Mein Mann ist von einem moment auf den anderen Plötzlich nicht mehr da

  • Hallo,


    mein Mann ist von der einen Sekunde auf der anderen einfach nicht mehr bei uns....Am 19.04. hatte ich den letzten, schönen Mittag, in unseren Lieblingscafe, mit ihm. Am Nachmittag heben wir noch kurz zusammen Telefoniert um zu Planen was wir zusammen zu Abend essen und ob es unseren Kindern gut geht. ich war Arbeiten, nach der Arbeit hatte ich noch versucht ihn zu erreichen um zu hören ob alles okay ist und wir alles da haben, ich konnte ihn nicht erreichen....also bin ich zum Bus und bin in den nächsten ein gestiegen. Nach der hälfte der fahrt ruft mich das Handy meiner ältesten Tochter an. Nur das nicht sie dran war sondern eine Sanitäterin die mich gefragt hat ob ich denn bald zu Hause sei! Ich meinte das es noch einen Moment dauern würde da ich mit den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin und hab Nachgefragt ob es denn was schlimmes sei und ob es meinen Kindern gut geht, darauf hin meinte sie, ja es ist etwas schlimmes passiert ihren kindern geht es gut, wir bleiben vor Ort bei Ihnen bis sie da sind. Ich hatte Natürlich eine Ahnung aber nichts kann einen darauf vorbereiten, nichts. Zuhause Angekommen stehen vor dem Haus in dem wir Wohnen Krankenwagen, Ersthelfer, Polizei alle lichter leuchtend an und mir bleibt die Luft weg, der Weg nach oben kam mir so steil und unendlich lang vor, in der Tür geht mein Blick den Flur lang und ich sehe die Füße meines Mannes aus dem Wohnzimmer ragen und die Gewissheit ist da und eine, Meine, Welt bricht zusammen. Meine älteste Tochter sitzt im Kinderzimmer ihrer kleinen Geschwister, die beiden spielend und kletternd da sie es noch nicht ganz verstehen, heulend und entschuldigend mit der Sanitäterin da. Meine 14 jährige Tochter die versucht hat, vorbildlich, ihn wieder zu beleben wie ich später Erfahren habe, sitzt da und Entschuldigt sich. Mein Mann ist in unserer Wohnung die drei Stufen gestürzt, ist wieder aufgestanden und meine Tochter meinte soll ich den Notarzt rufen? meinte er, Nein gib nur einen Moment, ich leg mich kurz hin, darauf hin ist Sie mit den zwei kleinen zum Spielplatz und er sagte noch er käme gleich nach er möchte noch das Abendessen vorbereiten. er hat es auch getan nach dem hinlegen, nach einer Stunde meinte Meine älteste kommt wir gehen mal heim. In der Tür hat sie ihn unten schon liegen gesehen hat die kleinen ins Kinderzimmer geschickt und hat direkt wieder Belebungsmaßnahmen vorgenommen und den Notarzt gerufen. Hinterher hab ich erfahren das sie es so Vorbildlich in der richtigen Reihenfolge gemacht hat sowas schaffen kaum die Erwachsenen. Natürlich hab ich versucht sie zu beruhigen und hab ihr versichert das sie rein gar nichts falsch gemacht hat, und es einfach nur zu spät war.

    Jetzt sind meine 4 und ich alleine....

    so Plötzlich...klar ich habe ne tolle Familie und Freunde aber das ist nicht das gleiche.

  • Liebe Mel,<3


    ein willkommen sende ich dir .... Du bist jetzt , wie wir alle, in der Gemeinschaft von Trauernden , die sich für eine Zeit ihres Lebensweges begleiten...


    Jetzt sind es fast 4 Monate her, dass ihr diesen schmerzhaften Verlust , für dich deines Mannes... und für die Kinder ihres Papas überlebt habt...


    Aus deinen geschriebenen Sätzen , lese ich nach wie vor, diese Fassungslosigkeit des Todes heraus... Ja, es ist der schmerzhafteste Einschnitt im Leben eines Menschen , wenn ein geliebter Mensch , diese Erde verlässt...


    Bei dem Lesen deines Trauerberichtes , sind mir direkt zwei Situationen "aufgefallen"...

    Beide haben etwas mit Trauer- und gleichzeitig Schuldgefühlen zu tun...

