Vor zwei Tagen ist Papa gestorben

  • Liebe Elli,


    Deine Gefühle sind ganz normal, das Auf und Ab, die Ängste...


    Trauer kostet Kraft, das erschöpft...


    Sein Gesicht und ihn wirst du nie vergessen...


    Es wird ein schwerer Weg, die Beerdigung, aber ihr habt einander und könnt euch stützen.

    Gehe Tag für Tag an, Schritt für Schritt und gib deinen Gefühlen Raum und Zeit, nimm sie an, die Erwartung es müsste so und so sein, lass sie los... deine Seele spricht zu dir und es ist wichtig, dass du ihr zuhörst...


    Ich weiss, wie schwer das alles ist ❤️

    Alles alles Liebe Pia

  • Hallo liebe Elli,

    all das was du beschrieben und geschrieben hast, das kann ich nur unterschreiben.

    meine Mama ist vor 3 Monaten gestorben und das ist einfach schmerzhaft und auch körperlich anstrengend,

    weil man irgendwie funktionieren muss und das Leben weiter geht.

    Aber immer wenn ich mehrere Tage nicht geweint habe, dann wird es für mich sehr schwer auch körperlich und dann muss ich wirklich weinen um die Last abzulassen.

    Aber es geht dann eine Zeit lang, und dann geht es wieder los.....dann denk ich manchmal nein nicht schon wieder, ich merke das immer wie es sich innerlich aufbäumt, und dann fühlt es sich so schwer an.

    Genauso wie ich manchmal es nicht wahr haben will und kann und denke ich rufe sie an, vor allen Dingen wenn ich morgens wach werde, dann ist der Gedanke manchmal.

    So schwer, aber du hast ja deine kleine Familie , das ist schon eine kleine Ablenkung und Unterstützung.

    Das ist doch schon einmal sehr schön.

    Ich wünsche dir viel Kraft erst einmal für diesen Tag<3<3<3<3:24:

  • Pia1962 Ja Du hast Recht mit den Erwartungen. Ich habe oder hatte immer irgendwie ein Bild im Kopf, wie es ist wenn jemand sehr Nahes stirbt. Habe bislang nur meine Großeltern verloren im sehr hohen Alter, das hatte nicht diese schlimme Tragik für mich. Dachte immer, ich würde wochenlang durchweinen und nicht das Bett verlassen wenn Mama oder Papa stirbt. Habe mich gewundert über die Freundin, die zwei Wochen nach dem Tod ihres Vaters wieder ihren Nebenjob in der Kneipe aufgenommen hat und mit uns auf dem Weihnachtsmarkt war. Jetzt merke ich: alles kann, nichts muss.


    Ja, die Beerdigung…der erste Schritt ist geschafft, wir haben die Beschriftung für den Kranz von meinem Freund und mir festgelegt. Am Sonntag findet das Gespräch mit dem Pastor statt und nächsten Freitag ist es soweit…ich bin einfach nur froh, wenn es geschafft ist. Aber Du hast Recht, ein Tag nach dem Anderen. Danke<3


    Was mir heute ein wenig geholfen hat:ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn, der von nichts weiß, einfach mal über ganz andere Themen als Trauer und Tod.

  • mahee Du hast so so so Recht!Ich weiß ganz genau was Du meinst, dass es sich innerlich anstaut. Genau das habe ich heute erlebt.Ich war mit dem Kleinen ganz lange spazieren, mit nem leckeren Kaffee in der Hand, das war sehr schön.Auf dem Rückweg haben wir noch eben ein paar Kleinigkeiten besorgt und zum Abschluss wollte ich noch im Buchladen einmal durchgucken.Da fehlte mir aber völlig die Lust als ich erstmal drin war und ich wollte einfach schnell heim.Es war dann wie Du es beschreibst: es fühlt sich innerlich so schwer an!

    Hier hab ich mich einfach nur aufs Bett fallen lassen und losgeheult. Zum Glück ist mein Freund im Home office und kann ganz viel für mich da sein.

    Nach dem Weinen ist es erstmal wieder etwas besser, das stimmt.

    Funktionieren, ja, das zerrt. Außer ums Baby kümmern mache ich echt nicht viel, vergiss den Haushalt, da mache ich echt ganz wenig, das läuft - leider - nicht weg.


