Mein geliebter Mann kommt nie mehr zurück

  • Liebe Angela!

    Ja gerade Weihnachten ist immer sehr schlimm.Auch wir haben Weihnachten so geliebt,aber

    mein Mann ist vor 2 Jahren an Heiligabend verstorben und im letzten Jahr ging gar nichts,

    da war ich bei jedem Licht oder musikklang am weinen,es war nicht zu ertragen.Auch in diesem

    Jahr war es schlimm,aber ich habe etwas geschmückt,weil Ralf es immer so geliebt hat und sich

    sicher darüber gefreut hätte.Ja bald ist es geschafft und morgen schaffen wir auch noch.Liebe Grüße Helga

  • liebe Angela,


    leider war ich dieses weihnachten auch alleine, aber was heisst schon "leider".... ich bin nun mal alleine und im grunde war es auch gut so, dass ich alleine war - ich hätte mit meinem kummer eh keinem eine schöne weihnacht gebracht....


    nein, für mich gibt es keine schöne weihnacht mehr.... aber ja, bald ist alles wieder vorbei und das jahr geht von neuem los und alles wieder auf anfang....


    dir alles liebe von Bine:24:

  • Guten Abend an alle draußen,


    endlich sind diese 4 endlos langen und dunklen Tage vorbei. Heiligabend war soweit ja okay, da ich nicht alleine war. Die letzten Tage, habe ich außer 1x am Telefon mit keiner Menschenseele gesprochen. Diese ewige Stille, Leere und Einsamkeit. Ist wirklich kaum zu ertragen. Hätte heute am liebsten mal ganz laut gebrüllt, um diese Stille zu vertreiben. Macht man ja nicht. Ich freue mich schon drauf, dass ich am Dienstag mal zum Einkaufen gehen kann.

    Nun gilt es ja auch noch, den Jahreswechsel hinter uns zu bringen. Der ist ja immer schon ein bisschen emotional gewesen und um 12 Uhr sind auch immer ein paar Tränchen geflossen. Was wird dieses Jahr sein? Sturzbäche?

    Ich werde den Abend bei einem befreundeten Ehepaar verbringen. Wir 4 haben früher immer Silvester zusammen verbracht. So bin ich froh, dass ich nicht alleine zu Hause sitzen muss.

    Ich wünsche euch allen, dass ihr diesen Abend in einem für euch ertragbaren Rahmen verbringt und euch die Gefühle nicht völlig aus der Bahn hauen.


    Ich wünsche euch allen einen guten Silvesterabend, wie immer der auch aussieht.


    Ganz liebe Grüße und Umarmungen


    Angela "Kleine Frau"

  • Ich habe eben erst festgestellt, dass ich den vorigen Beitrag nicht abgeschickt habe.

    Also heute mit leichter Verspätung.

    Später werde ich noch einen Beitrag verfassen


    Ein gutes neues Jahr an Alle da Draußen


    "Kleine Frau"

  • liebe Angela:):24:


    nun hast du mich zum schmunzeln gebracht, danke dir dafür:24: unser trauer-dementes gehirn bringt doch immer wieder mal eine neue stil-blüte hervor:24:


    ich hoffe du hast den gestrigen abend gut überstanden... nun steht die nächste herausforderung vor der tür - dieses neue schreckliche jahr...


    eine liebe umarmung von Bine:24:

  • Hallo, liebe Bine,

    es freut mich, dass ich dich zum Schmunzeln bringen konnte. Und das auch noch völlig unbeabsichtigt. Reine Schusseligkeit.

    Gestern war ich bei unseren engsten Freunden. So waren wir zu Dritt. Zum Jahreswechsel haben wir alle drei da gesessen und bittere Tränen geweint.

    Früher haben wir 2 Paare immer zusammen Silvester gefeiert. Jahrelang.

    Ja, eine neues schreckliches Jahr ohne meinen geliebten Mann. Der Jahreswechsel hat in mir seltsame Gefühle ausgelöst. So, als wolle das alte Jahr mich zwingen, endlich loszulassen. Ich will das nicht und ich kann das nicht. Daher fühle ich mich im Moment sehr komisch. Nun kommen in kurzer Zeit bis zum 1. Todestag am 2.2. die letzten schrecklichen Wochen auf mich zu. Schmerzhafte Erinnerungen an seinen Kampf. Unser Hochzeitstag am 30.01. Der Tag, als mein Geliebter zum letzten Mal wach war. Am Abend nach unserer Eheschließung hat man ihn "schlafen gelegt" und er ist nicht mehr wach geworden. Die Bilder sind noch so präsent, als sei es gestern gewesen. Jeden Tag aufs neue erkennen, dass er nicht mehr zurückkommt. Tatsächllich ist es manchmal für mich immer noch unfassbar.