    Bei dir

    und hat direkt wieder Belebungsmaßnahmen vorgenommen und den Notarzt gerufen. Hinterher hab ich erfahren das sie es so Vorbildlich in der richtigen Reihenfolge gemacht hat sowas schaffen kaum die Erwachsenen. Natürlich hab ich versucht sie zu beruhigen und hab ihr versichert das sie rein gar nichts falsch gemacht hat, und es einfach nur zu spät war.

    das kann ich mir absolut gut vorstellen , das du ihr das vermittelt hast<3<3:30:<3<3 weil man als Mama ja wirklich immer seine Kinder trösten möchte ... Ich hoffe du hast für dich den tiefen Trost etwas gefunden , dass du nicht deinen Mann gefunden hast , sondern deine Tochter...


    Damit sind wir leider bei der traurigen Situation deiner Tochter


    Meine älteste Tochter sitzt im Kinderzimmer ihrer kleinen Geschwister, die beiden spielend und kletternd da sie es noch nicht ganz verstehen, heulend und entschuldigend mit der Sanitäterin da.

    das ist leider, leider bei Kindern und Jugendlichen in Lebenskrisen so ... das sie sich die Schuld am versagen geben...

    Wie du ja völlig richtig geschrieben hast...

    hast du ihr und ich denke auch die Sanitäterin und der Notarzt ihr gesagt, dass sie eben keine Schuld hat...


    Ich hoffe sehr, dass sie , deine Tochter , einen psychologischen Beistand hat... Ich hoffe, das Christine , als Fachkraft, die bald aus ihrem Urlaub zurückkommt , dir<3 euch<3 etwas dazu schreibt...


    Eine Userin von "hier", Gast indian summer

    hat viele gute Adressen, die euch auch weiterhelfen könnten...


    Vielleicht seit ihr alle ja auch in einem Trauercafe ....

    Ich wünsche dir, dass du dich hier genauso geborgen fühlst , was durchaus passiert...

    Was ich auch immer gerne schreibe....


    schreibe...schreibe...schreibe ... dir alle deine Gefühle von der Seele ... es kann dir wirklich eine kleine Erleichterung verschaffen

    Wie du es hier nicht als Floskel hingeschrieben erleben wirst

    mein tiefes Mitgefühl dir/euch aussprechend

    deine/eure Claudia Amitola

  • Liebe Mel!

    Deine Erzählung ist so traurig, so schlimm, dass eine Familie so etwas mitmachen muss.

    Zum Verlust kommt da die absolute Traumatisierung dazu, so eine Situation, so ein Schock, das ist unvorstellbar!

    Ich heiße dich hier im Forum herzlich willkommen und hoffe sehr, dass du dich hier gut aufgehoben fühlst.

    Alles Liebe für dich und deine Kinder!

    Hedi

  • Liebe Mel,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.


    Noch keine vier Monate, dass das Unglaubliche in einer unvorstellbaren Art in euer Leben kam.

    Wie geht es deiner Ältesten Tochter, die da so vorbildlich reagiert hat? Kann sie darüber sprechen, was passiert ist? Kann sie über ihre heutigen Gefühle reden?

    Du hast 4 Kinder? Wie alt sind sie? Wie gehen sie mit dem Tod des Papas um?


    Und du? Wie bekommst du den Alltag auf die Reihe? Wo fehlt er dir am Meisten? Wie und wann hast du Zeit für deine Trauer? Kannst/musst du arbeiten - oder kannst/musst du zu Hause sein?

    Ich bin ab heute im Urlaub und werde deine Antwort erst in drei Wochen lesen. Ich weiß dass du hier gut aufgehoben bist. Schreibe dir von der Seele, was dich bedrückt, ordne in Worte, was so unglaublich und unvorstellbar ist. Worte machen das Unfassbare fassbarer und so ein bisschen begreiflicher.


    Liebe Mel, ich wünsche dir und deinen Kindern, dass ihr erträgliche Tage habt und miteinander den Weg durch die Trauer gehen könnt. Damit irgendwann wieder ein lebenswertes Leben möglich sein wird.

    Lg. Astrid.

  • Hallo Ihr Lieben und Danke für euer Mitgefühl.


    Nun mein älteste Tochter wird im September 15, mein 2 ter ist 12, dann 5 und noch 4. Für die kleinen ist es die meiste Zeit so das es so wirkt als wäre der Papa für ein paar Tage weg, der Begriff Tod oder verstorben, ist genau das für sie, ein Wort!

