Mein Vater

  • Liebe Cildie...


    ich habe fast alles von Dir gelesen und würde Dir gerne in nächster Zeit schreiben weil ich mich in Deiner Geschichte in vielen Dingen wieder finde. Vielleicht hilft es Dir auf Deinem Weg mit Deinem Papa... wenn Du möchtest... nur heute kann ich nicht mehr... Geht mir nicht so gut und mein Kopf ist so voll und doch so leer... Es ist mein erster Geburtstag ohne meinen Vati... 😢

    Herzlichst Pia ❤️

  • Liebe Pia,


    das tut mir leid ich weiß wie schmerzhaft das ist Geburtstag ohne den Menschen der erste Geburtstag ohne Mama war eine Katastrophe....Mama ist am 2 April gegangen am 12 .05 hat Sie Geburtstag uns am 30 August ich also alles kam ziemlich hintereinander. Mir ging es auch gar nicht gut, deswegen verstehe ich Dich wie viele hier.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Pia1962

    mein Geburtstag im September war für mich auch schlimm: warum darf und muss ich Geburtstag haben, während er .....

    In zwei Wochen ist sein Geburtstag. Es graut mir sehr!

    Immerhin gehen auch diese Tage vorbei.

    Sei lieb gegrüßt

    *** Niobe

  • Liebe Niobe... Ganz lieben Dank!


    Ich messe meinem Geburtstag schon lange keine besondere Bedeutung mehr bei, habe auch ganz selten gefeiert. Aber in dieser/Deiner Situation geben wir diesen Tagen intuitiv einen hohen und besonderen Stellenwert der den Schmerz

    noch intensiver und tragischer werden lässt. Die Erinnerungen und Bilder sind auf einmal wieder klar und deutlich.

    Ich verstehe Dich! Meine größte Angst ist Weihnachten und Neujahr... wobei ich gerade denke... schrecklicher als letztes Jahr kann es gar nicht werden...

    Den Verlust der Lebensliebe stelle ich mir aber doch um vieles furchtbarer und unerträglicher vor... daher habe ich großen Respekt vor euch wie ihr das aushaltet ❤️ Pia

  • liebe Cildie<3:24::30:<3


    es ist schön , welche Erinnerungen durch deine Schilderungen in mir "aufsteigen". Ich bin ja eigentlich auch noch ein Nachkriegskind durch mein Geburtsjahr 1948.

    UND

    ich kenne diese Lederhosen<3:)

    UND

    wir konnten damals die ganze Taunusstr, mit dem Schlitten runterfahren bis zum beschrankten Bahnübergang weil es fast gar keine Autos gab. Heute ist das völlig anders in dieser Kleinstadt wo ich geboren und aufgewachsen bin...

    Zu deiner Frage des "erwachsen geworden sein"...

    JA... Das waren wir ja alle schon und auch JA, der Schutzmantel , besonders wenn beide Eltern und Grosseltern und damlas auch schon alle meine Onkel und zwei Tanten schon gestorben waren... dieser Schutzmantel ist dann nicht mehr da !

    Es gilt dann

    sich einen eigenen Schutzmantel zu erschaffen! Bildhaft geschrieben . Einen Schutzmantel der einen wärmt und der dennoch offen ist um das Leben und den Tod der anderen dennoch zu spüren. Eine gewisse Kälte, ein unvollkommener Schutz der aber anzeigt das wir emphatisch sind...

    UND

    diesen Schutzmantel sich zu erschaffen , das ist "erwachsen werden" . Meinem Gefühl und meiner Erfahrung nach dauert das bis zum Lebensende. Vor allem dabei Gefühlvoll und offen bleiben. Das ist ja die Lebenskunst meiner meiner Meinung nach.

    Mitzufühlen aber nicht mitzuleiden...<3:24::30:<3

    JAAAAAAA, meine Reise und mein Aufenthalt in Deutschland war wunderbar. <3:8:<3 Endlich wieder dieses sich in den Arm nehmen können , diese ganze körperliche Präsenz zu spüren. :) dafür gibt es eigentlich ja auch keine Worte...

    Zumindest bin ich da wohl sprechmässig wie dein geliebter Onkel<3 Ich schreibe zwar viel doch rede eigentlich nicht viel ...Ich höre eher zu oder bin auch körperlich aktiv etwas am machen.

    Das schöne an deiner Beschreibung deines Onkels und deines Papas ist ja , das sie so überaus lebendig bleiben , oder wie bei deinem Papa noch sind bevor er leider so schwer erkrankte.<3:30:<3..