    Bei mir ist es auch morgens nach dem Aufwachen schlimm.Im ersten Moment ist noch alles gut und dann kommt sofort der Gedanke „Papa ist tot!“ und zack ist die Schwere da.


    Aber mein Freund und mein Kind sind der beste Anker, Trost und Ablenkung die ich mir wünschen kann. Jetzt gerade bin ich noch dankbarer für die Beiden als sonst<3


    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und eine gute, erholsame Nacht!Guter Schlaf ist Gold wert finde ich:sleeping:

  • Liebe Elliminelli,


    heute ist der 17. Tag , dass meine Mama gestorben ist ( noch immer tu ich mir schwer das Wort gestorben zu schreiben) und vor 6 Tagen war das Begräbnis.
    Und das Leben ging und geht weiter , wobei ich ja ganz am Anfang dachte, wie so viele andere auch , warum steht die Welt nicht still , meine Mama ist tot!!!!!!!

    Und irgendwie ist diese Gewissheit, diese Endgültigkeit, dass Mama NIE wieder kommt schon in meinem Kopf verankert, dachte ich zumindest, aber eigentlich stimmt es nicht so ganz. Immer wieder dieser kurze Augenblick , „ ich ruf schnell Mama an“ und dann die knallharte Ernüchterung, fühlt sich wie ein Stromstoß im Körper an und ja es tut einfach weh! So weh! So weh!:13::13::13:
    Ich habe auch Angst , dass ich ihr Gesicht vergesse,ihre Stimme, habe sogar zum Schluss noch ihre Stimme aufgenommen... vor lauter Angst , sie zu vergessen.
    Und ja genau , meine Trauer staut sich auch auf und ich muss sie auch „ablassen „

    Und ja ich funktioniere auch, nach außen glaub ich sogar ziemlich gut , Arbeit usw.... aber genau , es zerrt und ist unheimlich anstrengend!

    Ich habe mir ein Trauertagebuch bestellt , finde es eigentlich recht schön gestaltet, habe aber noch nicht soviel reingeschrieben, aber ich glaub , das geh ich jetzt an. Ich kann mir schon vorstellen, dass es mir ein wenig helfen könnte.


    Ich kann dich soooo gut verstehen liebe Elliminelli und auch alle anderen lieben Menschen hier ❤️ und ich bin einfach sooo froh hierher gefunden zu haben ❤️


    Für das Begräbnis wünsche ich dir sehr viel Kraft , du schaffst es! Du hast deine Familie dabei, sie gibt dir Kraft 🙏


    Alles Liebe ❤️:30:
    Michaela

  • Liebe Mischaela,


    ja das kostet enorme Kraft es laught aus....mir war das nicht so klar wieviel Kraft das kostet und ich habe schon viele Verluste erlebt aber Mama war immer da mein alles mein Seelenmensch mein Halt.

    Es hat lange gedauert zu verstehen das alles was ich mache hier schreiben oder Therapie oder Trauertagebuch nur den Druck etwas mindern kann aber nicht den Schmerz nicht dieses Gefühl als würde der gesamte Brustraum offen sein eine riesige Wunde und es war ein unglaublicher Schmerz nicht nur seelisch auch körperlich.

    Wenn ich an diesen Tag zurück kehre dann wird mir ganz bewusst klar das ich in diesem Moment wirklich sterben wollte.

    Ich habe diesen Tag tausendmal durchlebt in den ersten Monaten immer und immer wieder was eine Art der Qual war dieses ständige Kopfkino Karussell aus dem es keinen Ausweg zu scheinen gab.

    Es hat etwas abgenommen, der Schmerz wird milder aber er geht nicht weg das kann ich nach meinen vielen Verlusten sagen.

    Es wird schlicht anders aber gut nein.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen,

    oh ja , ich versteh dich sooo gut , fühle so mit dir :30:ich hab auch schon viele Verluste erlebt , Tante , Oma, mein Bruder....alles so vor ca 10- 12 Jahren , ganz schlimm!!!! ABER meine Mama war noch da , mein Halt bzw ich war auch ihr Halt .

    Und jetzt ist meine Mama tot.

    Und dieser seelische wie auch körperlicher Schmerz, sehr schwer zum Ertragen. Und wirbelt zusätzlich den eigentlich schon etwas abgemilderten Schmerz vom Tod meines Bruders wieder ordentlich auf. Eigentlich auch schon während der Erkrankung meiner Mutter....

