Posts by RalfsHeidemarie

    Was ist bloß mit Euch? Das ist keine schöne Geschichte. Das ist eine sehr traurige Geschichte.

    Daß dann irgendwann wieder Äste wachsen, OK. Das tröstet.

    Aber diese wunderbare Zweisamkeit ist zerstört. Für immer. Und der übriggebliebene Baum ist jetzt allein allen Widrigkeiten ausgesetzt.

    Das ist doch unser aller Geschichte.

    Ralfsheidemarie

    Das ist ein Paar. Miteinander gewachsen. Sich ergänzend. Sich liebend.


    Da ist ein Unglück geschehen. Einem von beiden. Also beiden.


    Der Andere ist nicht mehr da. Da wo und wie er/sie war ist nur noch Fehlen.


    Und das Fehlen wird sich nie mehr ändern. Der Andere ist der Fehlende. Der dastehende ist der Übrige, der übrig geblieben ist.


    Das Leben geht weiter. Für den Übrigen. Nur ganz anders. An die Seite an der der andere fehlt kommt nun Sonne hin. Regen und Wind.


    Ein Jahr geht rum und der Übrige erlebt ohne den Fehlenden die ganze Palette des Lebens.


    Und entwickelt dann neue Äste und neue Zweige da wo früher der Fehlende Stand.


    Und vielleicht wird der Übrige irgendwann ein Gleichgewicht erlangen. In der Zukunft. Er bleibt trotzdem immer der Übrige.

    Der Alltag mit ihm oder ohne ihn: es ist alles so wie es mit ihm war. Nur ohne ihn.

    Das gleiche Haus. Die gleiche Stadt. Das gleiche Land.

    Die gleiche Wohnung mit den gleichen Möbeln. Die Hunde mit ihrem Tagesablauf.

    Die gleiche Küche und die gleichen Utensilien.

    Alles ist so wie immer, nur er fehlt.

    Kein Kaffeetrinken und Quatschen mehr zusammen. Sondern Kaffeetrinken im Bett alleine. Der gleiche Kaffee. Die gleichen Tassen. Die gleiche Uhrzeit.

    Mit den Hunden raus gehen. Einkaufen. Die gleichen Pflichten und Aufgaben.

    Hundefressen besorgen und kochen Menschen essen besorgen und kochen. Ich kaufe immernoch zu viel.

    Ich versuche ohne ihn zurecht zu kommen. Leide darunter ohne ihn zu sein. Ich leide. Darunter, daß ich ohne ihn bin. Ich vermisse ihn. Ich habe Sehnsucht nach ihm.

    Sein Leben hat aufgehört und etwas anderes hat für ihn angefangen.

    Mein Leben exestiert noch und ich leide darunter ihn nicht mehr bei mir zu haben.

    Das finde ich irgendwie egoistisch.

    Ihr nicht?

    Ralfsheidemarie

    Beim Zeit zurück drehen bin ich dabei. Aber nur mit den Kenntnissen der Katastrophe. Sonst wäre es ja sinnlos. Dann würden wir ja genauso handeln wie wir gehandelt haben.

    Wir kommen ohne einen Partner zur Welt. Wir leben viele Jahre ohne diesen Auserwählten. Wir lernen IHN oder SIE kennen und von da an gibt es ein WIR.

    Und wir haben vergessen, daß dieses WIR zwar zusammen ist aber doch aus zwei Körpern besteht.

    Und so kann es unweigerlich irgendwann dazu kommen, daß einer früher geht als der Andere.

    Und schwups sind wir wieder ein ICH. Auch völlig ungewollt, völlig unschuldig und völlig überraschend, entsetzt, entgeistert und überrumpelt.

    Der jeweils Fehlende war bis zu seinem Ende ein WIR.

    Wie schön für ihn/sie.

    Derjenige oder diejenige wurde zum ICH auf dem Weg ins Licht. Denn auch diesen Weg geht der Mensch so wie er gekommen ist. Alleine.


    Manchmal denke ich, daß meine Trauer doch ein sehr egoistisches Unterfangen ist.

    Denn es geht beim Trauern und dem entsprechenden Leiden ja um mich und um mein Schicksal. Um das ohne ihn.

    Das Schicksal des Gestorbenen ist beim Trauern ja zweitrangig, ( für mich ) da dieser, dies nicht mehr fühlt und darunter nicht leidet.

    Aber gelebt hätte derjenige ja wahrscheinlich auch lieber länger.

