Posts by Sturm

    Den Grundgedanken eines geschützten Forumsbereiches kann ich gut verstehen .Trotzdem möchte ich nochmal sagen,dass ich mich hier wohl niemals angemeldet hätte. Für mich waren diese tiefschwarzen intimen Gedanken äußerst wichtig. So wie hier öffne ich meine Gedanken selten. Kikiro

    Vielleicht ist so eine Übergangsphase auch gerade deswegen ganz gut, weil man dann erstmal beobachten kann, wie sich die Nutzung beider Bereiche verteilen würde und ob das auf Dauer gut so ist.



    Nochmal zu der Idee einer Unterscheidung von "frischer, neuer" und "schon länger andauernder" Trauer:

    Eigentlich ist das beinahe ein Thema für sich und ich finde das auch sehr schwierig. Ein paar lose, wirre Gedanken dazu:


    Ja, Trauer ist individuell. So wie wir Menschen eben.


    Um bei deinem Beispiel, Sverja, mit den Schulen zu bleiben (- zufälligerweise kenne ich mich damit ganz gut aus): ja, Individualität und Vielfalt ist immer wahnsinnig wertvoll und ich habe in den vergangenen Jahren die besten Erfahrungen mit heterogenen Gruppen und Gemeinschaften gemacht. Kinder unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Ethnie, unterschiedlichen Entwicklungsstands, Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen oder Behinderungen. Ja, das ist superwertvoll, ja, sie lernen voneinander, ja, sie bereichern sich gegenseitig, ja, es ist meistens gut und hat eigentlich nur Vorteile, für alle Beteiligten.

    Aber es gibt auch - und damit bin ich noch immer bei meinen Erfahrungen im Schulkontext - Grenzen und Risiken. Zum Beispiel, das Risiko einander zu überfordern, einander zu viel zuzumuten und einander zu überrennen. Das ist auch kein theoretisches Risiko, sondern ein reales, alltägliches. Was dabei oft hilft, ist: Orientierung.


    Ähnlich sehe ich das auch hier, im Trauerkontext. Ich empfände eine Teilung daher nicht als Klassifizierung und Trennung, sondern eben als Orientierungshilfe.

    Hier bei Aspetos gibt es doch auch die Gliederung "Verlust des Parners", "Verlust der Eltern", etc.

    Ich glaube nicht, dass diese Gliederung deswegen besteht, um Trauernde zu klassifizieren und zu trennen. Ich glaube auch nicht, dass sie besteht, weil alle Menschen, die ihre Lebensgefährten verloren haben, grundsätzlich total anders fühlen als Menschen, die einen Bruder oder Schwester verlieren mussten. Genauso wenig glaube ich, dass alle Menschen innerhalb so einer "Kategorie" exakt gleich fühlen. Nein, es ist und bleibt individuell und es gibt natürlich Gemeinsamkeiten, Einendes und Verbindendes weit über diese Gliederung hinaus. Ich selbst fühlte mich zum Beispiel in einem Buch, in dem jemand die Trauer um seine Mutter beschreibt, so verstanden wie in nur wenigen Gedanken und Texten sonst - und ich weiß nicht mal richtig, wie es ist eine Mutter zu haben. Fand ich selbst irgendwie verrückt.


    Trotzdem macht so eine Teilung als Orientierung (- in meinen Augen! -) durchaus Sinn und genauso würde (- ebenfalls in meinen Augen -) eine Orientierung bezüglich akut/frisch Trauernden und länger Trauernden Sinn machen. Nicht, damit jeder ein Etikett bekommt und ausschließlich in seiner "Kategorie" rumhängt, sondern um sich bewusster schützen und zugleich freier äußern zu können. Grade, weil man in seiner Trauer oft sehr verletzlich ist und oft Unterschiedliches sucht. Tereschkowa hat die Problematik schon sehr treffend beschrieben und in dem knappen Jahr, in dem ich hier lese und schreibe, traten damit verbundene Situationen nicht nur vereinzelt auf. Gezählt habe ich sie nicht, aber für mein Gefühl war das schon recht oft Thema.