    Sie vermissen Ihn unglaublich, denn er hat soooo viel Zeit mit ihnen verbracht, ihnen viel erklärt, viel gezeigt und liebe gegeben.

    Ich möchte nur kurz erwähnen das ich meinen Mann erst vor ca 8 Jahren kennen gelernt habe, aber er meine beiden ältesten immer als seine angesehen und versucht eine Vaterfigur für sie zu sein. Er war von einer Zeit vom Singel erst ein 2 fach papa und ziemlich schnell ein vierfach Papa. Er hat mir gezeigt das es wirklich Liebe; Vertrauen, Respekt in einer Beziehung gibt.

    Meinen Kindern geht es soweit gut. Nachts hat vor allem meine jügste Probleme und schläft fast auf mit, die Verlustangst im Kindergarten wenn ich gehe haben Sie zum Glück nicht mehr.Das hat sich vor etwa einem Monat gelegt.

    Mein älterer Sohn scheint normal so wie immer zu sein ausßer das er wieder die nähe sucht und etwas ruhiger Geworden ist, nicht still sondern mehr zu Hause. Er geht normal raus, trifft freunde geht zum Training...

    Mein 5 jähriger ist sehr intelligent er sieht es nüchtern, hat am Anfang öfter Nachgefragt wann er denn zurück kommt vom Himmel!

    Das er gefälligst zu Ihm kommen soll denn wir vermissen Ihn, es war sehr schlimm wenn er sich Verletzt hat, da war immer Papa da und hat ihm helfen können, Ich konnte es in seinen Augen nicht denn Papa hat ihn meist getröstet. Sie sind sich so ähnlich....er hat immer alle worte von seinem Papa förmlich aufesaugt...er hat einen fantastischen Wortschatz spricht fast wie er...Er fehlt ihm...aber er kommt gut klar und versteht das er nicht mehr wieder kommen kann und wird. Er hat mich gerade eben gefragt ob es in meinem Herzen immer noch so weh tut und ich sagte ja und bei dir? Er meinte nur, ja Mama etwas aber er lebt in meinem herzen und Gedanken, so wie du es gesagt hast.

    Ich denke der schmerz kommt irgendwann wieder wenn er älter ist und es auf eine andere Art begreift. wir reden normal üer ihn oder sie sagen auch mal was Papa in bestimmten Situationen gesagt oder anders gemacht hat.


    Meine älteste redet mit freunden und Familie darüber, Sie hat weiterhin gute Noten ist vernünftig und hilft.Sie ist toll.


    Die Seelsorgerin meinte ich solle die Kinder beobachten und nur wenn irgendwas auffällt das sie sich verändern solle ich mit Ihnen zur Theraphie, das selbe sagt die Kinderärztin.


    In welcher Situation oder im welchen Moment vermisse ich meinen Mann?!

    Ich vermisse ihn ständig, ich konnte wenn wir nicht gerade zusammen unterwegs waren, was nicht oft war, anrufen, ihm schreiben, er hatte immer ein offenes Ohr für mich und genau die richtigen Worte, er hat sich mit mir über Kleinigkeiten und Nichtigkeiten gefreut oder mit mir geärgert, er war immer für mich da, er hat mich aufgefangen wenn es mir nicht gut ging, hat mit mir oder eher für mich jeden mist mit gemacht, spontan Ausflüge, spontan Renovierungen oder neue Ideen mit mir umgesetzt. Er war Schreiner und wenn ich ihm nur einen schrank oder Bett gezeigt habe und meinte das wäre toll, hat er es mir gebaut. Wir haben viele Ausflüge unternommen...also ja es sieht so aus als fehlt er mir Ständig. Wir haben auch nie Gestritten nur Meinugsverscheidenheiten gehabt und diese besprochen.

    Im Alltag komme ich gut klar das war nie mein Problem, Haushalt und co hab ich gemacht...Termine und Einkäufe meist zusammen aber auch mal jeder abwechselnd alleine. Wir lachen und leben...sind Traurig zusammen...machen Ausflüge... wir Leben, denn das leben geht weiter.