    In meiner Trauer war ich eigentlich froh für meinen Schatz, daß es so schnell ging. Das er es wahrscheinlich gar nicht so mitbekommen hat. Nun verpasst er die Jahre von 57 bis 80. ( vielleicht )

    Ich glaube er wäre gerne noch länger bei mir geblieben. Er hätte gerne den normalen Alltag - Tag für Tag mit mir und den Hunden erlebt.

    Vielleicht lebt er meinen Alltag ja jetzt mit mir und den Hunden. Unterscheiden tut sich der Alltag mit ihm oder jetzt ohne ihn nur sehr gering.

    Ein bißchen möchte ich daran glauben, daß er von irgendwo, von irgendwie oder irgendwas Teil hat an meinem Restleben.

    Meine Liebe zu ihm ist noch hier auf der Erde. Die Liebe von ihm zu mir irgendwie auch. Denn ich fühle sie.

    Sie umgibt mich wie eine Aura. Sie schwingt mit mir und rastet mit mir. Sie schläft mit mir und deckt mich zu, wenn ich friere.

    Seine Liebe ist noch mit meiner Liebe zu ihm verbunden.

    Und unsere gemeinsame Liebe trägt mich durch den Rest meines Lebens.

    Ich weiß, wenn meine Chelsea stirbt, dann wird er dort stehen und sie in Empfang nehmen. ( Chelsea, meine Hündin, unsere Hündin ist 13 Jahre alt )

    Auch die anderen Hunde wird er empfangen und willkommen heißen. Dann gehen sie nicht einfach weg von mir sondern zu ihm.

    Und irgendwann gehe auch ich zu ihm.

    Ich hoffe sehr darauf, daß dann dort eine ganze Willkommensgruppe stehen wird. Meine Hunde, meine Eltern, meine Tante, Ralf und seine Mutter und sein Bruder.

    Seitdem er vorausgegangen ist habe ich keine Angst mehr zu sterben.

    Ralfsheidemarie


    PS. Vielleicht hätte ich das lieber in meinem Wohnzimmer schreiben sollen....?

    Liebe Elke,

    Willkommen in dem traurigsten Club, den man sich vorstellen kann.

    Hier finden wir Gleichgesinnte und Mitunsleidende, Frauen und Männer, die so ziemlich das gleiche oder Ähnliche erleben mußten.

    Und damit gar nicht zurecht kommen.

    Es ist gut, daß Du uns gefunden hast. Das zumindest ist gut.

    Was man sicherlich vom Leben sonst nicht sagen kann. Denn nichts ist mehr gut.


    Hier wirst Du verstanden.

    Und das allein schon, ist für mich viel wert.

    Hier kannst Du jederzeit schreiben.

    Deine eigenen Gefühle, Sorgen und Gedanken. Du kannst beim Schreiben weinen.

    Du kannst um Rat fragen.

    Du kannst Dich austauschen.

    Und Du kannst sicher sein, daß Du gelesen wirst und daß Du mit getragen wirst in unserer Gemeinschaft.

    Ich möchte Dir mein Mitgefühl aufschreiben für Dein schreckliches Erleben. Für Dein trauriges Schicksal.

    Hier sind andere Menschen, die einen ähnliche Weg gehen wie Du jetzt gehen mußt.

    Wir sind an unterschiedlichen Abschnitten dieses Weges aber jeder kennt die bereits gemeisterten Schritte.

    Ich wünsche Dir Hoffnung, daß es sich auch mal wieder anders anfühlen wird, daß Leben.

    Ich wünsche Dir wenig Karussellfahren im Warum-Wenn-Hätte-Gedanken-Karussell und die dazugehörige Notbremse.

    Ralfsheidemarie

    Sehr schöne Fotos, Danke für's Reinstellen. Wie ist der Urlaub Dir bekommen? Was war mit der Trauer und den Gefühlen?

    Und wie ist es jetzt danach?

    Daß man sich erfreuen kann tut sehr gut.

    Urlaub ohne den geliebten Partner ist ja erstmal unvorstellbar.

    Und wenn man es vor hat, fährt man dahin wo man mit dem Geliebten schon glücklich war oder im Gegenteil, dahin wo man noch nie war?

    Fährt man alleine oder sucht man sich eine Begleitung?

    Für Trauernde ist das Thema Urlaub recht brisant.

    Wie geht Ihr Alle damit um?

