Krebsdiagnose

  • Hab mir übrigens vorgenommen, in Zukunft alle paar Wochen einmal mit einer Freundin übers Wochenende wegzufahren. Oder jemanden zu besuchen. Für die erste Aktivität gibt es schon einen konkreten Plan: noch einmal Prag (jetzt wo ich alles so schön im Kopf hab) mit einer Freundin, die sich gerade getrennt hat. Ist schon ausgemacht mit ihr :)

  • Das sind super Pläne ... soviel zu "sei lieb zu dir" wie brav und artig du bist ;)

    Ich wünsche dir eine gute Zeit.

    Und noch ein paar Sonnenstunden.

    Lg. heute aus Bremen (Messe Leben und Tod) bin also auch beruflich unterwegs ;)

  • Liebe StillCrazy


    Ich spreche mal von mir... also von der Tochter-Seite:)


    Mit meiner Mutter hatte ich anfangs ein eher schlechtes Verhältnis (viele Vorwürfe von meiner Seite) doch nun ist alles bestens. Puuuuuuuh... hat lange gedauert...


    Wir haben täglich WhatsApp Kontakt! der sehr lieb aber eher oberflächlich ist.


    Ich bin froh, dass es so ist, weil ich mein eigenes Leben selbstbestimmt lebe und mich nicht permanent rechtfertigen will. Ich denke als Tochter koppelt man sich irgendwann ab und die Gedanken kreisen vermehrt um das eigene Leben.. man lebt einfach ein eigenständiges Leben.


    Die Frage ist, wie es im Leben Deiner Tochter aussieht... hat sie viel Stress bei der Arbeit... wenig Freizeit... Beziehungsprobleme... oder andere Probleme Herausforderungen... kann auch Karriere sein. Vielleicht braucht sie Kraft für ihr Leben und möchte ihr Leben positiv gestalten.


    Ich nehme sie nicht im Schutz! Ich möchte nur den Gedanken aufwerfen, dass sie vielleicht gar keine Ressourcen hat oder gefühlsmässig Deine Situation nicht händeln kann.... Sie vielleicht nicht nachhakt weil sie denkt wenn sie nicht frägt ist alles gut... also Scheuklappen...


    Eine Lösung wäre vielleicht unbeschwert... ohne Erwartungen sie einfach mal zum Essen einladen oder an einem neutralen Ort etwas gemeinsam zu unternehmen. Vielleicht kommt sie wenn Ihr persönlich zusammen sein auf Dich zu.... und frägt in einem ruhigen Moment wie es Dir so geht?


    Jaaa... denke an Dich .. vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit ihr zu sagen: Meine liebe Tochter... ich brauche Dich... könntest Du einfach mal kommen dass ich Dich live sehe.. dass würde mir schon sehr viel geben.


    Liebe Umarmungen


    Katarina

  • Liebe Katarina,

    danke für Deine so ausführliche Antwort :)

    Dadurch, dass ich meine Mama so früh verloren habe, kenne ich diese Art des Abnabelns nicht. Die Erfahrung fehlt mir, ich kann jetzt also nicht darauf zurück greifen und mir von da ausgehend meinen Reim auf ihr Verhalten machen.

    Deshalb bin ich auch dankbar dafür, das ganze aus der Tochterperspektive dargelegt zu bekommen. Du klingst überhaupt nicht so, als wolltest Du sie verteidigen.

    Täglicher Whatsapp Kontakt wäre in unserem Fall schon viel. Eigentlich ist es so, dass sie reagiert, wenn ich ihr etwas schicke.

    Von sich aus meldet sie sich sehr selten.

    Soviel ich weiß, hat sie momentan keinen besonderen Stress. Meine Einblicke sind aber begrenzt.

    Und es kommt durchaus vor, dass wir uns an einem neutralen Ort treffen. So ca. alle 8 Wochen einmal. Das ist dann recht nett, wir reden über Themen, bei denen wir uns einig sind: Feminismus, Politik, Filme

    Und dann verschwindet sie wieder.

    Ein bisschen gab ich den Eindruck (der könnte aber auch ein Irrtum sein), sie holt sich, was sie gern hat (eben: eine Einladung - zum Essen oder wozu auch immer) - und dann ist sie wieder weg. Warum das so ist - keine Ahnung. Wie gesagt, wenn ich vorsichtig nachfrage, wird sie eher ungehalten. Einmal hat sie gesagt, sie habe den Eindruck, sie sei "präsent genug".

