Posts by JohannaB.

    Ich brauchte den Erbschein, damit das Haus und div. Fahrzeuge auf mich überschrieben werden konnten, außerdem konnten Zahlungen , wie z. B. Zeit- und Urlaubskonten an mich nur unter Vorlage des Erbscheins erfolgen. Ich habe 1,5 Jahre gebraucht, um allen gerecht zu werden. Dann die Aufstellung an das zuständige Finanzamt, ständig wird ein neuer Beleg gefordert. In Deutschland muss man sehr reich oder sehr arm sein, dazwischen ist schlecht,

    Ich habe unsere Behörden so richtig satt.

    Ja, den brauchst du und du musst dich selbst darum kümmern. Mir hatte man vor zwei Jahren erzählt, das zuständige Amtsgericht meldet sich nach sechs Wochen, Tat es nicht, also Anruf und man erzählt mir, ich soll einen Notar beauftragen, Beratung im November 2020: Fehlanzeige, hat mich 1500 Euro gekostet und die Erteilung des Erbscheins hat bis zum Mai 2021 gedauert. Jetzt kommt es: Das Finanzamt will eine Erbaufstellung spätestens 3 Monate nach dem Tod des Erblassers. Das wäre im Oktober 2020 gewesen. Habe gerade richtig Stress:

    Liebe Lichtgeist,

    nein, mein geliebter Mann musste leider in der Uni Mainz sterben, der schlechteste Ort, den man sich denken kann.

    Routinemäßig waren wir am 06.07 20 nach eine Medi-Umstellung in der Uni, die Assistenzärztin führte das Gespräch mehr oder weniger mit mir, mein Mann war dazu schon nicht mehr in der Lage. Sie sagte, wenn mein Mann körperlich fitter wird, sei eine erneute Stammzellengabe denkbar. Also schaute ich, dass er genug trank, als er nicht essen wollte, kaufte ich in der Apotheke Fresubin. Donnerstag, 09.07.20 funktionierte nichts mehr, aufstehen undenkbar, er hat nur noch gelallt. Also notfallmäßig mit SanKa in die Uni. Ich wurde tatsächlich gefragt, warum ich ihn denn bringe (von eben jener Ärztin).

    Lange Rede-kurzer Sinn, es wurde ein CT gemacht, Ergebnis eine ungeklärte Raumforderung, die Leukämiebehandlung wurde umgehend eingestellt, mir erklärte man ziemlich kalt, das Achim sterben wird, in den nächsten Tagen, vielleicht schon in der Nacht. Im Hospiz wären wir besser aufgehoben gewesen.

    Ich verachte die Uni, Achim hätte anders sterben können, friedlicher und vor allem unter Beachtung seiner Bedürfnisse.

    Ich habe im Frühjahr auf einer Lesung unserer Trauergruppe einen Autor kennen gelernt, der Ähnliches erlebte. Gerade suche ich das Buch, in dem er den Tod seiner Frau Grit verarbeitet. Ich schicke dir den Titel, nebst Autor, wenn ich das Buch gefunden habe.

    Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, wir sind übrig geblieben, mit den Gedanken, etwas versäumt zu haben. Unendlich verloren seit 2 Jahren.

    Habe den Link der Mediathek geöffnet und musste weinen, mein Mann konnte auf Grund einer Raumforderung weder laufen noch sprechen, am Ende konnte er nichts mehr. Mein studierter, immer überlegener, redegewandter Mann. Heute vor 2 Jahren ist er um 6:59 Uhr gestorben. ich bin froh, dass ich bei ihm sein durfte.

    Kollegen, Freunde haben sich gemeldet, für meine eigene Familie ist das Thema schon erledigt.

    Übrig bleiben ist nicht schön, ich wünschte, ich hätte vor ihm gehen können..

    Na dann, ich drück euch.

    JohannaB.

    Dieses Gedicht habe ich etwa 5 Monate nach Achim's Tod bekommen. Ich glaube fest daran, dass wir uns wiedersehen, in der jenseitigen Welt. Aber es kann halt dauern...



    Lieber Lichtgeist,

    mein lieber Mann ist am 13.07.2020 um 06:59 Uhr gestorben. Bei ihm wurde am 25.05.19 eine akute myeloische

    Leukämie diagnostiziert. Er hat tapfer und ohne Klagen oder Anklagen das ganze Programm durchgestanden. Chemo, Stammzellen , um 6 Wochen später zu erfahren, die Leukämie ist mit brachialer Gewalt wieder da. Von da an ein auf und ab, als Todesursache konnte ich mir dann etwas aussuchen, eine ungebremste Leukämie(am 06.07. hatte man ,genau Fr .Dr. Ries der Uni Mainz eine erneute Stammzellentransplantation in Aussicht gestellt), eine Sepsis, eine Lungenentzündung oder aber die Raumforderung im Kleinhirn. Er konnte nicht mehr sprechen oder laufen. Am Abend vor seinem Tod, habe ich (nicht im kirchlichen Sinne gläubig) darum gebeten, meinen Schatz ohne Angst und Schmerzen gehen zu lassen. Ein letzter Dienst für diesen großartigen, tapferen Mann. Das Leben ist nicht gerecht, der Tod wohl auch nicht..

    Liebe Helena 333,

    mein lieber Mann ist im Juli 2020 gestorben. Alles, was ich wusste, war, das er kremiert und im Ruheforst beigesetzt werden wollte. Die Beisetzung, inklusive Grabstätte. Kremierung und Überführung lag bei ca. 3.500 €, dazu kam die Miete für die Trauerhalle (mein Mann ist mit 58 verstorben und seine Kollegen wollten sich auch verabschieden, Studienkollegen, Bekannte ..) 150 € , dazu die Beerdigungskosten für die Waldarbeiter 300 €, in der Trauerhalle hat ein Trauerredner gesprochen (statt Pfarrer-mein Mann und ich sind nicht Kirchengläubig) vor 2 Jahren 350 €. Grabschmuck entfällt, das übernimmt die Natur.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    Johanna B.

