Noch ganz frisch...Witwe mit 38

  • Ihr Lieben,

    ja,die Geburtstage ohne unsere Liebsten verbringen zu müssen,mag ich mir noch gar nicht vorstellenJetzt ist bald Ostern und das wird schon schwer genug werden.Meine Kinder und meine Enkelin werden kommen,und darauf freue ich mich sehr aber Jörg fehlt halt und das tut so weh.Werde trotzdem alles daran setzen ,dass es schön wird ,allein wegen unserer Kleinen.

    Gestern habe ich bei den Traueranzeigen einen früheren Nachbarn entdeckt,er war 57,es hört einfach nicht auf.

    Wünsche euch noch einen ruhigen Abend.

    Glg🌻💕⭐️ Elke

  • Mein lieber Schatz <3


    Ich möchte so gerne glauben, dass du wirklich noch irgendwie hier bist. Ich versuche es, ich hoffe es so sehr.


    Ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass du mich hören kannst, dass du hörst wie leid mir alles tut, wie sehr ich dich immer geliebt habe, wie sehr ich dich jetzt liebe und wie sehr ich dich immer lieben werde. Ich weiß auch, wie sehr du mich geliebt hast und liebst.


    Ich weine noch immer jeden einzelnen Tag um dich. Du warst und bist perfekt, du hast immer alles für mich getan, so wie du mal sagtest "ich werde dich hegen und pflegen wie eine Rose". Das tatest du. Und ich habe auch immer alles für dich getan. Wir verstanden uns ohne Worte, ohne Worte wussten wir was der andere dachte, brauchte. Wir wussten und fühlten beide, dass unsere Liebe nicht s selbstverständliches ist, dass unsere Liebe wahrhaftige Liebe ist. Wir nahmen nie etwas für selbstverständlich hin, ich wusste es zu wertschätzen dass du den Haushalt machtest während ich arbeiten war. Das sagte ich dir oft. Ich sagte dir oft, wie glücklich ich mit dir bin, wie sehr ich dich liebe.


    Und trotzdem sagten wir es viel zu wenig, obwohl wir es eigentlich nicht aussprechen mussten.

  • Jeder tag, jeder Moment war so wunderschön mit dir fast wie im Traum. Ich kann noch immer nicht so ganz glauben, dass das mit dir real war. Oder habe ich mir alles nur eingebildet, bin mit deinem Tod erst in der Realität aufgewacht?


    Als wir uns noch heimlich trafen, wo du noch im obdachlosenheim warst, im Prinzip nichts dir gehörte, wir um alleine zu sein die Zeit fast nur im Bett verbrachten... Ich war so glücklich weil wir uns hatten. Mehr brauchten wir nicht.


    Ich versuche wirklich an diese Zeit zu denken, an die schöne, harmonische Zeit mit dir. An diese kostbare Zeit von der wir dachten es werden harmonische Jahrzehnte. Wir haben kein einziges Mal gestritten, uns was negatives an den Kopf geschmissen... Eigentlich müsste ich mit Freude erfüllt sein, dankbar für die schöne Zeit mit dir sein, dankbar dass du mich auserwählt hast deine Frau zu sein


    (sry, mein Schatz wenn ich zwischendurch immer wieder abbreche... Bin ja in der Arbeit wie du weißt... Werde dir aber weiter schreiben, hab gerade einen Lauf. Jetzt muss ich aber wieder eine kontrollgang machen. Bis später)

  • Ich versuche so sehr mich gedanklich an diese schöne Zeit zu halten, auch beim einschlafen klammere ich mich an einen schönen Augenblick wo noch alles in Ordnung war...


    Leider funktioniert es nicht. Es fühlt sich so falsch an, wenn ich z. B. alleine auf der Couch vorm Fernseher liege. Du müsstest so wie immer neben mir liegen. Das kannst du nicht mehr. Egal was ich mache, es fühlt sich falsch ohne dich an. Jeder einzelne Schritt, jeder einzelne atemzug ist eine Qual... Das darf so nicht sein!


