schon mal geschrieben

    aber da war ich noch so durcheinander. Kann da s sein?

    Liebe Grüße

    big

  • Liebe Big,

    ich meine auch, dass wir uns schon mal geschrieben haben, weiß aber nicht, wann.


    Ja, für unser Umfeld funktionieren wir ganz normal.
    Meine Kollegin war neulich ganz erschrocken, als ich erwähnte, dass ich manchmal zu Hause weinend und händeringend durch die Zimmer laufe.

    Und ein Arzt fragte mich 3 oder 4 Monate nach dem Tod allen Ernstes, ob ich es schon überwunden hätte.

    Als ob man einen geliebten Menschen so einfach ablegen könnte...

    Ich weiß, die Leute meinen es nicht böse, drücken sich nur ungeschickt aus. Und es ist nunmal so, dass nur jemand, der so einen Verlust selbst erfahren hat,

    nachvollziehen kann, wie es einem damit geht.

    Nicht nur der liebste Mensch ist für immer fort, alle liebgewonnen Routinen finden nicht mehr statt, man isst alleine, schläft alleine, schaut alleine fern,

    unternimmt alles alleine. Niemand ist da, mit dem man reden, genießen, schöne Abende, Wochenenden und Urlaube verbringen, Sachen planen,

    sich freuen, ärgern oder trösten kann.

    Jahrzehntelange Gemeinsamkeit ist mit einem Schlag vorbei.

    Alle Zukunftspläne haben sich in Schall und Rauch aufgelöst. Wir müssen ohne den Liebsten alt werden.

    Unser Leben ist völlig anders geworden, hat sich um 180° gedreht und es ist furchtbar schwer, sich darauf einzustellen und es anzunehmen.

    Denn annehmen müssen wir es, das alte Leben bekommen wir nicht mehr zurück, auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen.

    Das kostet so unendlich viel seelische Kraft!

    Du schreibst, dass alles auf deinen Schultern lastet. So empfinde ich es auch. Es gibt so viel zu regeln, was man sich früher geteilt hat.

    Ich habe von vielem, um das mein Mann sich immer gekümmert hat, keine Ahnung, muss vieles mühsam erlernen.

    Diese Last erdrückt mich manchmal schier.

    Ich komme finanziell aus, gehe arbeiten, aber große Sprünge sind nicht mehr drin, ein Einkommen fehlt.

    So kommt eins zum anderen.

    Wie du habe ich Tage, an denen es mir besser geht, dann wieder Tage, an denen ich verzweifelt bin und mich so schrecklich nach meinem Mann sehne.

    Morgen hätte dein Mann Geburtstag, das wird ein schwerer Tag für dich und deinen Sohn.

    Ich werde an dich denken!

    Ganz liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    du schreibst mir aus der Seele genauso ist es, es waren unsere Herzensmenschen, Seelenverwandten unser Leben unser Herz deshalb

    ist es für uns so schlimm. Nicht mal das Rentenalter erreicht, nur gearbeitet. Wenn ich daran denke wie wir immer gesagt haben falls wir mal

    Großeltern werden sollten, wie schön das wäre der Gedanke bricht mir mein Herz und jetzt geh ich jeden Tag um 18 Uhr ins Bett schaue Fern

    und die Wände an wie du sagt allein und einsam. Ich hab mich sehr über deine Zeilen gefreut<3 wir sitzen im selben Boot:24:. Ja morgen

    wirds wieder schlimm das Holzkreuz mit dem Namen ist ein Albtraum, kann ich gar nicht ansehen dieses entgültige. Ich wünsche Dir viel Kraft weiterhin

    und freue mich wenn wir uns immer mal schreiben, das tut gut, auch wenn mir jedes mal die Tränen laufen.

    Viele liebe Grüße

    big

  • Ja liebe Big, mir bricht auch das Herz, wenn ich mir seine Todesanzeige noch mal angucke oder die Veröffentlichung im Kirchenblatt.

