Posts by JohannaB.

    Heute ist Achim ein 3/4 Jahr tot, ich bin keinen Schritt weiter..Es gibt Tage, da liege ich auf der Couch und warte darauf, dass der Tag vorbei geht. Achim und ich wollten unser Leben immer leben und es nicht irgendwie rum kriegen. Ach, wie ich ihn vermisse...

    Ihr Lieben, es vergeht kein Tag, keine Stunde, an dem/der ich nicht an ihn denke. Vor einem Jahr waren wir noch voller Hoffnung und, ohne das wir es wussten, angezählt. Die Sehnsucht und die Liebe, sie werden bleiben bis zu meinem letzten Atemzug. Um es mit den Worten von Klaus Lage zu sagen: "Die Liebe bleibt".

    Die Liebe, die bleibt, die Sehnsucht, die nicht schwächer, sondern stärker wird, die Erinnerung, die manchmal lähmt.. Ja, liebe Verbuendete, manchmal habe ich keine Kraft mehr. Ich habe für ihn, alles Mögliche erkämpft, ich habe ihn bis zum letzten Atemzug begleitet, ich habe seinen Leichnam mit versorgt und gleichzeitig dafür gesorgt, daß sein Körper in Ruhe gelassen wird. Und trotzdem, ich habe das Gefühl, nicht genug für ihn getan zu haben. Ich werde ihn nicht vergessen, solange ich lebe, ich spreche täglich mit ihm und es reicht mir nicht. In dem Lied "Heaven can wait", gibt es eine Textzeile "without pain without fear", es wurde zu seiner Beisetzung gespielt und es war das, was ich ihm von ganzem Herzen wünsche. Sollte ich einen Wunsch frei haben, wünsche ich mir, dass er mich irgendwann abholt.

    Ihr Lieben,

    ich habe für mich nichts mehr gekocht, seit Achim am 13.07.20 gestorben ist. Eine Ausnahme mache ich für meine Enkelkinder, denen koche ich, was sie sich wünschen. Nach der Stammzellentransplantation durfte mein geliebter Achim nicht mehr alles essen, ich kochte, was möglich war und worauf er Appetit hatte. Es war mir wichtig, seine Mahlzeit appetitlich und schön garniert anzubieten, wie hat er sich darüber gefreut..

    Ich vermisse ihn so, dass es mir körperlich weh tut, heute ist er 33 Wochen tot. Und ich? Ja, ich lebe einfach weiter..

    Ja ihr Lieben, der Frühling naht. Morgens zwitschern die Vögel-mein Achim liebte das Konzert. Im Ruheforst fängt es an zu grünen, ich hatte die Hoffnung, dass es mir besser geht, wenn der Frühling naht. Leider ist es nicht so. Was ich von meinem Schatz übernommen habe ist die Liebe zum Autofahren. Ich lege 100, 150 km zurück und weiß nicht, wann ich das gemacht habe. Ichüße entspanne beim Autofahren- hätte ich nie geglaubt. Ihr Lieben, bleibt alle, so wie ihr seid, es ist gut so.

    Liebe Grüße

    JohannaB.

    Das war eine weise Entscheidung von deinem Partner, mein Mann klagte ab Mai 2020 über Schwindel und später über -Übelkeit. Auf der KMT der Uni Mainz schaute man die Nebenwirkungen an, die Übelkeitdie Chemo- , die fehlende Koordination beim Gehen, ja -die seit knapp 14 Monaten andauernde Krankheit (AML), der Schwindel? Nicht erklärbar, geguckt hat aber auch niemand. 4 Tage vor seinem Tod sind wir notfallmäßig in die Uni Mainz. Ich wurde ernsthaft gefragt, warum ich ihn denn nun bringen würde- dann hat man erstmal einen Infekt diagnostiziert. Ich bin gegen 14 Uhr nach Hause gefahren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da mein Mann als Behindertentransport mit mir als Begleitperson gefahren wurde. Kaum zu Hause rief eine Ärztin an, ich solle zurück kommen, mein Mann wird zeitnah sterben, man habe eine Raumforderung in seinem Gehirn gefunden und nun waren der Schwindel und die kurz vorher auftretenden Sprachstörungen erklärbar.

    Jegliche Behandlung wurde umgehend eingestellt. Uni Mainz- nur wenn man nicht überleben möchte!!

    Ich bin schon zum Mars geschwommen, kurz bevor ich das Mars-Ufer erreichte, holte mich eine Trauerwelle ein und was soll ich sagen, ich bin wieder hier, mit all den körperlichen und seelischen Schmerzen, die Trauer mit sich bringt. Sich einmal wieder wohlig im Bett umdrehen und mein Spätzchen fragt: "Wer holt die erste Tasse Kaffee ans Bett, du? oder ich ?

    Was würde ich dafür geben...

    Ihr Lieben alle,

    Trauer ist nicht rational, sie ist indivduell. Wir sind stark in unserer Trauer, jede/r auf seine Weise. Sich mitzuteilen, über Gefühle und Ängst zu schreiben, das ist in meinen Augen stark. Wir öffnen unsere Seele und hoffen auf Verständnis. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich hier jede Emotion ansprechen darf und habe immer eine wertschätzende, achtsame Antwort bekommen. @ Puzzle: Jede/r ist stark auf seine Weise!