Plötzlicher Tod meines geliebten Partners

  • Hallo,


    ich bin neu hier. Ich bin untröstlich. Mein geliebter Partner ist völlig unerwartet gestorben. Wir hatten uns so sehr auf unseren Urlaub gefreut und dann ist er

    im Bad zusammengebrochen. Er war dann noch 2 Tage im Krankenhaus und ich wurde das Gefühl nicht los, dass er stirbt. Er hat mir morgens noch eine

    süße SMS geschickt und ich atmete auf und kurze Zeit später verstarb er dann. Ich habe jetzt nicht nur die Trauer, die mich förmlich zerreisst, zu überwinden,

    nein ich habe noch Ärger mit seiner Familie, obwohl sie alle zerstritten waren, darf ich noch nicht einmal an der Beerdigung teilnehmen. Gott sei Dank konnte

    ich von ihm im Krankenhaus Abschied nehmen. Ich bin in tiefer Trauer und kann es noch nicht so richtig fassen. Er war immer so stark und nicht krank und wir

    sind gerade erst an die Nordsee gezogen und hatten 1000 Pläne für die Zukunft, außerdem haben wir uns sehr geliebt. Ich vermisse meinen besten Freund,

    meinen Herzensmenschen. Die Familie gibt mir nicht die Sterbeurkunde, weil sie mir nicht zustehen würde, aber die benötige ich um die Wohnung umzuschreiben.

    Ich habe mir jetzt einen Anwalt genommen. Momentan nerve ich meine ganzen Freunde, weil ich von nichts anderem rede, deshalb habe ich hier dieses Forum gefunden, ich hoffe, dass man mich hier versteht.


    Lieben Dank:2:

  • Liebe turicum,


    mein aufrichtiges Beileid zu Deinem Verlust !


    Keine Sorge - hier wirst Du verstanden - die Erfahrung mache ich gerade selbst !


    Es ist sehr bedrückend zu hören, dass die Familie Deines Partners Dir so Probleme macht!


    Ich schicke Dir ein großes Kraftpaket!


    Liebe Grüße

    Susanne

  • Liebe Susanne,


    ich fühle mich hier jetzt schon ganz wohl. Ich möcht meine Bekannten nicht noch weiter in Anspruch nehmen.

    Eine Nachbarin hat mir schon gesagt, dass ich Abstand zu ihr halten soll, weil sie dass alles so mitnimmt, dass

    hat mich sehr verletzt. Mein Partner ist doch verstorben und nicht ihr Mann. Ich wünsche Dir auch ganz viel

    Kraft. Gegen Abend finde ich es besonders schlimm, da vermisse ich ihn am meisten. Danke für das Kraftpaket,

    für Dich natürlich auch eins. Manchmal rede ich mit ihm und denke, werde ich jetzt ganz spinnert?

  • .... jetzt musste ich doch mal schmunzeln - NEIN - Du spinnst nicht - ich mache das nämlich ganz genauso und rede mit seinem Bild auf der Anrichte...


    Genauso sage ich ihm auch jedes Mal: 'Gute Nacht Schatzi' und in meinen Gedanken sagt er dann wie zu Lebzeiten: 'Schlaf gut Bärchen'.....


    Ach ja wir Trauernden sind kein einfaches Volk...


    Mein persönlicher Rat für Dich: Werde einfach ein wenig egoistischer! Du hast es nämlich schon erkannt: DU bist diejenige, die ihren Partner verloren hat und die anderen sollen sich erstmal diesen Schuh anziehen und erst dann können sie auch auf Augenhöhe mitreden...


    Ist schon unverschämt, was manche Menschen sich rausnehmen...


    Ich habe eine ähnliche Erfahrung mit dem besten Freund meines Mannes gemacht. Der hat sich 4 Wochen nach dem Tod meines Mannes das erste Mal per WhatsApp mitten in der Nacht gemeldet und mir dann geschrieben, er 'leidet wie ein Hund' (tja wenn man einen zu viel intus hat, wird man halt sentimental)...


    Mittlerweile hab ich ihn mitsamt seiner Telefonnummer aus meinem Leben entfernt.


    Kann ich drauf verzichten und hab ich auch keine Energie für...


    Ich drück Dich!