    Ich habe so viel schlimmes erlebt unter anderem musste ich meinen Sohn, eigentlich hab ich fünf Kinder,zum Grabe tragen, habe eine nicht so tolle Beziehung, zum Vater meiner ersten 3 hinter mich geberacht und noch einiges mehr, aber ich hab alles geschafft und weiter gelebt denn den Kopf hängen lassen und aufgeben kommt nicht in frage, das Leben ist viel zu Kostbar. Man sollte immer weiter kämpfen und auch wenn es nicht so toll ist und in Moment schwer so dreht sich die Welt weiter.

  • wow Respekt und Hut ab für deine tolle Einstellung.gerade weil du auch sehr viel schlimmes erleben müsstest. Du hast ja total recht damit... aber ich krieg das zur Zeit einfach nicht so wirklich umgesetzt. Meine Welt steht irgendwie und dreht sich nicht weiter.

  • liebe Mel<3


    DANKE , für deine Schilderungen der Gefühle und Aussprüche deiner Kinder und der Lebensbeschreibungen von dir, deinem Mann und euren Kindern... Je mehr beschrieben wird, umso mehr kann man ja auf dich eingehen, dir

    ja was geben.... Meine beiden Kinder haben meinen langjährigen Lebensgefährten ( er war auch Schreiner und Restaurator) als väterlichen Freund oder sogar bei meiner Tochter war es so , als "fast Papa" angesehen...

    Für die Enkel war er einer der Opa^s...


    Ich finde . dass du so reagierst, wie es eben halt das beste für die Kinder ist, was ich ausgesprochen gut finde...Eben halt MAMA...

    hoffe aber SEHR , dass du doch auch einige Menschen so ganz real um dich hast, wo du nicht total die Verantwortung und das Leben jetzt bewältigen mussen ...aufrecht erhalten musst...


    Kinder kännen einem , einfach weil sie DA sind , eine Alltagsstruktur geben, die du ja organisatorisch sehr gut bewältigst... Ich hoffe , dass du dich hier immer wieder auch ein klein wenig unterstützt fühlst... vor allen Dingen brauchst du "hier" nicht "stark sein"


    Ich wünsche dir eine friedvolle Nacht und schreibe gern weiter unter deinen Lebensberichten

    aufgeben kommt nicht in frage, das Leben ist viel zu Kostbar

    das stimmt einfach<3:24::30:<3

  • Na ja ich denke, da ich schon mit 19 meine Tochter bekommen habe und sie mit einem Herzfehler zur Welt kam, mit 9 Monaten Operiert wurde, zum Glück alles gut Überstanden hat; ich nach Ihrer Entlassung genau 1 Tag später meinen Sohn zur Welt gebracht habe, der Leider direkt einen Tag später Operiert werden musste ich knapp vier Wochen pendeln ihm beigestanden habe und zum Schluss entscheiden musste ob die Machienen abgeschaltet werden sollen. Er hatte keine einzigen Selbständig funktionierende Organe im Körper mehr.

    Da bleiben nicht viele Optionen als es durch zu stehen oder aufgeben. Aufgeben kam nicht in frage meine Tochter brauchte mich.

    Aber diese Ereignisse haben mir gezeigt das ich Stark bin und das das Leben viel zu kurz und Wertvoll ist.


    Versteh mich nicht falsch, in Moment würde ich sagen ich erlebe, so wie sicher viele hier, die "hölle" ein sehr schmerzhaftes Erlebnis und ich sag auch das ich es echt satt habe, so viele Kämpfe zu kämpfen und schmerzhafte Erfahrungen durchleben zu müssen, ich sag dir was, was meine Freundin mir sagt wenn mir die Luft weg bleibt, in einem Jahr sieht alles besser aus....denn im ersten Jahr gibt es viele erste Male ohne ihn...viele Dinge die du das erste mal ohne ihn machst aber in einem Jahr geht es dir besser, glaube daran.

  • kann ich völlig verstehen

    wirklich

    jedes Wort...<3

    jeder schreibt ja erst einmal nur einen "Teillebensbericht"

    wenn du magst...fühl dich gedanklich umarmt<3

  • Ich habe zum Glück eine Tolle Familie, wir verbringen viel zeit miteinander und ich habe wenig freunde dafür aber Freunde für`s Leben.

    Ich habe die zwei besten Freunde meines Mannes dazu gewonnen die mir helfen. Meine beste Freundin rufe ich an wenn es mir gut geht aber auch wenn es mir schlecht geht, denn bei Ihr kann ich die Fassung verlieren, mich fallen lassen und am Telefon weinen. Sie ist mein Anker die mich wieder dazu bringt runterzukommen damit ich wieder Atmen kann.