    Vielleicht ??? Magst du angsam deinen "Schutzmantel" hier weiter "nähen filzen oder zu stricken" ?...

    Ganz langsam ... mit vielen Gefühlen. und mit vielen lebendigen Schilderungen .


    Ha det bra <3:24::30:<3 deine Sverja

    und noch einmal

    DANKE für die Kindheitsschilderungen :) 

  • Ich konnte mir aufgrund meiner eigenen f

    Gefühlslage nicht alle durchlesen aber wünsche dir/euch viel Kraft und hoffe das du hier ganz tolle Unterstützung findest.

    Ich habe meinen Papa vor fast 3 Monaten aus dem Nichts verloren, er wurde grade 65 und 1 Monat. Ich leide weiterhin jeden Tag und suche hier ebenfalls irgendwie eine Art von Anker.. 😭

  • Liebe Pia1962, liebes Linchen, liebes Bettinalein, liebe Sverja, liebe Niobe, liebe Rose1804,


    ich komme meist nur am Wochenende dazu hier zu schreiben, in der Woche ist zu viel los. Aber ich habe mich sehr gefreut, hier so viel von euch zu lesen.

    Pia1962, ich kann mir so gut vorstellen, wie schwer es ist einen Geburtstag ohne jemanden zu feiern, der immer da war. Ich hoffe, du hast den Tag gut überstanden und ich freue mich, wenn du dich einmal meldest.
    Sverja, ich war richtig berührt davon, dass deine Kindheitserinnerung denen meines Vater so sehr gleichen. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der die Lederhosen kannte, obwohl die mich als Kind immer am meisten beeindruckt haben;). Danke auch für deine Antwort auf meine Frage. Ja, offenbar muss man selbst ein wenig am Schutzmantel stricken. Ich fühle mich da grade etwas überfordert. Die Trauer, der Alltag und dann noch versuchen so eine ganz neue Lebenseinstellung zu finden. Ein wenig hoffe ich ja immer noch, dass die Trauer irgendwann geht und alles wieder normal ist. Aber eigentlich ist mir auch klar, dass es anders werden muss.
    Bettinalein, es tut mir so leid zu lesen, dass du dich einsam fühlst. Linchen hat das auch schon mal geschrieben. Manchmal wünsche ich mir mehr Zeit für mich und das Traurigsein, aber ich vermute, insgesamt ist es leichter, wenn da Kinder sind und man weiß, dass die einen brauchen. Für mich sind sie oft ein wichtiger Grund wieder auf die Beine zu kommen. Trotzdem hoffe ich, dass du nicht einfach nur auf das Sterben warten wirst. Vielleicht ergibt sich irgendwann eine Perspektive, die sich lebenswert anfühlt. Besonders leid tut mir das mit deinen Schwestern - eigentlich hofft man ja, dass die einen begleiten. Das scheint leider nicht so zu sein und ich verstehe, dass es unglaublich schwer ist, so viel Familie zu verlieren.


    Ich merke grade, dass es mir noch immer schwerfällt, der Trauer im Alltag einen Platz einzuräumen (merkt man wahrscheinlich daran, sodass ich immer nur am Wochenende daran denke, hier zu schreiben). Aber gut ist das nicht. Denn wenn am Wochenende ein bisschen Ruhe ist, dann merke ich deutlicher, dass es noch gar nicht gut geht. Ich denke viel an meinen Vater, dort im Pflegeheim. Meine Mutter ist jeden Tag da und berichtet, das ist schön. Aber ich habe trotzdem das Gefühl ihn zu verlassen, in einer Zeit, in der er mich bräuchte. Vorgestern hat das Pflegeheim mich angerufen. Mein Vater hatte am Tag vorher seine Corona-Booster-Impfung bekommen und er wirkte nicht gut. Sie haben gefragt, es sie machen sollten, wenn es nicht besser würde. Nichts natürlich. Das war die Absprache nach dem letzten Mal. Und gleich hatte ich das Bild vom letzten Treffen vor Augen. An seinem zweiten Tag im Altersheim. Ich hatte ihn angezogen, auf den Balkon geschoben und wir schauten gemeinsam auf die recht düstere Verkehrskreuzung da draußen. Und mein Vater war eigentlich ganz gut da und erklärte mir, dass „das Publikum hier, ja nicht mehr so fit im Kopf“ sei. Und fast im gleichen Atemzug, dass er auch erschrocken sei, wie weit unten er selbst schon ist. Ich hab dann die Tränen zurück gebissen. Die einzige Hoffnung in diesem ganzen Mist ist ja immer, dass der Betroffene gar nicht mehr so viel von dem mitbekommt, was passiert. Aber das ist wohl leider nur teilweise der Fall. Und das macht es natürlich noch schlimmer, dass ich so wenig da bin. Ich will nicht, dass er denkt, ich verlasse ihn. Und am Donnerstag dachte ich gleich - das war das letzte Mal, das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. Das war unsere letzte Zeit gemeinsam. Ich hoffe es war nicht das letzte Mal (nach einer Stunde war er auch wieder fit und beschwerte sich bei meiner herbeigeeilten Mutter über die Winzigkeit der Mittagsessensportionen) und wir können noch Weihnachten zusammen feiern. Aber sicher ist das nicht. Irgendwie ist das eine ungeheure Belastung. Dieser Schwebezustand. Nie zu wissen, was passiert noch, wie viel Zeit können wir noch haben, wie viel können wir dir noch zumuten und wie wird es sein, wenn du endgültig weg bist, wie dein Bruder, wie die Schwiegermutter? Dass ich es schaffe nochmal rechtzeitig zu kommen ist unwahrscheinlich. Und so warte ich die ganze Zeit auf schlechte Nachrichten. Hoffe irgendwie, dass du das nicht mehr so lange tragen musst und wünsche mir, dass du weißt, dass es mir nicht egal ist, dass du dort sitzt.

