Ihr Lieben,
Vielen, vielen Dank für eure Ausführungen zu diesem Thema. Mir war das nicht bewusst, dass es Stellen gibt, die "so" an das Thema Trauer herangehen. Und irgendwie entsetzt es mich ebenfalls, denn ja, es verwässert, so denke ich auch. Aber total.
Es gibt noch mehr wunderbare Anhaltspunkte die quasi feststellen, dass alles das, was man auf seelischer Ebene wahrnimmt falsch und krank ist und dringend wegbehandelt werden muss.
Liebe Elster dann sollte ich mich sicher auch in Behandlung begeben ...ich rede mit meinen Beiden ,denke ich bekomme Zeichen aber da hab ich ja dann auch einen Schaden ...gut das diese Leute sich auskennen...oh man
Okay ... dann sollte ich wohl tatsächlich auch mal einen Psychiater aufsuchen ... [hier müsste jetzt eigentlich dieses Emoji stehen, wo jemand seinen Kopf vor eine Wand knallt]
Aber nun mal ein wenig weniger plakativ. Ich bin gar nicht mal so sehr entsetzt darüber, dass diese Auffassung im psychiatrischen Bereich herrscht. Was mich entsetzt, ist diese absolute Undifferenziertheit.
Macht man es sich damit nicht mal eben ganz furchtbar einfach? Und ist das nicht unglaublich gefährlich?
Ich fand als Jugendliche irgendwie immer diese Filme sehr beklemmend, in denen jemand für für geisteskrank erklärt und daraufhin entmündigt wurde, es gar nicht viel brauchte, um das durchzusetzen und der oder diejenige nichts dagegen ausrichten konnte und dann mindestens nicht mehr über sein / ihr eigenes Leben bestimmen konnte oder gar in eine entsprechende Anstalt kam - ohne Wiederkehr.
Es mag sein, dass ich jetzt ein wenig übertreibe, aber dieser Denkansatz, den du in einem Eingangspost beschreibst Elster, erinnert mich auf erschreckende Weise daran.
Wenn wirklich nur noch Schablonen angelegt werden, ohne genau hinzuschauen, wenn "Vorverurteilungen" stattfinden, dann ist es bald auch (wieder) zu einer Stigmatisierung nicht mehr weit ...
Sehr, sehr bedenklich. Und sehr übel für Menschen, die tatsächlich mit einer Psychose zu kämpfen haben, wie von Herzschmerz beschrieben, und auch für solche, die "einfach nur trauern" ...
Sicher, es gibt auch manchmal Erzählungen von Menschen über Dinge, die sie (in ihrer Trauer) sehen, hören, wahrnehmen, etc., wo ich eine Augenbraue hochziehe. Aber das ist dann vollkommen wertfrei. Und schon gar nicht ist diese hochgezogene Augenbraue gleichbedeutend mit "du gehörst in die Klapse".
Es ist dann einfach nur noch mal ein Stück weit anders. Eben wie schon so oft hier gesagt: Individuell.
So, und ich widerstehe jetzt einmal dem Impuls, meinem Schatz zu sagen, dass er aufhören soll zu grinsen, während ich das hier schreibe. Könnte, wenn es die falschen Leute sehen, sehr falsch aufgefasst werden. 😄