Grosse Liebe durch einen Unfall von einer Sekunde zur anderen verloren

  • Hallo Zusammen

    Danke euch für die lieben Worte.


    Ich weiss langsam nicht mehr wie ich das durchstehen soll. Ich habe das Gefühl , dass es jeden Tag schlimmer wird. Habe so ein richtig beengendes Gefühl in mir.
    Kennt ihr das auch?
    Kann es einfach nicht begreifen, dass ich jetzt mein Leben alleiner weiter leben muss.


    Am 3. Juli machen wir noch eine Art „Abschiedsfest“ mit all den guten Freunden und meiner Familie ( jetzt dürfen wir ja dank Coronalockerungen).
    Weine jetzt schon wenn ich an diesen Tag denke.

  • Hallo Caroline!

    Ja ich hatte auch das Gefühl,das es nicht besser sondern immer schlimmer wird.Es ist bei die auch alles

    noch so frisch und man will es nicht wahrhaben.Ich glaube heute nach 18 Monaten manchmal immer

    noch,das Ralf zurück kommt,obwohl ich weiß das es nie so sein wird.Es ist schön,das ihr ein

    Abschiedsfest macht,auch wenn es sehr weh tut,aber die Freunde und Familie sind da,das wird

    dir gut tun.Und es ist gut,das du Freunde hast,die zu dit stehen.Ja ich weiß,danach ist man wieder

    allein und man fällt wieder in ein Loch.Es ist sehr schwer damit zu leben. Liebe Grüße Helga

  • Hallo Zusammen,

    Heute Morgen als ich nochmal ein geschlafen bin, hatte ich einen Traum seit dem bin ich nur noch am heulen.

    Es war so: mein Freund und ich stehen uns gegenüber und ich sage zu ihm, ich will nicht das du gehst ich liebe dich. Er zuckt ,mit Tränen in den Augen, mit den Schultern und sagt, ich liebe dich ganz fest. Dann bin ich erwacht.

    Ich halte diesen Schmerz jetzt dann nicht mehr aus:13::33::33::33:

  • Oh wie ich dich verstehen kann!

    Ich hatte kurz nach Hannes Tod einen ähnlichen Traum.

    Da habe ich ihn auf dem Flugplatz besucht, er war ganz jung, so in dem Alter als wir uns kennengelernt haben.

    Da stürmte einer seiner Fliegerkameraden herein mit einem Zettel in der Hand und rief ihm zu, dass sie jetzt wüssten was die Ursache für den Flugzeugabsturz gewesen wäre. Da war ich so froh und sagte zu ihm, wie schön, dann kannst du jetzt ja wieder mit heimkommen.

    Daraufhin sah er mich traurig an und schüttelte langsam verneinend den Kopf.


    Ich kann mich an diesen Traum noch ganz genau erinnern!

    Einerseits macht er mich traurig, andererseits ist es auch ein gewisser Trost für mich.

    Ich hatte noch zwei andere so klare Träume von ihm und bin ziemlich sicher, dass das Botschaften von drüben waren, denn diese Träume waren ganz anders als die normalen Träume, die man so schnell wieder vergisst.


    Du wirst diesen Schmerz aushalten, das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn ich dachte auch immer, dass ich es keinen Moment länger aushalte und bin immer noch da.

    Irgendetwas sorgt dafür, dass wir diese dünnen Linie des Aushaltens nicht verlassen und das macht mich zuversichtlich, dass sich trotz allen Schmerzes, all der Sehnsucht und all des Kummers ein tieferer Sinn hinter dem Ganzen befindet.

    Es geht um Durchhalten, Aushalten, Weitermachen und dafür, dass dir das auch gelingt, sind unter anderem wir da, die wir diesen Schmerz alle so gut kennen.

    Alles LIebe und eine sanfte Umarmung für dich Gabi

  • Danke Gabi, du hast glaube ich deinen Mann auch plötzlich verloren, oder?

    Wie hast du das geschafft, diesen Schmerz und Vor allem diesen grossen Verlust zu verkraften? Weiss zur Zeit nicht wie ich das schaffen soll.