    Liebe Grüße

    Cildie

  • Liebe Cildie... Ich kann jedes Deiner Worte, Deiner Gedanken, Angst und Schmerz nachvollziehen, da ich es fast so erlebt habe.

    Nur gerade kann ich kaum schreiben... Ich habe einen Fibromyalgie Anfall der unfassbar schlimmsten Art. 🤮

    Ich kann Dir gerade nur sagen, dass ich in Gedanken bei Dir bin, weil ich genau weiß was Du durchmachst.. . dieses Warten auf schlimme Nachrichten kenne ich ganz genau.. Aber es ist gut und wichtig dass Du es nicht leugnest, auch vor Dir selbst, dann ist der Schock erstmal nicht ganz so groß, der Schmerz und die Liebe wird dann auch erst einmal umso größer sein... Ich sende Dir ganz ganz viel Kraft und tröstende Gedanken ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️Pia

    Sorry Wenn ich wirr geschrieben habe, ich bin nicht so richtig bei Sinnen wollte Dir aber unbedingt sagen dass ich Dich total verstehe

  • Liebe Cildie!

    ich kann dich sehr gut verstehen und nachvollziehen,wie es dir geht. Meine Mama musste ja im März ins heim,erst war nur Kurzzeitpflege gedacht ,aber leider mussten wir sie dann dort lassen,weil sie nicht mehr alleine klar kam und dann immer dementer wurde. Diese entscheidung war soooo schlimm und zog sich über wochen hin und auch für mama war das ganz schlimm. sie merkte sehr wohl,dass was nicht mehr stimmte mit ihrem Kopf und weinte oft hemmungslos,wenn wir nicht da waren. Meine arme tapfere Mamaline......wenn wir da waren war sie sehr dankbar und voller Liebe für uns und wir hielten oft händchen. jetzt muss ich schon wieder weinen.... Also ich denke,dass viele es merken,wenn sie dement werden und man kann nur da sein und sie lieben. Ich möchte dir viel kraft schicken und geniesse die Zeit mit deinem Papa so gut wie es geht.

    Schicke dir umarmungen und kraftengel:5::5::30::30:

  • Ihr Lieben,


    ich kann gut verstehen wie ihr Euch fühlt und was man da durchmacht dieses hoch und runter der Gefühle und diese Pandemie Situation macht es nicht einfacher eher noch viel viel schwieriger...ich weiß in der Anfangszeit kein Kuss keine Umarmung und Mama hat so geweint ich musste stark sein wollte sie unter allen Umständen beschützen, wenn ich zu Hause war bin ich weinend zusammen gebrochen es waren schlimme Wochen, hätte ich gewusst was kommt hätte ich Sie natürlich tausendmal geknuddelt an mich gedrückt und so weiter das ist immer noch sehr sehr heftig für mich und eigentlich das was jetzt im Nachhinein noch viel viel belastender ist....diese grausame schlimme Situation und wir rollen wieder voll darauf zu.

    Wieviel Leid wird es diesesmal geben etwas was hätte verhindert werden können.


    Vlg. Linchen

  • Ich konnte mir aufgrund meiner eigenen f

    Gefühlslage nicht alle durchlesen aber wünsche dir/euch viel Kraft und hoffe das du hier ganz tolle Unterstützung findest.