    Ralfsheidemarie

    Liebe Schnuckel,

    Du schreibst von einem verdammten Loch in dem Du steckst.

    Loch ist ok, verdammt nicht unbedingt. Denn das Trauern ist eine Fähigkeit um mit veränderten Situationen fertig zu werden. Es ist also eigentlich nicht verdammt sondern gut.

    Aber ich weiß was Du meinst.

    Es tut so verdammt weh.


    Es gibt in der letzten Zeit viele Bücher über das Thema Resilienz.

    Eben die Fähigkeit unseres Gehirns nicht zu zerbrechen sondern sich neu zu finden.

    Und genau vor dieser schwierigen Herausforderung stehen wir.

    Wir sind gezwungen in ein neues Land zu ziehen obwohl es uns in unserem bisherigen Land gut gefallen hat.

    Sozusagen sind wir Vertriebene. Vertrieben aus unserem Gewohnten.

    Aus unserem Leben.

    Dieses Loch, in dem wir dann stecken könnte vielleicht auch eine Höhle sein,

    die uns Schutz bietet.

    Wir weinen auf viele unterschiedliche Weise. Um viele unterschiedliche Inhalte. Und das Weinen ist sehr sehr wichtig.

    Es ist gut, wenn wir weinen können.

    Es wäre auch gut wir würden es immer und überall ( fast ) zulassen können.

    Es ist ein Reinigungsmechanismus für Körper und Seele.

    Wasser transportiert das Leben.

    Ohne Wasser kein Leben.

    Und Tränen transportieren Veränderungen, Gefühle und Stresshormone wie das Cortisol aus uns heraus.

    Im Trauer-Prozess wird sehr viel Cortisol gebildet und das geht mit den Tränen raus.

    Es werden viele Gefühle und Gedanken, Situationen und Geschehnisse empfunden, gedacht und gefühlt und auch da werden Teile von weggeschwämmt mit unseren Tränen.


    Würdest Du ein Bild malen auf dem ganz viele Tränen abgebildet sind - und würdest Du in jede Träne etwas hineinschreiben oder malen was Du vermisst und worauf Du verzichten mußt. Alles was sich verändert, alles was Angst macht alles was umgestellt und umorganisiert werden muß..... dann hättest Du viele Bilder zu malen. Denn das alles passt nicht auf ein Blatt Papier.


    Vergleiche mal die Trauersituation Deines Lebens mit einem Schlaganfall.

    Beim Schlaganfall sterben Gehirnzellen und beim Partnerwegsterben stirbt eine Seelenhälfe und eine Gemeinschaft.

    Der Mensch mit Schlaganfall muß vielleicht wieder laufen lernen oder sprechen. Und der Übriggebliebene muß wieder lernen zu leben.

    Da braucht man Ausdauer und viel Zeit. Eigentlich muß man dann eine Therapie machen. Es ist ja auch gut Hilfe an zu nehmen. Und therapeutische Methoden können auch bei Trauer gut eingesetzt werden.

    Hab Mut und Zuversicht, daß Du das schaffen wirst. Schritt für Schritt laufen lernen. Neu leben lernen.

    Ralfsheidemarie

    Liebe Sonnenstrahl,

    Was hast Du für Fellnasen? Ich nehme an Katzen? Mehrere?

    Schick doch mal Fotos von Deinen 🐾.

    Es tut gut Tiere um sich zu haben. Und es tut gut sich um sie kümmern zu dürfen. Ein bißchen Sinn bringt es ins Leben. 🐱

    Wie gehen die Fellnasen damit um, wenn Du jetzt so viel weinst?

    Meine Hunde waren dann sehr irritiert.

    Ich wünsche Dir einen erträglichen Tag mit ein bißchen Abwechslung und ein bißchen Freude.

    Ralfsheidemarie

    Hallo Evi 63,

    "Guten Morgen" zu schreiben wäre irgendwie nicht richtig, da der Morgen gar nicht gut sein kann.

    Selbst solche normalen Grußformen verlieren ihren Sinn in so einer schrecklich traurigen Zeit des Trauerns.

    Ist die 63 hinter deinem Namen Dein Geburtsjahr? Wie alt war Dein Mann?

    Das Foto ist ein sehr schönes Porträt, er sieht sehr sympatisch aus, Dein "Fels".

    Ich bewundere Dich, daß Du das Foto reinstellen konntest ins Forum.

    Ich habe die ersten Monate keine Fotos anschauen können.