    Abends wenn alle schlafen kann ich auch mal los lassen wenn nötig. Ansonsten wenn mich Tagsüber mal kleine Momente drohen runter zu ziehen, zähle ich in gedanken oder lese etwas um die kurzen momente zu Umgehen weil es nicht der Moment ist los zulassen.

  • Hallo Mel,

    Ich kann dich verstehen!

    Mein Mann ist im März plötzlich in den Händen von meiner Tochter und mit verstorben!

    Alles hat sich verändert und diese Machtlosigkeit ist unerträglich!!!!

    Jeder meint es gut, doch am Ende des Tages gehen alle zurück in ihr intaktes Leben und ich sitze vor meinem Scherbenhaufen!

  • Hallo Anku,


    mein tiefes Mitgefühl und fühl dich gedrückt.

    Versuche die guten Zeiten zu sehen die ihr hattet. Und stark zu sein. Natürlich können es die die es nicht mit erlebt haben nach voll ziehen und alle Worte der Welt kann etwas daran ändern, lass dir Zeit, nimm dir Zeit denn die wirst du brauchen, versuche dir ein kleines Ritual anzueignen das dich für einen kurzen Moment ablenkt und deine Gedanken auf etwas anderes lenkt damit der Moment nicht zu häftig wird!

    Ich weiß es ist leichter gesagt als getan aber es funktioniert. Ich hole einmal tief Luft, entweder Zähle ich oder ich denke nach ob ich irgendetwas vergessen habe zu erledigen oder weg zu räumen. Oder ich lese. Dann wenn der Moment etwas vergangen ist denke ich an meinem Mann einen besonders schönen Moment somit ist der Gedanke nicht mehr das er nicht mehr da ist, sondern ein Moment den er mir als Erinnerung geschenkt hat.

    Natürlich und Trauriger weise ist unser Leben als hinterbliebenen ein Scherbenhaufen, trotzdem sollten die schönen Erinnerungen in ehren gehalten und auch in Erinnerung gerufen werden.

    Alles erleben wir von neuem alleine, ohne den Partner, für alles gibt es ein erstes mal ohne....

    Es sind alles die ersten schmerzvollen Gedanken und Momente die wir das erste mal alleine durchleben, neue Momente, neue Erlebnisse und dennoch wenn wir all dies das erste mal hinter uns haben wird es beim nächsten mal etwas einfacher. In einem Jahr wird es uns etwas Besser gehen man muss fest daran glauben und trotz allem Positiv in die Zukunft schauen und sich Ziele setzen, nicht aufgeben und normal über ihn reden. Nicht in Vergessenheit geraten lassen nur damit man den schmerz verdrängt.

  • Liebe Mel,

    mein herzliches Mitgefühl und herzlich willkommen hier!

    Du hast einige Schicksalsschläge hinter dir und nun verlierst du deinen Mann und Vater deiner Kinder ..... Und trotz allem spüre und lese ich, dass du zwar auf einem harten Weg bist, aber diesen Weg mit einer guten und gesunden Einstellung gehst. Deine Kinder haben reagiert, wie KInder in den entsprechenden Entwicklungsphasen reagieren. Es ist gerade bei den Kleinen mit verzögerten Reaktionen zu rechnen, weil sie eben nicht verstehen, was "Tod" bedeutet und weil sie auf das "nie mehr wieder" erst reagieren können, wenn sie es langsam begreifen.... Das ist aber normal und es ist auch ein Schutzmechanismus.

    Die Seelsorgerin und die Ärztin haben recht: Therapie ist erst angesagt, wenn die Kinder Auffälligkeiten zeigen, die sich durch Zuwendung, Gespräche und Antworten auf ihre Fragen nicht regulieren lassen. Trauer ist keine Krankheit, sie braucht Ausdruck und Zeit - das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Wichtig ist, dass alle - auch die Kinder - ihre Trauer ausleben dürfen, nicht gleich davon abgelenkt werden durch Maßnahmen von Erwachsenen. Kinder switchen von selbst wieder in den Ablenkungsmodus, in dem sie scheinbar vergessen, spielen und Spaß haben können.