    Sorry, wall of text.


    Liebe und verwirrte Grüße, Sturm

    Liebe Isabel,


    wow, ich habe nicht damit gerechnet, dass ihr den Vorschlag so schnell aufgreift! Vielen, vielen Dank!

    Ist eurerseits denn erwünscht, dass hier zusammen weiter überlegt wird, wie eine gute Dauerlösung aussehen könnte oder klärt ihr das intern?


    Liebe Grüße, Sturm

    Es ist wirklich sehr schwierig, das gut zu lösen. Beide Bereiche haben riesengroße Relevanz, denn nur ein öffentlicher Bereich gibt Menschen, die zum ersten Mal hier lesen, einen Eindruck über das "Gesprächsklima" und die Art und Weise wie sich hier ausgetauscht wird. Ich habe mir vor meiner Anmeldung auch andere Foren angesehen und hier hat es sich "richtiger" angefühlt, als in anderen.

    Und ja, auch nur das passive Hiersein und Lesen kann schon vielen Leuten gut tun und helfen.


    Eine Idee wäre, das Forum in der Grundstruktur zu lassen wie es ist, und als drittes blaues Unterforum (- wie Organisatorisches und TrauerForum) noch den geschützten Bereich anzuhängen. Jedes Mitglied kann dann selbst entscheiden, ob er sein Wohnzimmer im öffentlichen Bereich oder im geschützten haben möchte.

    Im öffentlichen Bereich kann weiterhin jeder lesen und jeder registrierte User auch schreiben. Der geschützte Bereich bleibt den verifizierten Mitgliedern vorbehalten. (Allerdings hat das eben den Geschmack einer Zwei-Klassen-Gesellschaft und das mag ich eigentlich überhaupt nicht. Aber dafür gibt es auch keine Lösung, denn es ist ja legitim, wenn sich nicht jeder identifizieren will.)


    Einschätzen kann ich es überhaupt nicht, aber vielleicht wäre die Nutzung beider Bereiche ja auch recht ausgeglichen, weil manche Mitglieder gar nicht mehr Privatsphäre brauchen?

    Was es - glaube ich - so schwierig macht, ist der Wohnzimmer-Aspekt. Wenn die meisten oder alle mit ihren Wohnzimmern in den geschützten Bereich umziehen möchten, geht im öffentlichen Bereich das "Herzstück" des Forums verloren.


    Ich weiß auch nicht.

    Mir fällt es leider schwer, ausgeglichen in beide Richtungen zu denken, weil für mich aus vollkommen egoistischen und persönlichen Gründen mehr Privatsphäre und Schutz so eine große Erleichterung wäre. Mein Wohnzimmer "musste" ich vor kurzem aufgeben und mir fehlt es sehr. Für mich käme ein "Neubau" nur noch in Frage, wenn Gäste nicht mitlesen könnten. Zugleich hat es aber mir selbst, wie ja auch schon andere schrieben, anfangs total geholfen, in anderen Wohnzimmern mitlesen zu dürfen.


    Deswegen weiß ich auch nicht so richtig weiter.


    Liebe Grüße, Sturm

    Wobei das mit den anmelden, wird warscheinlich einige abschrecken, alle kennen sich da nicht so gut aus, ich bin das beste Beispiel..aber generell...eine sehr gute Idee..

    Das finde ich auch sehr wichtig. Die Registrierung für den geschützten Bereich sollte nicht komplizierter sein und jemandem technisch mehr abverlangen, als man es üblicherweise kennt.

    Es müsste nur ein weiterer Schritt dazu kommen, eben die Identifizierung mit personenbezogenen Daten. Wie der aussehen kann und wie man es für beide Seiten - die Mitglieder und das Team von Aspetos - am besten umsetzen kann, ist wahrscheinlich vor allem eine technische und wirtschaftliche Entscheidung seitens der Betreiber.


    Die Verifizierung per Handynummer stelle ich mir als Laie technisch deutlich aufwendiger und wahrscheinlich kostenintensiver vor, während die Idee einer Identifizierung per Brief vermutlich personell mehr Arbeit macht. (In Wahrheit habe ich keine Ahnung davon, ich denke und mutmaße nur so vor mich hin).


