Posts by RoundAn

    Die letzte Woche und auch heute sind/waren keine guten Tage für mich.

    So langsam glaube ich, das es nicht nur Trauer ist. Ich denke, das ich schon

    ein Stückweit in eine Depression reinrutsche. Ich habe für nichts aber für absolut gar nichts Interesse.

    Selbst Dinge die mich wenigstens ab und zu ein wenig aufmunterten oder mir etwas gut getan haben interessieren

    mich nicht mehr und es hilft nicht. Ich denke oft, wäre es doch schon vorbei mit diesem Leben. Dann bekomme ich ein schlechtes

    Gewissen gegenüber all unseren Lieben die gehen mussten und die nicht die Wahl hatten. Es hat sie keiner gefragt und ich hänge im

    tiefen schwarzen Loch und wünschte......

    Ich sehe alles nur noch negativ in meinem Leben.

    Ich überlegte jetzt ob ich hier schreiben soll, weil ich denke, was sollt ihr mir sagen....keiner kann was sagen, keiner kann helfen. Keiner kann

    einem diese Last die jeder hier von uns hat dem anderen abnehmen.

    Zuhören, lesen, alles hilft nicht.

    Ich bin es selbst, die aus diesem Leben was so unendlich traurig und schwer geworden ist einen Weg suchen muss daraus zu kommen.

    Ich schaffe es irgendwie nicht, noch nicht einmal Ansatzweise :13:

    Liebe Nora,


    ich kenne auch diese Gedanken wie du sie geschildert hast bzg. warum ich, warum muss ich das alles durchmachen und warum werde ich so bestraft.

    Ich habe diese Gedanken auch immer wieder mal. Ich weiß auch nicht warum diese Gedanken kommen, vielleicht ist es auch ein Teil der Trauer, auch um

    das eigene Leben.


    Was die Kleidung von deinem Partner angeht, das kenne ich nur zu gut. Bei dir kommt noch erschwerend hinzu das du seine Wohnung räumen musst

    und selbst nicht soviel Platz hast.

    Ich denke, diese Verzweiflung sich von Kleidung oder anderen Dingen zu verabschieden gehört auch zu der Trauer.Schwerer wenn man keine Wahl hat den Zeitpunkt selbst zu bestimmen. Mein Mann ist jetzt im dritten Jahr tot. Ich habe

    es noch nicht wirklich geschafft etwas zu räumen. Sein Kleiderschrank ist noch voll von seinen Sachen und auch sonst.

    Ein paar Dinge habe ich geschafft weg zu tun. Das war so, Augen zu, Gefühl ausschalten und irgendwie versuchen nicht darüber nachzudenken.

    Mir könnte auch ein bisschen mehr Platz in unserer Wohnung gut tun, wir hätten schon längst räumen müssen als mein Mann noch lebte.


    Diese ganzen Situationen die wir als übrig gebliebene ertragen müssen ist sehr sehr schwer. Für mich fühlt es sich auch immer wie ein Verrat an. Dann versuche ich nicht so streng mit mir selbst zu sein wenn ich Handlungen machen muss die ich eigentlich nicht möchte.


    Aber bei jedem ist das anders. Manche brauchen sehr lange für diese Handlungen und andere haben den inneren Impuls relativ schnell zu handeln.

    Wichtig ist glaube ich es nicht zu bewerten vor allen Dingen dann nicht wenn man auch noch aus einer gezwungenen Situation handlen muss.


    Ich verstehe dich und fühle dich lieb gedrückt.


    Anja

    Lieber Tommi, liebe Ingrid


    das habt ihr beide gut beschrieben, so fühle ich auch sehr oft.


    tommi , ich finde es sehr mutig von dir, das du alleine in den Urlaub an die Ostsee fährst. Ich finde das ganz toll!!! Ich wünschte, ich hätte auch den

    Mut dazu. Ich habe einfach noch immer so große Angst davor alleine in den Urlaub zu fahren. Angst vor diesen traurigen Gefühlen, Gedanken, die mich

    ständig daran erinnern das mein Mann nicht mehr dabei ist und wir zusammen einen wunderschönen Urlaub verbringen, wie in der Vergangenheit.

    Die Angst nichts mehr mit ihm teilen zu können, die Freude, die Unternehmungen, das gute Glas Wein oder gutes Essen.