    Das schnelle Hin- und Herswitchen zwischen Trauer und "Vergessen" ist ihnen als Schutzmechanismus und Bewältigungsstrategie angeboren. Du kannst also zunächst einmal vertrauen, dass deine Kinder ihren Weg der Bewältigung gehen. Was sie vermehrt brauchen ist: Zuwendung, das Signal der Erwachsenen, dass sie immer, wenn sie Fragen haben auch ehrliche Antworten bekommen und dass sie Unterstützung und Hilfe in ihrer Trauer bekommen, wenn die angeborenen Strukturen nicht mehr ausreichen!


    Es ist gut, dass du eine beste Freundin hast, mit der du gute und schlimme Stunden teilen kannst und dass dir Freunde deines Mannes auch zur Seite stehen!

    Alles Liebe

    Christine

  • Liebe Mel, ich bin beeindruckt von deiner Stärke und Zuversicht!

    Ich habe mir auch ein Ritual angewöhnt, wenn mich die Trauer zu überschwemmen droht. Ich stelle mich hin, lege meine Haände auf dem Bauch übereinander und sage zu meinem höheren Selbst "Dein Wille geschehe".

    Wenn ich so den Druck abgebe fühle ich mich für den Moment etwas leichter.

  • Liebe Monika,

    eine Therapie ist nur dann indiziert, wenn eine Krankheit vorliegt. Akute Belastungsstörungen, auch posttraumatische Belastungstörungen sind nicht krankheitswertig, sondern normale Reaktionen der Verarbeitung auf nicht-normale Ereignisse, das gilt auch in Deutschland. Akute Belastungsstörungen sind in den ersten 3-4 Wochen normal, klingen dann üblicherweise von selbst ab.


    Es kommt daher akut nach einem traumatischen Ereignis kein Traumatherapeut, sondern ein Kriseninterventionsteam (in manchen Regionen "Notfallseelsorge" genannt) oder ein Notfallpsychologe/eine Notfallpsychologin zur psychologischen Erst-Hilfe, das ist aber keine Therapie und schon gar keine Trauma-Therapie. Im schulischen Umfeld kann das ein Schulpsychologe sein, der eine notfallpsychologische Zusatzausbildung hat. Notfallpsychologen haben oft auch eine Zusatzausbildung als Therapeuten. In den ersten Wochen sind sie aber als Notfallpsychologen im Einsatz und nicht als Therapeuten, es sei denn, es lag vor dem traumatischen Ereignis bei einem Betroffenen bereits eine psychische Erkrankung vor, deren Symptome sich durch das Trauma verstärken und eine sofortige therapeutische Maßnahme notwenig machen.


    Die Aufgabe des Kriseninterventionsteams bzw, des Notfallpsychologen vor Ort sind


    • Beziehung /Kontakt/ Vertrauensbasis zu den Betroffenen herstellen
    • Anerkennen der Realität fördern: der „Realität ins Auge blicken“ und das Gegebene annehmen – auch wenn es schwer fällt.
    • Struktur geben: nächste konkrete Schritte planen
    • Information weitergeben: Gesicherte Informationen an Betroffene weitergeben, keine Vermutungen äußern oder Gerüchte weitergeben, auf Ängste, Sorgen und Fragen eingehen. Über akute Belastungsreaktionen aufklären und diese normalisieren
    • Soziales Auffangnetz aktivieren: Wer ist nach dem Ereignis für Betroffene da? Wer kann helfen, wer unterstützt? Vertraute Personen / Freunde /Familie aktivieren, sofern diese in der Lage dazu sind. Dafür sorgen, dass Betroffene in den ersten Tagen nicht alleine sind.
    • Abklären, ob professionelle Unterstützung nötig ist (z.B. im Falle von Suizidgefährdung, bestehender Erkrankung o. Ä.)


    Das alles ist keine Therapie, sondern es geht darum, Menschen in einer Krisenintervention durch Da-Sein Sicherheit zu vermitteln und erste Schritte in die richtige Richtung zu begleiten und zu unterstützen. Was das "Aufklären über eventuelle zu erwartende Belastungsstörungen angeht" ist man inzwischen in Fachkreisen sehr vorsichtig geworden, zu viel Information prophylaktisch kann Symptome auslösen, die ohne gar nicht aufgetreten wären, weil Betroffene drauf warten derartige Symptome zu entwickeln.


    AL Christine