    Tereschkowa wrote:

    Allerdings würde ich mir auch für diesen zweiten sichereren Bereich eine Zweiteilung wünschen:

    Einen Bereich für "frisch" Trauernde und einen Bereich für "länger" Trauerende.

    (Die genau Bezeichnung müsste noch überlegt werden. Dafür gibt es Beispiele in anderen Trauerforen.

    Auch missglückte Bezeichnungen...)

    Wow, Tereschkowa, du denkst schon viel weiter.


    Den Vorschlag für eine "offene" Teilung in diese beiden Bereiche finde ich sehr relevant und sehr gut. Auch, dass es - wie du schreibst - eine offene, sanfte Teilung ist und man in beiden Bereichen lesen und schreiben, aber durch die thematische Zuordnung auch bewusst Distanz halten kann.

    Ich würde das als große Verbesserung empfinden, weil es zugleich mehr Schonung und mehr Schonungslosigkeit bedeuten würde. Schonung, wenn man es (vielleicht auch nur phasenweise) einfach nicht erträgt, von frischer oder langdauernder Trauer zu lesen und Schonungslosigkeit, weil ich (zumindest an mir selbst) spüre, wie wichtig es für mein Seelenleben ist (oder eher: wäre), könnte ich manchmal schonungslos auch von ganz, ganz schwarzen Gedanken schreiben, die man niemanden erzählen kann, ohne Angst haben zu müssen, die- oder denjenigen zu (v)erschrecken. Klar, absolute Garantie dafür gibt es natürlich auch durch so eine Teilung nicht, aber das Risiko wäre vielleicht kleiner.


    Ich finde es übrigens schön, mit euch zusammen an dieser Idee rumzudenken.


    Liebe Grüße, Sturm

    Andererseits hätte ich mich hier niemals angemeldet, wenn ich vorab nicht die Chance gehabt hätte, zu lesen, worüber man sich im Forum "unterhält". Ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit hatte.

    Ja, Mutz, das stimmt.


    Ich denke, ein geschützter Bereich sollte auf keinen Fall Ersatz für das Forum, wie es jetzt ist, sein, sondern eine Ergänzung oder Zusatzoption, für jene, die sich mehr Privatsphäre und Schutz wünschen.


    Liebe Grüße, Sturm

    Liebe Sturm, meine Gedanken sind heute auch bei Euch.

    Ich verneige mich vor einer einzigartigen Liebe.

    Gerne würde ich anderes mit Dir teilen als eine Zahl, die sich für immer in unsere Herzen gebrannt hat.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Ich danke dir. Sehr.


    Statt Gummistiefel kann ich leider nur schmutzige Schuhe und statt Friedhof nur die Lieblingsbank vom Lieblingsmenschen bieten, dazu Kürbiskuchen (mit Zimt! Es war einer ihrer liebsten.) und ein paar Hosentaschen-Mitbringsel, die ich immer für sie sammle und dann an einem "unserer" Orte für sie hinlege.

    Aber mit meinen Gedanken war ich heute sehr intensiv bei P. und dir, eigentlich bei uns allen hier. Der Herbst fängt gerade erst an, die dunklen, kalten Monate kommen auf uns zu. Ich hoffe so sehr, dass es hier und mit euch wenigstens ein bisschen hell und warm bleibt.


    Liebe Grüße, Sturm


    Liebe Mit-Mitglieder, liebe Isabel!


    Ich habe mich gefragt, ob es die Möglichkeit gäbe hier bei Aspetos einen geschützten Forumsbereich einzurichten, falls das auch für andere Mitschreiberinnen und Mitschreiber interessant klingt und einen Wert hätte. (Wenn nicht, ist mein Gedanke obsolet).


    Sinn und Zweck eines geschützten Bereichs wäre, dass es eine Art "Schutzbarriere" gibt und nicht jeder öffentlich mitlesen kann.

