Krebsdiagnose

  • Liebe Still Crazy,

    schön, von dir zu lesen. Auch wenn die Nachrichten nicht so gut sind. Ich wünsche euch, dass Rudi sich von der Chemo erholen kann. Hat er jetzt länger Pause?


    Und für den Freitag wünsche ich euch ein Gespräch, in dem so manches geklärt werden kann und im Anschluss einen erheiternden oder auf jeden Fall erleichternden Theaterabend.


    Der Spagat deines Lebens - fein, dass es momentan gut geht und du dich erholen konntest.


    Lg. Astrid.

  • Liebe Stillcrazy!


    Schön von dir zu hören, lass dich in Arm nehmen,... ich staune immer wieder wie toll du das alles machst. Ich wünsch dir das es Rudi besser geht und ihr weiter eueren Weg so wunderbar geht.

    Möge es ganz viele schöne Momente geben die euch Freude bereiten


    Sei ganz lieb gegrüßt

    das Tagpfauenauge

  • So, wieder einmal ein paar Zeilen von mir.

    Rudi geht es besser. Wenn alles gutgeht, kann er am Montag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

    Die Ursache für seinen schlechten Zustand nach der Chemo war ein Mangel an roten Blutkörperchen.

    Ich hoffe, dass da in Zukunft präventiv schon etwas gemacht werden kann. Damit es ihm gar nicht erst so schlecht geht, bevor man ihm hilft.

    Wir haben inzwischen mit Hilfe einer wirklich sehr netten Ärztin vom mobilen Hospiz der Caritas eine Patientenverfügung für ihn erstellt. Wieder ein großer Brocken, der erledigt ist. Als nächstes werden wir uns um die Vorsorgevollmacht kümmern. Eines nach dem anderen...


    Mir geht es so mittel. Habe noch lang unter den Nachwirkungen der Erkältung gelitten, immer noch Halsweh & Husten. Heute ist es aber schon (fast ganz) in Ordnung. Und so fange ich jetzt auch an, die Zukunft zu gestalten, Unternehmungen zu planen. Eingie Einladungen für Kulturevents habe ich. Wieder einmal Kino. Heute Abendessen mit einem Bekannten. Nächste Woche Treffen mit einer Freundin.

    Ich habe ja das Gefühl, je schlechter es einem geht (wobei ich noch einmal sagen möchte: sooooo schlimm ist es nicht, es könnte viel ärger sein) - je schlechter es einem geht, desto wichtiger scheint es mir, kleine Schritte zu machen. Nicht ganz weit nach vorn zu denken, sondern bis zur nächsten angenehmen Sache: ein gutes Essen, die Lieblingsserie im Fernsehen, ein interessanter beruflicher Termin, ein Treffen mit einem netten Menschen.

    Ich habe das Gefühl, mir geht es besser, wenn ich mich auf die kleinen Schritte konzentriere. Zumindest im Moment.


    Euch allen alles Gute <3

  • Liebe StillCrazy,


    was Du schreibst "hört" sich gut an.Besonders finde ich immer wieder , das Du es schaffst Deinem Lebensgefährten zur Seite zu stehen und ihr beiden habt ja mit der Patientenverfügung schon wieder einen großen Schritt gemacht. Trotzdem vergisst Du nicht Dich selbst dabei, das ist eine Stärke die Dir wohl gegeben ist.


    Das mit den kleinen Schritten versuche ich immer wieder auf`s Neue , funktioniert bei mir aber nur bedingt und habe ich mal einen kleinen Schritt gemacht, geht`s auch regelmässig zwei wieder zurück. Ob sich das jemals ändern wird?


    Wunderbar das Dein Liebster sich erholt hat und nun wieder zu Hause ist, ich wünsche Euch das er nun zukünftig direkt so behandelt wird, das es ihm nach den Chemo`s nicht wieder ganz miserabel geht. Passt auf Euch auf, ich wünsche Dir , Deinem Lebensgefährten und Deiner Tochter das ihr immer wieder schöne Momente habt in Eurer schwierigen Situation.



    LG

  • Liebe Starman,


    vielen Dank für Deine guten Wünsche!


    Ich hatte als Kind manchmal den Verdacht, egoistsich zu sein. Weil dieses Aufopferungsvolle, das von meiner damals schon recht alten Lehrerin in der Schule auch als Ideal dargestellt wurde, so gar nicht meins ist.

    Ich nehme meine Aufgaben schon wahr, aber nicht so intensiv, dass ich darunter zusammen breche.