    Lg

    Susanne

  • Danke Bettina,


    ich war noch nie so allein. Er war immer für mich da und jetzt ist er fort und hat mich hier gelassen.

    ich kenne das gefühl. bei mir wars die mama aber ich fühle mich seitdem noch mehr allein,hab keinen partner und nur wenig freunde und Mama war mir immer sehr nahe. :33::24::24:

  • Ihr Lieben :24:Ich rede auch mit meinem Schatz...sag ihm Guten Morgen und gute Nacht Schatz...sag ihm das ich ihn immer lieben werde ...und schreib ihm hier jeden Tag :13:Jetzt aber erst ein willkommen hier turicum . ..es tut mir leid das auch du hier hergefunden hast.. hier wo niemand sein möchte und es doch für uns ein Hafen geworden ist ...wo wir verstanden werden und meist wissen alle wie man sich gerade fühlt...:24:

  • Liebe turicum,

    auch von mir ein stilles Willkommen und eine Liebe Umarmung. Es tut mir sehr leid, dass auch Du Deinen Partner hast gehen lassen müssen. Das WARUM ist furchtbar und begleitet einen "ewig".

    Nicht schön, dass Dir seine Familie einen solchen Ärger bereitet, Empathie = 0. Schließlich sollten sie doch froh sein, dass ihr Sohn eine liebe Partnerin an seiner Seite hatte. Zu Deinen Freunden sei die Bemerkung erlaubt, es sind keine Freunde. Wirkliche Freunde halten eine Trauernde aus. Du kannst sicher sein, wir alle hier haben in unserer TRAUER die Erfahrung machen müssen, wie klein der Personenkreis um einen herum wird, wenn man trauert. Auch bei mir ist es seit dem Tod meines Mannes vor 9 Monaten sehr still geworden. Trauernde sind unbequem.

    Ich wünsche Dir alle Kraft, die Du

    brauchst.

    Liebe Gaby

    P. S. Ich rede auch stets und ständig mit meinem Mann. Erzähle ihm was passiert ist, was ich gerade mache oder vorhabe und ich sage ihm immer gute Nacht, guten Morgen, Tschüss und... ich bin wieder da...

  • Ihr Lieben,


    vielen Dank für die lieben Worte. Es ist seine ehemalige Frau und seine Tochter, die mir zusetzen. Ich fühle mich als

    würde ich eine Ritterrüstung auf dem Körper tragen. Manchmal kann ich auch lachen und dann habe ich gleich ein

    schlechtes Gewissen, was sollen die Nachbarn denken. Ich höre viel Musik aus der Zeit, als wir uns kennenlernten.

    Manchmal bin ich auch wütend, all so komische Gefühle, Annahme, Verweigerung, große Liebe, Trauer, Abschied,

    Dankbarkeit für die Zeit die wir hatten. Ich habe auch schlimme Konzentrationsschwierigkeiten, aber das soll normal

    sein. Seine Post kommt auch noch, das wirbelt alles wieder auf. Mein Gott, wie ich diesen tollen Mann vermisse....

  • Liebe turicum,


    mein aufrichtiges Beileid :30: und ein liebes Willkommen hier bei uns, wo wir leider alle einen liebsten Menschen

    betrauern müssen. Es ist so wohltuend dass man hier von Menschen aufgefangen und gehalten wird, die auch so ein

    Schicksal teilen und die genau verstehen wie es einem geht.

    Für Menschen die so einen Verlust noch nicht erleben mussten, dreht sich die Welt einfach weiter, so als wäre nichts

    passiert. Unsere Welt ist stehengeblieben an dem Tag, an dem unsere Liebsten gegangen sind.


    Ich bin schockiert wenn ich lese, dass dir die EX - Frau die Teilnahme an der Beisetzung verwehrt. Sie darf dir das nicht

    verwehren ! Eine Trauerhalle, ein Friedhof .... das sind öffentliche Einrichtungen und nur du selbst hast das Recht zu

    entscheiden ob du gehst oder nicht. Wenn es dir wichtig ist, dann lass` dir diesen Abschied bitte nicht nehmen.

    Es wird ja eine Traueranzeige geben in der steht, wann und wo die Beisetzung stattfindet.