    Ich habe meinen Papa vor fast 3 Monaten aus dem Nichts verloren, er wurde grade 65 und 1 Monat. Ich leide weiterhin jeden Tag und suche hier ebenfalls irgendwie eine Art von Anker.. 😭

    Liebe Rose1804,


    danke für deine lieben Wünsche. Meine Schwiegermutter ist im Sommer mit 64 Jahren plötzlich gestorben. Das war so ein krasser Schock. Dieses "aus dem Nichts", wie du auch schreibst, hat uns so erschüttert zurück gelassen. Ich hoffe auch, du findest hier einen Anker. Mir hilft es sehr, dass so viele verstehen wie orientierungslos und verloren ich mich manchmal fühle. Und über meinen Vater und meinen Onkel zu schreiben. Deshalb werden die Nachrichten auch manchmal so furchtbar lang. Irgendwie ist es hilfreicher als in den leeren Raum zu schreiben.

    Ganz liebe Grüße und ich wünsche dir, dass es in kleinen Schritten erträglicher wird.


    Cildie

  • Liebe Cildie... Ich kann jedes Deiner Worte, Deiner Gedanken, Angst und Schmerz nachvollziehen, da ich es fast so erlebt habe.

    Nur gerade kann ich kaum schreiben... Ich habe einen Fibromyalgie Anfall der unfassbar schlimmsten Art. 🤮

    Ich kann Dir gerade nur sagen, dass ich in Gedanken bei Dir bin, weil ich genau weiß was Du durchmachst.. . dieses Warten auf schlimme Nachrichten kenne ich ganz genau.. Aber es ist gut und wichtig dass Du es nicht leugnest, auch vor Dir selbst, dann ist der Schock erstmal nicht ganz so groß, der Schmerz und die Liebe wird dann auch erst einmal umso größer sein... Ich sende Dir ganz ganz viel Kraft und tröstende Gedanken ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️Pia

    Sorry Wenn ich wirr geschrieben habe, ich bin nicht so richtig bei Sinnen wollte Dir aber unbedingt sagen dass ich Dich total verstehe

    Liebe Pia 1962,


    erstmal tut es mir sehr leid, dass du einen so schlimmen Firomyalgie Anfall hast. Ich weiß darüber nicht viel, nur dass es offenbar extrem schmerzhaft ist. Ich hoffe er geht so schnell vorüber wie möglich. Das mit dem Leugnen - da hast du Recht. Ich habe mittlerweile auch verstanden, dass ich da besser auf meine Gefühle achten muss. Mein Problem ist, dass ich das im Alltag schlecht kann. Es klingt vielleicht komisch, aber wenn ich nicht aktiv versuche an meinen Vater, meinen Onkel oder meine Schwiegermutter zu denken und auch zu trauern, tue ich das nicht bewusst. Dann läuft es irgendwie im Hintergrund, macht mich angespannt, frisst total viel Energie, so dass mir alles zu viel wird und macht mich manchmal auch richtig krank. Früher hat meine Mutter immer gesagt, wenn ich etwas schlimm fand "versuch nicht daran zu denken". Ich fürchte, das war einerseits kein guter Rat und andererseits einer, den ich leider beherzigt habe. Da versuche ich grade raus zu kommen. Dieses Traurigsein ist natürlich überhaupt kein Spaß, aber ich merke immer, wenn ich mal eine Weile traurig war, dann geht es auch wieder besser.

    Jetzt hoffe ich erstmal, dass es dir bald wieder besser geht.


    Viele Grüße

    Cildie

  • Liebe Bettinalein, liebes Linchen,


    es ist schön zu wissen, dass ihr das versteht. Da ich mich selbst grade manchmal nicht verstehe, ist das viel wert:-). Ich wünschte ich könnte ein bisschen mehr loslassen und zulassen, wenn es mir nicht gut geht. Mir fällt das noch immer total schwer.


    Ganz liebe Grüße an euch

    Cildie

  • Liebe Cildie,


    halte Durch alles wird etwas besser, milder irgendwann es dauert.

    Bei mir dauert es schon 19 Monate und 4 Tagen, und das was gerade passiert reißt alles wieder auf.

    Alles kommt wieder hoch.

    Obwohl mein Papa mein Partner ich und mein Chef meine Kollegin geimpft sind Gott sei Dank...Papa wird sich die dritte abholen auch gegen Krippe, ich auch da ich ja als Zahnarzthelferin sowieso sehr nah dran bin.

    Ändert aber nichts daran das alles wieder hoch kommt, das alles sich wieder abspielt und die Frage wieviel Leid wird es wieder geben was man hätte wie gesagt meiner Meinung nach verhindern hätte können.