    Es war doch alles so wunderbar... Bis du das erste Mal ins KH musstest. Das war nicht nur dein Untergang sondern auch unser Untergang. Ich glaube noch immer, wenn du damals nicht so stur gewesen wärst und ich nicht nachgegeben hätte wärst du noch am leben (kein pflegefall oder so, nein, so wie davor wo noch alles gut war). Ich wusste 18lange Stunden nicht mal ob du noch lebst! Dank PCR-test konnte ich erst 1tag später zu dir ins KH, du im Tiefschlaf, die Ärztin "du bist stabil, aber kritisch, die Lunge ist schwer geschädigt, sie hat das Herz angegriffen". Am ersten Tag konnte ich nur 30min bei dir bleiben und brachte kein einziges Wort heraus, ich stand neben dir, streichelte deinen Arm und weinte und dann flüchtete ich weil ich es nicht mehr aushielt. Ich saß dann noch 1 stunde im auto bis ich halbwegs fähig war, bis ich halbwegs etwas sehen konnte bevor ich heimfuhr

  • Ich besuchte dich jeden 2.tag, ich dachte ich verliere dich, die Firma gab mir sogar 1 Woche Sonderurlaub... Wenn ich nicht bei dir war, war ich zu Hause und weinte, und gab mir die Schuld, ich verhandelte mit Gott, ich verhandelte mit dem Teufel...


    Dann wurdest du wach, kamst paar Tage auf die herzstation, kamst nach Hause. Wir hätten uns beide freuen müssen, aber leider war nichts mehr wie vorher. Wir waren 4 Tage zusammen, dann kam Formel1. Ich wollte absagen, bei dir bleiben da du nicht fit warst, du SCHICKTEST mich fort "fahr nur, so kann ich mich wenigstens erholen. Das bischen Essen machen und Kater versorgen schaff ich schon".

  • Dann folgten diverse ärzte, Kliniken, Untersuchungen wo ich dich hinfuhr und abholte. Wo du immer so tatest als ob nichts ernstes wäre sondern nur Routine-Sachen. Und ich glaubte dir, obwohl ich sah dass es dir nicht gut ging, dass es dir immer schlechter ging.


    Und du selbst hast dich auch verändert, alles was dich vorher interessierte, alles was du gerne tatest, war dir plötzlich egal. Z. B film schauen. Du warst sonst begeistert, dass wir im Internet Filme sehen konnten die grad im Kino liefen. Wenn ich dich nun fragte, welchen film, deine antwort "egal. Such einen aus". Egal was ich dich fragte und egal worum es ging "egal. Suchs dir aus. Was du willst. Wie du willst" - es war dir alles egal! Auch wichst du immer mehr und immer weiter vor mir zurück. Du ließt mich ab und zu in deine Nähe und irgendwie doch nicht mehr an dich ran. Versuchte ich mit dir ernsthaft und ruhig zu reden, sagtest du nach ein paar Worten, du musst aufs Klo und ließt mich einfach stehen. Du kamst vom Klo zurück und meintest nur, du legst dich ein wenig hin. Das wars. Nix mit Gespräch. Ständig ging es so.


    Ich konnte dann auch nicht mehr anders. Ich war verzweifelt, verletzt, wusste keinen Rat mehr als dich direkt zu konfrontieren. Ich hab dir alles mögliche an den Kopf geschmissen, dass ich dich nicht mehr erkenne, dass du dich ins negative verändert hast, dass du nur an dich denkst, dass dir alles egal ist, dass WIR dir egal ist, dass ich dir egal bin.... Du hat mich auch kein einziges Mal gefragt, wie es mir ging als du im KH warst. Du hast auch so nie etwas gesagt, kein Wort, so als ob nichts gewesen wäre.


    So ging es ständig weiter. Zwischendurch war wieder alles gut (bzw. vlt hast du dich da schon verstellt). Kurz darauf wieder das ganze Theater. Nahm ich mir fest vor, wenn ich heim kam und "irgendwas von dir kommt oder besser gesagt, nichts kommt" dass ich dann die Klappe halte... Stritten wir schon wieder. Ich kam z. B heim und sah dich wie ein Häufchen Elend sitzen weil du was machen wolltest wo du dich anstrengen musstest, wie zusammen kehren. Klar dass ich wieder loslegte und mich nicht zurück halten konnte. Ich wollte nicht dass du was anstrengendes machst, ich freue mich auf ein wenig gemeinsame Zeit wenn ich heim komme und dann hab ich nichts von dir. Ich hab dir 1000mal gesagt, du musst nichts mehr machen was du nicht schaffst. Du sollst auf dich schauen. Ich mach das schon. Was bringt es wenn du so weitermachst? Ein 2.mal überlebst du nicht. Du denkst wieder nur an dich. Nicht an mich, nicht an Luigi, nicht an uns. Und deine Antwort war, ich bilde mir das alles nur ein, ich biege mir alles so zurecht wie ich es haben möchte, ich hätte mich verändert....


