• Hallöchen,


    ich bin neu hier... vielleicht hilft es mir bei der Trauer,wenn ich ein Paar Gedanken los werde.

    Ich bin 32 Jahre und habe im Dezember meine Mama mit 62 Jahren verloren.

    Sie war schon lange schwer krank, hat Jahre gekämpft und wir wussten das der Tag kommen wird an dem sie einschlafen wird. Trotzdem ist man nie richtig darauf vorbereitet,wenn es soweit ist.

    Viele Schicksale hat sie in ihrem Leben gehabt und ist immer wieder aufgestanden. Mama war eine wahnsinnig starke Frau,hat unheimlich viel Humor gehabt und jeden Tag gelebt als sei es der letzte..obwohl ihr Leben, wie gesagt,jeden Tag die letzten Jahre ein Kampf war. Sie, wie so einige Menschen,haben es nicht verdient so früh zu gehen. Das Leben ist so ungerecht.

    Sie ist an einem Baum im Wald bestattet worden. Das war ihr Wunsch. Einmal die Woche fahre ich dort hin und erzähle ihr was mein Leben so treibt.

    Sie wurde in ihren letzten Stunden palliativ Zuhause betreut.eigentlich hatte sie Gespräche mit dem Hospiz..dort war sie auch einige Zeit vorher wieder zum Reden..man fragte sie ob sie nicht langsam kommen möchte..sie sagte sie habe noch Zeit ..Trotzdem sind da so viele Fragen..hat sie Angst gehabt,hat sie es geahnt, hatte sie Schmerzen...usw. die wollen einfach nicht verschwinden..

    Ich komme mit meinem Alltag soweit ganz gut zu Recht. Verkrieche mich nicht o.ä.

    Mein Papa,42 Jahre Ehe haben sie vollbracht,meistert seinen Alltag auch Recht gut finde ich.

    Ich denke oft daran das es weitaus schlimmere Schicksale gibt..also plötzlich und unerwartetes Einschlafen..das muss noch heftiger sein.

    Sie fehlt mir einfach,war meine beste Freundin..ja,der Gedanke sie nie wieder was zu fragen ist echt schrecklich und ich wünsche mir das das irgendwann nicht mehr so weh tut.

  • Willkommen hier liebe Carina1987... als ich deinen Text las liefen mir die Tränen - es erinnerte mich fast 1:1 an die "Geschichte" mit meiner Mama - sie starb im September 2019. Sie kämpfte auch schon viele Jahre, stand immer auf, war immer positiv gestimmt - trotz Schmerzen und vielen "Baustellen".... Sie war meine beste Freundin und ich konnte auch über alles mit ihr reden...sie war Ratgeberin und Trösterin in allen Lebenslagen. Nun ist das für immer weg... Ja, das Vermissen ist etwas sehr Großes und wenn man so gut verbunden war mit der Mama, dann ist dieses Vermissen steter Begleiter.

    Die Fragen die du bescheibst kenne ich zu gut... Sie wird uns niemand beantworten können... Was ich aber glaube: Sie haben es geahnt.. Wenn ich zurückblicke, dann waren so kleine Momente, in denen sie ein Wort, einen Satz fallen ließ, der ihre Ahnung ausdrückte. Einen halben Tag ehe sie starb, sagte sie: Und die Sonne geht auf... Ja, ich bin mir sicher dass man spürt, wenn die Zeit kommt. Trost ist das aber nur ein kleiner...

    Was das wehtun angeht...es tut immer weh, aber mal mehr und mal weniger. Mal schreit es in dir und mal wimmert es nur leise vor sich hin... Die Verbindung zu unseren Mamas aber wird so lange wir leben bleiben!

    Sei einmal ganz lieb umarmt... Unsere Mamas werden immer in unseren Herzen sein!!!!

  • Danke für deine Antwort!