    Trotz Anonymität durch Nicknames sind unsere Gesprächsthemen höchst persönlich und intim.

    Vielleicht habe nur ich auf Grund meiner eigenen persönlichen Situation das Bedürfnis nach mehr Schutz, aber immer wieder aufflammende Unruhen bestätigen den Wunsch irgendwie doch ein bisschen.

    Vielleicht teilt ihn der ein oder andere ja auch?


    Für den geschützten, nicht-öffentlichen Bereich wäre wahrscheinlich irgendeine Art von Identifizierung/Verifizierung nötig. Ich habe das schon einmal in einem anderen Trauer-Forum gesehen. Spontan fallen mir dafür zwei Möglichkeiten ein, mit jeweils unterschiedlich großem Aufwand für das Team von Aspetos und verschiedenen Vor- und Nachteilen.


    Möglichkeit 1: man bittet um Freischaltung für das geschützte Forum und muss dafür der Forumsleitung Name und Anschrift bekannt geben. Aspetos schickt einen Freischaltbrief an diese Anschrift, man schickt diesen bestätigt/unterschrieben zurück an Aspetos. So kann die Identität eines Users geprüft werden. Erst danach wird der Account für den geschützten Bereich freigeschaltet. (So wird das in dem Forum gehandhabt, das ich erwähnte.)


    Möglichkeit 2: anstatt des analogen Briefwechsels schickt man per Email eine Ausweiskopie (Scan/Foto) an Aspetos und wird danach freigeschaltet.


    Möglichkeit 3: vielleicht fällt euch etwas Besseres, Effektiveres, Sinnvolleres ein?


    Mir ist klar, dass beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile haben (Arbeitsaufwand/Kosten seitens Aspetos, Preisgabe von Daten/Datenschutz,…).


    Persönlich wäre ich auch bereit für die entstehenden Kosten (- bei Variante 1: die anfallenden Porto-Kosten und grundsätzlich die entstehende Mehrarbeit), eine Art kleinen "Mitgliedsbeitrag" zu bezahlen. Kritisch daran ist allerdings, dass vielleicht nicht jeder so einen Beitrag finanziell aufbringen kann und es schlimm wäre, wenn jemand aus finanziellen Gründen nicht Teil dieses geschützten Bereichs werden kann. Alternativ wäre ein freiwilliger Mitgliedsbeitrag möglich, für alle die können und möchten, um so auch die mitzutragen, für die das nicht machbar ist.

    Als Nachteil fällt mir das Risiko der Entstehung einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft" ein, weil nicht jeder sofort nach herkömmlicher Anmeldung Zutritt zum geschützten Forum hat. Schwierig. Aber vielleicht ist ein geschützter Bereich eben für manche sinnvoll und für andere gar nicht interessant. So individuell wie unsere Trauer ist, so individuell sind sicher auch unsere Bedürfnisse.


    Unruhestifter, Trolle, unsensible Werbeaccounts bleiben so allerdings eher "draußen", da sie sich vermutlich keiner Verifizierung stellen und ihre Daten preisgeben werden. Wenn doch, ist es dann aber deutlich einfacher, sie dauerhaft aus dem geschützten Bereich zu „sperren“, wenn Forenregeln gebrochen werden. In jedem Fall kann aber nicht mehr jeder mitlesen.


    Allerdings verstehe ich auch die Hemmschwelle, persönliche Daten anzugeben. Ich wäre inzwischen dazu bereit (- zumindest unter bestimmten Voraussetzungen/AGBs), weil ich persönlich einen geschützten Bereich sehr wohltuend und positiv empfände. (Mir fehlt es sehr, hier zu schreiben und ich habe für mich selbst noch keinen guten Weg gefunden, mit dem ich mich anonym und sicher genug fühle, zugleich aber auch über meinen geliebten Menschen und meine Situation schreiben kann.)


    Aber natürlich weiß ich gar nicht, ob das im Interesse von Aspetos liegt und sich der damit verbundene Arbeitsaufwand für die Betreiber „lohnt“. Mir kam das schon vor einer Weile in den Sinn und heute fiel es mir wieder ein.