    Ich nehme dich mal vorsichtig in den Arm, wenn du mich lässt :30::24:.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Kerstin,


    vielen Dank für die lieben Worte. Ich habe für meinen Partner eine Baumbestattung im Sternenwald vorgesehen gehabt und

    die Witwe wollte sich darum kümmern. Auf Nachfrage von mir, bekam ich die Auskunft, dass ich dort nicht erwünscht bin und ich kann nur hoffen, dass sie mir nach der Beisetzung zumindest die Daten bekannt gibt. Ja, es ist ein Alptraum. Über 5

    Jahre war ich die Lebensgefährtin und am Ende muss ich noch zittern, ob ich in der Wohnung bleiben kann, da sie die

    Sterbeurkunde nicht heraus gibt. Es ist einfach ein übles Nachtreten und ohne Sterbeurkunde mache ich nichts. Morgen

    telefoniere ich mit dem Standesamt und hoffe da auf Verständnis, ansonsten kann ich noch einen Umzug planen. Ich gehe

    immer zu unserer Lieblingsbank und denke einfach da an ihn, statt einer Trauerfeier. Ich denke ehrlich gesagt den ganzen

    Tag an ihn. Er fehlt mir wahnsinnig.


    Lieben Gruß


    Rita

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich schreibe ziemlich viel hier. Ich fühle mich so unendlich allein. Wir beide waren Frühaufsteher und haben den ganzen Tag

    etwas zusammen unternommen. Ich fühle mich so unendlich allein, ohne ihn. Meine Familie und meine Freunde wohnen

    alle in Hamburg und das ist 100 km von hier. Manchmal kann ich alles noch nicht fassen. Er war doch erst 62 Jahre alt und

    kerngesund. Ich vermisse unsere Frotzeleien und das er jeden Abend lecker gekocht hat. Ich habe dabei gestanden und

    Gemüse geschnippelt. Ich habe zuletzt warm bei ihm im Krankenhaus gegessen, weil er keinen Appetit hatte, was schon

    ungewöhnlich war für ihn. Ich habe auch ein Shirt von ihm in meinem Bett, was noch nach ihm riecht und seine Raucher-

    jacke liegt im Wohnzimmer. Manchmal würde ich mich gern zuschütten, aber das hilft auch nicht. Momentan möchte ich

    nicht so viel am Telefon hängen, weil es mich ermüdet. Hier schreibe ich gern. Hier werde ich verstanden. Ich höre immer

    seine letzten 3 Nachrichten aus dem Krankenhaus ab, das macht mich traurig, aber beruhigt mich auch, seine liebevolle

    Stimme zu hören. Ich finde, nur wer schon einmal so einen Verlust mitgemacht hat, kann mitfühlen, wie sch...man sich fühlt.:13:

  • Liebe turicum,


    es tut mir so leid, dass du deinen Liebsten hast hergeben müssen, so ganz plötzlich und mit nur 62 Jahren. Und dann auch noch kein vertrautes Umfeld zu haben, dazu noch Ärger mit seiner Familie, das hört sich sehr schlimm an. Alles was du an Gefühlen und Gedanken beschreibst, das ist leider ganz typisch in der Trauer, dieses Gefühlschaos, die Konzentrationsschwierigkeiten, das Nicht-begreifen-können...

    Immerhin gut, dass du jetzt schon die Erfahrung machst, hier im Forum gut aufgehoben zu sein. Ich wünsche dir viel Kraft und die Zuversicht, dass du deinen ganz eigenen Weg finden wirst, mit deinem großen Verlust leben zu lernen und anders, aber wieder gut zu leben.


    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

  • Liebe turicum,


    ganz herzliches Beileid zu deinen schrecklichen Verlust,


    Mit Verrückt sein hat das nichts zu tun. "Mit Toten zu sprechen ist völlig normal. Wir haben ja so viel

    Liebe und Sehnsucht in uns. Ich persönlich verabschiede mich täglich von Max, auch begrüße ich ihn,

    wenn ich wieder da bin.

    Denke jetzt an dich, und mache das, was dir gut tut.

    Bei mir hatten sich viele ,angeblichen Freunde, in der schwierigsten Phase aus meinem Leben geschlichen.

    Es tut weh, aber im Nachhinein fühlte ich mich besser. Andere wiederum, Leute die ich nicht so gut kannte,

    haben sich rührend um mich gekümmert.


    eine liebe Umarmung

    Maike

  • Ihr Lieben,


    genau die Erfahrung habe ich auch gemacht. Menschen, wo ich dachte, die sind bestimmt für mich da, hatten keine Lust,

    sich mit mir auseinderzusetzen und andere, von denen ich es gar nicht erwartet habe, die sind für mich da.