Posts by Renate 1967

    Habt dank ihr beiden, und auch ihr anderen,es ist immer so gut zu wissen, das da wer ist, der mich versteht.


    Vielleicht erwarte ich ja auch Zuviel von mir.


    Heute habe ich mit meinen Sohn, eine Fliegengitter Tür, für unseren Heurigen, beim Eingang zur Küche montiert.

    Einfache Montage, ist auf der Verpackung gestanden, und eigentlich wäre eine Ingenieur Ausbildung von Nöten gewesen. Ein reines Desaster. Stundenlang haben wir gewerkelt, und ja jetzt sieht sie annähernd so aus, wie erwartet.


    Walter konnte so etwas, ohne die Nerven zu werfen, mir einer Leichtigkeit, und einen Lächeln im Gesicht. Ich hab die Nerven nach einer halben Stunde, schon geschmissen, und hatte überhaupt keinen Durchblick. Ja das war eines von seinen Aufgaben, und seltsamer Weise, half ich ihm immer dabei, und es machte mir Freude, und wir hatten Spaß dabei.

    So ändert sich alles, und so kleine Dinge, zeigen mir, wie sehr sich mein Leben geändert hat. Nicht nur das ich jetzt seine Aufgaben mit übernehme, bereitet es mir keine Freude mehr.


    Mein Sohn, merkte bald, was los war, und versuchte sein bestmögliches, um mich in eine andere Stimmung zu bringen, aber vergebens.


    Er tut mir dann leid, er ist so bemüht, und ich so zickig.


    Aber ich sagte ihm auch, das ich da einfach überfordert bin, und das ich da immer an Walter denken muss, und das mir das so weh tut, das es mir dann bewusst wird, das er eben das nie, nie, nie mehr wieder mit mir machen wird, und dann nahm er mich in den Arm, und sagte, "alles gut Mama, ich mach das schon".

    Ich hab ihn sehr lieb.


    Ja wie gesagt, vielleicht erwarte ich einfach Zuviel von mir.


    Herzlich

    Renate

    Liebe Nasch,

    So wie du das schilderst, so geht es mir auch manchmal, und ja meine Tochter ist auch lieber bei ihrer Schwiegermutter, dachte ich, als bei mir, dort kommen junge Menschen zusammen, dort wird gelacht, dort ist alles rosarot. Wir haben erst vor kurzen darüber geredet, weil ich ihr sagte, sie solle mich nicht drängen, ständig fröhlich zu sein, wenn etwas nicht fröhlich macht, dann bin ich es ja auch, aber alles andere wehre Theater, und ich will gerade vor meinen Kindern, kein Theater spielen. Sie verstand es, sagte mir aber auch, sie meinte es nur gut, und das sie nicht gerne bei mir sei, sei Quatsch, sie verstehe mich ja, aber sie merkt auch, das sie mir nicht helfen kann, und das ist das, was sie betrübt.

    Vielleicht liebe Nasch, ist das ja bei dir ähnlich, denn ich denke, im Grunde genommen, lieben sie uns sehr, nur sie können manchmal, nicht so recht umgehen mit uns. Sie sind jung, und wollen in vollen Zügen Leben. Das waren wir doch auch. Das sie spät gekommen ist, zu Muttertag, ist natürlich schmerzhaft, keine Frage, du sitzt und wartest, und sie kommt nicht daher, verständlich das du entäuscht warst, wehre ich auch. Rede mit ihr. Mir hat es geholfen. Auch wenn du etwas zur Antwort bekommst, was du vielleicht nicht hören magst, oder dir etwas anderes erwartest zu hören, bist du trotzdem deinen inneren Unfrieden, dein verletzt worden sein, los, es ist ausgesprochen, und damit ein Stückchen weg, wenn du weißt was ich meine. Mit meinem traurig sein, fühl auch ich mich manchmal, für andere belastend, aber ja, das ist so, wenn sie mich lieb haben, verkraften sie das, und können mir vielleicht sogar ein wenig zur Seite stehen, und wenn nicht, na dann ist es ohnehin nicht wichtig, ob ich sie belaste, den dann belasten sie ja mich.

    Ich hab jetzt lange ausgeholt, ich lösche es auch gerne, keine Frage, aber es ist mir sehr wichtig, dir das Gefühl zu geben, das du nicht alleine bist. Einsam, sind wir fast alle, wenn nicht alle hier, aber nicht alleine, wir haben uns.