    Offenbar hat sie noch nicht mitbekommen, dass das in einer guten Beziehung nicht eine(r) allein definiert, wieviel Präsenz "genug" ist.

  • Liebe stillcrazy


    Vielleicht kannst du deiner Tochter ja sagen das du sie öfters sehen möchtest als nur alle 8 Wochen.


    Ich mein jetzt habt ihr noch die zeit dafür aber wie wir alle wissen kann sich das schnell endern und nicht das es dann heißt hätten wir doch nur...


    Ich hatte ein sehr enges Verhältnis mit meiner Mama sie war und ist mir immer noch sehr wichtig sie hat mich 9 Monate unter ihrem Herzen getragen und mir das Leben geschenkt hat.


    Ich finde es sehr schade das deine Tochter sich nicht die Zeit nimmt für dich sie hat nur eine Mama und das sollte sie schätzen.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende

  • Konnte gestern noch ein wenig mit Rudi reden. Es ist schon erstaunlich, wie er die Dinge sieht. Die zentralen Aussagen waren:

    So schlecht geht es mir zur Zeit gar nicht.

    Und:

    Es kann doch jederzeit anderen auch was Schlimmes passieren.

    Zugegeben: stimmt beides.

    Aber damit scheint für ihn alles klar zu sein. Alles nicht so schlimm oder so. Und damit auch keinerlei Verständnis für das, was mich innerlich so aufreibt.

    Ich weiß nicht: sieht er es wirklich nicht oder will er es nicht sehen?

    Er war ehrlich betroffen, als ich ihm ein wenig erzählen konnte, wie es in mir aussieht. Aber irgendwie kann er scheint's nicht nachvollziehen, wie das alles mit seiner Krankheit zusammen hängt.

    Ich reiß mir einen Haxen aus und er findet das ganz normal.

    Soll ich ihm sagen, dass mein Leben seit August im Modus der Schadensbegrenzung läuft? Dass ich das eigentlich nicht will: mit einem chemisch kastrierten, inkontinenten Mann zusammenleben und das vielleicht noch jahrelang? Mit einem Mann, der keinerlei Einsicht zu haben scheint, was das alles für mich bedeutet? Mit einem Mann, gür den alles geregelt ist, weil es ihm ja ganz gut geht und anderen auch jederzeit etwas passieren kann....

    Ich fasse es nicht 8|8|8|

  • Liebe StillCrazy


    Er ist für mich wie ein Kind, das die Decke über den Kopf zieht und dadurch denkt, dass es nicht gesehen werden kann. Das heisst, wenn er kein Problem damit hat... wieso solltest Du Damit ein Problem haben???


    Vielleicht ist die einzigste Möglichkeit ihm den Ernst der Lage klarzumachen indem Du ihn einfach sensibel frägst: Wie ist es mit der Abstellung der lebenserhaltenden Maschinen?.... Wie hättest Du gerne Deine Beerdigung? ..... Über solche Dinge sollte man ob krank oder nicht miteinander in einer Partnerschaft besprechen....


    Für Dich liebe StillCrazy besteht die Möglichkeit der "Akzeptanz" und des "Loslassen" aber ich kann mir vorstellen, dass es Dir sehr schwer fallen würde. Schliesslich willst Du für die Zukunft "gewappnet" sein.. wissen was auf Dich zukommt (grob weisst Du es ja.. leider..)und Schadenbegrenzung für ihn und Dich zu machen. Und Du willst natürlich Dich vor dem Schmerz und Verlust beschützen....


    Wenn es Dich zu sehr belastet und Du Dich vom ihn nicht trennen kannst... gehe so oft wie möglich weg um Deinen Kopf klar zu bekommen und auf andere Gedanken zu kommen. ...


    Aber Du musst Dich ehrlich fragen: Kann ich das?... Möchte ich das?...

  • Liebe Katarina,

    wie klug Du bist!

    Also: nicht, dass ich daran je gezweifelt hätte, aber Deine Worte oben stellen es noch einmal sehr eindrücklich unter Beweis!

    Ich habe ihm jetzt noch einmal erklärt, wie unglücklich mich diese Situation macht (bei aller Bewunderung seiner Gelassenheit - das habe ich ihm auch gesagt - bin ja tatsächlich froh, dass er nicht herumflippt, depressiv ist oder so).

    Vielleicht ist das ein Anfang (wovon weiß ich nicht) zumindest nicht mehr zu schweigen. Mir selber zumindest so weit gerecht zu werden, dass ich (zumindest ab und zu) sage, was Sache ist.