    Manche von uns stellen überall Fotos hin und manche meiden die Fotos wo sie nur können.

    Ich möchte Dir mein Beileid aussprechen, aufschreiben. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung in welcher schmerzhaften Situation Du Dich befindest.

    Es ist für mich erstaunlich, daß wir in der Lage sind so einen leidvollen Prozess überhaupt zu überleben.

    Ich wäre am liebsten mit gestorben. Oder hinterher gestorben.

    Den Wunsch und Gedanken haben viele von uns schon beschrieben.

    Wenn das eigene Leben seinen Sinn verloren hat, wenn die Realität nur noch schmerzt dann wollte ich nur noch bei ihm sein. Weg aus diesem Restleben.

    So übrig zu bleiben ist verdammt schwer.

    Ich wünsche Dir verständnisvolle Menschen um Dich herum, die Dein Nichtmehrfunktionieren aushalten können. Menschen, die Dich verstehen, die zuhören. Und ich wünsche Dir eine Standleitung zu IHM....... eine innere Verbindung durch die Welten bis zu IHM.

    Mögest Du seine Liebe und Eure Zusammengehörigkeit spüren und möge sie Dich tragen durch diese schlimme Zeit.

    Ralfsheidemarie

    Liebe Sonnenblume,

    Ich arbeite auch nicht mehr. Habe Zeit mich dem Kummer hin zu geben.

    Seit dem 23.11.2020 überlebe ich jeden Tag. Bis neulich unterwegs.

    Seitdem ich mit meinem Wohnmobil fast 3 Wochen unterwegs war und mich zurecht finden mußte mit unterschiedlichsten Situationen geht es mir sehr viel besser.

    Es ist nicht ganz ein Jahr um seitdem mein Schatz Ralf so plötzlich und für mich unerwartet diese irdische Welt verlassen hat.

    Zuerst hat sich mein Denken und Glauben verändert. Denn ich habe 5 Nächte lang nach seinem Tod das Gefühl gehabt er sendet mir Botschaften.

    Dadurch hat sich meine aauffassung geändert, daß nach dem Tod nichts mehr kommt.

    Ich war recht früh nach seinem Tod bei einem Medium und habe über diese Frau etwas von ihm gehört.

    Ich habe sehr viel erfahren über das Trauern und die Veränderungen im Körper und der Seele.

    Ich habe so viel und so unterschiedlich geweint wie ich es nie für möglich hielt.

    Ich habe den unsagbaren Stress gefühlt, den Trauern in uns auslösen kann.

    Ich habe ihn so sehr geliebt. Ich habe ihn so sehr vermisst und ich habe unsagbare Sehnsucht nach ihm gehabt.

    Ich war zu nichts mehr in der Lage. Jede Kleinigkeit war ein riesiges Unterfangen. Ich habe nach Auswegen gesucht, nach Möglichkeiten das Trauern zu überleben.

    Ich habe Fantasiereisen gemacht und ihn, meinen Schatz getroffen.

    Ich habe Einschlaf und Trauermeditationen gehört. Ich habe Trauer Bücher gelesen.

    Das Thema Trauern, seine körperlichen und seelischen Bedingungen...... nichts anderes hat mich mehr interessiert. Nur das.

    Viele Stunden am Tag war ich im Trauerforum. Das war mein einziger Lebensinhalt.

    Ich habe mich vernachlässigt, nicht mehr geduscht, kaum noch mit den Hunden raus gegangen, Post nicht geöffnet, nicht mehr aufgeräumt oder oder oder.....

    Da ich Ergotherapeutin bin und auch mit eigenen Therapien Erfahrungen habe habe ich auf fremde Hilfe verzichtet. Nicht weil ich es nicht gewollt habe sondern weil ich nicht wußte wie dran kommen. Corona hat ihren Teil dazu bei getragen.

    Und nun. Nach all diesen Geschehnissen, Übungen, Gedanken und Überlegungen kann ich frei und erlöst in die Zukunft blicken.

    Wahrscheinlich wird auch die Traurigkeit wieder zu spüren sein, oder das Vermissen und die Sehnsucht.

    Aber im Moment fühle ich Dankbarkeit und Zufriedenheit dafür, daß ich Dich 6 Jahre haben durfte. Und Dich weiterhin in meinem Herzen bei mir tragen darf.