    Es ist sehr schwer 😩😥☹️


    Du bist nicht allein, alles Liebe ❤️

  • Liebe Elliminelli,


    der plötzliche Verlust deines Vaters tut mir von Herzen leid. Es verändert einfach alles..


    Ich kann Deine Gedanken und Gefühle so gut verstehen und nachempfinden.. deinen Thread zu lesen, hat mich tief bewegt, weil wir einige Parallelen haben!


    Auch ich habe ein Baby, mein Sohn ist nun 8. Monate alt und mein Papa verstarb am 03.01.. von einer Sekunde auf die andere, völlig unerwartet.. mein Vater wurde auf den Tag genau, 6 Monate nach der Geburt meines Sohnes beerdigt.


    Ich kann es total nachvollziehen wie es ist, in Trauer um den geliebten Vater zu sein und dennoch die bestmögliche Mama für sein Baby sein zu wollen.

    Es kostet so unendlich viel Kraft und ist so schwierig, dabei sollte es doch eigentlich die schönste Zeit im Leben sein.

    Auch mir tut der Gedanke so häufig weh, dass er nun seinen kleinen Enkel nicht mehr aufwachsen sehen darf.. der Gedanke zerreißt mich manchmal..


    Ein großes Glück ist es, dass du deinen Sohn und deinen Freund als Anker hast und du dadurch Trost und Ablenkung finden kannst..


    Fühl dich umarmt, wenn du magst.

    Alles Liebe für dich, Fabienne

  • Liebe Michaela, Ihr Lieben,


    ach ich hatte immer eine Vorstellung wie es sein würde wenn das passiert...Doch die Reaktion war eine ganz andere und das fand ich noch schlimmer in der Zeit....Ich lief damit Monate lang rum, bis ich das Forum fand und dann kam eins zum anderen....Durch Zufall oder Mama, eine super Therapeutin gefunden die mir zu verstehen gab das ich mich völlig von mir gelöst habe um das überhaupt zu überleben. Sie hat zweimal diese irren Weinkrämpfe mitbekommen die auch körperlich irre weh tun...keine Luft der Körper Krampf bis zum erbrechen und das jeden Tag, oft auch im Auto musste dann rechts ranfahren.

    Ich war zu nichts aber auch gar nichts in der Lage, Einkaufen Menschen ich war total überfordert.

    Das große Glück wenn man das so nennen kann, es war der erste Lockdown somit nur stundenweise arbeiten 2- 3 Stunden mit wenig Patienten.

    Ganztags normal hätte ich nicht geschafft.

    Beruhigungsmittel hab ich nur für die Nacht genommen zwecks Auto fahren musste mich ja auch um Papa kümmern gab ja genug was gemacht werden musste...kennt Ihr ja.

    Allerdings auch nur 2 Wochen hab mit sowas bisschen meine Probleme.


    Nach wie vor bin ich nicht wirklich gut belastbar aber wesentlich besser auch der Kopf ist besser nicht mehr so vergesslich....und kann wieder am Leben teilnehmen einigermaßen.

    Ich hatte mich auch komplett isoliert wollte auch nicht und konnte es nicht ertragen.

    Ja so lebt man nun damit und ich habe durch meine Therapeutin viel verstanden vor allem warum ich so extrem anders reagierte als ich es eigentlich erwartet hätte.

    Mittlerweile geht vieles auch durch die Tipps von Isabel hier aus dem Forum und das ist gut.


    Vlg. Linchen

  • Loewenherz69 danke dass Du hier geschrieben hast, sind ja wirklich einige Parallelen!


    Du weißt ja wie es ist, die Kleinen wollen ständig bespaßt werden. Ich habe meinem Sohn gegenüber fast ein schlechtes Gewissen weil ich momentan einfach nicht so lang und so viel mit ihm rumkaspern kann wie sonst. Eigentlich haben wir schon morgens direkt nach dem Aufwachen immer gespielt, aber das kriege ich gerade einfach nicht so hin. Mein Freund übernimmt das momentan so gut es geht und ich biete eben die Grundversorgung, so ist das jetzt halt…solange er mich noch anlacht wird es nicht so schlimm für ihn sein;)


    Es gibt einige Dinge, wo wir uns sicher waren dass mein Papa sie einmal mit unserem Sohn unternehmen würde. Alles, was im weitesten Sinne mit Lernen zu tun hat: ein Waldspaziergang mit einer Naturkunde-Einheit, ein Ausflug zur Feuerwehr und zur Polizei, Vorlesen, Tiere angucken, der erste Museumsbesuch. Da haben wir immer meinen Papa gesehen und ja, es tut sehr weh dass das alles nie so stattfinden wird. Mit meinem Neffen hatte er das immerhin für einige Zeit und der Kleine hat es geliebt!