    Sei lieb umarmt

    Renate

    Immer noch bin ich wach, versuche meine Gedanken in ein richtiges Licht zu setzen, wobei was ist ein richtiges Licht, wo setzt ich sie dann hin, damit sie mich nicht den ganzen lieben Tag, und mehr als die halbe Nacht, nicht in Ruhe lassen.


    Konzentrieren auf Dinge, die eben gemacht werden müssen, ohne Konzentration, würd das sowieso nicht mal ansatzweise funktionieren, um dann am Abend, so halbwegs alles erledigt zu haben, so halbwegs, die Komentare der verblödeten ignoriert zu haben, so halbwegs, alle , bitte was mach ich noch da, Gedanken, verdrängt zu haben, und völlig erschöpft, körperlich, wie auch emotional, dann zu der Erkenntnis zu kommen, das nichts in irgendeiner Form, irgendwie akzeptabel für mich ist.


    Zorn steigt auf in mir.

    Zorn über das , das ich daran, so scheint es, egal wie sehr ich mich bemühe, und glaubt mir das tu ich, egal welche Richtung ich einschlage, welche Vorsätze ich mir selbst auferlege, anscheinend nichts, mir meine innerliche unausgeglichenheit nimmt.

    Ich dauernd wegen irgendetwas aus der Bahn geworfen werde, was ich vorher warscheinlich nicht mal war genommen hätte, und ich immer das Gefühl von unbeholfen, unfähig, undankbar, ja eben immer dieses " un" vor jedem, habe.


    Warum bitte, kann das nicht endlich aufhören, das Gedanken welzen, das ewige Grübeln, das so verdammt einsam fühlen, das so schrecklich Sehnsucht haben, das , das , das...


    Das Fenster ist offen, ich höre die Frösche quacken, und ein Rascheln der Bäume, vom Wind, und ich denke mir, wie viele male werd ich das noch hören, bis ich endlich bei meiner Liebe bin.


    Alles was ich tue, ist Lügen, so empfinde ich es, mich selbst belügen.


    Der Tag war lang, und nachts kommen dann die, ich heul mich in den Schlaf Gedanken, leider.


    Gute Nacht

    Renate

    Liebe Rinchen,


    Dieser Satz bringt überhaupt keinen etwas, so wie einige andere genauso wenig. Du hast vollkommen recht.


    Du hast mit dir zu kämpfen, wird schon wieder....


    Ja das kenn ich, mal mehr mal weniger, und mal tränenreicher, und mal aushaltbar.


    Den Arztbrief, den letzten, zu lesen, das ist ja auch etwas, das einem zum kämpfen gibt, ich hatte da auch lange damit zu tun. Alle Erwartungen, von, da hat jemand einen Fehler gemacht, sind dahin. Nein kein Fehler, er war nicht mehr zu retten. Aber ich hätte doch das und jenes anders machen können, dann wehre vielleicht das eine oder andere anders gekommen, das bleibt.


    Ich finde aus deinen Erzählungen heraus, hast du einen guten Weg, damit umzugehen, ja schon gefunden, und manchmal, da gehen wir halt ein wenig mit gesenkten Kopf, und etwas langsamer, aber doch weiter.


    Sei lieb umarmt

    Renate

    nun ist wieder ein Wochenende geschafft, noch dazu eines wo ich gefeiert wurde.

    Wir haben gegrillt, wie auch letztes Jahr, und wie auch letztes Jahr, ohne Walter.

    Das zweite mal, unfassbar, und bald das 3, das 10, das 15, das was weiß ich wievielte mal, irgendwas ohne ihm.

    Heuer waren wir eingeladen, zum grillen, bei den Schwiegereltern meiner Tochter, und ich hab das erste mal, kein schwarzes Gewand getragen, hab mich das erste mal, wieder zurecht gemacht. Ein seltsames Gefühl, war das, irgendwie wie sich schlecht dabei fühlen, wie Verrat, wie wozu, für wem.

    Ich wurde von meinen Kindern, gelobt, " siehst gleich ganz anders aus, Mama, wurde auch schon Zeit. " nur empfand ich es nicht als Lob, eher als Vorwurf. Ich wählte mit Hilfe einer lieben Freundin, sehr sorgsam meine Kleidung, Farbe, jedoch dezent, und meinen Stöpsel, wie sie es nannte, immer im Gebäck.

    Unterhalb hatte ich ein schwarzes Shirt, zur Not, konnte ich den Stöpsel ziehen. Brauchte ich aber nicht, und nach einer Weile, fühlte ich mich auch wieder sicher, und war es auch stimmig, und bereitete mir kein schlechtes gewissen mehr.