    Ralfsheidemarie

    Ein Recht zum Weinen, das hört sich merkwürdig an. Das hat jede und jeder von uns eigentlich jederzeit, finde ich. Aber auf einem Friedhof wirkt das nicht auffällig, da gehört das förmlich hin. Friedhöfe haben im Allgemeinen etwas ruhiges und friedliches an sich.

    Es ist ja so. Daß man sich als Paar Aufgaben aufteilt. Je nachdem was man oder Frau gut kann. Und somit hat Frau oder Mann ziemlich wenig Ahnung davon, was der andere übernommen hat. Keine Erfahrung und keine Routine. Und vielleicht auch gar kein Interesse.

    Wenn eine Frau gut kochen und backen kann und der Mann hat ihr das immer überlassen, dann steht dieser Mann ungefähr genauso hilflos vor der Microwelle oder dem Herd wie so manche von uns vor dem Auto.

    In der Zeit, als ich alleine gelebt habe, bevor Ralf in mein Leben kam habe ich z. B. alle Deckenleuchten ignoriert und überall preiswerte Ikeastehleuchten hin gestellt. Das war meine Frauen Lösung um es hell zu haben. Dann brauchte ich nicht Leuchten von der Decke Schrauben und mit neuen Birnen zu versehen. Stehleuchten und Tischleuchten können auch gut von einer Frau. Die 164cm klein ist bewältigt werden.

    Und es ist schon hilfreich wenn man befreundete Paare hat wo der Mann einem mal helfen kann.

    Auch die Sache mit dem Geld und sowas ist oft das Gebiet einer Person. Oder die Steuern.

    In den ersten Monaten meiner Trauer habe ich alle Briefe nicht aufgemacht. Dadurch kam es auch zu einem hohen Betrag eines 15€ Knöllchens.

    Unsere Charlott hier im Forum hat mir da geholfen. Ich habe dann dorthingeschrieben und aus Trauergründen einen Antrag gestellt den Betrag auf den ursprünglichen Betrag zurück zu setzen. Das hat gut geklappt. Ich wußte nicht, daß es sowas überhaupt gibt. Leider habe ich vergessen wie dieser Antrag genau hieß. Vielleicht kann Charlott den Namen davon nochmal nennen?

    Das ist bestimmt hilfreich für viele von uns.

    Winzig kleine Aufgaben haben mich völlig überfordert. Das Ausmaß des Stresses, den Trauern in unserem Körper anrichtet kann niemand, der es nicht erlebt nachvollziehen.

    Mein Antrieb hat sich inzwischen etwas verbessert. Aber Besuch kann ich immer noch nicht im Haus empfangen. Zu viel ist liegen geblieben.

    Manchmal, wie heute bleibe ich einfach stundenlang im Bett liegen weil ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Und Ralfs Zimmer betrete ich immer noch nicht.

    Auch wenn die Traurigkeit und das Vermissen weit weg gerückt ist, ich nicht mehr unter dem Alleinsein leide so habe ich immer noch große Antriebsschwierigkeiten.

    Ich wünsche Euch eine riesengroße Toleranz für alles was nicht klappt und den Mut um Hilfe zu bitten.

    Ralfsheidemarie

    Oh, das tut mir gut Eure Worte.

    Das Ralf sich darüber freut besonders.

    Ja, eigentlich hast Du recht Waltraud. Ich habe sehr viel an mir versucht zu arbeiten. Ich habe Meditationen und Hypnosen gehört. Habe geklopft und gebetet. Habe viel im Forum gelesen und geschrieben. Und habe mir viel Zeit genommen um zu schlafen und aus zu ruhen. Habe Vitamine gekauft und genommen und viel zu viel Alkohol getrunken. Ich habe allen Leuten erzählt und es immer wieder erwähnt, daß mein Schatz gestorben ist. Und ich habe mich mit allem was mit Trauer zu tun hat beschäftigt. Viele viele Stunden lang. Als Rentnerin habe ich den ganzen Tag Zeit gehabt. Da konnte ich trauern und weinen ohne wegen einer Arbeit funktionieren zu müssen.

    Das, was ich noch nicht fertig gemacht habe ist das Haus für Ralf. In meinem Herzen hat er ja ein Zuhause, klar. Aber ich wollte ihm ja noch ein schönes Heim als Puppenhaus herrichten.

    Irgendwann habe ich mich für ein Playmobil Haus entschieden und es bestellt. Aber ich habe es noch nicht aufgebaut und eingerichtet. Darauf freue ich mich, wenn ich es zum Ende des H Jahres machen kann. In meiner Phantasie ist schön alles klar.