    Jetzt müssen die Patenonkel dafür einspringen, das ist schon fest geplant.


    Unsere Papas haben ihre Enkel kennengelernt und sie wissen, dass ihre Töchter glücklich sind, das ist viel wert!Aber ja, es war bei uns beiden nur ein sehr kurze gemeinsame Zeit und das ist einfach ungerecht und traurig. Mein Papa hatte schon die Sandkiste befüllt für den Frühling…


    Darf ich fragen wie es Dir jetzt geht, nachdem einige Wochen vergangen sind?Bemerkst Du Veränderungen?Wie kommst Du zurecht?
    Ich wünschte, die Beerdigung wäre schon vorbei. Dann wollen wir ein paar Tage verreisen, das ist gerade mein Lichtblick.

    Gerade beim Putzen habe ich ein bisschen (innerlich) mit mir selbst geredet und abgemacht, dass die Beerdigung unbedingt auch lustige Anteile haben muss. Papas trockener Humor darf nicht fehlen, das muss ich dem Pastor sagen. Der Gedanke daran hat mich etwas aufgeheitert. Ansonsten fühle ich mich einfach irgendwie schwer und träge. Mir ist es lieber wenn viele Tränen fließen, das macht es zumindest für kurze Zeit leichter.


    Ich wünsch Dir einen schönen Tag:)

  • Ihr Lieben,


    lasst Euch Zeit einfach nur Zeit es dauert solange es dauert und es werden schlimme Tage kommen aber auch besser es gibt kein Rezept kein Plan und auch diese Trauerphasen sind nicht immer konstant.

    Mal geht es vorwärts dann geht es wieder 3 Schritte zurück das alles ist völlig normal....man geht so davon aus das es zwischen 2- 5 Jahre dauern kann um sein Gleichgewicht wieder zu finden aber auch das ist relativ und sehr individuell.

    Bei mir werden es 2 Jahre und es ist nach wie vor ein Alptraum.

    Natürlich hat sich was verändert es ist milder der Brustraum ist nicht mehr so offen doch der Schmerz bleibt und für mich wird er immer bleiben, völlig egal ob 5, 7, 10, oder 30 Jahre.

    Damit lebe ich nun und versuche etwas mehr Leben wieder zuzulassen.

    Klar lache ich auch wieder und habe Freude oder Spaß aber nicht mehr das was es war.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen, ihr Lieben alle miteinander... ❤️

    Ich hab so garkeine Worte im Moment, nur Gefühls-und Kopfchaos und viele Tränen... Euch allen liebevolle Gedanken, Umarmungen und viel Kraft... ❤️🌈💚🍀



  • Liebe Linchen, ihr Lieben alle miteinander... ❤️

    Ich hab so garkeine Worte im Moment, nur Gefühls-und Kopfchaos und viele Tränen... Euch allen liebevolle Gedanken, Umarmungen und viel Kraft... ❤️🌈💚🍀



    wie wunderschön....:33::30:<3<3

  • Liebe Elliminelli,


    auch von mir ein liebes Willkommen hier und mein aufrichtiges Mitgefühl zu deinem schmerzlichen Verlust :30:.

    Den Papa zu verlieren, den Menschen, der einen sein ganzes Leben begleitet hat, tut unfassbar weh. Auch ich

    habe meinen Papa schon verloren.


    Lernen zu müssen ohne einen so geliebten Menschen weiterzuleben, ist ein ganz langer und schmerzhafter Prozess,

    denn von einer Minute auf die andere, ist ja nichts mehr wie es war.

