Posts by Steffi66

    Man kann und will es sich einfach nicht vorstellen, dass ein Mensch der so tief in unserem Herzen, in unserem

    Bewusstsein ist, nur noch als Erinnerung in unseren Gedanken existieren kann

    Das ist so schön geschrieben Danke Kerstin.

    Ich bin froh über jeden Tag an dem ich nicht in dieser Schleife festhänge. Dann ist auch schon Platz für gute und schöne Gedanken.

    Und es ist so wie bei Kerstin. Ich sehe dann nicht mehr Joachim auf Intensivstation sondern Joachim wie er gelebt hat.


    Liebe RoundAN,

    Trauer braucht Zeit, viel Zeit. Wir alle tun uns schwer ihr diese Zeit zu geben. Es fühlt sich an als würde uns jemand oder etwas Zeit stehlen und das ist nicht recht.

    Uns wurde Zeit mit unseren Lieben gestohlen und durch diese grausame Trauer ersetzt. Das kann sich nicht richtig anfühlen. Und doch ist es unwiederruflich ein Teil unserer Lebensgeschichte.

    Diese Warum Fragen werden uns zu Lebzeiten nicht befriedigend beantwortet werden. Bleibt zu hoffen das es nach unserem Tod Antworten gibt.

    Ich fühle mich immer noch wie in einer Warteschleife

    Das beschreibt es gut. Die Hoffnung aus diesem Albtraum aufzuwachen und in das Gesicht des Menschen zu schauen den man so vermisst.

    Aufwachen tun wir jeden Tag nur bleibt der Mensch weg.

    Und doch wird es mit der Zeit irgendwie milder. Es kommen immer noch Trauertäler doch die ruhigeren Tage nehmen zu und man kann mehr und mehr Kraft tanken und somit besser mit der Trauer leben.

    Alles in kleinen Schritten und auch mal mit Rückschritten. Und was wir schon geschafft haben sehen wir nur im Rückblick. Zukunft planen ist ( mir zumindest ) nicht möglich weil da eben ein wichtiger Teil fehlt.

    Liebe Sabiene,

    schön dass du mit gemeinsamen Bekannten Erinnerungen an deinen Mann austauschen kannst. So ist er weiter ein Teil, nicht nur in deinem Leben sondern auch bei seinen Freunden.

    Die Trauer bleibt aber ich habe das Gefühl sie wird annehmbarer. Natürlich kommen immer wieder Tiefen doch mit dem Wissen das sie vorüber gehen sind sie nicht mehr so beängstigend.

    Liebe Carmen,

    eigendlich wollte ich dir für die bevorstehende Op alles gute wünschen. Das jetzt erst dein Bluthochdruck behandelt werden muss und die Op verschoben wurde ist belastend aber so wurde wohl erst dein viel zu hoher Druck festgestellt. Wie Puzzle schon schrieb steigt der Blutdruck schleichend über einen meist langen Zeitraum und man selbst merkt es nicht. ich hoffe er lässt sich schnell einstellen.

    Liebe Scream,

    auch von mir ein aus tiefstem Herzen kommendes Beileid.

    Evi hat mit ihrem Schreiben hier viel Mut gemacht. Sie ist ihren Weg gegangen, hat Pläne für die Zukunft gemacht.

    Ich wünsche ihr, das sie zusammen mit ihren Mann glücklich ist da wo sie jetzt sind

    Auch für mich war die Waschstraße ein Horror. Und auch heute noch bin ich immer froh wenn ich raußfahren kann.

    Doch es nützt nichts. Die Dinge die früher mein Mann übernommen hat muß ich jetzt zwangsläufig selbst machen oder mir jemand suchen.

    Uns auf andere angewiesen zu sein fühlt sich nicht gut an.

    Wo ich mich noch nicht rantraue ist fahren mit Anhänger. Joachim hat das mit mir geübt ---- er hat es zumindest versucht ----- hat nicht geklappt.

    Vorwärts kann ich, zum rückwärts fahren bin ich schlicht zu blöd.

    Liebe Renate,

    ich habe lange krampfhaft nach Zeichen gesucht. Doch dieses unumstrittene Zeichen das unsere Lieben in einer anderen Form weiter existieren habe ich nicht erhalten.

    Wenn ich beim Hundespaziergang in Gedanken eine Entscheidung treffe ist es sehr oft so dass ich eine Feder sehe. Dann lächle ich und denke es ist die Zustimmung von Joachim. Einen Beweiß habe ich nicht und es ist auch so dass ich das selbst auch von Zeit zu Zeit in Frage stelle.

    Du siehst es ist ein auf und ab. Sind es Zeichen von Joachim oder einfach eben nur Federn.

    Ich habe nur ein einziges mal von Joachim geträumt bzw das Gefühl er ist mir im Traum erschienen. Ich glaube man nennt es Nachtodbegegnung.

