Mein hübscher Mann fehlt mir so sehr

  • Wenn ich das könnte, einfach in dieses Fotoalbum flüchten und dort so weiterleben, als habe es Dorits Tod nie gegeben, da ist die Entwicklung, alles wieder von vorn und von einer anderen Szene zu leben, Hauptsache man bleibt mit Dorit unsterblich, da brauche ich keine weitere Entwicklung.


    Matthias

  • Ach mir würde schon reichen, wenn ich nur noch einmal mit meiner Mutti reden könnte. Ein einziger Besuch, wo

    ich ihr sagen könnte, wie Vieles mir leid tut, wo ich hässlich zu ihr war und wie sehr ich sie liebe . Es würde mir einfach

    gut tun, wenn ich sie dabei sehen könnte. Klingt vielleicht sehr egoistisch, aber so ein Besuchstag im Himmel fände

    ich sehr gut. Ist leider nur ein Traum. So sage ich ihr alles einfach so und habe manchmal das Gefühl dabei, sie ist da.

    Sie kann mich hören. Oft rede ich auch mit Gott und das hilft mir am aller meisten. Kaum dass ich an ihn denke, spüre

    ich, dass Er da ist, bei mir. Das spüre ich durch die Freude, die Er mir schenkt. Und das macht das Weiterleben doch viel

    leichter und auch wieder schöner. Ab trotz allem fände ich so einen Besuchstag im Himmel nicht schlecht.:)

    Alles Liebe

    Kornblume

  • Gestern war ich mit meinen Schwiegereltern beim Bildhauer, der unseren Grabstein gestalten wird. Das hat mich so sehr angestrengt und aufgewühlt, dass ich heute nichts machen konnte. War den ganzen Tag im Bett, habe viel geweint.


    Heute war die Angst vor der Zukunft Thema meiner Gefühlswelt. Kann sie nur als verpfuscht ansehn. Das macht mir eine Heiden Angst vor der Zukunft.


    Welcher Erwachsene möchte schon zu den Eltern bzw. Schwiegereltern in ein kleines Zimmer ziehen müssen? Wenn man sich da nicht als gescheitert fühlt, weiß ich nicht.


    Und mein Mann, Freund und Vertrauter ist nicht mehr da, mit dem ich früher alles durchstehen konnte. Plötzlich bin ich allem schutzlos ausgeliefert, weiß nicht, wie es weitergehen soll. Selbst die Reha, die ich langezeit als eine Hilfe angesehen habe, macht mir Angst. Wird mich mein Mondsteinchen ja nicht mehr besuchen kommen.


    Wozu soll ich das dann eigentlich machen? Früher wollte ich immer für ihn wieder gesund werden. Und jetzt? Nur um mich wieder in irgendeiner Arbeit abrackern zu können? Was ebenfalls den Sinn verloren hat? Weil alle unsere Träume und Pläne ebenfalls gestorben sind.


    Zwar atme und esse ich noch, aber mein Leben existiert nicht mehr.

  • Plötzlich bin ich allem schutzlos ausgeliefert, weiß nicht, wie es weitergehen soll.

    Ja so fühlte ich mich heute morgen wieder, obwohl mich die Fotos aus den besseren Zeiten und ein aufgeschlagenes Album daliegen habe.

    All das beruhigt für den Moment.

    Real ist die geleibte Person in unserer körperlichen Wahrnehmungsfeld für immer weg und das tut so entsetzlich weh. Trotz der vollen Dosis Beruhigungsmittel kam ich heute morgen aus dem Weinen nicht mehr heraus. Es gäbe viele Arbeiten zu tun, die Kraft, die mir früher die Liebe zur Dorit gegeben hat, die ist einfach weg.

    Nach den morgendlichen Routinetätigkeiten setze ich mich hin, brauche den Kontakt wiue hier zu Gleichbetroffenen und neben mir liegen die aufgeschlagenen Fotoalben und da kehrt etwas Ruhe ein.

    Nachmittags eine Meditation, wenn nicht zuviel Unruhe ist, bekomme ich sie durch, über ruhiges Atmen den Körper mit geschlossenen Augen entspannen und über den lieben Gedanken an den/die Verstorbene versuchen, einen seelischen Kontakt herzustellen.

    Sooft es geht in den Büchern lesen und den festen Glauben gewinnen, dass die verstorbenen Seelen immer in unserer Nähe sind, wenn wir an sie denken.