    Ja,es gibt gut und nicht so gute Tage..wenn ich alleine bin oder ähnliches,dann fängt das Kopfkino an.. am Abend bevor sie im Sterben lag war sie noch beim Friseur..haben telefoniert..und 9 Stunden später geht's bergab. Sie erzählte noch das sie das Gefühl hat eine Erkältung zu bekommen..hat sich selbst lange davor Geschützt indem sie das Haus kaum noch verlassen hat. Hat sich telefonisch noch Antibiotika bestellt..macht jetzt nur noch Ferndiagnose sagte sie ;-)..nach Einnahme der Medikamente ging es ihr wohl auch schon besser..sie wollte sonntags zum Kaffeetrinken einer Freundin und hoffte das sie dann wieder fit ist. Leider war sie da nicht mehr unter uns. Ihr Todestag ist der gleich wie der ihres 2. Kindes..gewollt?

  • Es hilft mir,wenn ich daran denke das es weitaus schlimmere Schicksale gibt. Tod der plötzlich und unerwartet kommt.. trotzdem ist es einfach unheimlich schwer damit umzugehen! Der Verlust meiner Mama wirkt auch irgendwie wie eine Therapie... Sorgen und Probleme werden plötzlich ganz klein! Ich glaube auch das sie immer bei mir ist. Ich rede viel mit ihr und der Besuch im Wald tut mir jedesmal sehr gut!

    Der ich fragen wie alt du bist und wie alt deine Mama wurde?

  • Das darfst du: Meine Mama war 83 - aber nur auf dem Papier ;-) ...ich selber bin Ü50 ;-) Aber ich glaube, es ist keine Frage des Alters - es ist immer schlimm seine Mama zu verlieren. Wir lebten zusammen in einem Haus - waren uns also sehr vertraut und nah... Mein Papa ist 80 und meistert es ganz gut - äußerlich betrachtet...

    Du fragst, ob es "gewollt" war dass deine Mama an dem besagten Termin ging...: Ich glaube, da "zieht" ein anderer die Fäden... Vielleicht unbewusst, ja, das kann sein, aber ich selber bin fest davon überzeugt, dass unsere Zeit fest steht. Meine Mama war viele Jahre krank - es gab immer wieder Situationen, wo es auf der Kippe stand und sie hat es immer wieder gepackt - keiner hätte das geglaubt! An diesem 25.9. leider nicht...da hatte sie einfach keine Kraft mehr.

    Ja, du hast recht, man betrachtet die Dinge plötzlich anders!

    Vieles wird nichtig und klein im Anbetracht der Trauer. Anfangs dachte ich, ich schaffe das nict... Aber es wandelt sich - man selbst wandelt sich!

    Da erwächst etwas aus dem Sterben heraus und das ist für mich auch ein wunderbares Bild!

  • Hallo ihr lieben, mein Beileid zu eurem Verlust. Ich bewundere Töchter und Söhne, die solch einen Verlust durchleben. Denn ich weiß, dass es doppelt schwer ist, ihr trauert um einen Elternteil und müsst euch ab sofort um das überlebte Elternteil Sorgen machen, das entsetzlich schwer. Ich habe das schon erfahren müssen und mein erlebt es momentan. Denn mein Mann und sein Vater ist ganz plötzlich ohne Ankündigung an einem hirnstamminfarkt gestorben. Seitdem passt er sehr auf mich auf, obwohl auch er seinen Papa unendlich vermisst. Ich umarme euch und bewundere euch. Lieber Gruß Kerstin

  • Liebe Carina,

    Mein Mitgefühl zu deinem Verlust. Schön, das du unser Forum gefunden hast, ich denke das Schreiben ist eine gute Möglichkeit das Erlebte zu verarbeiten. Alle hier haben einen geliebten Menschen verloren, und können dich gut verstehen.


    Fühl dich willkommen & Alles Liebe <3

    Isabel

  • Danke Isabel!