    Technisch sollte es mit der benutzten Forumssoftware umsetzbar sein, zumindest soweit ich im ergoogelten Handbuch lesen konnte.


    Liebe Grüße, Sturm

    Liebe Blaumeise,


    ich empfinde den Beitrag von Liddy anders als du - und das ist okay.


    Wovon ich mich distanzieren möchte: der Eindruck, den du hast, ist (für mich) so nicht ganz richtig. Unterschiedliche Meinungen sind vollkommen in Ordnung und wichtig, das versuchte ich auch so zu artikulieren. Kann sein, dass mir das nicht gut genug gelungen ist. Falsch finde ich, die eigene Meinung über die Abwertung und Verunglimpfung anderer Menschen auszudrücken.

    Die namenlosen Zitate kann man als inhaltsfokussiert empfinden oder auch nicht. Ich empfinde das unfair, denn unter Umständen haben die Mitglieder, deren Sätze genommen und in negativem Kontext wiedergegeben wurden, so gar nicht die Möglichkeit einer Reaktion. Nachdem es nicht die erste Wortmeldung dieser Art war, macht mich das sehr wütend.


    Worum es mir aber keinesfalls geht, ist das:


    Blaumeise wrote:

    Heute habe ich fast Angst, etwas positives zu schreiben,


    Habe Angst, hier etwas zu schreiben, was nach Lebensmut aussieht.


    Denn man wird nahezu jedesmal angegriffen (in meinem Fall per Konversation)


    Es tut mir sehr, sehr leid, dass du angegriffen wurdest und offenbar immer wieder angegriffen wirst. Das ist furchtbar und falsch.

    Niemand sollte hier Angst haben müssen, über seine Trauer zu schreiben, egal ob helle, hoffnungsvolle oder dunkle, hoffnungslose Gedanken.


    Ich persönlich wünsche jeder Trauernden und jedem Trauernden das Beste. Jede kleine, positive Empfindung, jeden Hoffnungsschimmer, jeden Schritt in eine lebenswertere Richtung wünsche ich uns allen und ich freue mich immer, wenn ich hier davon lese.

    Was mich stört ist, wenn es als Entscheidung dargestellt wird. Das verletzt mich und lässt mich in meiner Trauer auch noch wie eine Versagerin fühlen, weil ich mich faktisch einfach nicht entscheiden kann, mich besser zu fühlen, positiv in die Zukunft zu schauen, einen Sinn im Weiterleben zu erkennen. Für mich ist das unmöglich und das ist schlimm genug.

    Von der Gesellschaft und zumindest von meinem persönlichen Umfeld wird mir regelmäßig sehr deutlich suggeriert, dass ich doch (endlich) aufhören soll zu trauern (mit dem Subtext, es wäre meine eigene Entscheidung). Inzwischen gibt es außerhalb des Forums so gut wie keinen Ort und keinen Menschen mehr, dem gegenüber ich meine wahren Gefühle äußern kann.

    Wo, wenn nicht hier, darf man also hoffnungslos sein? Wo, wenn nicht hier, darf man sich über die Aussichtslosigkeit und Sinnlosigkeit des Weiterlebens austauschen? Wo, wenn nicht hier, darf man auch rabenschwarze Gedanken teilen?


    Natürlich ist das mit hoffnungsvollen, positiven Gedanken genauso: wo, wenn nicht hier, sollen sie Platz finden dürfen.


    Trotzdem gibt es für mich zwei wesentliche Unterschiede: 1. ein optimistisches Weiterleben ist gesellschaftlich eher akzeptiert, es führt tendenziell seltener zu Unverständnis und Isolation. 2. Jemand, dem es nicht möglich ist, positiv weiterzuleben, betrachtet das vermutlich seltener als Entscheidung oder Leistung. Andersrum ist das - auch hier im Forum - öfter der Fall. Das spüre ich auch in Liddys Text, aber es war nicht das, was mich so geärgert hat.