    Aber irgendwie muss man es schaffen, aber es braucht halt viel, viel Zeit. Tief in unseren Herzen werden uns unsere Lieben

    auch weiterhin begleiten, wenn nun auch ganz anders, aber sie sind bei uns, davon bin ich ganz fest überzeugt.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Elli,


    du hast Recht, zumindest haben sie ihre Enkel kennengelernt und wussten, dass wir glücklich sind.. für mich ist es meistens nur ein schwacher Trost, denn so viel was sie sich mit ihren Enkelkindern vorgenommen und vorgestellt haben, werden sie nie erleben! Das ist nicht fair und tut einfach nur weh..


    Verstehe was Du meinst.. auch ich konnte in den ersten paar Wochen mit dem Kleinen nicht so rum albern wie zuvor, hatte ein sehr schlechtes Gewissen ihm gegenüber.. das hat sich gebessert, allerdings bin ich dennoch nicht mehr die unbeschwerte und fröhliche Mutter, die jeden Morgen glücklich und mit guter Laune aufwacht.. das macht mich sehr traurig..

    Zumindest beruhigt es mich, dass er zum Glück zu klein ist, um zu verstehen, was um ihn rum geschieht und er einfach unbeschwert und glücklich sein kann!


    Es hat sich bei mir in den letzten Wochen nicht viel verändert.. ganz selten gibt es leichtere Tage.

    Ich lache nach wie vor wenig, Freude empfinde ich nur im Bezug auf meinen Sohn..

    Ein Horror ist es nach wie vor zu meinem Elternhaus zu fahren, um meine Mutter zu besuchen.. ich wohne seit der Geburt von meinem Sohn mit meinem Freund ca. 50km entfernt und habe zumindest dadurch räumlichen Abstand.


    Es war für mich tröstlich die Trauerfeier mitzugestalten.. ich wünsche Dir, dass es für dich ebenfalls so sein wird.. es wird ein sehr schwerer Tag werden, zum Glück hast du deine Familie, die dich stützen kann und bei der du Halt finden wirst. Ich wünsche dir jetzt schon viel Kraft, um diesen Tag bestmöglich zu überstehen.

  • MichaelaH ich verstehe gut, dass es Dir schwerfällt zu schreiben, dass Deine Mama gestorben ist:24:Mir geht es auch so, auch das laut Aussprechen ist schlimm. Aber auch wichtig glaube ich, um es zu realisieren. Bei Dir ist es ja auch noch so frisch…mein Papa ist jetzt schon vor einer Woche gestorben und in genau einer Woche ist die Beerdigung.Vor diesem Tag habe ich große Angst…wie hast Du die Beerdigung erlebt?

    Ich nehme mir auch immer vor, Tagebuch zu schreiben und habe es doch bislang nicht gemacht. Ich habe drei gute Freundinnen die bereits ein Elternteil verloren haben und sie alle haben mir dazu geraten…komm, wir machen das jetzt!


    Ich bin ja in Elternzeit und muss zum Glück nicht bei der Arbeit funktionieren. Kann mir viel Zeit für mich nehmen, trotz Baby. Ich würde es wahrscheinlich schwer aushalten, acht Stunden am Stück gut zu funktionieren, aber etwas Ablenkung könnte ich hier und da gebrauchen.Ich habe jetzt nämlich auch viel Zeit, im Bett zu liegen und nachzudenken.Das ist auch nicht immer gut…


    Ich wünsche Dir, dass Du Dich in Deinem Tempo erholen kannst, immer mit Deiner Mama an Deiner Seite:22:
    Wäre nur die Beerdigung schon vorbei, die Aussicht auf diesen Tag ist so schlimm:95:

  • Loewenherz69 Oh ja, ich bin so froh dass ich meine kleine Familie habe.Mein Freund trauert selber sehr, aber er ist einfach der beste Anker. Er hat in seinem Leben schon sehr viel wegstecken müssen und hatte nie ein so tolles Verhältnis zu seinen Eltern wie ich. Wir sprechen viel über Dankbarkeit und er ist der lebende Beweis dafür, dass man auch die schlimmste Krise überstehen kann.