    Aber der Morgen, der ist seit 3/4 Jahr ein Horror geblieben.


    So versuche ich es, klappt nur teilweise, bis die Alltagsrealität ohne Partner gemeistert werden muss, denn den Kontakt bekommt man nur in der totalen innerseelischen Ruhe, nicht im Alltagsstress, und der macht mich dann wieder kaputt.


    LG

    Matthias

  • Habe mir neue Bettwäsche gekauft, um was zu haben, wo mal keine Erinnerungen mit verbunden sind und daher die Trauer vielleicht weniger getriggert wird. Hat leider nicht funktioniert. Sie gefällt mir so gut, dass ich immer weine, weil ich sie meinem Schnuffi nicht mehr zeigen kann!


    Auch wurde mir klar, dass meine gesamte Haushaltsorganisation auf ihn abgestimmt war. Natürlich muss ich jetzt bei jeder Tätigkeit an ihn denken und spüre so die Sehnsucht nach ihm. Früher habe ich ja auch immer dabei an ihn denken müssen, aber da lief das nicht ins Leere, war so normal wie atmen. Jetzt belastet es mich, weil ich nirgends eine Pause habe.


    Ich vermisse dich so schrecklich! ♡

  • Ja, jeder Teil der Umgebung, er riecht förmlich nach dem Partner.

    Manche Dinge wie auch Dorits PC kann ich nicht anfassen, dort sind noch soviele Videos drauf. Jeden Tag, wenn ich ihn sehe, will ich ran, aber er ist für meine Hände hermetisch abgeriegelt. Den kann ich nur anfassen, wenn Dorit dabei ist.


    Aber auch im sonstigen Alltag da riecht es überall nach Dorit und ich hab jetzt überall Gebete und Briefen an Dorit mit schreibbereiten Stiften liegen. Vielleicht kommt darüber einmal ein Zeichen.


    LG

    Matthias

  • Habe mir neue Bettwäsche gekauft, um was zu haben, wo mal keine Erinnerungen mit verbunden sind und daher die Trauer vielleicht weniger getriggert wird. Hat leider nicht funktioniert. Sie gefällt mir so gut, dass ich immer weine, weil ich sie meinem Schnuffi nicht mehr zeigen kann!


    Auch wurde mir klar, dass meine gesamte Haushaltsorganisation auf ihn abgestimmt war. Natürlich muss ich jetzt bei jeder Tätigkeit an ihn denken und spüre so die Sehnsucht nach ihm. Früher habe ich ja auch immer dabei an ihn denken müssen, aber da lief das nicht ins Leere, war so normal wie atmen. Jetzt belastet es mich, weil ich nirgends eine Pause habe.


    Ich vermisse dich so schrecklich! ♡

    Liebe Markiin.


    Das mit der neuen Bettwäsche war sicherlich eine gute Idee.

    Man muss einfach versuchen sich wieder etwas eigenes aufzubauen.


    Ich versuche mich auch grade daran eine neue Leucht für den Flur anzuschaffen, denke aber ständig daran ob sie meine Frau gefallen würde.

    Also verbleibt es immer mal wieder.


    Ich erobere aber stückchenweise unsere gemeinsame Wohnug für mich.

    Z.B. das Bad, wo ich diverse Dinge von ihr beseitigt habe, bzw. sie nicht mehr so viel Platz einnehmen wie früher.

    So bleibt sie mir mir immer noch präsent.


    Kauf einfach etwas was dir gefällt, ihm aber nicht gefallen hätte, dann hast du etwas für dich.

    Ihr habt doch sicherlich geschmackliche Unterschiede in einigen Dingen gehabt?


    Liebe Grüsse Dieter

  • Lieber Dieter, vielen Dank für deinen Rat. Leider kann ich ihn für mich nicht als Lösung vorstellen. Es wird eh nichts helfen. Die Trauertrigger sind so vielfältig, da kommt es auf einen Gegenstand mehr oder weniger nicht an. Außerdem fühlt sich der Kauf eines solchen Gegenstandes nach einer Abgrenzung an, die ich gar nicht brauche und auch nicht will.


    Ansonsten bin ich hier, weil ich vor lauter Orkan nicht schlafen kann. Ohne meinen Mann, hört es sich viel bedrohlicher an. Werde jetzt mal durch das Haus gehen, ob auch wirklich überall alles in Ordnung ist. Nicht dass irgendwo Regen reinkommt, weil sich unbemerkt Dachziegel verschoben haben...