    Da war jetzt viel zumindest drin, lese ich grade. Das sollte mit der Zeit wohl auch weniger werden. Mich nicht dauernd mit dem Mindestmaß begnügen, auch einmal richtig viel wollen.

    Das nehm ich mir für (etwas) später vor.

  • Liebe StillCrazy,


    ich bin gerade dabei deinen thread zu lesen - unterbreche kurz, um dir einen Gruß zu schicken.:24:

    Du hast ein schweres Päckchen zu schultern und gehst bewundernswert damit um.


    Ich wünsche dir einen guten Wochenstart und viele, viele schöne Augenblicke , die du aus vollem Herzen genießen kannst.


    AL

    blaumeise

  • So, jetzt bin ich also wieder im Büro...


    Das Heimfahren / Heimkommen von Prag war schwer. Der gestrige Sonntag auch. Ich führe es darauf zurück, dass ich Rudi gesagt habe, wie es mir geht.


    Samstag war eigentlich noch ganz ok. Ichhabe eine Maus im Badezimmer entdeckt und vor Schreck geschrieen. Dabei bin ich keine besondere Prinzessin auf der Erbse und auch am Land aufgewachsen. Aber wenn sich in der Schmutzwäsche plötzlich etwas bewegt - wer erschrickt da nicht. Später ist das noch einmal passiert. Und wieder ein Schrei.


    Naja, jedenfalls Stunden später steht Rudi auf der Terrasse und macht durch die Tür Zeichen, ich solle ihn hereinlassen. Ich denke: um Gottes Willen, hab ich die Tür zugemacht, sodass er nicht mehr hereinkann? Aber nein, sie war nur angelehnt. Ich mache auf und sage: jetzt hatte ich schon befürchtet, Dich ausgesperrt zu haben.

    Und er antwortet: Liebes (in keinem sehr lieben Ton) sei nicht immer so schreckhaft. Dabei war ich da gar nicht erschrocken, eher perplex.

    Und ich habe ihm (auch in einem nicht-lieben Ton) gesagt: ich bin schreckhaft, weil es mir schlecht geht. Wenn du eine Frau willst, die mit der ganzen Misere gut zurecht kommt, dann musst du dir eine backen.


    Dann haben wir ganz normal zu Abend gegessen und ferngesehen. Gegen Mitternacht sagt er, in einem etwas genervten Ton: ich gehe jetzt schlafen. Ich sage: ich komm auch gleich. Er sagt: nein, nein - bleib nur. Und ich sage: wenn du mich nicht bei dir haben willst...

    Dazu muss ich ergänzen; wenn ich sage, dass ich schlafen gehe, sagt er immer, dass er gleich nachkommt.

    Und: ich habe seit Jahren das Problem, dass es Phasen gibt, in denen er körperliche Nähe nicht will. Auch nicht in den Arm nahmen und so - vor allem im Bett. Das Gefühl, nicht gewollt zu werden, kam also nicht von ungefähr.


    Wenn ich mir diese Interaktionen jetzt so durchlese, habe ich das Gefühl, sie wirken pubertär. Aber was soll ich machen - es war so.


    Und damit der ganze Sonntag im Eimer. Ich habe ihm gedankt, dass er den Frühstückstisch gedeckt hat. Er sagt (in nicht liebem Ton): wofür?

    Dan fragt er mich, wie's mir geht. Ich sage: geht so. Und dir?

    Er sagt: ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. In vorwurfsvollem Ton. Als sei ich Schuld daran.

    Ich habe dann im Garten gearbeitet und er ist stundenlang auf der Terrasse gesessen und hat ins Leere gestarrt.

    Gegen Abend ist es dann besser geworden, er hat dann auch wieder ein wenig gesprochen.


    So, jetzt habe ich mir das von der Seele geschrieben.

    Für mich ist sein Verhalten (kenne ich aus früheren Jahren, als er depressiv war) eine Reaktion auf meine Aussagen, wie es mir geht. Ich habe auch am Samstag noch was gesagt darüber. Ich habe gesagt: ich bvin auch von deiner Krankheit betroffen, nicht nur du. Du bist anders betroffen, und ich bin anders betroffe, Aber betroffen bin ich auch. Durch deine Art, nie zur Vorsorge zu gehen, hast du großes Unglück über dich gebracht. Du hast aber auch großes Unglück über mich gebracht.


