Lieber Dieter
Ich kann dich gut verstehen. Irgendwie ist alles einen Hauch schlimmer, wenn der Mensch, der einem durch alles durch geholfen hat, nicht mehr greifbar neben einem ist. Auch ich habe Fußschmerzen. Seit nun fast einem Jahr. Ein selbstdiagnostizierter Fersensporn. Ich habe mich nun an den Schmerz gewöhnt. Er ist nur nach längerem sitzen oder früh morgens einige Schritte fast unerträglich. Ansonsten kann ich ihn ignorieren. Meine Devise: was von allein kommt, muss auch allein wieder gehen. Das rate ich bewusst niemandem!! Ich gehe eben so damit um.
Ich komme gerade aus einer neuartigen Trauerphase heraus. Kommunizieren war mir kaum möglich. Es war keine depressive Phase. Nur ein bisher unbekannter Ausdruck des Trauerns und des Vermissens. Ich fühle mich noch immer "anders". Aber entweder es vergeht, oder ich gewöhne mich dran. Da bin ich pragmatisch.
Fußschmerzen - es tut weh, ohne sie weiterzugehen. Das wird es sein. Es tut so weh.
Sie sind neben uns, doch in unserer Welt reicht das nicht. Kann es nie. Trotzdem sind wir dankbar dafür, nicht war?
Meine Ursel ist gegangen
-
-
gute Besserung Dieter 🦋
-
Liebe Elster,
solange die Schmerzen nicht unerträglich werden, gehe ich nicht zum Arzt. Ich will keinen Marathon laufen oder ähnliches, wenn ich so meinen Alltag bewältigen
kann, ist das für mich okay. Ursel hatte eine Spinalkanalstenose und hat sich nicht operieren lassen. Sie hat tapfer diese Rückenschmerzen ausgehalten. Dann kann ich diese Fußschmerzen auch aushalten. Ich sag' ihr eh' oft dass ich tapfer bin und dieses Sch....leben ohne sie durchhalte und auch versuche schönes und positives zu erkennen.Das Gleichnis, ohne unsere Liebsten weiterzugehen und dabei Schmerzen zu haben trifft es auf den Punkt.
Ja, wir sind dankbar sie neben uns zu wissen. Nein, das reicht in diesem Leben absolut nicht, aber zu wissen sie sind da, tröstet etwas.
Liebe Elster, ich wünsche Dir von Herzen gut aus dieser Phase herauszukommen, Dein Feechen wird Dir dabei helfen.
-
Liebe Carmen, danke für die guten Wünsche!
-
Lieber Dieter,
ich wünsche Dir gute Besserung. Mal sehen, Wie es sich entwickelt. Erst mal hofft man, dass es von alleine weg geht, ist ja auch ok, darauf erst mal zu warten bzw. zu hoffen. Wenn das nicht passiert, muss man wohl oder übel zum Orthopäden. Verstehe, dass Du das erst mal scheust, ich hatte dieses Jahr genug mit dem Thema Orthopädie, brauche ich momentan auch nicht. Du wirst schon merken, wenn Du ggfs. doch weitere Schritte einleiten müsstest… Man muss nicht alles sofort erledigen…
Und ja, mit den liebsten al unserer Seite war alles leichter zu ertragen. Auf ihre Weise sind sie bei uns und helfen uns aber gefühlt „reicht“ es eben nicht immer aus….
Lg Cathrin💐
-
Hallo Ihr Lieben,
kennt Ihr das auch? Seit Ursel nicht mehr hier ist hab' ich keinerlei Bedürfnis mehr unter Menschen zu gehen. Schon einkaufen ist mir lästig, das hab' ich früher
gerne gemacht. Gesellige Abende mit ehemaligen Kollegen sind mir ein Grauen. Im Mai war ich bei der Geburtstagsfeier von Sandra's Mann Michi, da waren circa 50 Menschen da. Es war schön die beiden zu treffen, aber ich fühlte mich unwohl und bin dann schon gegen 20:00 die 30 km mit dem Taxi heimgefahren.
Sandra hat im Dezember Geburtstag, aber sie hat vollstes Verständnis dass ich nicht komme. Ich fühle mich zuhause am wohlsten, fühle auch keinerlei Einsamkeit.
Genauso fühlte ich mich als ich von ehemaligen Kollegen zu einer Boule-Gruppe eingeladen wurde. Ich erklärte warum ich absagte, die Kollegen hatten Verständnis.