    Ja und auch einfach die Angst vor diesem "ich bin alleine", keiner mag mich, keiner liebt mich, ich bin allen irgendwie egal.

    I


    Du machst das richtige und das finde ich sehr stark. Du wirst mit Sicherheit dir mit dem Schritt etwas gutes tun auch wenn es sich vielleicht

    erstmal gar nicht danach anfühlen wird.


    Aber da wo die Angst ist, da ist der Weg!

    Ich hoffe, ich kann auch irgendwann meine Angst überwinden und diesen Schritt wagen.


    Liebe Grüße


    Anja

    Liebe Sverja,

    Wenn wir diesen Menschen oder auch ein Tier oder eine Pflanze , sogar ein Gegenstand mit schönen Erinnerungen betrachten oder leiden sehen ist das ALLES GLEICH SCHLIMM...

    Die "Wertigkeit " erschaffen wir uns ... Leider...

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich musste erst deine Zeilen lesen um das so zu verstehen, danke <3



    Gut wir sind keine ZEN Mönche und auch keine ZEN Meister. Doch wir sind immer Meister/innen unseres Lebens.

    Ich habe mich noch nie mit ZEN Mönche oder ZEN Meister beschäftigt.....doch das wir immer Meister/innen unseres Lebens liebe Sverja da sprichst du

    mir aus der Seele. Ich vergesse es aber leider oft.

    Ich denke schon , dass die Ärzte ihren hippokratischen Eid sehr ernst nehmen und ausueben...

    das weiß ich nicht immer so, die Medizin ist ein Geschäft geworden...es mag noch "Ärzte "geben ja....aber die sind knapp, so glaube ich.


    liebe Sverja, danke für deine wertvolle Nachricht <3:!:


    Und ja ich werde mir die Zeit nehmen bzgl der Tarot Karte....


    Ich drücke dich mal von Herzen aus der Ferne und wünsche dir und deiner Partnerin auch einen stressfreien Tag.

    Von Herzen nach Schweden!


    Anja

    Liebe Sverja <3,


    ich danke dir von Herzen für deine liebevollen Zeilen an mich. Das hat mir gerade unwahrscheinlich gut getan <3

    Deine Worte sind für mich sehr wohl ausreichend :!:liebe Sverja.

    Dein bildhaftes Beispiel, Sonne und Mond so treffend geschrieben. Ja, ich weiß und doch vergesse ich es leider oft.

    Das ist so wie auf Regen kommt auch wieder der Sonnenschein.

    Es ist so schwer für mich es auszuhalten, bin vielleicht auch ungeduldig, nicht demütig genug das der Regen so lange anhält

    und die Sonne sich sehr selten zeigt.

    Ich habe noch eine Frage an dich, wie meinst du das....round ...der Kreis...das ist VIEL?


    Was in Deutschland die Situation der Krankhäuser, Pflegpersonal angeht ist mir auch sehr bewusst, so arbeite ich selbst im mediz. Bereich

    und dann sieht man noch mehr was andere evt. nicht sehen.

    Diese Hilflosigkeit ist sehr beängstigend und meine Mama tut mir so leid, das sie das erleiden muss.

    Ich weiß, es gibt viel viel schlimmere Erkrankungen als das was sie hat. Das lese ich hier jeden Tag :33:.

    Doch schmerzt es sehr. Ich dachte, die Medizin ist schon wesentlich weiter als das.

    Ich dachte Ärzte haben den Hippokratischen Eid geleistet also zum wohle des Patienten.... es geht aber oft nur noch um Kosten. Nun ja, sie haben versucht die

    Schmerzen zu lindern, haben aber nichts gegen die anderen Nebenwirkungen getan, nur auf Drängen unserer Seite her, zb.

    mal eine Infusion gegen die Übelkeit zu geben, Medikament zu geben bzgl. der Verstopfung....nichts absolut nichts.

    Durch den Beckenring ist sie immobil, wir mussten auf eine Heparin Gabe ansprechen, die zwar wohl angeordnet war die meine

    Mutter nicht bekommen hat....und und und.

    Ich glaube, wenn mein Bruder und ich nicht reagiert hätten würde meine Mama an den Folgen der Nebenwirkungen sterben, nämlich verhungern, verdursten.