    Da steht sein Name, verstorben mit 59 Jahren, zwischen den ganzen Menschen, die mit 75, 80 oder 90 verstorben sind.

    Wenn ich das schwarz auf weiß sehe, wird mir jedesmal wieder so richtig bewusst, dass er viel zu früh gegangen ist.

    Was hat er sich auf die Zeit der Rente gefreut, auf Enkelkinder...
    Er wäre so ein toller und liebevoller Opa geworden.
    Jetzt müssen wir das alles alleine erleben.

    Es tut gut zu lesen, dass man nicht alleine mit seinen Gedanken und Gefühlen ist.
    Dir viel Kraft für morgen!
    Ich umarme dich

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    ja hab gestern viel geweint man wundert sich was man alles aushält, das man überhaupt noch Tränen hat frag ich mich

    manchmal. Du hast ja auch bald einen schweren Tag. Wie geht es dir momentan? Wieviel Kinder hast du eigentlich?

    Liebe Grüße

    big

  • Liebe Big,
    vor seinem Todestag Ende Oktober fürchte ich mich sehr.
    Meine Tochter und ich haben uns frei genommen und werden auf den Friedhof gehen, abends dann mit meinem Sohn essen.

    Alleine würde ich den Tag nicht durchstehen.

    Ich habe 2 Kinder, meine Tochter ist 28, mein Sohn 38.

    Meine Kinder gehen unterschiedlich mit dem Tod des Papas um. Meine Tochter war ein richtiges Papakind und leidet sehr, mein Sohn verdrängt eher und redet nicht darüber.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    ja das glaub ich Dir dieser Tag tut einfach nur weh. Ein Bekannter hat neulich zu mir gesagt das muss doch langsam aufhören, weil ich immer sage es geht mir bescheiden, diese Leute verstehen das nicht. Das ist schön solche Kinder zu haben die diesen Tag mit dir durchstehen, mein Sohn macht auch vieles mit

    sich selbst aus um mich zu schonen, weil ich ja immer weinen muss, er fühlt sich verantwortlich .An das Grab gehen fällt ihm sehr schwer.

    Liebe Grüße

    big

  • Liebe Big,

    ich bin nur noch selten hier im Forum, daher habe ich erst heute Deine Geschichte gelesen. Und was soll ich sagen, es könnte meine sein. Mein Mann wurde auch nur 55, lag morgens neben mir im Bett. Haben versucht zu reanimieren ( mit meinen Jungs 16 und 19). Erfolglos - Sekundenherztod. Diese Bilder werde ich nie vergessen! Wie bei Dir war er meine große Liebe. Eben führte man noch ein glückliches Leben, am nächsten Morgen alles vorbei... Stattdessen diese furchtbare Trauer, die auch nach 14 Monaten nicht weniger wird. Ein Berg von Aufgaben, die Verantwortung für zwei Teenager. Auch die finanzielle Verantwortung - der Hauptverdiener weg und auch nach der langen Zeit noch keine Witwenrente. Einige gute Freunde sind geblieben - einige haben sich verabschiedet. Gehe eigentlich nur noch mit Freundinnen weg, zu Pärchenabenden werde ich nicht mehr eingeladen. Im Urlaub war ich mit einer Freundin und ständig habe ich nur gedacht, wie gut es ihm gefallen würde. Ich reiße mich meistens zusammen und versuche für die Kinder zu funktionieren, aber in mir dominiert die Trauer, die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit. Nichts ist mehr wie es war und es wird auch nie wieder so. Du hast auch einen Sohn - für sie müssen wir stark sein. Ich wünsche Dir alles Liebe und die Kraft, weiterzumachen. Lg Pauli

  • Liebe Pauli,

    ja diese Bilder werde ich nie vergessen sie verfolgen mich vor allem Nachts.Ich bin immer noch im Schock hab Geruchs- und Geschmacksverlust , es ist immer noch ein Albtraum , die Tage vergehen man wundert sich wie man das geschafft hat. Du schreibst mir aus der Seele als hätte ich es geschrieben.