    Wenn ich sah, dass du mal wieder eine Verschlechterung hast oder du den Heimsauerstoff aufs Maximum aufdrehtest, und ich mit "Arzt" kam...folgte der nächste Streit. Wo ich einmal aus purer Verzweiflung gar den Ehering abnahm "Ich liebe dich mein Schatz, aber wie eine Ehe fühlt es sich nicht an" - Deine Antwort "Willst du dich scheiden lassen, dann lassen wir uns scheiden". Ich also Ring wieder rauf und Klappe zu (Wie sehr muss ich dich damit verletzt haben? Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen, ich war ja auch schon fertig). Ich wollte dir immer nur helfen, alles für dich tun, ich wollte einen Arzt rufen wenn es dir schlechter ging und wenn er dir nur Tabletten gegeben hätte...aber NEIN, jedes Mal wurde ein Streit daraus. Aber die ganzen anderen Termine und Untersuchungen bei den Kliniken hast du ohne zu Zögern über dich ergehen lassen. Ich verstehe es nicht.


    Oder wo du mal wieder Selbstgespräche führtest und ich einen Satz aufschnappte "Am liebsten würde ich mich aufhängen" - Was glaubst du denn, wie es mir dann da ging? Ich zitterte jedes Mal wenn ich dich, die Wohnung verließ, zitterte die ganze Zeit über wenn ich mal nichts von dir hörte/kein Anruf, zitterte wenn ich heimkam... - und auch hier keine Möglichkeit eines Gesprächs wie es unter Ehepartnern angebracht wäre.


    Und auch der körperliche und emotionale Abstand vergrößerte sich immer mehr. Du zogst dich den meisten Tag auf die Couch zurück, ich saß meistens alleine in der Küche, wenn ich Glück hatte, durfte ich vlt 2 Stunden zu dir, mit dir einen Film schauen, das wars. Du hast zwar noch immer einiges für mich gemacht, wie z.B. beim Fenster geschaut ob ich einen Parkplatz habe...Gekocht hast du auch immer noch, aber gegessen habe ich meistens auch alleine, da du nach ein paar Bissen genug hattest, und wieder auf die Couch gingst. Du lebtest praktisch nur noch im Wohnzimmer auf der Couch. Ich war allein im Bett.


    Gerade zu unserem Hochzeitstag konnte/durfte/ließest du mich wieder näher an dich ran...