    Ich dachte, wir sind in einem Land wo das nicht passieren kann.





    Auch ein ganz ganz liebes Dankeschön an Ursula3008 , Linchen , Pia , Maike  <3:!::!:

    Wenn es euch alle nicht hier geben würde, mit eurem Verständnis und liebevollen Antworten dann wäre das Leben

    noch trauriger. Ihr gebt alle einem den Halt den ich oft der in der Welt außerhalb von diesem Forum vermisse.


    Ich wünsche euch allen noch einen erträglichen Ostermontag....


    Alles Liebe für euch <3


    Anja

    Ihr alle Lieben,


    heute komme ich nochmal in mein eigenes Wohnzimmer zum schreiben.

    Die letzten Wochen seit Ende Februar sind im Moment wieder kräftezehrend für mich.

    Meine mittlerweile 84 jährige Mama hat im hinteren Beckenring zwei Frakturen. Sie hatte

    massive Schmerzen die sich mit Übelkeit, Erbrechen und massiven Verstopfungen (mit Angst

    vor einem Darmverschluß) durch die Opiate zeigten. 2 Wochen Krankenhausaufenthalt, Entlassung

    in die Kurzzeitpflege im schlechten Allgemeinzustand und 48 kg Körpergewicht/Untergewicht.

    Dann wieder ins Krankenhaus für 3 Tage, da Allgemeinzustand immer schlechter wurde und jetzt wieder

    in der Kurzzeitpflege.

    Jeden Tag waren mein Bruder und ich bei ihr. Es gab und gibt immer noch soviel zu regeln. Beantragung

    Pflegestufe und und und.

    Auch die Situation im Krankenhaus mit der Behandlung war nicht zufriedendstellend und hinterläßt bei

    uns Angst und Hilflosigkeit, immer noch.


    Die Opiate sind jetzt abgesetzt, da die Frau sich jeden Tag über Wochen mehrmals übergeben hat, fast keine

    Nahrungs und Flüssigkeitsaufnahme hatte. Alles musten wir im Krankenhaus hinterfragen und sogar selbst

    darauf hinweisen das es so nicht weitergehen kann. Unfassbar!


    Im Moment geht es etwas besser, Schmerzen sind da, aber wohl soweit sie sagt irgendwie erträglich, aber

    sie liegt nur. Für uns als Kinder ist das schrecklich mit anzusehen.


    In meiner ganz persönlichen Lebenssituation ( der Tod von Roman) hat mich das irgendwie zurückgeworfen,

    Ich habe so gut wie keine Zeit mich um mich selbst zu kümmern und ich fühle mich oft sehr überfordert.

    Nicht das ich das nicht gerne für meine Mama tue, aber ich fühle mich noch mehr alleine mit allem als vorher und

    mein eigenes Leben bleibt weiterhin stehen.

    So langsam verliere ich den Mut, die Hoffnung wieder und mein Leben bekommt einfach keinen positiven Dreh.

    Ich fühle mich sehr deprimiert.


    Liebe Grüße


    Anja

    :30::30::30:<3

    Liebe Nora76,


    auch ein leises willkommen von mir in diesem Forum wo keiner sein möchte und es aber gut ist das es es gibt.

    Deine Lebenssituation des plötzlichen Todes deines Partners hat mich an meine eigene Situation erinnert. Wir sind auch im ungefähren gleichen Alter.

    Ich könnte jetzt zu vielem was du geschrieben hast etwas sagen.

    Ich möchte dir sagen, das das schreiben und lesen hier hilft seine Gefühle zu verstehen, was mit dem eigenen Leben jetzt

    in der schweren Zeit passiert.

    Für mich ist es mittlerweile so, das ich versuche nicht mehr zu hinterfragen warum was wie passiert ist und warum man ausgerechnet jetzt

    in der schlimmsten Zeit seines Lebens Dinge tun muss die man nicht möchte, die grausam und kräftezehrend sind. Leider tun diese Gedanken nichts für einen, aber ich denke es gehört zu der Trauer.

    Manchmal geht es gut, manchmal nicht. Du kannst das noch nicht können da die Trauer dich gerade erst getroffen hat.