    Es war so beeindruckend und intensiv dass ich das Gefühl habe es war eben mehr als ein Traum.

    Doch vielleicht ist es auch nur eine Wunschvorstellung.


    Doch wissen tun wir es erst wenn wir sterben. Ich habe viele Bücher gelesen um einen Beweis für oder gegen ein Leben nach dem Tod zu finden. Es gibt für beides gute Thesen.

    Das alles hilft dir nicht weiter.

    Vieleicht ist ja dein Gedanke Blumen ins Haus zu stellen obwohl es eigendlich nicht dein Ding ist ein Gedanke von Walter der dir so zeigt ich bin bei dir.

    Ich hoffe du hast liebe Menschen um dich, die dir beistehen.

    Ja es geht nur Schritt füt Schritt und es ist ein langer Weg. Am Anfang dachte ich dass ist nicht zu schaffen doch nach nunmehr 15 Monaten bin ich immer noch hier.

    Und die Trauer verändert sich , denn wir verändern uns. Ich lerne noch mit der Trauer weiterzuleben. Eine andere Wahl habe ich nicht.

    Ich kann dir nichts schreiben was dir deinen Schmerz nur ein Verstehen wie du dich fühlst.

    Liebe TVirus,

    am Anfang habe ich auch an allem festgehalten was einen Bezug zu meinem Mann hatte. Das gab mir ein Gefühl im ein wenig näher zu sein. Etwas wegzugeben fühlte sich an als würde ich ein Teil von ihm weggeben.

    Zur Zeit bin ich im Umzug. Ich trenne mich von gemeinsam angeschaften Möbeln. Und es ist so dass Joachim einen festen Platz in meinem Herzen und somit auch in meinem Leben hat und behält. Dies ist nicht an Gegenstände gebunden.

    Und doch, ich habe eine " Schatztruhe " in der ich Dinge aufbeware die eine besondere Bedeutung haben.


    Hör auf dein Gefühl. Wenn es dir zu schwer fällt das Auto jetzt wegzugeben ist das ok. Doch es ist in keinem Fall ein Verrat an deinem Mann. Du trennst dich von einem Gegenstand die Erinnerungen bleiben

    ja diesen " guten " Ratschlag " Genieße dein Leben " habe ich auch zu hören bekommen.

    Ich versuche nicht mehr diese Menschen zu verstehen sie sind einfach nur dumm. Aber ich bin eben nicht der Typ Mensch der ihnen ins Gesicht sagt was ich von ihren Äußerungen halte. Ich dreh mich um und geh wenn ich die Möglichkeit habe.

    Ist vielleicht feige aber ich brauch meine Kraft für andere Dinge.

    Wer von uns wünscht sich nicht ein Leben in dem wir mit unserer Trauer klarkommen und ein Leben führen, zu dem wir sagen, dass es ok ist. Von gut oder schön will ich garnicht sprechen.

    Ach mensch die Autopanne hätte nicht sein müssen, ist doch so schon alles anstrengend genug.

    Die Entscheidung Jar Jar Binks zu deinen Eltern zu bringen weil du siehst das er sich dort wohl fühlt zeigt deine Stärke. Nicht aus falschem Ergeiz zu versuchen die Hunde zusammenzuführen sondern zu schauen wo und wie es beiden Hunden gut geht finde ich toll.

    Du hast ja auch geschrieben das beide beim Spaziergang miteinander klar kommen. So kannst du ja mit deinen Eltern auch mal eine Tour zusammen machen.


    Auch wenn wir es noch so versuchen unsere Trauer und den damit verbundenen Steß vor unseren Hunden zu verstecken. Sie spühren das wir weit weg von unserer Ausgeglichenheit sind. Mein Amigo ( 13 Jahre ) kann nicht damit umgehen wenn ich weine. Er zieht sich dann zurück. Zur Zeit geht es mir gut und auch Amigo merkt das.

    Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ich hoffe die Hundebesitzer unter euch verurteilen mich dafür jetzt nicht, wäre es bestimmt für alle Beteiligten besser, Jar Jar ginge wieder zu meinen Eltern.

    Liebe TVirus

    ich bin mit Haut und Haar Hundehalterin.

    Dein Gedanke zeigt mir nur eins

    Du denkst nicht an dich, sondern daran wie und wo deine Hunde glücklich sind/wären.

    Ich glaube diese Gedanken bleiben. Mit der Zeit kreisen sie nicht mehr jeden Tag in meinem Kopf. Aber wärend ich nicht sagen kann was ich wann gemacht habe in der Zeit nach dem Tod meines Mannes erinnere ich mich an alle Einzelheiten der 6 Wochen die er im Krankenhaus um sein Leben gekämpft hat.

    Jetzt ist es so, dass immer mehr Erinnerungen an gemeinsame Zeit Raum in meinen Gedanken einnimmt.