  • Lieber Dieter und Markiin!

    Auch ich habe viele Dinge aus dem Badezimmer von ihm genommen,außer das After Shave,das roch immer so gut.

    Ja Bettwäsche habe ich 2 neue Garnituren gekauft,denn wenn 2 verschieden drauf sind mag ich das gar nicht.

    Aber ich habe mir neue CD s gekauft,denn unsere Geschmäcker waren sehr unterschiedlich und die Musik,

    die ich gerne höre,dazu bin ich gar nicht gekommen,weil ich immer weg war und ich wollte ihn damit

    auch nicht nerven.Ich habe seine CDs für einen guten Zweck weggegeben,dort werden sie verkauft und

    der Erlös geht an verschiedene Projekte.Auch hat er Pflanzen so geliebt und mir waren das immer zuviele

    im Wohnzimmer und ich habe einige entsorgt,damit mehr Platz ist.Natürlich wird dadurch auch nichts

    anders,aber es hat mir gut getan.Liebe Grüße Helga

  • liebe Markiin,


    ich lebe seit 1. Januar 2019 mit zwei verschiedenen bettbezügen... rogers bettbezug, der immer noch der gleiche ist wie an seinem todestag und meiner der logo ständig mal wechselt. es sieht recht bunt aus auf meinem bett, aber das ist mir echt wurscht..... sein bettbezug bleibt solange ich ihn dort haben möchte - also bis zum ende aller tage...


    lieber gruß von Bine:24:

  • Hallo Helga.


    Es freut mich dass es so bei dir funktioniert.

    Genau diesen Weg möchte ich auch weiter beschreiten.

    Den die Trauer bzw. das andenken an unsere Lieben bleibt eh bestehen, egal wie gross oder klein die Dinge sind die wir behalten.

    Es wird halt so sein, dass wir wahrscheinlich alle unser eigenes Leben leben müssen, mit eigenen Endscheidungen, ob wir das

    wollen oder nicht.

    Ich habe mich die letzten 3 Jahre sehr zurück genommen, freiwillig und fange grade wieder an mein Leben zu entdecken, zwar ganz langsam

    aber doch unaufhaltsam.

    Und das passiert fast ohne schlechtes Gewissen, weil meine Frau immer wollte dass ich mehr für mich tue und mich nicht nur um sie kümmern soll,

    bzw. mich um sie sorge.

    Mal sehen wie es weiter geht.

    Liebe Grüsse Dieter

  • Hallo Dieter und Bine!

    Ja Bine ,das ist doch ok mit der Bettwäsche und wenn du seinen Bezug solange lassen möchtest ,dann tue es,denn

    es ist gut für dich und wenn es mir so erginge,würde ich es auch machen.Aber ich war schon immer jemand,da

    mußte alles zusammen passen und so macht jeder das,was für ihn am besten ist.

    Ja Dieter !

    Es war für mich auch nicht leicht,aber ich habe lange überlegt und war auch überzeugt,das ich diese CD s

    nie hören würde,also hätten sie nur rumgelegen.Und er war ein großer Fan von P4 und ich hatte ihm

    vorher noch eine neue gekauft,die habe ich dann verkauft und auch alle Spiele,denn für mich war das

    nichts.Seine beiden Fahrräder stehen noch im Keller und die werde ich auch noch weggeben.Das

    Leben geht weiter,ob mit den ganzen Sachen oder ohne,aber mich hat es befriedigt,das ich das gemacht

    habe und auch seine Kleidung ist bis auf einen geringen Teil zu einem guten Zweck gegangen,so erfüllt

    es doch noch etwas gutes für andere.Laß dir zeit und mach es nach und nach.Alles Gute.Liebe Grüße Helga

  • Hallo ihr Lieben, soweit, dass ich seine Sachen weggeben kann, bin ich einfach noch nicht. Es ist schon so schwer, die Umzugskartons zu packen, da kann ich das einfach nicht. Vielleicht bin ich auch nie soweit, wer weiß das schon.


    Das mit der neuen Bettwäsche ist wegen dem Umzug. Das Zimmer hat eine blaue Tapete, dazu habe ich keine passende Garnitur. Neu tapezieren wollen wir nicht, da das Zimmer eben auch halbwegs so bleiben soll wie früher, da habe ich beschlossen mir was zu gönnen und mir diese tolle Bettwäsche gekauft. Die passt dann zu allen Farben. Ich liebe Farben, schließlich male ich ja auch.