    Dann kam die Narkose-Bronchoskopie Anfang November. Ich holte dich nach ein paar Tagen ab, auch hier kein einziges Wort über den Eingriff wie es war usw. Den Tag darauf zu Hause wolltest du unbedingt mit mir verbringen, auf der Couch, Fernsehen, Sex... (was aber nicht wirklich ging, du warst zu geschwächt und hattest doch erst kurz darauf den Eingriff) und außerdem sonst durfte ich nicht wirklich lange bei dir sein und hier wolltest du unbedingt /drängtest du sogar dazu... Verstehe ich auch nicht ganz! Am Abend warst du kaputt, du konntest nicht mal duschen, was wir auf den nächsten Tag verschoben, den du dann wieder hauptsächlich alleine auf der Couch verbrachtest, bis ich dich irgendwann abduschte. Auch am folgenden Tag warst du ziemlich groggy, wo ich es wieder probierte "Arzt" - und wieder alle möglichen Ausreden deinerseits und Streit kam. Dienstag war ich arbeiten, du hast mich paarmal angerufen, erzählt, was du gerade machst (Grenadiermarsch z.B. mit vielen Pausen dazwischen, und ich hörte dich beim Telefonat nach Luft schnappen, ich noch zu dir, lass das Essen stehen, ich hau mir eine Pizza rein wenn ich heimkomm, ich mach den Grenadiermarsch am Mittwoch...bla bla bla). Am Abend warst du wieder total groggy, du selbst hast nichts gegessen, auch das Duschen fiel wieder aus, du wolltest nur schlafen. Am Mittwoch machtest du wieder auf "heile Welt" und ich glaubte/vertraute dir nicht mehr, und das Thema "Arzt" habe ich schon aufgegeben. Donnerstags war ich arbeiten, kam abends heim, du saßt wieder wie ein Häufchen Elend am Küchentisch mit gerade mal 5bis7 zerkleinerte Hundeleckerlis...Mehr hast du nicht geschafft, sagtest du, kaum Luft bekommend. Dafür ging ich in die Luft "Nur so wenige hast du geschafft? Warum hast du überhaupt angefangen? Warum hast du es nicht einfach lassen? Und so weiter" - Du standst auf "Ich geh auf die Couch". Ich machte alles fertig, etwa 1 1/2 bis 2 Stunden später ging ich zu dir, du saßt noch immer elendig da. Ich setzte mich zu dir, wollte meinen Arm um dich legen, mit dir reden, mich entschuldigen, bei dir sein...Aber du wichst wieder vor mir zurück und sagtest "Geh schlafen. Bei mir dauert es noch". Ich "Dann lass mich wenigstens noch ein wenig bei dir sitzen bleiben". Du "Nein, geh nur schlafen". Also ging ich. Dann lag ich lange im Bett, wach, lauschte, ob ich irgendwelche verdächtigen Geräusche hörte, irgendwann schlief ich ein.


    Am nächsten Tag ging um 7Uhr der Wecker, (Tierklinik-Termin stand an) ich stand auf, du lagst auf der Couch, fragtest, ob du auch aufstehen musst. Ich, nein, bleib nur liegen. Kurz bevor ich gehen musste, gingst du aufs Klo. Du schwanktest bei jeden Schritt. Ich machte mir Sorgen, blieb aber noch ruhig. Den kurzen Weg vom Klo in die Küche musstest du oft stehen bleiben und dich irgendwo anhalten. Dann saßt du am Küchentisch und fragtest "Warum bist du noch hier? Du musst los." - Ich "Schatzi, dir geht es nicht gut, soll ich den Termin verschieben/absagen/später fahren. Soll ich dir einen Arzt rufen?" - Du "Nein, geht schon, fahr nur. Ich werd jetzt einfach hier ein bischen sitzen bleiben, durchatmen und dann geht schon". Ich hab dich angesehen, wollte nicht gehen, aber du "Geh jetzt"... also ging ich. Meine Mama konnte dich dann dazu bringen, den Notarzt zu rufen. Um 12.40Uhr Anruf von dir "Ich bin jetzt im Krankenhaus, muss 3 Wochen bleiben, habe mich schon so auf unser Essen gefreut" - Ich "Was, Wie? 3 Wochen?" - "Ja, ich muss 3 wochen hier bleiben" - Ich "Ok, das Essen können wir machen, wenn du heimkommst. ich komm dich morgen besuchen, muss ja erst den PCR-Test machen. Melde dich wenn es geht. Ich liebe dich" - Aber du hattest mich schon weggedrückt, hast mich wahrscheinlich nicht mehr gehört. Ich wartete auf einen Anruf, eine SMS, aber nichts kam mehr (gut, du bist im KH, vlt eine Untersuchung, vlt. schläfst du, vlt. kommt später noch was - aber Nichts). Ich genau 24Stunden später ins KH, du wieder Tiefschlaft, es schaut sehr schlecht aus. Wieder das selbe: dich oft besuchen, viel Weinen, mit dir reden wenn ich es konnte vor lauter Weinen ob du mich hören konntest oder nicht... Ich hätte auch hier mich durchsetzen müssen und einen Arzt rufen müssen, schon bei der ersten Verschlechterung und nicht dir vertrauen dürfen. Ich hätte an diesem Tag bei dir bleiben müssen ob du es wolltest oder nicht. Ich hätte zumindest einen Arzt rufen und bis zum Eintreffen bei dir bleiben müssen, ich hätte die möglichen Folgen riskieren müssen - aber du wolltest nicht, da war etwas in deinen Blick, das ich bis dahin gar nicht kannte...Also ging ich....