    Er soll ein schönes gemütliches Haus haben. In der unteren Etage möchte ich ein Werkstattwohnzimmer einrichten. Es soll Sessel Ofen und Sofa haben aber auch Werkzeug, Motoräder und Männerzeugs. Dann braucht er ein großes Bett mit Fernseher. Und er soll eine Badewanne voller Smarties bekommen. Ich werde eine kleine Bar neben das Haus stellen und lauter Waffen an die Wand hängen. Und seine Lieblingsalkoholika als Plakat im Zimmer. Und Hunde.

    Wenn ich es fertig habe, setzte ich Fotos hier rein.

    Ralfsheidemarie

    Liebe Waltraud,

    Ich traue mich gar nicht es zu zu geben. Es geht mir seit meiner Reise gut. Die Traurigkeit und Sehnsucht ist nicht mehr bei mir. Ich habe direkt ein schlechtes Gewissen nicht mehr zu leiden. Das kann doch nicht richtig sein. In ca. 6 Wochen ist das 1. Trauerjahr vorbei. Und im Moment fühle ich das Vermissen und das Trauern gar nicht mehr. Es geht mir gut.

    Auch mehr Aktivität kann ich leben als bisher. Räume jeden Tag ein bißchen mehr auf und wasche Wäsche. Ich habe sogar in den letzten 2 Wochen 3 mal einen Pflaumenkuchen gebacken.

    Das ist für meinen bisherigen Null-Antrieb schon recht viel.

    Ralf ist weiter weg gerückt aber nicht ganz weg. Er ist irgendwie immer da aber nicht leidvoll sondern ich fühle eine Zärtlichkeit. Ich möchte ihn auf Händen tragen und ihn spüren. Aber ich leide dabei nicht.

    Er ist gleichzeitig nah und doch fern.

    Ich beschäftige mich damit nach Österreich zu fahren und möchte auf dem Weg dorthin einige Städte anschauen. Ich war z. B. noch nie in Regensburg.

    Meine Idee ist von Regensburg aus die Donau entlang zu fahren bis hinter Wien. Das bereite ich jetzt vor.

    Wahrscheinlich werde ich am kommenden Wochenende aufbrechen.

    Ich habe mir all die Trauernden Wochen gewünscht dieses Leid nicht mehr zu spüren. Und jetzt ist es nicht mehr da und ich bin irritiert.

    Dabei war genau das doch mein Ziel.

    Wie auch immer es passiert ist, warum auch immer es passiert ist..... ich weiß es nicht. Ich habe ihn, meinen Ralf noch immer sehr sehr lieb. Aber ich habe mich an das Leben ohne ihn gewöhnt.

    Ich habe eine neue Freundin gefunden hier im Ort. Vielleicht ist das mit ein Grund. Und ich habe viele Pläne für die Zukunft.

    Manchmal stelle ich mir vor, wenn ich einen Rettungswagen in meiner Gegend höre, daß die bei mir anhalten und Ralf zurück bringen.

    Sie halten an, klingeln an der Tür und sagen hier ist ihr Freund wieder da, er war bei uns falsch.

    Man müsste einen Roman schreiben in dem genau das passiert.

    Ralfsheidemarie

    Robin's Stern am Strand. 🎆🏖️🌊

    Das ist sehr traurig und sehr romantisch.

    Das unsere Biologie uns ermöglicht zu lieben, daß wir die Fähigkeit haben uns zu binden an geliebte Wesen und auch an Kinder, ist ein Segen und ein großes Wunder. Aber in unseren Fällen ist es so sehr leidvoll.

    Auch das Leiden ist eine Fähigkeit, die nicht alle biologischen Wesen besitzen.

    Würde man ausschließlich im hier und jetzt leben, Vergangenheiten nicht mehr bewußt mitkriegen, dann würde man nicht vergleichen, vermissen...... leiden.

    Etwas, Jemand, der mal so sehr wichtig war, bei uns war, Selbstverständlichkeit war im Hier und Jetzt nicht mehr zu spüren, zu sehen, zu hören, zu fühlen..... ein Vakuum, ein Loch, ein Fehlen.....

    Sehnsucht gespeist aus den Erinnerungen und Zukunftsplänen. Aus unseren Erwartungen und vermeintlicher Selbstverständlichkeit ......