    Es ist seltsam, wie mich dieses , schwarze Kleidung tragen, in den pan gezogen hat, irgendwie habe ich mein Innerstes, in meiner Kleidung, ausdrücken wollen, und warscheinlich, jetzt wo ich darüber nachdenke, ist es gerade deshalb, immer noch seltsam für mich, Farbe zu tragen.

    Die Schwiegermutter meiner Tochter sagte, das macht man nicht mehr, das ist veraltet. Wie schon mal erwähnt, ich bin froh das ich nicht " man" heiße, und ich mach das, was ich für richtig halte.

    Schwarze Hose, braune Bluse, (darunter mein Stöpsel), braune Jacke, und ein leicht rosa Schal. Erdtöne, und nur Tupfer zu meinem schwarz, ablegbar, wenn nötig, zur Sicherheit.


    Das " fesch bist mei Liebe ", das er mir immer mit einem Kuss im Nacken, beim vorbei gehen, sagte, das fehlte mir schon sehr.


    Wir haben viel über meine Gefühle gesprochen, und es wurde auch viel für gut geheißen, so wie auch viel für schlecht, und es wurden Vorschläge gemacht, um das für mich besser zu machen, und es wurden sich offensichtlich Gedanken gemacht.


    Ich erklärte, rechtfertigte mich aber nicht. Sie gehen nicht in meinen Schuhen, und deshalb verstehen sie es auch nicht.


    Trotzdem empfand ich es, als großen Liebesbeweis, mir gegenüber, mit mir am Muttertag, über mich und Walter zu sprechen, über mein Leben, und über Verbesserungsvorschläge, auch wenn manches sehr weit hergeholt war.

    Aber alleine, das sich meine Kinder, solch Mühe geben, mir meinen Tag schön zu machen, das wir sogar stundenlang, über Walter gesprochen haben, und das es mir gut getan hat, mit meinen liebsten, über meinen liebsten zu reden.


    Jetzt geh ich in den Weingarten, wird auch schon Zeit, bin schon spät dran.


    Habt einen schönen Tag

    Renate

    Liebe Tamara,

    Ich denke sehr oft an dich, und kann nachvollziehen, in welcher schweren Situation du dich gerade befindest. Ist für uns alle, der Verlust unserer lieben schon so schmerzvoll, wie muss das dann erst sein, wenn es nicht sein hätte müssen, wenn Fremdverschulden dazu beigetragen hat, wie sehr muss es in dir rumoren, wie unbegreiflich für dich sein.


    Es ist gut das du bei einer Psychologin bist, die dich unterstützt.

    Meine Schwester hat vor 8 Jahren ihren Sohn verloren, meinen Neffen, er war damals 22 Jahre, auch durch Fremdverschulden. Sie brauchte 5 Jahre, und es war Schwerstarbeit, und auch mit viel ärztlicher Hilfe.

    Und heute noch, hat sie oft ihre zusammenbrüche, und erst jetzt, wo ich meine liebe verloren habe, versteh ich ihren Schmerz, und ihre Wut, besser.

    Die Zeit bei dir, Liebe Tamara, ist noch sehr kurz. Das dauert noch. Ich hoffe du hast Liebe Menschen um dich, die dich durch diese schwere Zeit begleiten.


    Sei fest umarmt

    Herzlich

    Renate

    Danke euch,


    Er fehlt einfach.


    Liebe Sverja, das Liebesleben, ist das was ich am wenigsten vermisse. Warum kann ich dir nicht sagen.


    Aber was heißt Liebesleben???


    Ist das das Kuscheln, das fest halten, das unerwartete, an sich drücken, die liebkosenden Worte, der Geruch, die Stimme, die Anwesenheit???

    Ja dann vermiss ich es, jede verdammte Sekunde.


    Oder ist es die sexuelle Begierde.

    Warum auch immer, die vermisse ich nicht.


    Ich vermisse die Hände meines Mannes, den Körper, das geborgen sein, aber nicht andere Hände, anderer Körper. Für mich absolut unvorstellbar. Für mich, wohlgemerkt !


    Aber dein Gedanke vom nächsten mal, gelingt mir das baden vielleicht, der gefällt mir. Und Walter mochte meinen Namen auch, er sagte auch immer, die wiedergeborene, ist eigentlich ein Alter Name. Deine Mama hieß auch so, das erwähntest du einmal.


    Liebe Heidi, ich wart auf dich.