    Was ist in diesen Monaten nur passiert? Was ist mit uns passiert? ;(

  • Mein Schatz, ich bin noch lange nicht fertig. Aber heute nicht mehr. Mach jetzt meine letzte runde, dann nach Hause, schlaftablette rein (die Pflege gab mir eine zum probieren) und morgen wieder mit dem Hund in die tierklinik, etwas für Luigi einkaufen, abends wieder Rust arbeiten. Morgen hoffentlich richtig schlafen, bischen Haushault (du weißt, wie lange es dauert bis ich mich da mal bewege), das Arztgespräch wo ich danach wahrscheinlich eh nur heulen werde egal ob ich nun ein JA oder ein NEIN bekomme...


    Aber dann bis Montag frei... da werde ich dir weiter schreiben... und mich mal wieder mehr direkt mit dir unterhalten, also direkt bei dir sein, dich in der Hand halten. Reden tu ich ja sowieso ständig mit dir


    Mein schatz, du weißt ich liebe dich, wie ich weiß dass du mich liebst.

  • ich bin tief bewegt, von all den Zeilen, die ich hier lese.

    Ich habe was geschrieben, aber wahrscheinlich auf die falsche Seite, ist egal,ich fühle mich besch.......

    Ich wünsche euch allen sehr viel Kraft. LG Renate

  • Ach... danke, ihr Lieben, schicke euch allen auch eine herzliche Umarmung.


    Dieses Forum tut gut, ihr tut gut.... Das sind zum Teil intimste Gedanken, Gefühle, die ich euch hier mitteile (so wie viele andere ihre Gefühls- und Gedankenwelt mitteilen), und es ist schön, all dies hier zu schreiben ohne Bedenken, da man hier wirklich untereinander versteht und verstanden wird <3

  • Das heutige Arztgespräch hat mir einige Antworten auf meine Fragen geliefert. Auch bekam ich den Arztbrief ohne Probleme. Werde heute Abend hauptsächlich vorm Fernseher verbringen, ab und zu meinem Mann (Urne) gehen, mit ihm reden... und nur Weinen, mal wieder so richtig dir Tränen fließen lassen bis ich einschlaf. Selbst einmal das Gespräch (das insgesamt gesehen positiv war, obwohl ich danach fix und fertig bin) verarbeiten, mich sammeln.. Werde die nächsten Tage mich diesbezüglich melden

  • Tja, das gestrige Arztgespräch...


    Es war eindeutig keine Nachwirkung von Corona (Erleichterung, da ich trotzt ständig negativ doch jobmäßig permanent an erster Front war und mir Schuldgefühle gab, dass ich dieses Sch... Virus doch irgendwie heimbrachte und ihn in Gefahr brachte). Mein Mitgefühl dennoch an alle, die ihr Liebstes an Corona verloren.


    Es war eindeutig hauptsächlich seine COPD, mit den Begleiterkrankungen wie Herzprobleme oder die periphere Gefäßkrankheit (Schaufensterkrankheit).


    Die schwere Lungenentzündung Mitte Juni 2022 wäre nicht vermeidbar gewesen bzw. dadurch dass es davor keine typischen Anzeichen dafür gab wie z.B. Fieber, sondern er lediglich ein wenig Schnupfen und etwas mehr Husten hatte... Im Fall meines Mannes dürfte die Lungenentzündung tatsächlich ziemlich schnell durchgebrochen sein. Hier leider keine eindeutige Ursache - entweder durch die permanenten Entzündungen bei einer COPD dass diese selbst Auslöser waren, oder (auch hier wegen der COPD erschwerte Beurteilung/Erkennbarkeit) das Lungenkarzinom war durch seine Lage der Auslöser.


    Auch hatte mein Mann zuletzt eine chronische Nierenkrankheit.