    Heute beim Bügel der neuen Bettwäsche habe ich erst wieder viel geweint und dann viel mit meinem Mann gesprochen. Das beruhigt mich komischerweise immer. Leider kann ich das aber manchmal einfach nicht, sonst würde ich das öfter gegen die Weinattacken einsetze.


    Heute spüre ich aber wieder, dass mein Körper stirbt. Das habe ich immer mal seit dem Tod meines Mannes. Bilde mir ein, so schwer verwundet zu sein, dass ich sterbe. Wenigstens denke ich nicht mehr, dass ich verblute und habe keinen Blutgeschmack im Mund. Das war beängstigend.


    Irgendwo hier im Forum wurde ein Gedicht gepostet, dass ebenfalls von diesem Blut im Mund schreibt. Das brachte mich zum Nachdenken. Haben andere Trauernde das auch?

    Ich dachte immer, dass es bei mir von den Erlebnissen aus der Klinik stammt... hm.

  • Liebe Markiin, du musst tun, was dir gut gut.

    Ich gebe vorerst auch nur sehr wenige Sachen von meinem Mann weg, an Leute die ich kenne. Da sind die Sachen nicht aus der Welt.

    Seinen Sessel habe ich ausgetauscht, da war sein Blut dran. Das hat mich so belastet, immer da drauf zu schauen.

    Jetzt habe ich mir einen gebrauchten Stressless-Sessel dahin gestellt.

    Die Bettwäsche habe ich abgezogen, aber nicht gewaschen, weil sein Geruch noch da ist.

    Drücke dich!

  • Ach liebe Sabine, wie gern hätte ich noch was mit seinem Duft... oder mit seiner Stimme!


    Aber dazu kann ich jetzt nichts erzählen, sondern das muss ich gedanklich so schnell loslassen, wie es mir eingefallen ist, sonst würde ich verzweifeln.

  • Heute (kurz vor Mitternacht) waren es 12 Wochen oder 3 Monate. Ich habe immer noch keine Ahnung, wo diese Zeit hin ist und wie ich sie überlebt habe. Erlebt habe ich sie aber irgendwie nicht. Fühle mich immer noch so erstarrt, tu mich schwer dem Leben um mich hierum zu folgen. Alles geht mir so unendlich langsam von der Hand.


    Ich vermisse dich so sehr, mein Mondsteinchen, mein Schnuffi! <3


    Und nach wie vor ist sein Leiden das "zentrale Thema" meiner Trauer. Und dass es niemanden gab, der ihn (uns) helfen bzw. retten konnte. Das treibt mir immer die Tränen in die Augen. Es gibt niemanden und nichts. Einfach nur aushalten und dabei zu sehen, wie er leiden muss und letztlich daran stirbt. Das hatte er einfach nicht verdient. (Sowas hat NIEMAND verdient!)


    Kommt alle gut durch die Nacht.

  • Einfach nur aushalten und dabei zu sehen, wie er leiden muss und letztlich daran stirbt. Das hatte er einfach nicht verdient. (Sowas hat NIEMAND verdient!)

    Ja das ist das Schicksal schwer Trauernder und empfinde den grausamen Schock bei ersten Wachwerden selbst nachts um 3 (dieses Schlimme Bild vom toten Gesicht der 24jährigen lieben, treuen Partnerin) heute nach mehr als 3/4 Jahr leider noch genau so intensiv wie in dem Moment, wo ich es zum ersten Mal anblicken musste.

    Auch ich höffte, so etwas nie erleben zu müssen, aber es war eben die Strafe für zuviele Versäumnisse, die ich alle jetzt erst richtig begreife und dann als Endergebnis dieses tote Gesicht vor mir sehe, da ist der Entsetzensschrei nie mehr in meinem natürlichen Leben abwendbar.

    Vielleicht wird es mit der Zeit bei manch einem wirklich besser, der nicht ein solches Trauma miterleben musste.

    Dieses Foto hier das sehe ich mir praktisch Tag und Nacht an, da werde ich etwas ruhiger, aber die Erinnerung an den schlimmen Moment lässt sich nie mehr abschalten.

    Ich muss nun 1 Woche auf die nächsten Therapiemassnahmen warten, 1 Woche wieder voll der grausamen Einsamkeit mit den schrecklichen, aber auch schönen Bildern.


    Habe heute morgen wieder die schlimme Prozedur hinter mich gebracht

    Matthias