wenn die sonne untergeht

  • hallo! ich habe meinen geliebten ehemann vor drei wochen an krebs verloren und bin auf eure seite gestossen.
    Ich bin mit dieser Art der kommunikation nicht sehr vertraut, darum bitte ich euch meine fehler zu entschuldigen!


    Vieles KANN MAN NICHT VERSTEHEN; aber ein wenig balsam auf der seele spüren, wenn man eure erlebnisse ließt, und das gefühl nicht auf dieser welt alleine zu sein! :33:

  • Er war mein leben wir haben 29 Jahren gemeinsam verbracht als diese schlimme krankheit alles zerstört hat.


    Hermann durfte nur 49 jahre alt werden. ein ganz besonderer mensch.
    Innerhalb von drei monaten hat der krebs ihn weggenommen.
    Ich hab fast tag und naCHT an seinem bett verbracht, wirhatten so vieles noch vor in unserem gemeinsamen leben!


    Und wenn man bis zum tod alles gemeinsam erlebt, dann frag ich mich in sehr dunklen stunden was man auf dieser welt noch soll! :33:

  • Danke für dein nettes hallo!


    Ich würd dieses nich ändern aber ich weiß leider nicht wie!


    Hermann und ich waren 29 jahre verlobt, wir wollten zu unserm runden endlich heiraten, jedoch als die krankheit im november 2012 ausgebrochen ist, hatten wir nur mehr sehr wenig zeit uns das ja wort zu geben. Es war ein sehr bewegter moment, andere wären feiern gegangen, wir mussten gleich naher wieder ins spital weil es hermann nicht so gut ging!


    Diese wochen bis zum tod waren so intensiv, ich hab keine minute zum verweilen gehabt.Da die angst immer mein begleiter war, ihn in stich zu lassen.
    Schlaflose nächte voll mit kummer, angst nur ich hab gewusst dass für ihn keine rettung gab. Und du musst den geliebten menschen ständig hoffnung gebn und in deinem inneren schreit alles .


    Es hat Momente gegebne, wo ich im stillen so viel geweint habe, und wäre am liebsten statt ihn gestorben.
    Selbst die gespräche über seine beerdigung haben wir zusammen geführt, und jedesmal hat es mich in meinem innertsten erschüttert so etwas tun zu müssen!


    und jetzt muss man alleine durch das leben gehen, alles erinnert an ihm, die kraft schwindet und die erkennnis NIE WIEDER seine stimme seinen geruch seinen körper die wärme einfach alles nicht mehr zu haben zu spüren diese endgültigkeit ist so schrecklich!

  • du bist durch die hölle gegangen - ich kann es dir nicht versprechen, daß es bald besser wird ... zeit ist ein wichtiger faktor - nur das hilft dir jetzt wenig ... keiner hat für den anderen ein patentrezept, denn das gibt es nicht ... über die zukunft würde ich nicht nachdenken, sondern eher versuchen tag für tag abzuarbeiten, denn trauerarbeit ist schwerarbeit, aber nach jedem weinkrampf fühlt man sich befreit ... nur egal ob wir weinen / lachen / schreien - wir ändern nichts - das sollte einem klar sein ... versuche dinge zu erledigen die du früher gerne gemacht hast - es ist schon ein erfolg sich ganz kurzfristig abzulenken, denn unser körper muss wieder kraft / energie tanken ...
    eva


    PS:. das leben ist ein ewiger kreislauf ... ich weis dieses NIE WIEDER schmerzt sehr ... aber wer sagt, daß man sich niemals mehr wiedersieht, natürlich nicht im hier und jetzt - wahrscheinlich auf einer ganz anderen ebene!

  • Liebe FCQFGnvO,


    auch von mir ein herzliches stilles Willkommen hier.


    Es tut mir so leid, dass Du so einen schlimmen Verlust erleiden musst und ich will Dir auch meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.


    Liebe Grüße sendet Dir
    Josef

  • Liebe FCQFGnvO!
    Sei herzlich willkommen hier bei uns! Es tut mir so leid, das Du Deinen Mann so jung hast gehen lassen müssen.
    Noch dazu mit so einer schlimmen Krankheit. Du hast ihn bis zum Schluß begleitet, das ist sehr stark von Dir.
    Das hat er gespürt, glaub mir.
    Hast Du jemanden zum reden in Deinem Bekannten-,Verwandtenkreis? Freunde?
    Noch ein Tipp an Dich. Eröffne doch einen eigenen Thread, damit Deine Beiträge nicht "untergehen". Sicher hilft Dir einer unserer Mod's dabei.
    Schreib gern über Dich, über Deinen Mann.
    Liebe Grüße
    Karla :24:

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Danke für eure lieben worte!


    Ja ich hab schon wen zum plaudern, aber wer diese situation am eigenen leib nicht miterlebt hat, kann viele gefühlsregungen nicht nachvollziehen. Man hört dann immer nur "es muss weiter gehen, du musst stark sein, es wir d schon wieder und so weiter.
    Diese liebgemeinten Phrasen kann man dann irgendwie nicht mehr hören.


    Ich war heute bei Hermann am Grab blumen zum valentinstag bringen und jedesmal frag ich mich warum das alles so kommen musste.
    Wenn ich mir nur vorstelle, dass wir vor vier wochen noch im krankenhaus waren und jetzt.


    Seine mutter hatte gestern geburtstag und hat es nicht geschafft ihn noch in diesen leben zu sehnen, sie wusste wie schwer er erkrankt war und hat den weg nicht gefunden.
    Wenn ich daran denke, wie sehr hermann sich das wünschte, schmerzt der verlust noch mehr. Ich konnte ihm den wunsch nicht erfüllen, denn die fahrt ins waldviertl wäre sein tod gewesen, aber sie hätte es tun können.
    Er hat zu lebzeiten für sie so viel gemacht, egal ob er krank war oder ich alleine blieb und deshalb kann ich solche sachen nicht nachvollziehen. Sie meidet mich auch oder hat angst mich anzurufen was mir momentan lieber ist, dann zu groß ist mein schmerz.