    Liebes Linchen, das mit dem Stern, find ich ganz toll, das du das für deine Mama gemacht hast, und da finde ich es auch total passend, aber für uns ist das, nicht stimmig, warum kann ich nicht sagen, ist so. Aber danke, für den Vorschlag.


    Logisch das ich das nicht schaffen konnte, wie auch, aber wie ihr alle schreibt, immerhin, ich habs versucht.


    Walter hat diesen Badewannen Tango, wie er es immer nannte, erst durch mich gelernt. Das zur Ruhe kommen, das sich fallen lassen, und sich Zeit nehmen.


    Um so mehr tut es jetzt weh, auch logisch. Ja wenn die Logik alles lösen könnte, wehre ich erheblich weiter.


    Ganz kurz waren wir erst zusammen, noch in meiner Wohnung, da hatte ich zwei Katzen,und wir saßen, gleiches Szenario, Blasmusik, Sekt, Badewanne, und meine Katze tänzelte am Badewannenrand herum, und rutschte tatsächlich ab, zu uns ins Wasser.

    Mit einem Satz, waren wir beide hoch. Ja so Krallen können schmerzhaft sein.


    Auch so eine Erinnerung.


    Ich habe heute einen Satz gehört, absolut unabhängig von trauer, aber ich fand in für mich, als etwas erstrebenswertes.


    "Dennoch waren das meine glücklichsten Tage, genug um meinen restlichen Leben, Sinn zu geben ".


    Wieder so viel geschrieben, irgendwie sprudelt es dann nur so raus aus mir.


    Seit umarmt

    Renate

    Oh meine lieben, so wie es aussieht, werde ich heuer jede Menge Weinlese Helferlein haben :28:.

    Ihr seit alle herzlich willkommen, das wird dieses Jahr ratzfatz gehen. Mitte , Ende September, werden wir vorraussichtlich lesen, also alle zu mir😉😁.


    Heute mussten wir leider zeitiger abbrechen, es begann zu regnen. Das nach Hause kommen, ist immer noch sehr schmerzhaft. Das Tor das geöffnet wird, damit mein Sohn mit dem Traktor rein fahren kann, die Geräusche, des Tores, des Traktors, und wenn ich dann kurz nicht hin sehe, ist es wie vorher, und wenn ich dann hinsehe, ist es eben nicht er.

    Er mein kräftiger, lieber, lustiger, guter Mann.

    Es ist mein Sohn, den ich natürlich auch sehr lieb hab, keine Frage, aber da war doch immer er.


    Essen machen, duschen gehen, alles für den nächsten Tag richten, und dann aus für heute.


    Und jetzt ?


    Und da ist er wieder, der Verlust schmerz, das Heimweh, nach meinem Zuhause.


    So schön, und so gut mir diese Natur, dieses den ganzen Tag draußen arbeiten, diese Liebe zu dieser Arbeit auch tut, die trauer schwingt über mir wie ein Schwert, und saust täglich auf mich nieder.


    Schade das wir alle so weit auseinander wohnen, ich denke, wir würden uns auch im realen Leben, sicherlich gut verstehen.


    Ich werde jetzt das erste mal, seit meinem Tag X, mich in die Badewanne legen, und meine müden Knochen ein wenig entspannen.

    Bis jetzt konnte ich das nicht. Walter und ich, waren immer gemeinsam baden, wir hörten Blasmusik, hatten ein Glas Wein, oder Sekt mit dabei, und ließen es uns gut gehen, genossen die Wärme des Wassers, und die Nähe des anderen. Das machten wir immer nur, wenn wir so richtig durch gefroren waren, und erschöpft von der Arbeit.

    Heute bin ich so richtig durch gefroren, und erschöpft, ich werde es mal versuchen, ob ich es auch alleine genießen kann.


    Das Glas Wein, steht schon bereit, nur Blasmusik, die kann ich nicht mehr hören, das geht nicht.


    Ich lese oft hier, anders wird es, oder soll es werden.


    Ja, ich bin mir sicher, das wird anders sein.


    Eine gute erholsame Nacht, wünsch ich uns allen.


    Herzlich Renate

    gerade fällt mir meine Nachbarin ein, die vor kurzen zu mir sagte, " jeder hat sein Schicksal in seiner eigenen Hand " bezogen auf mein traurig sein, hoffe ich, und nicht auf das sterben meines Mannes. Schade das ich ihr nicht genau diesen Satz darauf gesagt hab.