    Weiters haben sie auf der Intensiv mehrmals versucht, ihn von der Beatmungsmaschine zu entwöhnen - ohne Erfolg. Kaum zogen sie den Stecker, wäre mein Mann erstickt. Er wäre höchstwahrscheinlich nie mehr von der Maschine weggekommen. D.h. hätte er überlebt, wäre er zu mir nach Hause gekommen (oder in eine Palliativabteilung) so hätte er den ganzen nur im Bett liegend an den Maschinen verbringen müssen - das hätte er nicht gewollt, das hätte ich nicht für ihn gewollt.


    Zu unserer "Beziehung" die Monate davor und die ich ja weiter oben/hinten? ausführlich beschrieben habe, meinte die Ärztin: Vielleicht wollte er es selbst nicht wahrhaben, wenn es ihm schlechter ging. Vielleicht glaubte er wirklich selbst daran, dass es "nur" an schlecht geschlafen lag, er sich hinlegen muss und dann "geht schon". Oder vielleicht wollte er mich nur schützen.


    Und zu seinem "plötzlichen" Tod:

    Man liest hier und auch allgemein im Internet, dass viele "alleine" gehen wollen. Dass viele nicht können, wenn wir dabei sind. Auch das bestätigte mir die Ärztin.

    Ich wäre auch gern bei meinem Mann geblieben, hätte mir der Arzt nicht am selben Tag (Samstag) noch gesagt, es schaut nicht so schlecht aus. Donnerstag davor war mein Papa bei ihm, Freitag war ich alleine bei meinem Mann und versprach ihm dass ich am Samstag meine Mama (die die ganzen 5 Wochen kein einziges Mal bei ihm war) vorbeibringe, Samstag durften wir dank Lockerung beide zu ihm. Nach einiger Zeit "teilte" mein Mann mit, wir sollen gehen, er möchte schlafen. Das war gegen 14.30Uhr.


    Laut gestrigen Arztgespräch samt KH-Brief: "Herr Szakall schlief am 17.12.2022 friedlich und stressfrei ein und verstarb um 18.48Uhr" - mein Mann hatte die 3 für ihn wichtigsten Personen ein letztes Mal gesehen...also konnte er gehen



    Danach saß ich noch eine gefühlte Ewigkeit mitten in der Stadt auf einer Bank und heulte. Ich habe jetzt einige Antworten, ich bin wirklich erleichtert, dankbar, dass meinem Mann viel weiteres Leid und Schmerzen erspart geblieben ist. Es tatsächlich so für ihn besser war. Aber fühlen kann ich es (noch) nicht. Dazu muss ich erst selbst mit mir ins Reine kommen (das schreckliche halbe Jahr vor seinem Tod, wo ich so ein Ar... war, wo wir so oft gestritten haben und und und), obwohl ich weiß, dass mein Mann mir/uns verziehen hat (da lag er noch so zwischen Tiefschlaf und Wachsein...wo ich ihn wegen alles und jeder Kleinigkeit um Verzeihung bat, mich für alles entschuldigte, wo ich nicht sicher wusste ob er mich hören konnte, aber ich bilde mir ein, dass er GENICKT HAT. Ich selbst kann mir momentan aber noch nicht verzeihen. In den ganzen 5 Wochen wo er auf der Intensiv lag, nicht mehr sprechen konnte, da war jedes Mal wieder diese tiefe, innige Verbundenheit und Liebe zu spüren, die wir all die Zeit davor hatten.

  • Liebe Manu,

    gut dass dir das Gespräch Erleichterung gebracht hat.

    Ein Schritt auf deinem Weg.

    Ich wünsche dir dass du viele solcher positiven Schritte machst und einen Weg findest mit deiner Trauer weiter zu leben

  • Liebe Manu,

    für dich ist es jetzt gut Gewissheit zu haben.

    Es stimmt es tut weiterhin genauso weh...!

    Ich weiß letztendlich gar nicht woran mein Mann innerhalb von 10 Minuten verstorben ist, vermutet wird eine große Lungenembolie.

    Wir haben nichts bemerkt vorher, gar nichts, es könnte eine Folge der vierten Corona Impfung gewesen sein, dass sind nur Vermutungen der Ärzte.

    Wir wollten keine Obduktion, es lag aber auf keinen Fall an seiner Herzoperation 2021.

    Liebe Grüße

    Danne