    Diese Sehnsucht läßt den Geist des Vermissten auf den Strand beamen, bei Euch sein. Und ihr fühlt diese unsichtbare Nähe zu ihm in Euch, zum greifen nah.

    Ralfsheidemarie

    Ja. Ängste sind ja eigendlich was wichtiges. Sie sollen uns schützen und nicht behindern.

    Es gibt so viele erschienene Ängste, die der eine oder andere in sich trägt.



    Ich habe mal bei Google eingegeben :

    "Hypnose bei Angst Auto zu fahren" und siehe es gab mehrere Sachen zum Anklicken.

    Dieses Problem vor allem mit der Autobahn gibt es offensichtlich oft.






    https://www.adac.de/verkehr/ve…in/angst-beim-autofahren/


    Gefunden:

    Amaxophobie, umgangssprachlich häufig auch als Fahrangst bezeichnet, ist eine spezifische Angst vor dem Autofahren bzw. vor gewissen Situationen im Straßenverkehr, aber auch die Angst vor dem Auto selbst.


    Ich kann das alles nicht kopieren. Es ist zu viel. Also gibt es Wege damit fertig zu werden.


    https://www.bussgeldkatalog.or…faq_angst_vorm_autofahren


    Viel Spaß beim Lesen oder auch Hören der Meditationen oder Hypnosen

    Ralfsheidemarie

    Liebe Mel,

    Ich finde es sehr mutig von Euch ohne das 3D Geburtstagskind ans Meer zu fahren. Ich hoffe es tut Euch gut ihn im Herzen ans Meer zu begleiten und von dort aus den Stern anzuschauen. Robin's Stern. Vor 22 Jahren begann er selbständig zu atmen und löste sich von Dir. Betreten hat er die Welt ja bereits bei seiner Zeugung.

    Jetzt ist er wieder in Dir, nicht im Bauch aber im Herzen. Und mit ihm sind all die Erinnerungen und Geschehnisse seines Lebens.





    Jeder Stern wird Euer Freund sein. Jeder Stern erzählt vom Robin-Glanz........


    Ich wünsche Euch ein intensives Miteinandersein-gefühl am Meer.

    Ralfsheidemarie

    Liebe Kitty,

    auch ich möchte Dir mein Beileid aufschreiben. Deine Geschichte ist so traurig.

    Ich bin jetzt schon 67 Jahre alt aber ich erinnere mich noch sehr genau an die Zeit als ich in Deinem Alter war.

    Da hat sich nach 10 Jahren mein Freund von mir getrennt und es war eine sehr sehr schwere Zeit.

    Es ist nicht "nur", daß man dann allein ist sondern gestorben sind auch die Pläne, die Träume und Vorstellungen wie das Leben weiter gehen kann.

    An diesen sehr großen Kummer kann ich mich noch gut erinnern.

    Und wenn man verlassen wird ist das noch wieder anders als wenn jemand stirbt.

    Das erlebe ich ja jetzt mit 67 Jahren. Die Liebe bleibt, auch wenn der Liebste nicht mehr da ist.

    Daß es Dir noch nicht gut geht ist völlig "normal". Das Du nicht mehr sofort losweinst, wenn Du es erzählst ist ein großer Fortschritt. Du hast ja noch nicht mal das 1. Jahr rum.

    Ich habe am 23.11. das 1. Jahr rum.

    Und seitdem ich 2,5 Wochen im Urlaub war geht es mir besser. Erdrückt die Traurigkeit mich nicht mehr so stark und so lange.

    Ich hoffe sehr, daß Du etwas Hilfe bekommst.

    Auch wenn viele Menschen meinen so ein Unglück müsse man nun nach 8 Monaten überstanden haben....... Kannst Du denen ruhig mitteilen, daß dem nicht so ist.

    Auch Deinen Eltern gegenüber so zu tun als ginge es Dir gut finde ich schade.

    Aber vielleicht hast Du nicht so ein innigliches Verhältnis zu ihnen.

    Hatte Dein Verlobter denn Eltern, die jetzt um ihren Sohn trauern?

    Jedenfalls kannst Du Dich hier austauschen. Und ich glaube nicht, daß es so ein großer Unterschied ist ob man 34 oder 67 ist.

    Jede Geschichte ist anders. Allen gemeinsam ist der Verlust.

    Ich wünsche Dir Resilienz und die Kraft neue Pläne zu machen neben dem Trauern.

    Ralfsheidemarie