Warum fällt es mir so schwer zu weinen

  • Hallo,


    Vor zwei 3 Monaten ist mein Mann ( meine große liebe, mein bester freund, meine seele) gestorben, nachdem er fast 8 wochen verschwunden war ( hatte Depressionen und hat für sich den Freitot gewählt). Wir haben zusammen ein 3 jahre altes kind, am anfang dachte ich, ich möchte ihm auch folgen und war fest davon überzeugt das ich auch sterben will. Das war ein paar tage nachdem ich es erfahren habe.
    Und dann haben sich alle Sorgen gemacht und sagten wenn ich so weiter mach nehmen sie mir den Kleinen weg. So habe ich angefange die ganze Trauer runterzuschlucken und immer "schön zu lächeln" damit sich keiner Sorgen macht. Und jetzt bin ich an einem punkt angekommen wo ich nur noch lächle aber nichts mehr fühle weder schmerz noch freude offt bin ich mit den gedanken gar nicht da.


    Würde gerne eure meinung dazu hören wie es euch so gegangen ist oder noch geht.


    Lg

  • Hallo Lilly. Du hast mein tiefes Mitgefühl :24:
    Deine Trauer ist noch so frisch. Warum sollst Du nicht weinen dürfen. Wir alle hier trauern um einen oder mehrer liebe Menschen, die wir verloren haben.
    Du kannst nicht immer lächeln, das geht nicht. Die Liebe Deines noch jungen Lebens ist von Dir gegangen. Aber Du hast einen Teil von ihr bei Dir. Dein kleines Kind.
    Weine wenn Dir danach ist.
    Hier kannst Du jederzeit schreiben und Deine Seele erleichtern.

    Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.


    Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr


    Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,


    die niemand nehmen kann.




    Susanne

  • Liebe Lilly,


    ein ganz liebes Willkommen hier im Forum. Deine Erzählung hat mich sehr berührt, es tut mir sehr leid, daß dein Mann für sich keinen anderen Ausweg mehr sah und du ihn verlieren mußtest.


    "Immer nur lächeln" geht über die Kraft eines jeden Menschen. Und Tränen können ein wenig den Kummer und den Schmerz von unserer Seele spülen. Wir können nicht - irgendwann einmal - unseren Weg weitergehen, unser Leben leben, wenn wir nicht zuvor das "Tal der Tränen" durchschritten haben (wobei es mir oft vorkommt, es ist mehr ein stolpern und kriechen, denn ein "schreiten")


    Ich kann schon verstehen, daß die anderen (deine Verwandten?) sich Sorgen machten - auch um euren Kleinen, aber trotzdem hast du das Recht um deine große Liebe zu trauern! Denn sonst hast du keine Chance wieder ins Leben zurückzufinden.
    Hast du jemanden mit dem du reden kannst? Vielleicht eine Freundin? Und vielleicht magst du auch überlegen, dir professionelle Hilfe zu suchen? Ich glaub, es würde dir helfen, aus diesem "nichts fühlen und nicht da sein" aus diesem riesen schwarzen Loch, in dem du dich gerade befindest, herauszukommen.


    Magst du uns etwas über deinen Liebsten erzählen? Über euren Kleinen, über dich?
    Hier ist immer jemand, der dir "zuhört", wenn du das Bedürfnis hast, etwas "loszuwerden".


    Ich möchte dich, wenn du magst, einmal ganz lieb in den Arm nehmen.
    Und schicke dir die Kraft, den für dich richtigen Weg zu finden.


    Alles Liebe
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo Lilly!
    Mein Beileid - es tut mir sehr sehr leid und ich kann mir nur annähernd vorstellen was in dir vorgeht. Bitte weine, bitte lasse deine ganze Trauer, deine ganze Verzweiflung und deine ganze Wut herraus, die darf nicht in dir sitzen bleiben! Bitte hör auf zu lächeln, das kann doch kein Mensch von dir verlangen! Und du selber schon gar nicht! Und bitte denke nicht daran deinem Mann nachzugehen.
    Er hat den Freitod für SICH gewählt, nicht für dich! Es war SEINE Entscheidung, nicht deine. Bitte denke auch an deinen kleinen Sohn, der braucht dich doch so sehr! Der braucht eine Mama, die auch weint und ihm erklärt wo der Papa jetzt ist und wie die ganze Welt sich nun weiterdrehen soll. Du findest hier sicher genügend "Helfer" , auch professionell!
    Ich hoffe du wirst irgendwann den Boden unter den Füssen wieder finden, alles alles Liebe und bitte melde dich wenn dir danach ist!
    Mia

