Meine Ursel ist gegangen

  • Lieber Dieter

    Ich kann dich gut verstehen. Irgendwie ist alles einen Hauch schlimmer, wenn der Mensch, der einem durch alles durch geholfen hat, nicht mehr greifbar neben einem ist. Auch ich habe Fußschmerzen. Seit nun fast einem Jahr. Ein selbstdiagnostizierter Fersensporn. Ich habe mich nun an den Schmerz gewöhnt. Er ist nur nach längerem sitzen oder früh morgens einige Schritte fast unerträglich. Ansonsten kann ich ihn ignorieren. Meine Devise: was von allein kommt, muss auch allein wieder gehen. Das rate ich bewusst niemandem!! Ich gehe eben so damit um.

    Ich komme gerade aus einer neuartigen Trauerphase heraus. Kommunizieren war mir kaum möglich. Es war keine depressive Phase. Nur ein bisher unbekannter Ausdruck des Trauerns und des Vermissens. Ich fühle mich noch immer "anders". Aber entweder es vergeht, oder ich gewöhne mich dran. Da bin ich pragmatisch.

    Fußschmerzen - es tut weh, ohne sie weiterzugehen. Das wird es sein. Es tut so weh.

    Sie sind neben uns, doch in unserer Welt reicht das nicht. Kann es nie. Trotzdem sind wir dankbar dafür, nicht war?

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Liebe Elster,


    solange die Schmerzen nicht unerträglich werden, gehe ich nicht zum Arzt. Ich will keinen Marathon laufen oder ähnliches, wenn ich so meinen Alltag bewältigen

    kann, ist das für mich okay. Ursel hatte eine Spinalkanalstenose und hat sich nicht operieren lassen. Sie hat tapfer diese Rückenschmerzen ausgehalten. Dann kann ich diese Fußschmerzen auch aushalten. Ich sag' ihr eh' oft dass ich tapfer bin und dieses Sch....leben ohne sie durchhalte und auch versuche schönes und positives zu erkennen.Das Gleichnis, ohne unsere Liebsten weiterzugehen und dabei Schmerzen zu haben trifft es auf den Punkt.


    Ja, wir sind dankbar sie neben uns zu wissen. Nein, das reicht in diesem Leben absolut nicht, aber zu wissen sie sind da, tröstet etwas.


    Liebe Elster, ich wünsche Dir von Herzen gut aus dieser Phase herauszukommen, Dein Feechen wird Dir dabei helfen.

  • Lieber Dieter,

    ich wünsche Dir gute Besserung. Mal sehen, Wie es sich entwickelt. Erst mal hofft man, dass es von alleine weg geht, ist ja auch ok, darauf erst mal zu warten bzw. zu hoffen. Wenn das nicht passiert, muss man wohl oder übel zum Orthopäden. Verstehe, dass Du das erst mal scheust, ich hatte dieses Jahr genug mit dem Thema Orthopädie, brauche ich momentan auch nicht. Du wirst schon merken, wenn Du ggfs. doch weitere Schritte einleiten müsstest… Man muss nicht alles sofort erledigen…

    Und ja, mit den liebsten al unserer Seite war alles leichter zu ertragen. Auf ihre Weise sind sie bei uns und helfen uns aber gefühlt „reicht“ es eben nicht immer aus….

    Lg Cathrin💐

  • Hallo Ihr Lieben,


    kennt Ihr das auch? Seit Ursel nicht mehr hier ist hab' ich keinerlei Bedürfnis mehr unter Menschen zu gehen. Schon einkaufen ist mir lästig, das hab' ich früher

    gerne gemacht. Gesellige Abende mit ehemaligen Kollegen sind mir ein Grauen. Im Mai war ich bei der Geburtstagsfeier von Sandra's Mann Michi, da waren circa 50 Menschen da. Es war schön die beiden zu treffen, aber ich fühlte mich unwohl und bin dann schon gegen 20:00 die 30 km mit dem Taxi heimgefahren.

    Sandra hat im Dezember Geburtstag, aber sie hat vollstes Verständnis dass ich nicht komme. Ich fühle mich zuhause am wohlsten, fühle auch keinerlei Einsamkeit.

    Genauso fühlte ich mich als ich von ehemaligen Kollegen zu einer Boule-Gruppe eingeladen wurde. Ich erklärte warum ich absagte, die Kollegen hatten Verständnis.

    Ab und zu gehe ich mit ganz engen Freunden essen, das ist dann auch schön, aber ich bin froh wenn ich wieder daheim bin. Ich habe definitiv keine Depression,

    aber my home is my castle.


    Ich wünsche allen ein angenehmes Wochenende mit lieben Grüßen von Dieter

  • Lieber Dieter ich kann es verstehen es ging mir die ersten Jahre auch so ....jetzt bzw seit 2 Jahren geh ich mehr raus ...war sogar schon 3 mal alleine frühstücken...mit Freunden geh ich ab und an ...ich war und bin keine Partymaus aber manchmal muss ich raus...kommt

  • Lieber Dieter. Das Wichtigste im Leben ist doch immer das zu tun,was einem guttut. Manchmal ist das gar nicht so einfach herauszufinden. Da geht man auch mal in die falsche Richtung. Ich denke ,daß die eigentliche Ursache das Fehlen deiner geliebten Ursel ist. Die Nähe zu anderen Menschen setzt ja voraus, daß man das wirklich will.Nicht ,weil es andere wollen, sondern nur du selbst. Es gibt viele Menschen, die lieber alleine sind. Ich zähle auch dazu.Ich habe neulich wieder mal einer Bekannten abgesagt, die mich besuchen wollte. Mir gibt das nichts. Ich habe gelernt ,alleine zu leben. Das war früher anders. Je älter man wird, umso mehr erkennt man,was man für ein zufriedenes Leben braucht. Du hast dich für dein Zuhause entschieden und es ist ein hohes Gut, daß du das hast. Das ist ein sehr menschliches Gefühl, einen Ort zu haben, wo man ganz bei sich sein kann. Und .mit Depressionen hat das wirklich nichts zu tun. Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende. Liebe Grüße von Christine.