    Vielleicht kannst du hier etwas Mut schöpfen, das es irgendwie weitergehen wird für dich, auch wenn es erstmal überhaupt nicht vorstellbar ist

    das es weitergeht. Es sind kleine Schritte die man geht, mal vor, mal zurück.

    Im Hier und Jetzt zu Leben wird für mich die Kunst der Zukunft sein.Das bedeutet für mich vor allen Dingen Mut zu haben mein eigenes Leben ohne meinen

    Mann zu leben. Sehr sehr schwer. Nicht immer habe ich die Hoffnung. Ich verstehe aber das ich mein Leben selbst in die Hand nehmen muss. Es tut keiner für

    mich, also muss ich selbst.


    Ich wünsche dir ganz viel viel Kraft für jetzt und das was kommen mag.


    Alles Liebe!

    Anja

    Lieber Deti,


    das ist so liebevoll was du geschrieben hast, das berührt mich gerade sehr.

    Ich kenne das Lied nicht was du geschrieben hast, aber es ist irgendwie merkwürdig, ich habe gerade so meine eigene Vorstellung davon.

    Danke, das du diesen Augenblick mit uns geteilt hast.


    Herzlichst

    Anja

    Lieber Rudiratlos81,


    nein, Zeit heilt nicht die Wunden. Wer das zu einem Trauernden sagt hat null komma null Ahnung. Für mich ändert die Zeit vielleicht nur den Umgang mit

    meiner Trauer, darin liegt meine Hoffnung. Dieses Gefühl ohne Ziele, ohne Freude und nur zu funktionieren zu leben kenne ich, auch die Müdigkeit und Kraftlosigkeit das sind alles Bekannte, sie grüßen mich sehr oft. Alles was mir in den Sinn kommt, das ich tun könnte was mir früher Freude gemacht hat wird im Keim erstickt.

    Ich glaube jedoch mittlerweile, das ich mich ein wenig zwingen muss und ersteinmal nicht die Erwartung an das schöne Gefühl haben darf wie es war bevor

    mein Mann so plötzlich aus dem Leben gerissen worden ist. Ich muss versuchen es auszuhalten und irgendwie im Leben zu handeln. Auch wenn es sich

    erstmal schlecht anfühlt. So mein Plan, ob es etwas wird und langfristig sich etwas mehr Lebensqualität wieder einstellt wird sich zeigen.

    Aber ich will es versuchen. Denn manchmal werden Märchen oder schöne Filme wahr.


    Herzlichst

    Anja

    Liebe Sverja,


    auch für mich sind deine Zeilen die du Tommi geschrieben hast hilfreich . So wie ein kleines Ah-Erlebnis, schön wie du beschrieben hast

    das du Wörter auseinandernimmst, du dir die Wörter näher anschaust und für dich die Bedeutung aus einem anderen Blickwinkel siehst.

    Finde ich sehr interessant.


    Lieber Tommi,


    als ich deine letzten Zeilen gelesen habe kam sofort etwas positives bei bei mir an. Ich kann es gar nicht so richtig benennen, es ist so ein Gefühl.

    Was bei mir ankommt ist, das dir dieser Abend sehr gut getan hat.

    Ich glaube es macht auch ein bisschen Mut von dem was du uns berichtet hast, dass das Leben für uns trauernde, zurückgelassenen doch nochmal eine Kehrtwendung nehmen kann.

    Und ja ich glaube auch, das wir uns öffnen müssen den Menschen und dem Leben.

    Nicht einfach, aber anscheinend doch möglich.


    Alles Liebe


    Anja

    Liebe Sverja,


    ich habe mir ein Stückweit das Video angeschaut, also nicht ganz zu Ende gesehen.


    Ich bin ja nun jemand, naja, wie kann ich das jetzt sagen, mir fällt es schwer an überhaupt irgendetwas

    zu glauben was Religion,Spiritualität oder was auch immer es ist. Ich würde gerne einen Glauben haben, aber mich überzeugt

    einfach nichts.


    Ich sage es mal so, " ich kann nur das nehmen was dann passiert " wenn meine Zeit gekommen ist, darauf vertraue ich und es

    wird dann schon richtig sein.


    Was ich aber sagen möchte, ich finde es vollkommen in Ordnung das du das Video eingestellt hast.

    Jeder kann hier für sich entscheiden was er damit macht.


    Alles Liebe für dich und deine Partnerin


    Anja