  • "Seine mutter hatte gestern geburtstag und hat es nicht geschafft ihn noch in diesen leben zu sehnen, sie wusste wie schwer er erkrankt war und hat den weg nicht gefunden.
    Wenn ich daran denke, wie sehr hermann sich das wünschte, schmerzt der verlust noch mehr. Ich konnte ihm den wunsch nicht erfüllen, denn die fahrt ins waldviertl wäre sein tod gewesen, aber sie hätte es tun können.
    Er hat zu lebzeiten für sie so viel gemacht, egal ob er krank war oder ich alleine blieb und deshalb kann ich solche sachen nicht nachvollziehen."


    genau diese textzeilen kann ich so nachempfinden ... bei uns war es die tochter meiner schwester - die in einem halben jahr den weg vom waldviertel nach wien ins spital ihrer mutter nur 2 mal fand, obwohl ich und nicht nur ich sondern auch ihr bruder, des öfteren inbrünstig gebeten habe, sogar den letzten stunden vor dem tod meiner schwester ... sie hatte 1000 ausreden und auch kein schlechtes gewissen, jetzt wollte sie sich vor dem offenen sarg von ihrer mutter verabschieden (sie hat ihr noch was zum sagen) trotz grosser lippe hat sie es nicht geschafft - eine frau über 40ig ... vielleicht kann jemand nachempfinden was ich von dieser nichte halte ... ich habe ein halbes jahr meine schwester täglich im KH besucht (vielleicht 3 mal ausgesetzt) ich bereue keine einzige stunde unsere verbindung war eine ganz besondere *lächel*

  • servus Josef!


    mein name ist silvia bin ebenfalls 49 jahre alt wie mein verstorbener Mann.


    Ich würde gern mein Fc... ändern weiß aber nicht wie, bin nicht so gut in diesen dingen daher a bisserl tollpatschig, sorry! ?(

  • hallo evii!


    Ich kann deine Empfindungen spüren, denn es tut so weh weil man nicht begreifen kann, dass menschen so etwas zusammen bringen.
    Ausserdem bin ich der meinung, egal was zwischenmenschliches passiert ist, gibt es situationen im leben, da muss man über sich hinauswachsen und verzeihen können.
    Aber das ist ewas womit so viele menschen ein problem haben, aber bei uns sagt man, am Grab ist es dann zu spät!


    Wenn ich nicht die möglichkeit gehabt hätte meinen mann bis zum tod begleiten zu können , wäre ich auf die eine oder andere art auch gestorben.
    Als kurzzeitig die möglicjkeit im raum stand, meinen mann nach innsbruck zu einem spezialisten zu fliegen, bekam ich panik. meine Angst war so groß, denn ich dachte was ist wenn dort was "probiert" wird und er stirbt? Es kam ja dann anders, als mir eben mitgeteilt wurde, dass alles hoffnungslos ist!
    :33:


  • KOMMT MIR SO VOR ALS HÄTTE MICH DAS LEBEN VOR DIE TÜR GESETZT!

  • kommt mir so vor als hätte mich das leben vor die tür gesetzt.
    seh nur noch schwarz/weiß und höre ein tosendes schweigen, fühle mich wie ein wortloses buch,wie ein erfrorenes meeresrauschen.
    Als wär es nacht am hellichten tage, als wäre es november im mionat mai!


    Als mein geliebter mann starb, ging für mich die sonne unter!

  • hallo josef!


    Danke ist ganz lieb von dir!


    Ich fühle mich wahnsinnig leer, denn mein sohn musste heute nach tirol zur schule für zehn lange wochen.
    Da er mit dem auto von seinem papa unterwegs ist, bedeutet es jedes mal für mich so als ob mein mann da wäre, denn wenn er
    wohin gefahren ist, hab ich ihm gewunken oder so verabschiedet. Selbst nach so vielen jahren des zusammenseins waren es gerade solche kleinen dinge die immer da waren.
    die einen spüren ließ, wie nah man sich war, und diese einsamkeit raubt einem manche tage den verstand! :33:

  • Liebe Silvia,
    möchte dir auch ein bisschen Kraft und Mut senden, das Gefühl geben, dass du nicht allein bist und dich hier willkommen heißen.
    Die Einsamkeit ist besonders an den freien Tagen auch bei mir besonders groß. Zwar steht ein großer stabiler Freundeskreis hinter mir und ich sorge noch für zwei "Kinder", dennoch fühle ich mich manche Stunde so allein gelassen, als gäbe es überhaupt keine Leute mehr.
    Ich verstehe gut deine Situation. Nach so vielen Jahren des Zusammenseins wurdest du nun in ein Leben geworfen, das du nicht willst. Ich möcht dich so gern trösten, so wie schon mancher Schreiber hier mich getröstet hat, oder mir Vorbild war. Ich denke, immer mal wieder hier im Forum zu lesen, oder zu schreiben gibt einem das Gefühl, nicht die Einzige zu sein, sondern nur eines unter sehr vielen traurigen Schicksalen erlitten zu haben. Ein kleiner Trost, aber immerhin ein kleiner, wie ich finde.
    schnee

  • Liebe Silvia,


    genau diese kleinen Dinge waren es, die das gemeinsame Leben ausgemacht haben und je länger sie da waren, um so mehr fehlen sie. Die Erinnerungen daran können sehr schmerzhaft sein, sie können aber auch trösten in den schlimmen Momenten der Einsamkeit.


    Alles Liebe von
    Dschina

    Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)