    Unterm Strich bleibt für mich die Schlussfolgerung: wenn ich sage, wie es mir geht, dann hat das keinen Platz. Er ist der Arme, und wenn ich über die Situation klage, dann mache ich ihm auch noch "Vorwürfe".

    Und dann kommt er mit: ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen.... Ich bin seit fast 20 Jahren wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung. Ich kenne mich damit alsdo wirklich aus. Und meine Sichtweise ist die: wenn ich mit dem Schlafen Probleme habe (hatte er auch immer wiede rmal seit der Diagnose), dann gehe ich zum Arzt. Wenn ich das nicht tue, bin ICH für die Schlafstörungen verantwortlich. Und nicht mein Partner, auch wenn ich mich über ihn ärgere.


    Es ist dieses Scheißgefühl, dass meine Situation, mein Befinden keinen Platz hat. Er macht auf "alles ok", und das habe ich gefälligst auch zu tun. Wenn ich nicht mitspiele, wenn ich Tachles rede (und das tut mir so gut), dann mache ich ihm Vorwürfe, dann bin ich böse, dann bin ich Schuld an seinen Schlafstörungen.

    Wunderbar - dann haben wir ja die Person, die für die Misere verantwortlich ist, identifiziert: ich bin es.

    Wie schön!

    Der Ausweg ist dann, dass ich mein Verhalten ändere. Er kann weitermachen wie bisher. Er geht ihm schließlich "ganz gut" und schlimme Dinge können "jederzeit jedem" passieren (siehe früherer Eintrag).


    Ich halte diese Vogel-Strauss-Politik nicht mehr aus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    Vor langer Zeit gab es schon einmal eine tiege Krise, in die er durch permanentes Wegschauen geraten ist. Er hat die Arbeit verloren. Wurde jahrelang auf das Existenzminimum gepfändet. Er war depressiv, hat aber nichts dagegen getan. Für mich waren diese Jahre die Hölle.

    Jetzt ist es wieder so: durch permanentes Schleifen-Lassen ist die Situation jetzt die, die sie ist.

    Nie war er beim Arzt. Bis ins Alter von 63 Jahren hat er nicht gewusst, was ein PSA-Wert ist.

    Ach, ich wiederhole mich...


    So ein Scheißtag heute :33::33::33::33::33::33:

  • Liebe stillCrazy,

    das tut mir leid, dass deine schöne Zeit in Prag nicht länger nachhallen kann und durch den Ärger zu Hause fast vergessen scheint.


    Ja, wirklich ein Scheißtag! Wirklich rede geht nicht mit Rudi, scheint mir. Vorwürfe zu finden, in einem Gespräch, in dem es um EUCH gehen soll ist immer leicht. Und auch wenn du keinen Vorwurf machst, so denke ich, dass er wohl weiß dass er Verantwortung trägt.

    Die Vogel-Strauß-Taktik ja die ist schwer auszuhalten, wenn du selber eine Macherin bist.

    Kann es sein, dass er so mit dir war, weil du weg warst? Oft spitzen sich ja Themen zu, wenn der Partner/die Partnerin eine Zeit lang weg ist.

    Hat es ihm vielleicht Angst gemacht, dass du nicht da warst?


    NEIN, ich will ihn nicht schützen,wenn er den Kopf in den Sand steckt und ungut zu dir ist. Doch diese Gedanken sind mir einfach durch den Kopf gegangen.

    Hast du dir schon mal überlegt, ob du ihm vorschlagen willst, dass jeder eine Zeit lang wieder in der eigenen Wohnung verbringen könnte, damit ihr beide den Kopf und die Seele ordnen könnt?


    Ich wünsche dir heute einen Sonnenstrahl direkt im Gesicht, die Wärme im Rücken und Momente, in denen du zur Ruhe kommen kannst.

    Lg. Astrid.

  • Liebe Astrid,


    ich freue mich so, dass Du mich verstehtst!!!!!!!!!!!

    Und Du erweckst auch überhaupt nicht den Anschein, als wolltest Du Rudi schützen. Ich überlege mir ja auch, welche Erklärungen es für sein Verhalten gibt. Er ist ja kein böser Mensch, der mutwillig ungut ist.

    Aber ich fühle mich einfach ordentlich verarscht von ihm. Ich tu seit August wirklich was ich kann. Und wenn ich dann einmal wage anzusprechen, wie es mir ums Herz ist, dann sowas.

    Wie soll der weitergehen? Jahrelang?