    Was für ein blöder Spruch, als ob einer von uns, sich dieses Schicksal ausgesucht hätte???


    Fühlt euch verstanden

    Herzlich

    Renate

    liebe Waltraud

    Seltsam, aber bei dir hab ich immer das Gefühl, das du gleich, oder ähnlich wie ich fühlst. Und ja, wegen den Namen des Weines, wir haben zwei neue Variationen, vielleicht mach ich das, ist ein schöner Gedanke. Das Erbgut unserer Liebe, sehr schön formuliert, so ist es. Hab dank dafür.


    Liebe Heidi,

    nicht alle Blätter müssen runter, nur die am Stock, die nehmen sonst der Frucht, und den Blätterwuchs auf dem Strecker, das ist der Ast, den ich angebunden habe, und da wachsen dan bei jedem Auge, die Reben raus, und die Blätter, und irgendwann, die blühte, und dann die Weintrauben, zuviel Kraft weg.

    Morgen bin ich wieder draußen, da mach ich ein Foto, und zeig euch unsere Jungpflanzen, unsere Babys, und zum vergleich , eines von einem alten Stock.


    Es freut mich sehr, das ihr Interesse habt, und ich euch da nicht nerve damit, denn für mich ist es so wunderbar, das jedes Jahr aufs neue, wachsen und gedeihen zu sehen , immer im Kopf, jeden Stock, 2 ha, hat meine Liebe, aufgezogen, und davor sein Vater, und davor dessen Vater, und mein Sohn und ich, halten das jetzt weiter so, für richtig, wichtig und gut, auch wenn es viel zum lernen gibt, und viel Arbeit ist.

    Es ist mir eine Ehre.


    Und ja den Heurigen, dürfen wir am 21. Mai endlich öffnen, und ja nur mit Test, und mit Registrierung, wird hoffentlich nicht all zu viele, vom kommen abhalten.


    Die Nacht, von gestern auf heute, war sehr Tränen reich, wieder einmal, wurde mir, meine Einsamkeit und meine Sehnsucht, zu viel, aber ja, es muss eben ab und zu raus, mehr zu als ab, also eigentlich recht oft.

    Aber es hilft ja nichts, die Arbeit gehört getan, und das Unkraut, das jetzt im Moment im Weingarten wuchert, und wir damit zu kämpfen haben, das Unkraut, kümmert meine trauer nicht, und auch nicht dem Wein, der zum Heurigen gebracht, und dort gelagert gehört, und auch nicht sonstige Arbeit, das ist so, und das gehört erledigt, sonst wächst es mir über den Kopf. Ein eigenes kleines Unternehmen zu haben, heißt auch, das da keiner ist, der deine Arbeit macht, krank sein, oder einfach , zu traurig dafür zu sein, das geht eben nicht.

    Ich hab das Glück, das ich immer nur dann krank werde, wenn auch keine Arbeit ist, meistens im Winter, warscheinlich lässt es mein Körper einfach nicht zu.

    Ich dachte mir, heute morgen, nach dieser schrecklichen Nacht, es ist gut, wie es ist, denn hätte ich heute nicht raus im Weingarten müssen, wehre der Tag, warscheinlich ähnlich wie die Nacht geworden.

    Ich verdränge nichts, ganz im Gegenteil, ich lasse meinen Tränen freien Lauf, und auch meinen Gefühlen, ich hab nur einfach manchmal keine Zeit dafür, und eigentlich bin ich froh darüber.

    Die Tage sind trotz allem, einsam und leer, und das wird mir dann meist abends bewusst, war das doch die Zeit, die wir nach getaner Arbeit, für uns hatten. Nur wir zwei, zusammen gekuschelt, auf der Couch,

    Ja jetzt ist alles anders, nur der Weingarten, der ist immer gleich, jedes Jahr, und vielleicht ist es auch das, was mich so sehr an ihm bindet.


    Habt dank für eure Zeit, und eure lieben Worte

    Renate

    Liebe Linchen,

    Ja das ist es, wir waren heute von 8 bis 16 Uhr draußen, alles tut weh, der Rücken schmerzt, und lange noch ist nicht alles geschafft, aber es ist so eine ehrliche, befreiende, bereichernde, Arbeit. Die Reben, die wir vor drei Jahren, neu ausgesetzt haben, beginnen jetzt ihre volle Bracht zu entwickeln. Jeden Stock, haben wir dort händisch bewässert, gehegt und gepflegt, und jetzt , heuer werden wir den ersten Ertrag davon haben. Als Walter krank wurde, bat er mich darum, das ich darauf achte, das sind noch Babys, sagte er, du must gut Sorgen .