    Es macht einfach traurig teilweise wütend teilweise völlig hilflos.

    Am liebsten würde ich da reinschreien aber es bringt ja nichts.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Cildie...

    Ja diese Krankheit ist oberfies und lässt mich fast nicht mehr leben.


    Wenn Du nicht an Deine Lieben denkst, dann liegt das ja wohl daran, denke ich, das Du einfach zu tun hast, dass Du Deinen Alltag bewältigen musst etc. Ich kenne das, in den 5 Jahren sehe ich mich nur hetzen, da stand so unglaublich viel an... aber die Angst, der Schmerz und die Verzweiflung laufen im "Untergrund" mit, haben sich in der Seele eingebrannt.

    Und dieses "spüren" im Körper, im Geist und in der Seele, kostet Kraft, raubt Energie, macht unendlich traurig...

    Ich weiss noch, dass ich abends dermassen am Ende war, dazu noch die Fibro, ich weiss heute nicht mehr wie ich das geschafft habe, aber es ist wie bei Dir, du musst ja irgendwie funktionieren.

    Wenn Du dann mal Raum und Zeit findest, dann musst Du auch dei Trauer und den Schmerz zulassen.

    Wenn ich richtig gelesen habe bist Du weit weg von Deinem Papa ?!! Das ist nochmal eine zusätzliche Belastung und wenn das mit Corona so weiter geht, möchte ich garnicht drüber nachdenken...

    Wie Linchen schrieb... Auch ich könnte derzeit nur schreien...

    Ich denke schon die ganze Zeit, aber das ist nur mal ein Gedanke, an den man vorsichtig herangehen muss, dass in Deinem Fall telefonieren mal ganz hilfreich wäre. Wenn Du schreibst erkenne ich mich immer wieder...

    Jetzt wünsche ich Dir erstmal für diesen Tag viel Kraft ❤️Pia

  • Liebe Pia1962, liebes Linchen,


    danke für eure mitfühlenden Antworten. Es ist verrückt, dass es vielen von uns so ähnlich geht, in der Trauer. Ich hoffe sehr, dass ihr euch irgendwann nicht mehr so fühlt, als könntet ihr nur noch schreien:-(.

    Ja und Corona macht nur wenige Dinge leichter. Meine Kinder haben beide Asthma und sind noch zu jung, um geimpft zu werden. Entsprechend waren die letzten anderthalb Jahre für uns nicht so richtig entspannt. Ich zähle die Tage, bis die EMA den Impfstoff für Kinder genehmigt...das wäre eine Sache weniger, um die ich mir Sorgen machen muss:-).

    Das mit der Entfernung ist tatsächlich einfach nur Mist. Als meine Schwester und ich wegzogen, waren meine Eltern noch total fit. Sie haben mehr Reisen gemacht als wir und nachdem die Kinder da waren, sind wir auch noch oft gemeinsam in Urlaub gefahren. Und dann, vor ca. fünf Jahren wurde es ernsthaft schlechter. Und jetzt ist es so, dass ich zum einen trauere, weil mein Vater kaum noch in meinem Leben ist und zum anderen ein echt schlechtes Gewissen habe, dass ich ihn nicht besser begleiten kann. Obwohl, schlechtes Gewissen ist gar nicht das richtige Wort. Ich wäre einfach gern da. Er wird ja nicht mehr so lange da sein. Vielleicht fahren wir nochmal ein Wochenende - aber die Inzidenzen dort sind schon wieder so gruselig hoch...

    Sonst tauchen grade viele Gedanken an früher auf, an das, was ich bis heute als mein zu Hause betrachte. Ich nehme an, ich habe Glück gehabt einen solchen Fixpunkt in meinem Leben zu haben. Aber, dass der jetzt weg geht, ist schwer. Manchmal denke ich dran, wie der ideale Tag für mich war. Und das ist noch immer: ein sonniger Frühlingstag, Wochenende, nix zu tun und ich gehe barfuß runter in den Garten. Balanciere vorsichtig über die Kieswege, spüre das Gras unter meinen Füßen, suche meinen Vater oder meinen Onkel, die im Garten werkeln, schaue ihnen zu. Beobachte die Katze, die meinen Vater beobachtet. Schaukle eine Runde, spiele mit dem Hund und helfe meiner Tante beim Rhabarber putzen. Irgendwann kommen dann meine Schwester oder meine Cousinen in den Garten und jeder ist einfach da. Irgendetwas passiert immer und ich fühle mich richtig, da wo ich bin.

    Es fühlt sich an, als hätte ich das verloren und bisher ist da kein Ersatz.


    Liebe Grüße

    Cildie