    In jedem Fall möchte ich diese beiden unterschiedlichen "Meinungen" auch gar nicht als zwei trennscharfe Lager verstehen, als ginge es hier um Politik oder irgendeine Philosophie. Wir alle trauern und jeder trauert sehr individuell. Das ist okay.


    Liebe Grüße, Sturm

    Hallo Liddy,


    man kann eigene Ansichten haben und seinen eigenen Weg auch gehen, ohne andere Äußerungen, Empfindungen und Meinungen zu bewerten.


    Du zitierst hier auf feige und heuchlerische Art und Weise andere Mitglieder und schreibst, du möchtest ihre Äußerungen nicht bewerten. Was du hier machst, ist in meinen Augen tatsächlich keine Bewertung, sondern ein niederträchtiges, nicht erstmaliges in den Dreck ziehen von trauernden Menschen, die ohnehin schon alles verloren haben.


    Hab deine Ansicht, geh deinen Weg. Niemand nimmt dir das. Es ist sehr verwunderlich, dass jemand, der sich bewusst für einen positiven weiteren Lebensweg entschieden hat (- und scheinbar hast du das Glück, diese Entscheidungsfreiheit zu besitzen), so viel Groll und Hass in ein beschützenswertes Forum wie dieses tragen möchte. Welchen Sinn und Zweck soll das haben, außer Menschen zu verletzen, die ohnehin schon zutiefst verwundet sind?


    Ich für meinen Teil bin dankbar für Menschen wie Tereschkowa und Tigerlily , die den Mut haben, solche Zeilen niederzuschreiben. Leider kann ich mich damit identifizieren und ich fürchte viele andere auch. "Leider" nur deshalb, weil ich diese Gefühle niemandem wünsche, nicht meinen lieben Mit-Mitgliedern hier, nicht mir und auch niemandem sonst. Dennoch halte ich kein einziges davon für verwerflich und identifiziere und solidarisiere ich mich hundertmal lieber mit den beiden als mit einer Person wie dir.


    Vor Ekel und Wut zitternd, Sturm

    Liebe Bettina,


    dass du deinen Mann ein bisschen spüren und wahrnehmen konntest, ist so schön. Wenigstens das.

    Ich frage auch so oft, was ich nur tun soll. Schon komisch, es gab vielleicht ein Leben vor dem Lebensmensch, aber ein Leben danach ist die unmöglichste aller Unmöglichkeiten. Oft fühle ich mich ohne sie so hilflos wie ein Kind.


    Über andere Menschen und ihr Verhalten wundere ich mich schon lange nicht mehr. Aber schwierig, wenn man so ambivalent damit ist und den Kontakt weiterhin möchte, obwohl es nicht richtig gut tut. Vielleicht hast du jetzt einen guten Mittelweg gefunden, damit umgehen zu können. Trotzdem: pass auf dich auf und nimm vor allem Rücksicht auf deine Gefühle. Die meisten anderen Menschen tun es nicht, vielleicht muss man sich dann einfach selbst schützen.


    Liebe Grüße, Sturm

    Liebe Gabi,


    das kenne ich. Es ist so ein Elend, diese Gefangenschaft in den eigenen Gedanken. Wenn man Glück hat, kriegt man manchmal wenigstens ein bisschen traumlosen Schlaf ab, das hilft schon ein bisschen.


    Kannst du dir vorstellen, dass es dir "gut tun" könnte, deine Gedanken konkret in Worte zu fassen, niederzuschreiben, jemandem mitzuteilen (- eventuell hier), um sie ein wenig aufzudröseln und zu sortieren? Mein persönliches Gedankenchaos verselbstständigt sich blöderweise immer wieder sisyphosmäßig und wird zu einen kratzigen, kaum bezwingbaren Stacheldrahtknäuel mit endlos vielen Knoten - aber ab und zu hilft es doch kurzfristig, zu versuchen es ein wenig zu entwirren. Ich schreibe "gut tun", weil es natürlich vor allem anstrengt und weh tut, aber ich fühle mich zumindest für den Moment etwas klarer im Kopf.