    Ja, Sachen niederschreiben tat mir in der Vergangenheit schon immer sehr gut! Schön das es solch ein Forum gibt. Bin nicht mehr bei Facebook und habe auch kein Instagram oder so wo man sich evtl.mal austauschen kann...daher ist dieses Forum echt Klasse für mich!

  • Liebe Carina!

    Bei Beileid,das tut mir sehr leid.Ich habe meine Eltern auch sehr früh verloren,Mein Vater starb mit

    57 ,da war ich gerade mal 19 und meine Mutter mit 55.Auch wir hatten ein sehr inniges Verhältnis und

    ich hätte so gerne noch viele Jahre mit ihnen verbracht,Auch meine Schwiegermutter,war wie eine

    zweite Mama(82) für mich,doch sie verstarb im Januar 2018 und mein Mann am 24.12.2018.

    Auch mein Mann ist unter einem Baum beerdigt,nur schade,das man da nichts hinstellen darf,

    aber ich klemme immer eine Rose hinter das Schild am Baum und kaufe jede Woche eine Rose

    und stelle sie neben sein Bild.Ja das Leben ist ungerecht ,aber es geht nicht nach dem Alter,dann

    wäre es sicher für manche erträglicher.Alles Gute.Liebe Grüße Helga

  • Alles in einem geht es mir soweit ganz gut. Mich quälen halt ständig Gedanken, wie zb. ob sie Angst hatte..ich komme aus dem Gedankenkarussell nicht wirklich raus.. mir fällt es immer sehr schwer keine Antworten auf Fragen zu bekommen.

    Ja,der Wald ist ein schöner Ort und es tut mir jedesmal sehr gut,wenn ich bei ihr gewesen bin.

  • Liebe Carina!

    Ich glaube,das geht vielen so,auch ich frage mich immer,habe ich alles richtig gemacht,

    hätte ich nicht etwas merken müssen,aber wir werden nie eine Antwort bekommen.

    Gut das dein Vater einigermaßen zurecht kommt.Meinem Schwiegervater ist es

    auch leichter gefallen ohne seine Frau weiter zu leben,als ohne seinen Sohn.

    jA stimm,es ist schön im Wald,aber nicht schön,das man da nichts hinstellen kann,aber

    ich klemme immer eine Rose hinter das Namensschild und die bleibt.

    Liebe Grüße Helga

  • Alles in einem geht es mir soweit ganz gut. Mich quälen halt ständig Gedanken, wie zb. ob sie Angst hatte..ich komme aus dem Gedankenkarussell nicht wirklich raus.. mir fällt es immer sehr schwer keine Antworten auf Fragen zu bekommen.

    Ja,der Wald ist ein schöner Ort und es tut mir jedesmal sehr gut,wenn ich bei ihr gewesen bin.

    Liebe Carina

    Ich kann dich so so so so gut verstehen...

    Dieses Gedankenkarussel - es dreht sich und dreht sich - mal schneller und mal langsamer...

    Auf unsere Fragen werden wir keine Antworten bekommen - nicht in diesem Leben...

    Gedanken, die um die Sorge kreisen "hab ich alles getan was ich konnte" oder "wenn ich...hätte...dann..." ich glaube, die sind "normal" und gehören dazu um mit dem Verlust "fertig" zu werden (fertig wird man wahrscheinlich nie...).

    Wenn mich diese Gedanken einholen, dann lasse ich sie immer kommen und schau sie einfach nur an...denn beantworten kann ich sie nicht, erklären kann ich sie nicht, verstehen - auch nicht wirklich... Aber dann stehen sie da, diese Gedanken ... und ich kann sie betrachten - und wieder ziehen lassen.

    Manchmal wird es dann leichter - manchmal aber auch nicht...

    Liebe Carina - ich kann dir nur eine Umarmung schicken und dir wünschen, dass deine Fragen dich nicht zu sehr "beschweren"... Pass auf dich auf <3:30:<3