    Dieses auf und ab, mal kann man dann wieder nicht, ja wir müssen stark sein aber es fällt sehr sehr schwer aber wem sag ich das dir

    gehts ja genauso. Diese Fragen warum? Von jetzt auf gleich, alles weg, die wunderschöne Zeit mein Leben es ist einfach nur schlimm.

    Auch ich wünsche Dir alles alles liebe wir dürfen nicht aufgeben auch wenn die Gedanken immer mal kommen. Ich hab mich sehr gefreut über Deine

    Zeilen.

    Liebe Grüße

    big

  • liebe big,


    ich war länger nicht hierim forum und habe gerade deinen leidensweg gelesen.... es tut mir sehr leid für dich und es ist gut, dass du hier her gefunden hast..... die aussenwelt wird mit den wochen und monaten die ins land ziehen immer unverständiger für unsere trauer..... keiner versteht, das wir ALLES verloren haben in unserem leben....


    nur wer wirklich und wahrhaftig geliebt hat und dies immer noch tut, kann verstehen wie es uns geht.....


    im ersten jahr las ich viele trauerbücher... ja, wir sollen das erste jahr "durchstehen" und im zweiten jahr soll dann alles viel einfacher werden weil wir ja schon EINMAL so vieles alleine gemacht haben.... ich kann dir aber und auch meiner lieben SaBine sagen, dass dem nicht so ist.


    auch das zweite mal den garten winterfest machen, ist nicht besser oder weniger traurig.... auch das zweite mal das auto alleine zur winter-inspektion bringen ist nicht einfacher.... auch das zweite mal den geburtstag alleine ohne den geliebten mann verbringen ist nicht leichter zu ertragen.....


    jetzt stehe ich bald vor seinem zweiten jahres-todes-tag und danach geht des dritte jahr los, übergang und weitergehen auf der holprigen one-woman-straße.....mit hoffnung im herzen.....


    alles liebe von Bine

  • Hallo Bine

    danke für deine ehrlichen Worte, momentan ist alles bescheiden . Ich war heute im Baumarkt und musste was besorgen da

    sagte ein älterer Herr " oh, selbst ist die Frau":4:. Das sind so Tage da würde ich mich am liebsten verkriechen, niemanden sehen

    und hören.

    Alles liebe

    big

  • liebe big,


    ich hatte eine zeitlang - in den ersten monaten nach Rogers Tod - den drang JEDEM menschen dem ich begegnete - ob kassiererin im supermarkt oder angestellter im laden auf die nase zu binden, dass ich witwe geworden bin.... es befreite mich, mein leid mitzuteilen. besonders wenn ich "einen wunderschönen tag" gewünscht bekam.... nein, ich hatte KEINEN schönen tag mehr.... NIE mehr hatte ich einen schönen tag....


    das habe ich inzwischen eingestellt....


    diesem älteren herrn da im baumarkt hätte ich in der phase, in der du dich gerade befindest sicher gesagt, wie es um mich steht.... :24:


    zu der umwelt die kein verständnis für uns aufbringt möchte ich noch sagen:


    es liegt meiner meinung nach zum großteil auch daran, dass deren leben ja keine änderung beinhaltet... selbst menschen die vom tod deines mannes betroffen reagieren, leben ihr gewohntes leben danach weiter.


    unser leben aber wird von grund auf geändert. alles was gestern noch täglicher ablauf war ist mit einem schlag auf den kopf gestellt. wir haben keine basis mehr. wir müssen uns quasi selbst neu erfinden und das ist neben dem tiefen schmerz um den verlust nochmal obendrauf eine anstrengung die kaum zu meistern ist. das sehen die wenigstens menschen in unserem umfeld.


    alles liebe von Bine