    Ich bin grundsätzlich kein besonders sonniges Gemüt. Neige zum Grübeln, zur Ängstlichkeit, zur Sorge, zum Depressiven. Das weiß ich inzwischen recht gut - und deshalb ist mir auch klar, dass ich da ganz bewusst gegensteuern muss. Wenn es wenig Helles in meinem Leben gibt, dann konkrete Massnahmen setzen.

    Es geht nicht immer. Momentan geht es.


    Ich denke in diesen Tagen immer wieder darüber nach, wie sehr ich mich verändert habe, seit wir im August 2017 die Diagnose von Rudis Krebserkrankung bekommen haben. Es hat sich so viel getan!

    Ich habe viele neue Menschen kennen gelernt. Ich habe viele Hilfsangebote gefunden (und angenommen!).

    Auch wenn es irgendwie nach einem Klischee klingt: ich habe das Gefühl, ich lebe jetzt viel bewusster. Unternehme mehr, plane meine Zeit mehr (weil ich Angst habe, dass mir sonst allein daheim die Decke auf den Kopf fällt). In Sachen Konzerte, Theater, Kultur habe ich noch nie so viel gemacht wie jetzt.

    Das alles tut mir gut. Ich entdecke Neues.

    Zum Glück bin ich (und war ich immer schon) ein sehr neugieriger Mensch, der leicht zu begeistern ist und viele Interessen hat. Das ist ein Segen!


    Es geht also, im Moment, ganz gut.


    Rudi wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen. Er freut sich sehr, wieder ein freier Mensch zu sein. Der wieder schmackhaftes Essen bekommt und nicht mehr in einem 4-Bett-Zimmer gefangen ist.


    Alles Liebe

  • Habe gerade gesehen, dass es jetzt bald ein Jahr ist, dass ich hier in diesem Forum bin. Es war ein ereignisreiches Jahr...


    Im Moment ist es gerade sehr schwierig für mich. Rudi wurde vorgestern vom betreuten Wohnen auf die Pflegestation übersiedelt. Wieder ein entscheidender Schritt auf dem Weg nach unten...

    Von der (sehr netten und sehr kompetenten) Betreuerin wurde mir gesagt, dass er nicht richtig isst (wahrscheinlich auch nicht genug trinkt - das ergänze ich jetzt hier, auch weil ich ihn kenne), dass er nicht mehr in der Lage ist, seine Medikamente allein zu sortieren und vorzubereiten, dass er hart an der Grenze zum wund gelegen sein ist (auf der Pflegestation haben sie Matratzen, die das verhindern). Außerdem ist er in der Nacht auf Samstag gestürzt, weil er so schwach war.


    Mir war dieser so schlechte Zustand nicht bewusst. Vor wenigen Tagen noch hat er mir vorgeschwärmt, wie gut das Essen sei... Oder wollte er damit nur etwas kaschieren??????????


    Ich hatte gestern einen sehr schweren Tag. Inzwischen hab ich mir eine Art To-Do-List gemacht: wen ich aller kontaktieren kann, um Unklarheiten vielleicht ein wenig auszuräumen, das Wochenende nicht ganz allein verbringen zu müssen (grundsätzlich wäre das kein Problem, aber mit diesen Gefühlen hätte ich doch gern Gesellschaft).

    Jetzt bin ich in der Arbeit. Heute bis Freitag auch sehr beschäftigt. D. h. ein wenig werde ich wohl wieder Tritt fassen. Aber ich bin doch immer noch sehr durchgerüttelt und auch ängstlich, was da noch kommen wird.

  • Liebe Stillcrazy,


    das sind keine guten Nachrichten, bin auch auf der Arbeit, daher muss ich mich kurz fassen. Drücke Dich und denke an Euch.


    Viel Kraft wünsche ich Dir für die nächste Zeit.



    LG

  • Liebe StillCrazy,


    es tut mir sehr leid, zu lesen, wie schlecht es Rudi geht. Ich bin in Gedanken bei euch!


    Ich hoffe, Ihr habt zwischendurch, wenn du ihn besuchen kannst, immer mal wieder die Möglichkeit, ein paar schöne Stunden oder auch nur Minuten bzw. Momente miteinander zu erleben - das würde euch Beiden neue Kraft geben.


    <3<3<3

  • Liebe Still Crazy,

    ich kann grad nicht mehr schreiben, als "Ich halte dir stärkend meine Hand in den Rücken"


    Deine Worte und das weiter auf dem Weg nach unten, hat mich sehr berührt.