Ab und zu gehe ich mit ganz engen Freunden essen, das ist dann auch schön, aber ich bin froh wenn ich wieder daheim bin. Ich habe definitiv keine Depression,
aber my home is my castle.
Ich wünsche allen ein angenehmes Wochenende mit lieben Grüßen von Dieter
-
Lieber Dieter ich kann es verstehen es ging mir die ersten Jahre auch so ....jetzt bzw seit 2 Jahren geh ich mehr raus ...war sogar schon 3 mal alleine frühstücken...mit Freunden geh ich ab und an ...ich war und bin keine Partymaus aber manchmal muss ich raus...kommt
-
gut durch den Tag
-
Lieber Dieter. Das Wichtigste im Leben ist doch immer das zu tun,was einem guttut. Manchmal ist das gar nicht so einfach herauszufinden. Da geht man auch mal in die falsche Richtung. Ich denke ,daß die eigentliche Ursache das Fehlen deiner geliebten Ursel ist. Die Nähe zu anderen Menschen setzt ja voraus, daß man das wirklich will.Nicht ,weil es andere wollen, sondern nur du selbst. Es gibt viele Menschen, die lieber alleine sind. Ich zähle auch dazu.Ich habe neulich wieder mal einer Bekannten abgesagt, die mich besuchen wollte. Mir gibt das nichts. Ich habe gelernt ,alleine zu leben. Das war früher anders. Je älter man wird, umso mehr erkennt man,was man für ein zufriedenes Leben braucht. Du hast dich für dein Zuhause entschieden und es ist ein hohes Gut, daß du das hast. Das ist ein sehr menschliches Gefühl, einen Ort zu haben, wo man ganz bei sich sein kann. Und .mit Depressionen hat das wirklich nichts zu tun. Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende. Liebe Grüße von Christine.
-
Lieber Dieter,
ja, das kenne ich auch.
Es hat gedauert, bis ich mich selbst als "anderer Mensch" akzeptiert habe. Es wird ja überall suggeriert, das der Mensch gesellig zu sein hat, weil sonst ja etwas nicht stimmt. Und das ist völliger Blödsinn.
Der wichtigste Mensch ist aus diesem Leben gegangen. Und nun veränderst du dich. Das finde ich völlig normal! Auch wem es nicht so geht ist normal! Wir sind alle verschieden und dürfen es auch sein.
In so einem Forum wie diesem schreiben hauptsächlich Menschen, die nicht "einfach so" mit dem Vorausgehen einer geliebten Person klar kommen. Manche kommen klar. Die brauchen keinen Fremden, der ihnen zuhört und versucht da zu sein, wo das Umfeld längst nichts mehr davon hören will. Oder - und ich glaube, das trifft häufig zu - man sucht in erster Linie die Gesellschaft von Menschen, denen man nicht erst erklären muss, was der Verlust bedeutet. Und das findet man eher nicht auf einer Geburtstagsparty.
Vielleicht ändert es sich irgendwann wieder, vielleicht auch nicht. Am besten man lernt so schnell wie möglich für sich selbst zu sorgen was Ansprüche und Erwartungen von außen angeht. Dann merkt man auch, wenn man doch wieder echtes Interesse an Geselligkeit entwickelt.
Mach du dein Ding, Dieter. Fühl dich so wohl wie möglich so oft du nur kannst! -
-
Liebe Elster, Carmen und Christine,
so mach ich das, ich muss niemandem gegenüber etwas vormachen. Meine engsten Menschen respektieren meine Trauer. Mit Sandra oder meinem Freund Artur aus Hamburg kann ich stundenlang telefonieren. Die wissen wie es mir geht, die mochten Ursel sehr. Die Gesellschaft "meiner" Tiere tut mir gut. Eben machte ich einen Rundgang durch den Hofgarten, weil die Minimini, meine alte Lady, heute noch nicht da war. Ganz hinten, wo sie momentan ihren Kobel hat sah ich sie auch nicht. Wieder zurück schaute ich die Kamera durch, die ich laufen hatte: kaum dass ich aus der Wohnung war erschien sie, futterte und nahm sich noch was für den Weg mit. So erleichtert wird der Abend sicher entspannter.
Euch auch einen entspannten Abend
-
gut das sie da war