    Ja, das mit dem zeitweisen auseinander wohnen, darüber denke ich jetzt wieer viel nach. Wir hatten es ja auch vor der Diagnose so, dass er pro Woche 3 Nächste in seiner Wohnung verbracht hat.

    Das haben wir dann aufgegeben, weil ich ihn mit alldem nicht die halbe Zeit allein lassen wollte.

    Jetzt hätte ich - ehrlich gesagt - gerne wieder, dass er nicht immer da ist.

    Aber es fällt mir schwer, ihm das mitzuteilen.


    Mein Bedürfnis nach Erholung, nach Ruhe ist groß. Gestern zu sehen, wie er sich beim Aufstehen immer angehalten und das Gesicht verzerrt hat, das war schier unerträglich. Ich habe das Gefühl, immer wenn ich etwas sage, was er nicht hören will, macht er auf arm.

    Das hätte er vielleicht mit seiner Mama klären sollen (hat er aber nicht getan, obwohl sie erst vor kurzem mit fast 95 Jahren gestorben ist). Bei mir zieht das nicht. Ich bin nicht seine Mama. Ich bin eine Frau, die einen Partner auf Augenhöhe möchte.


    Danke jedenfalls für deine guten Worte. Soweit ich das beurteilen kann, hast Du mit allem völlig recht!

  • Liebe StillCrazy


    Und: ich habe seit Jahren das Problem, dass es Phasen gibt, in denen er körperliche Nähe nicht will. Auch nicht in den Arm nahmen und so - vor allem im Bett.

    Dann hätte er seinen "Willen" wenn er 3 Nächte in seiner Wohnung übernachtet.


    Desweiteren ist es besser 3 Nächte getrennt zu verbringen als wenn Du eines Tages nicht mehr kannst und dich trennst.


    Liebe Grüsse

  • Liebe StillCrazy!


    Ich bin ja nach wie vor da im Forum zur Zeit hauptsächlich im "Lesemodus", weil ich einfach selber gerade viel im Kopf habe.

    Ich habe auch keine guten Ideen, die dir in irgendeiner Weise helfen könnten.

    Ich will dir nur sagen, ich bin gedanklich bei dir, ich verstehe jedes Wort, kann es nachvollziehen.


    Er tut sehr wenig dazu, dass die Beziehung gut läuft. Man könnte das verstehen, wenn er sich voll dem Kampf gegen den Krebs stellt und deshalb einfach wenig auf dich schauen kann. Aber er schaut ja weder auf dich, noch auf sich selbst.

    Das ist hart.

    Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn er ab und zu in seine Wohnung geht. Vielleicht wird ihm dann Einiges klar.

    :30: Alles, alles Liebe für dich! Ich weiß, wir alle können nur aus der Entfernung trösten, aber wir sind da, wir hören zu!

    Hedi

  • Liebe Hedi, liebe Lilo, liebe Astrid, liebe Katarina, liebe Ihr-Alle!


    es tut so gut, von Euch zu lesen. Es ist einfach gut, dass Ihr "da" seid, dass Ihr mitdenkt, dass Ihr mich nicht alleine lasst.

    Ich weiß schon, leben muss ich selber in dieser Scheißsituation. Und halt irgendwas draus machen. So wie Ihr in Euren Situationen lebt, die auch nicht ohne sind (um es vorsichtig zu formulieren). Und ich kann auch nur von außen was schreiben und versuchen, ein gutes Wort zu finden.

    So ist das halt...


    Trotzdem freue ich mich so, dass Ihr da seid. Dass ich hier sein kann. Dass ich mich mit Euch austauschen kann. Es bedeutet mir so viel. Ihr bestärkt mich, gebt mir Selbst-Sicherheit und Mut. Von dem habe ich viel mehr, seit ich hier unterwegs bin.


    Es tut irgendwie gut, wieder in der Arbeit zu sein. Die altbekannten kleinen Rituale und Witzchen. Die Leute, die im Grunde alle nett sind. Hier herrscht Normalität.

    Am Abend gehe ich zu meiner Beraterin in die Krebshilfe. Da kann ich dann auch drüber reden. Wie schwierig es ist, bei ihm immer wieder auf Granit zu beißen...


    Danke für Euer Ateilnehmen. Es bedeutet mir, wie gesagt, sehr viel. Ich wüsste nicht, wo ich ohne Euch gerade wäre. So fühle ich mich bei Euch aufgehoben, das stärkt mir trotz allem den Rücken.


    DANKE!!!!!!