    Jetzt heben sie ihre Köpfe, und stehen in voller Bracht da, es ist unbeschreiblich, das Gefühl, das ich habe, wenn ich vor ihnen stehe, und daran denke, wir zwei, haben ihnen Leben eingehaucht.

    Wir haben Weinstöcke die sind an die 30 Jahre alt, sie geben guten Ertrag, sie stehen gut gewachsen, immer gut umsorgt da, und liefern uns ihre Frucht.

    30 Jahre, ist das nicht unglaublich, und dann daneben die die gerade mal 3, oder 4 , oder 5 Jahre alt sind, die noch sehr viel , wie soll ich sagen, Zuwendung brauchen.

    Aber trotzdem, da sind , und nur deshalb da sind, weil wir, und jetzt ich und mein Sohn, unsere Arbeit machen.

    Dieses Leben, das ich führen durfte, war so ein bereicherndes, so ein unglaublich, erfüllendes, und ich zerre genau dort draußen, an ihm.

    Ich weiß nicht, ob ich das so gut, rüber bringen kann, ich weiß nicht ob ihr es verstehen könnt, warscheinlich denkt ihr, ich rede Schwachsinn.

    Und ganz ehrlich, manchmal weiß ich nicht, ob das was ich denke, fühle tue Schwachsinn ist.

    Ich weiß nur, das es gut ist, gut ist für mich.


    Am Rebstock wachsen Blätter, unten schon am Stamm, die gehören weg, das nimmt die Kraft für die eigentliche Frucht, das gehört von Hand, weg genommen. O raubern, heißt das bei uns.

    Stellt euch vor, Weingärten, 2 ha, jeden Schritt den du machst, ein neuer Stock.

    Und jedesmal musst du mit einem Handschuh, den ganzen Stock, von oben bis unten, die Blätter entfernen.

    Jedes mal bücken.

    Das ist Schwerstarbeit.

    Aber es ist ....

    Ja mir fehlen die Worte.

    Leben, Liebe, Gefühle, Erinnerungen, alles das.


    Warscheinlich gehört das auch überhaupt nicht, in ein Forum wie dieses, aber irgendwie, gehört es doch zu mir, oder eigentlich, also dann doch in dieses Forum, das mich doch durch mein jetziges Dasein führt.


    Verzeiht, wenn ich euch mit meinem Weingarten nerve.


    Er fehlt, und da draußen, da noch mehr.


    Danke das ihr da seit

    Renate

    Es freut mich sehr, das ich euch mit dieser Geschichte, ein wenig Freude machen konnte, und noch mehr freut es mich, eure Geschichten zu hören. Und erkenne daran wie wichtig es für viele hier ist, von ihnen zu erzählen, zu reden, von jemandem gehört zu werden. Mir tat das gut, habt dank dafür.


    Die Tage werden länger, die Arbeit steigt ständig, im Weingarten gehört jetzt täglich etwas getan.

    Die Reben beginnen zum austreiben, heute gehen wir gegen Rehbiss, spritzen, und morgen dann gegen das Unkraut kämpfen.

    Ab Montag, geht es dann daran, alles für unser Heurigen Lokal, vorzubereiten. Die Arbeit geht mir jetzt nicht aus, und das wird jetzt bis Oktober so weiter gehen. Und ich bin froh darüber, abgelenkt, vom Grübeln, vom weinen, vom Seufzen, geh ich wieder täglich meinen Weg. Alleine und verlassen, fühl ich mich, selbst wenn zwanzig Menschen, um mich herum sind, und das ist so, und das wird so bleiben, eine Tatsache mit der ich mich abfinden muss, und die Arbeit, unsere Arbeit, hilft mir dabei.


    Ich liebe dieses Gefühl der Nähe, von ihm, und ich hasse es, das es nur ein Gefühl ist, und nicht real.


    Halb sieben, ich muss jetzt schauen das ich weiter komm, ich muss den Traktor holen, er war beim Service, und dann geht's raus.


    Estro weiß genau, das er heute wieder dabei ist, er lässt mich nicht aus den Augen, und sein Schwanz, wedelt wie wild. Das letzte was ich noch hab von meiner Liebe, seinen Hund.

    Er sagte mal, " das wird uns weh tun, wenn Estro mal nicht mehr ist".

    Tja der Hund ist noch da.


    Habt einen guten Tag

    Liebe Grüße

    Renate