    Der Verlust eines Kindes ist sehr schlimm, ich beschäftige mich mit dem Übertritt in die geistige Welt, seit mein Mann im Mai 2019 an Leukämie erkrankte und knapp 14 Monate später an einer sog. beginnenden unteren Einklemmung als Folge der Chemo verstarb. Es wird uns niemals trösten, aber alle, die wir im Diesseits leben, müssen noch etwas lernen, bevor wir nach Hause zurückkehren. Wir alle haben einen Seelenplan und kehren zurück, wenn wir ihn erfüllt haben. Der Trost ist, wir sehen unsere Lieben wieder, es wird ein Fest werden. Fühl dich lieb umarmt.

    Liebe Jennifer,

    ich kann dich so gut verstehen. Ich finde es total gut, dass du dir Hilfe suchst. Eine mögliche Hilfe kann dir dein Hausarzt*ärztin vermitteln. Evtl. eine Tages-

    klinik mit Trauerbegleitung? Auch durch den Hausarzt möglich, eine entsprechend ausgerichtete Reha? Oder, bei uns heißt das PIA (Psychiatrische Institutsambulanz, Ich habe (mein Mann starb im Juli 2020) täglich mit Menschen zu tun, die so leiden wie wir.

    Vielleicht hast du Lust mir zu schreiben?

    Fühl dich lieb umarmt.

    Liebe Jennifer,

    es tut mir unendlich leid, willkommen bei uns. Hast du dir überlegt eine Trauergruppe zu besuchen? Egal, wie der geliebte Mensch starb, wir Angehörigen fühlen uns schuldig. Aber, das Leben und auch der Tod, ja sie passieren.

    Wir Angehörige, wir bleiben zurück, mit unseren Fragen und Zweifeln, sie werden nicht beantwortet werden.. Das habe ich leider lernen müssen.

    Wenn du eine Trauergruppe suchst, schau mal bei der Caritas oder beim diakonischen Werk, alternativ wären die Malteser oder die Johanniter eine Möglichkeit. Eine Umarmung und das innige Gefühl unter "Leidensgenossen" zu sein, ja es löst viel aus. Raus und unter Menschen zu gehen, eine Umarmung zu erfahren, kein Allheilmittel, aber eine Linderung.

    Ich schicke dir eine liebe Umarmung.

    Liebe Ange,

    ich weiß jetzt nicht, ob dir das hilft. ABER: du hast auch Rechte, kannst du dir vorstellen, die Caritas oder das diakonische Werk auf zu suchen? Die helfen dir bei finanziellen und Wohnungsproblemen und vielleicht haben die auch eine Trauergruppe für dich, da würdest du "echte" Menschen treffen und vielleicht Kontakte knüpfen können. Nicht falsch verstehen, das Forum ist super, ersetzt aber nicht den realen Menschen.

    Vielleicht hast du Lust zurück zu schreiben. Ich schicke dir eine Umarmung.

    JohannaB.

    Ja liebe Tigerlily, diese Gedanken sind mir nicht fremd. Mein geliebter Mann ist jetzt 1 Jahr, 2 Wochen und 3 Tage tot, ich fühle mich amputiert, mein Leben ja, klar für die Kinder und die Enkelkinder, irgendwie ein Leben als Neutrum. Ich denke oft darüber nach, ob ein anderer Mann an Achim's Stelle treten könnte und komme immer zu dem selben Schluß, NEIN, ich will ihn und keinen Anderen und ahne, bis zu meinem Tod werde ich Mutter und Tochter und Oma sein. Vielleicht bin ich ja gut, wer weiß

    Heute ist Achim ein 3/4 Jahr tot, ich bin keinen Schritt weiter..Es gibt Tage, da liege ich auf der Couch und warte darauf, dass der Tag vorbei geht. Achim und ich wollten unser Leben immer leben und es nicht irgendwie rum kriegen. Ach, wie ich ihn vermisse...

    Ihr Lieben, es vergeht kein Tag, keine Stunde, an dem/der ich nicht an ihn denke. Vor einem Jahr waren wir noch voller Hoffnung und, ohne das wir es wussten, angezählt. Die Sehnsucht und die Liebe, sie werden bleiben bis zu meinem letzten Atemzug. Um es mit den Worten von Klaus Lage zu sagen: "Die Liebe bleibt".

    Die Liebe, die bleibt, die Sehnsucht, die nicht schwächer, sondern stärker wird, die Erinnerung, die manchmal lähmt.. Ja, liebe Verbuendete, manchmal habe ich keine Kraft mehr. Ich habe für ihn, alles Mögliche erkämpft, ich habe ihn bis zum letzten Atemzug begleitet, ich habe seinen Leichnam mit versorgt und gleichzeitig dafür gesorgt, daß sein Körper in Ruhe gelassen wird. Und trotzdem, ich habe das Gefühl, nicht genug für ihn getan zu haben. Ich werde ihn nicht vergessen, solange ich lebe, ich spreche täglich mit ihm und es reicht mir nicht. In dem Lied "Heaven can wait", gibt es eine Textzeile "without pain without fear", es wurde zu seiner Beisetzung gespielt und es war das, was ich ihm von ganzem Herzen wünsche. Sollte ich einen Wunsch frei haben, wünsche ich mir, dass er mich irgendwann abholt.