    Schreibe dir nächstes Mal wieder mehr.

    Lg. Astrid.

  • Liebe Stillcracy!


    Habe Mut zu Glauben, das du und Rudi das schaffen, ihr seid ein Tolles Team, ich wünsche euch trotz allem was ist oder eben nicht mehr ist viele freudige stärkende Momente, innige Momente die es auszukosten gilt. Ich wünsche dir Kraft, tiefen Frieden und Annahme der Situation wie sie jetzt gerade ist. Trotz allem Leichtigkeit und Handlungsspielraum in dem wie es ist. Fühl dich liebevoll gehalten und umarmt, du bist nicht allein.


    Sei ganz lieb gegrüßt das Tagpfauenauge

  • Liebe StillCrazy, ich weiß was der Weg nach unten bedeutet und ich erspare dir Durchhalteparolen jeder Art.

    Manchmal geht es einfach nur darum zu vertrauen und dem Schicksal seinen Lauf zu lassen, in der Hoffnung, dass alles was kommt einen tieferen Sinn im Großen Ganzen hat und dass einem nichts aufgebürdet wird, was man nicht aushalten kann.

    Du bist so eine starke Frau, ich bewundere dich und fühle mit dir.

    Ich denke an dich, auch wenn ich nicht vor Ort sein kann, um dich zu unterstützen.

  • Liebe StillCrazy

    Es hat sich alles so gut angehört für Rudi und auch für dich habe mich gefreut das es ihm gut geht.

    Und als ich eben deine Nachricht hir gelesen habe hat es mir die Sprache verschlagen.

    Ich wünsche euch beiden viel Kraft du bist stark und schaffst das alles denk dabei aber auch an dich...


    Da kommen wieder die Erinnerungen hoch wie es meiner Mama doch ging nach der Bestrahlung sie ist auch gestützt weil sie so schwach war.


    Ich drück dich von der verne lg jenny

  • Liebe Stillcrazy,


    ich habe in den vergangenen Tagen immer wieder an Dich und Rudi denken müssen. Wie geht es Euch ?? Ich wünsche mir so sehr das es ihm wieder etwas besser geht und er sich stabilisiert hat.,


    Bitte lass von Dir lesen, wenn Du wieder Kraft und Zeit zum schreiben findest , bis dahin alles Gute und Liebe Euch beiden und Deiner Tochter .


    Bis bald

    Gabi & Mäuschen

  • Liebe Gabi & Mäuschen,


    danke für's Nachfragen <3<3<3 ich erzähle dann gleich unten, wie es so aussieht. Gar nicht so schlecht, insgesamt.

    Wie geht es Euch heute????????? Tut der herannahende Frühling doch ein wenig gut?????????


    Bei mir ist in letzter Zeit sehr viel Arbeit. Auch die Wochenenden sind sehr dicht. Lauter nette Sachen eigentlich. Aber ich muss schon ein wenig darauf achten, dass es alles nicht zu viel wird. Der Sonnenschein, der blaue Himmel, den wir oft jetzt haben - das tut schon gut!


    Rudi ist nach wie vor auf der Pflegestation. Er fühlt sich dort recht gut aufgehoben, es ist auch wirklich eine angenehme Stimmung dort - so weit ich das beurteilen kann. Im Moment scheint er mir halbwegs stabil, auf einem tieferen Niveau halt als noch vor 3,4 Wochen. Es geht bergab insgesamt.


    Derzeit bereiten wir seine Geburtstagsfeier vor. Der Chor möchte ihm ein Ständchen bringen. Das wird sicher sehr fein. Mein Bruder und ich machen Brötchen, eine Chor-Dame backt etwas Süßes. So wie ich das sehe, freut er sich sehr auf dieses kleine Fest.


    Gestern habe ich die Hausärztin der Pflegeeinrichtung kennen gelernt. Sie macht einen sehr bodenständigen und patenten Eindruck. Expertin in Palliativmedizin. Es war ein sehr gutes Gespräch zu dritt. Bin froh, dass das so gut gelaufen ist.


    Es ist halt immer schwer, wenn ich hinkomme. Er sieht so dünn aus. Hat fast keine Haare mehr. Alles an ihm wirkt so gebrechlich. Das ist einfach nicht mehr der Rudi, den ich so lange gekannt habe. Aber das ist halt so bei dieser teuflischen Krankheit, das kann man nicht ändern.


    Danke allen, die an mich (uns) denken - auch dir liebe Astrid :)


    Euch alles alles Gute :):):)