  • Liebe Caroline,

    ja mein Mann ist aus heiterem Himmel mit dem Kleinfllugzeug abgestürzt und das einen Tag nach meinem 60. Geburtstag, wo wir unse beide schon auf meine Pensionszeit gefreut hatten.

    Verkraftet habe ich leider gar nichts, da muss ich dich enttäuschen!

    Allerdings hat sich im zweiten Trauerjahr diese massive Ruhelosigkeit gelegt, sodass ich jetzt eher das Problem habe mich dazu zu zwingen rauszugehen und jeden Tag aufs Neue anzupacken.

    Im ersten Trauerjahr habe ich mich mit Terminen aller Art zugeschüttet, sodass ich kaum Gelegenheit hatte zu mir zu kommen, denn die Verzweiflung war so groß, dass ich es alleine daheim kaum ausgehalten habe.

    Ich weiß auch nicht wie ich das geschafft habe. Ein kleiner Trick ist es, dass man Tag für Tag und Stunde für Stunde lebt und versucht nicht an die Zukunft zu denken, hilft nicht viel, aber ein bisschen.

    Wenn du magst kannst du in meinem Thread lesen, was ich so alles angestellt habe.

    Ich habe alles ziemlich genau hier und auf Facebook aufgeschrieben.

    Und genau dieses Aufschreiben hat mir auch geholfen und tut es immer noch.

    Zusätzlich habe ich meinem Mann verzweifelte Briefe geschrieben, das hat mich auch erleichtert.


    Ich bin immer noch auf demselben Weg wie du, liebe Caroline, nur ein bisschen weiter, das Einzige was ich dir sagen kann - irgendwie gehts immer weiter, auch wenn man es nicht für möglich hält.

    Ich wünsche dir alles Liebe und ganz viel Kraft für die schwere Zeit, wir sitzen alle im selben Boot! Gabi

  • Liebe Caroline,


    mein tiefes Mitgefühl für Deinen Verlust.


    Darf ich Dir eine kleine Anregung für Deine Abschiedsfeier geben ? Mir hat der Trauerbegleiter des Bestattungsinstitutes damals den Tipp gegeben, ich sollte doch ein kleines Fotoalbum meines Schatzes erstellen und es mit zur Abschiedsfeier nehmen. Es ging von Hand zu Hand, und jedem fiel eine kleine Episode zu den Fotos ein, die ich mitgebracht hatte. So war mein Schatz auch sichtbar unter uns, und es entstand ein noch größeres Gefühl der Zusammengehörigkeit. Wir haben für einen kleinen Augenblick den Grund des Zusammenseins verdrängt.


    Das ist jetzt bei mir über 19 Monate her. Es gibt Tage, an denen bin ich so beschäftigt, dass ich sie gut überstehe, und dann kommen wieder Zeiten, da öffnet meine Seele die Schleusen. Ich habe das unbeschreibliche Glück, dass mein Schatz mich jede Nacht in meinen Träumen besucht, ich erinnere mich auch nach dem Aufwachen daran.


    Für den 3. Juli und die Zeit danach wünsche ich Dir Kraft und viel Trost von der Familie, lieben Freunden und auch aus diesem Forum.


    Einen lieben Gruß

    Luse (und Ich)

  • Danke für eure Antworten.


    Luseundich , wir zeigen in der Kirche Bilder von ihm auf einer Leinwand. Ich habe so eine Angst davor.

    Habe auch noch Angst um meine Mutter. Vor 3 1/2 Jahren ist mein Papa auch ziemlich schnell gestorben. Habe Angst das bei ihr alles wieder hoch kommt. Ich denke das ich so mit mir selber beschäftigt bin, dass ich ihr nicht beistehen kann.

  • Du musst keine Angst haben. Du bist nicht allein mit den Abschiedsgästen. Dein Schatz und auch Dein Papa sind da, um Dich und Deine Mama zu unterstützen. Beim Abschied meines Schatzes haben alle dazu beigetragen, dass es keine Trauerfeier war sondern etwas Liebevolles und - so merkwürdig es sich anhört - Schönes hatte.


    Das wünsche ich Dir von Herzen.

    Luse (und Ich)