    Ich lebe auch weiter weg von meinem Elternhaus, ca.100km. Wir fahren am Wochenende erstmals hin und ich habe echt Angst davor, das Haus so ohne Papa vorzufinden.Wie Du es auch sagst…aber irgendwie glaube ich, dass das ganz wichtig ist, um es zu realisieren.Hier läuft der Alltag ja „normal“ weiter, Papa war ja kein Teil von unserem täglichen Leben hier, nur über Telefon etc. Wahrscheinlich kommt es erst so richtig an, wenn ich seinen Lieblingssessel und sein Bücherregal sehe:(Die Trauerfeier wird persönlich, am Sonntag sprechen wir mit dem Pastor. Mal sehen, wie das Gespräch wird…


    Ja, es ist schön, dass unsere Kinder so unbeschwert sind bei all der Traurigkeit um sie herum.Wobei unser Sohn ganz erstaunt guckt wenn ich weine. Aber ich kann es nicht immer vor ihm verstecken, er klebt ja den ganzen Tag an mir…ich hoffe, dass wir ihm bald wieder seinen ganz normalen Alltag bieten können mit Mama und Papa so, wie er sie kennt<3

  • Liebe Elliminelli,


    eine Woche ist es schon wieder her bei dir , dass dein Papa gestorben ist. Bei mir werden es am Samstag auch schon 3 Wochen, dass Mama gestorben ist. Irgendwie ist die Zeit seither für mich so schnell vergangen, aber irgendwie auch wieder so langsam. Sehr eigenartig, aber es ist sowieso alles eigenartig.
    Und das Vermissen wird immer stärker und die Sehnsucht nach meiner Mama lässt mich immer wieder zum heulenden Kleinkind mutieren, ich möchte meine Mama wiederhaben. Es tut einfach so sehr weh meine Verzweiflung. :13::13:

    Ich versteh dich , wenn man viel Zeit hat , dann kommen die Gedanken. Wobei es natürlich voll schön ist , dass ihr euer Baby habt und das ist wahrscheinlich Ablenkung pur. Aber so einTag hat viele Stunden....Wobei ich finde, die Arbeit ist Fluch und Segen zugleich, Ablenkung , ich funktioniere perfekt- keiner würde glauben , dass ich daheim manchmal ( eigentlich öfter) ein winselndes Kleinkind bin ....aber funktionieren ist auch sehr anstrengend.....


    Wir hatten übrigens auch die Beerdigung an einem Donnerstag und ich hatte ebenso wie du sehr große Angst. Ich nahm etwas zur Beruhigung, der Anblick der Urne , ja das war trotzdem ein Schock für mich , was tut meine Mama in der Urne - ging mir durch den Kopf und wollte nur auf und davon....

    Aber schlussendlich war es - was ich halt mitbekam- eine wirklich schöne Feier.... und es hätte meiner lieben Mama gefallen, bzw eigentlich hoffe ich , dass sie irgendwie dabei war....

    Du wist die Beerdigung auch gut schaffen , du hast deine Familie bei dir :30: und ihr gebt euch gegenseitig viel Kraft❤️ ! So hab ich es auch erlebt.


    Ich hoffe , dass ich heute besser schlafe , schlechter schlafen ist auch so ein Thema ☹️


    Wünsche dir alles Liebe ❤️:30:
    Michaela

  • Liebe Mischaela,


    ach mensch ja diese ersten Wochen Monate wo nichts aber auch gar nichts zu funktionieren scheint.

    Wo man aber einfach nur funktioniert.

    Ich habe die ersten Monate das erste Jahr bis ins zweite hinein eigentlich immer irgendetwas gemacht für Mama.

    Ein Stern getauft z.B Blumen oder irgendetwas für Ihr G...ich kann es nach wie vor nicht aussprechen geht einfach nicht.

    Mir mein Tattoo überlegt was ja im ersten Jahr nicht ging zwecks Corona....das Risiko bin ich dann 1 Woche nach ihrem 1 Jahr eingegangen.

    Davon wusste nur mein Papa und meine Trauertherapeutin sonst niemand.

    Ich wollte mir einfach gewisse Dinge ersparen die ich dann zu hören bekommen würde.


    So hab ich es überlebt bis heute mit allen diesen kleinen Dingen und auch durch Papa meiner Trauertherapeutin dem Forum hier und Mamas Freundin die für mich wie eine Tante ist.

    Mit der Gewissheit Mama ist bei mir sooo viele klare Zeichen das es nicht anders sein kann.

    Mit der Gewissheit sie will das ich meinen Weg weiter gehe bis wir uns wiedersehen.

    So lebe ich nun mit diesem Schmerz in mir der mal laut und mal leise ist und für immer bleibt.


    Vlg. Linchen