Mein Sohn ist plötzlich verstorben.

  • Das frage ich mich auch wo die Zeit geblieben ist...als Fred starb war seine kleine Prinzessin unsere Lucie noch so klein heute ist sie 7 und eine Sportskanone...sie macht immer und überall Spagat und schlägt ein Rad...gerade übt sie Handsstand

  • Nun möchte ich doch noch etwas loswerden zum Thema : Gefühle kontrollieren. Das Wort Kontrolle ist irreführend. Es hat einen negativen Beigeschmack. Gefühle müssen raus ,müssen gelebt werden,dürfen sich nicht stauen, denn dann kann es schwerwiegende Folgen haben. Kontrolle, um trotzdem wieder das Wort zu benutzen ,heißt für mich ,dass die Gefühle einen aber nicht davon abhalten,auch wieder positive Dinge erleben zu dürfen. Das heißt ,dass ich meine Gedanken auch auf etwas anderes lenke und damit Platz mache für positive Dinge. Die Gedanken beeinflussen den Menschen doch immer. Das fängt früh beim Aufstehen an und endet oftmals in Träumen in der Nacht.Wenn Ich also von Dieters Eichhörnchen spreche, so ist das ein gutes Beispiel für das,was ich meine. Seine Eichhörnchen beschäftigen ihn sinnvoll, denn sie brauchen ihn. Sie lenken ab vom ständigen Grübeln und trotzdem hat er dadurch immer eine Verbindung zu seiner Ursel. Wenn nun jemand sagt ,es kann ja nicht jeder Eichhörnchen haben , so ist das natürlich richtig. Aber ich glaube, dass jeder irgendetwas hat, woran er sich aufrichten kann und wenn es noch so klein ist. Auch der Glaube an eine Religion kann das sein.Ich wurde durch meine Hüfte abgelenkt, weil ich dazu gezwungen war. Es gibt Beispiele, wo sich trauernde Menschen ein neues Hobby zulegten. Und damit beschäftige ich mich automatisch mit etwas anderem. Das bedeutet Kontrolle. Ich bin aktiv geworden. An die Tür klopft keiner und sagt , :" Ich mache das für dich. Machen muss man es selbst. Das ist logisch. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, wo man für andere Dinge den Kopf freimacht ist sehr unterschiedlich. Und damit bin ich wieder bei Dieters Eichhörnchen . Sie haben ihn gebraucht und er sie. Daß er täglich an Ursel denkt und mit ihr spricht ist kein Widerspruch.Im Gegenteil. Auch ich denke an meinen Sohn und spreche mit ihm und bin traurig. Das wird immer bleiben und ich möchte das auch so.Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

  • Liebe Christine,


    ich verstehe jetzt besser was Du meinst.

    Ja das ist völlig richtig oft geschieht das ja ohne das man darüber nachdenkt man macht es automatisch.


    Gefühle kontrollieren heist für mich halt bisschen was anderes, was Du meinst ist eher den Fokus verschieben auf andere Dinge die einem Spass machen oder könnten, etwas das einem Halt gibt.


    Das kann man aber auch nur wenn man nicht am Ertrinken ist.

    Es sei denn es ist schon etwas da, wie z.B Tiere oder etwas anderes, wenn aber so gar nichts da ist ist das oft schwierig.

    Es kommt dann mit der Zeit ganz langsam.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen. Ich habe mich noch mal belesen. Ich weiß auch, daß es noch etwas anders ist,das Kontrollieren.Ich habe mal eine Therapie wegen meiner Angsterkrankung gemacht. Da war das Hauptthema. Angst ist das stärkste Gefühl, dass der Mensch hat. Es stammt noch aus der Zeit, wo der Mensch großen Gefahren ausgesetzt war. Und bis heute ist das Gefühl der Angst im Menschen fest verankert. Wir haben in der Therapie gelernt, wie man mit Gefühlen umgeht. Das fängt bei Atemtechnik an und endet bei Akzeptanz.Man kann das Thema nicht in wenigen Worten erklären. Es passt aber auch zur Trauer,denn Trauer ist auch ein Gefühl. Ich habe gelernt ,meine Angst zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass ich das gut fand,wenn ich diese Panikattacken bekam.Ich musste lernen ,dass die Angst mich nicht beherrscht. Mal ein Vergleich. Wenn ich früher immer über Brücken ging, hatte ich panische Angst und bin umgekehrt. In der Therapie bin ich mit der Angst über die Brücke gegangen. Glaube mir ,das hat mich was gekostet. Je mehr wir das geübt haben , umso mehr verlor ich die Angst.Sie beherrschte mich nicht mehr. Gerne gehe ich immer noch nicht über Brücken,aber ich gehe. Das verstehe ich unter Kontrolle der Gefühle. Das jetzt auf die Trauer bezogen kann ich hier nicht mehr erklären, das führt zu weit .Geholfen hat mir die Therapie,Silvios Tod anzunehmen. Das ging nicht einfach so, ,das brauchte Zeit ........ Nun kam eben der Postbote und brachte mir einen grossen Ventilator. Mir reicht es mit der Hitze. Liebe Grüße von Christine.

  • Liebe Christine,


    du hast einiges durch in Deinem Leben und ja ich verstehe absolut was das Dich gekostet hat am Ende hat es Dir wieder Freiheit gegeben.


    Das war es wert denke ich mir.

    Das mit der Akzeptanz fällt mir schwer extrem schwer aber das ist wie Du schon schreibst echt ein schwieriges Thema.


    Freu Dich über Deinen Ventilator übrigens ein feuchtes Geschirrtuch hilft die Luft etwas kühler zu machen nur so ein kleiner Tipp.


    Einfach drüber legen.


    Vlg. Linchen

  • Das Gerät hat 63 Dezibel. Bei den mobilen Geräten liegt das am untersten Geräuschpegel.
    Da hatte ich speziell drauf geachtet.
    In etwa wie ein grösserer angestellter Ventilator von der Lautstärke finde ich.


    LG
    Simon

  • Für alle im Forum. Ich habe in letzter Zeit viel geschrieben. Deshalb möchte ich eine kleine Zusammenfassung schreiben. Dann mache ich mal eine Pause. " Je schöner und voller die Erinnerung ,desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene schöne nicht wie ein Stachel ,sondern wie ein kostbares Geschenk in sich." Liebe Grüße von Christine. <3