    Liebe Bettina,


    danke. Die letzten Wochen waren sehr intensiv und ich vor allem sprachlos. Aber ich versuche wieder öfter hier zu sein, es fehlt mir sehr.


    Liebe Grüße, Sturm

    Liebe Gabi,


    es tut mir so leid für euch.


    Schuldgefühle... Als wären die Trauer und Sehnsucht und diese diffuse und zugleich so einschneidende Unbegreiflichkeit nicht schon mehr als genug, auch noch Schuldgefühle. Damit versuche ich auch seit vielen Monaten zu leben und habe oft das Gefühl alle Fakten an die tausende Male bis auf den Grund meines Gehirns seziert und zergrübelt zu haben, leider ohne Erleichterung. Ich hoffe, dass dir rationale Zugänge vielleicht helfen, denn ich denke, dass das durchaus möglich ist. Mich drängen sie eher in die Ecke, weil die Schulgefühle unabänderlich stark bestehen bleiben, trotz aller logischer, rationaler "Entlastung".

    Indem ich das aufschreibe, will ich dir nicht Hoffnung und Mut nehmen - auf gar keinen Fall. Ich will dir nur sagen, dass es "okay" ist, so zu fühlen auch wenn andere es nicht verstehen. Das Unverständnis anderer, hat mich persönlich sehr vereinsamen lassen und manchmal hätte es vielleicht für den Moment gut getan, wenn jemand etwas wie "Fuck, ja, du hast Scheiße gebaut." gesagt hätte. Obwohl es natürlich auch nichts ändert.


    Ich wünschte, ich könnte dir einen Rat geben, wie man es besser aushalten kann. Manchmal ist es zumindest gut zu wissen, dass man nicht vollkommen verrückt und außerirdisch ist.


    Liebe Grüße, Sturm

    Naja. Wenn man sich selbst dazu entschließt, hier über sein Innerstes zu schreiben, ist das schon etwas anderes.


    So sollte es - meiner Meinung nach - allein Uwes Entscheidung sein, ob und was er öffentlich teilen mag. Wenn er das im Moment nicht entscheiden kann, halte ich die Diskretion seiner Angehörigen und Forumsfreunde auch für richtig, denn was einmal erzählt wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden. Umgekehrt kann später - sofern gewollt - immer noch berichtet werden, was passiert ist.

    Liebe Ange,

    ich persönlich fände es schade, wenn du dich zurückziehst.


    Ja, leider, LEIDER gibt es hier laufend Neuzugänge und gerade weil die Gründe dafür so unfassbar schlimm sind, bin ich froh, dass es diese Anlaufstelle gibt und sie hier aufgenommen werden, so wie ich auch aufgenommen wurde.

    Aber natürlich bringt das Veränderungen. Warum alteingesessene, sehr aktive User weniger oder nicht mehr schreiben hat sicher ganz unterschiedliche Gründe, vielleicht geht es ihnen momentan etwas besser, vielleicht geht es ihnen momentan besonders schlecht, vielleicht sind sie sehr beschäftigt und eingespannt, vielleicht brauchen sie vorübergehend Abstand und eine Pause, vielleicht können sie auch derzeit einfach nicht kommunizieren. (Das kenne ich zum Beispiel von mir, ich hatte seit meiner Zeit hier im Forum auch immer wieder einige Wochen, in denen ich keinen einzigen Buchstaben schreiben wollte und konnte. Dann aber wuchs mein Bedürfnis mich auszutauschen wieder und ich klinkte mich wieder ein.)

    Natürlich weiß ich es nicht, aber ich glaube und hoffe nicht, dass die von dir genannten User wirklich "einfach nicht mehr da" und "wie weggewischt" sind. Vor allem aber glaube ich nicht, dass sie nicht mehr wieder kommen.


    Vielleicht möchtest du ja wieder einen eurer virtuellen Abende ins Leben rufen, was meinst du dazu? Es wäre schön, wenn sich der ein oder andere "alte Hase" wieder dafür im Forum einfindet und wahrscheinlich wäre es auch schön, wenn Neulinge dazu stoßen, um eure Runde zu bereichern.


    Liebe Grüße, Sturm