  • Liebe Lilly!
    Herzlich willkommen hier.Es tut mir so leid,das du deinen Mann durch Suizid verlohren hast.
    Ich verstehe sehr gut,was in dir vorgeht.Die Tatsache, anzunehmen das ein Mensch für sich nur noch diesen Weg sieht,ist unendlich schwer.Das dauert.
    Auch wenn man sich immer wieder sagt: "er/sie wollte es für sich so; es geht ihm besser".Dem ist so,aber es ist ein langer weg das für sich zu akzeptieren.Lass dir Zeit.Du hast ein Kind,was dir sicher (wenn auch im Moment gezwungenermaßen),viel Ablenkung bringt und auch Freude.Du wirst durch deinen Kleinen und alle möglichen Anderen Dinge bald in echt ein wenig und dann ein bischen mehr lächeln,und später auch lachen können.Das mag für dich alles leicht daher gesagt klingen.
    Aber ich verstehe dich wirklich gut,denn auch ich versuche den Suizid eines lieben Menschen zu verstehen und zu akzeptieren.Bei mir ist es gerade 8Wochen her.
    Liebe Grüße
    Karla

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Guten Abend Lilly, mein tiefstes Mitgefühl. Es ist für Dich nicht gut immer nur zu lächeln, ich denke deshalb kannst du jetzt auch nicht so fühlen, als erstes würde ich meinen Angehörigen erzählen, das Du weiterleben willst, denke das willst du oder, wenigstens für EUER KIND, denke Dein Mann würde es so wollen, das DU für Euer Kind da bist und es in die Welt führst. Zurück zu Deinen Angehörigen, wenn Du Ihnen diese Angst nimmst, dann können sie Dich vielleicht besser nehmen mit Deiner Trauer, dann können sie vielleicht besser mit Dir über die Trauer reden, vielleicht haben sie Angst davor, weil Du könntest Dir ja das Leben nehmen, ich denke mir da liegt der Knackpunkt den Du als erstes knacken musst um weiter zu gehen. Überlege es Dir mal.


    Ich wünsche Dir ganz schnell ein paar Lichtblicke die kommen werden davon bin ich überzeugt. Ganz liebe Grüsse Petra, das wird wieder. :24:

  • Danke an alle!!!
    Gerade beim lesen dieser zeilen musst ich weinen.
    Es ist so als stehe ich in der mitte auf der einen seite hällt mich mein kind auf der anderen seite mein mann.
    Die Familie die wir hatten wir es so nicht wieder geben.
    Lg

  • Hallo Lilli,
    dasein muß, aber es muß auch Zeit für Trauer sein, egal was die Anderen sagen. War schon ein guter Schritt ins Forum zu kommen. schick Dir ein Kraftpaket, damit du irgendwann wied
    mein tiefestes Mitgefühl. Weiß,wie es ist wenn man seinen Seelengefährten verliert, noch tragischer ist halt der Umstand daß es durch Suizid geschah. Trauer ist wichtig, dieses Unterdücken ist nicht so auf die Dauer nicht gesund. Ich glaub durch das Untersücken über kurz oder lang noch mehr Schaden angerichtet wird. Stimmt schon, daß Du jezt für Deinen Sohn umsomehr er richtig lächeln kannst

  • Hallo Liebe Lilly!
    ein stilles Willkommen im Forum
    meine Anteinahme zum gehen deines Mannes - deiner großen Liebe
    es ist so schrecklich einen Menschen zu verlieren und dan das noch zu verkraften/verarbeiten
    wenn kleine Kinder da sind meine ich "muss" man funktionieren
    dein/euer sohn ist noch ganz klein der auch sehr viel aufmerksammkeit braucht
    da noch kraft für die Trauer zu schöpfen
    kann mir vorstellen, das es nicht leicht ist!!!


    wünsch dir eine OASE voller Kraft, maki