    Wenn ich nach Hause komme, habe ich immer mal wieder im Geiste die Vorstellung, dass er doch jetzt da sitzen muss, wenn ich die Tür öffne. Da sitzt aber keiner mehr - nie mehr.

    Diese vielen besinnlichen Tage haben mich sehr viel Kraft gekostet. So viele Tränen und tiefe Trauer. Und das geht jetzt auch erstmal so weiter.

    Im Moment hat mich die Trauer wieder voll im Griff. Und ich bin völlig machtlos dagegen. Meine Trauerbegleiterin hat mir eine Mappe voller Übungen gebracht, die ich nun in den nächsten Tagen durcharbeiten will. Werde sehen, ob das hilfreich ist, die Trauerphasen zu durchbrechen, zu verkürzen.

    Aber ich vermisse meinen Schatz so sehr und ich glaube, dass dieser Schmerz niemals weniger wird.

    Ich wünschte einfach nur, ich könnte ihn zurückholen.

    So, ihr lieben Mitkämpfer, es ist nun spät und ich wünsche euch eine hoffentlich geruhsame Nacht.

    Ich werde jetzt noch meinen täglichen "Himmelsbrief" an meinen Lieblingsmenschen schreiben.


    Bleibt tapfer "Kleine Frau" Angela

  • An die lieben Mittrauernden da draußen,

    gerade durchlebe ich eine schreckliche Zeit. Im letzten Jahr um diese Zeit waren die letzten Tage im Leben meines geliebten Mannes.

    Gestern vor einem Jahr war der Tag, als ich ihn ins Krankenhaus bringen musste. Er hat sein zu Hause zum letzten Mal verlassen. Obwohl es ihm wirklich sehr schlecht ging, haben wir beide nicht wirklich gewußt, was nun kommen würde.

    Es war uns noch vergönnt, heutevor einem Jahrzu heiraten, und das 3 Tage vor seinem Tod. Ich bin sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit noch hatten. Und ich bin heute sehr stolz, seinen Namen tragen zu dürfen.

    Unser Sohn und seine Freundin haben wie Löwen darum gekämpft und es geschafft. Die Standesbeamten sind in die Klinik gekommen. Mein Liebster war schon in sehr schlechter Verfassung, aber in dem wichtigen Moment war er hellwach und klar. Da er ja wegen seiner Krankheit nicht mehr sprechen konnte, hat er statt "Ja" zu sagen, beide Daumen in die Höhe gestreckt. Da er unter extremer Angst und Atemnot litt, hat man ihn am selben Abend "schlafen gelegt". Von da an hat er nicht mehr reagiert - er lag quasi im Koma.

    Ich bin dann die nächsten 3 Tage bei ihm geblieben. Leider war ich in seiner Todesstunde nicht bei ihm, da Schwestern, Ärzte und Freunde geraten hatten, ihn mal allein zu lassen. Ich hatte mich vorher ausgiebig von ihm verabschiedet und ihm gesagt, dass er gehen dürfe, wenn er wolle. So hat er es getan - ohne mich.

    Er hat sich immer sehr um mich gesorgt und sich gekümmert, dass es mir gut geht. Ich glaube, dass es ihm unendlich schwer gefallen ist, mich zurückzulassen.

    Trotzdem kann ich mir das bis heute nicht verzeihen.

    Nun durchlebe ich alle diese Stunden. Sie sind so präsent. Alle Bilder sind da. Es tut im Rückblick fast mehr weh, als damals in der Realität. Nie hätte ich erwartet, dass mich diese Tag so umhauen würden. Es sind schon unendlich viele Tränen geflossen.

    Am 2.2. ist der Todestag und am 14.2., Valentinstag, jährt sich der Tag der Beerdigung. Vielleicht wird es nach diesen vielen Jahrestagen etwas erträglicher.

    Ich denke, dass da draußen viele von euch, dieses nachzuvollziehen.

    LG "Kleine Frau" Angela

  • Liebe Kleine Frau Angela

    Ich schicke Dir eine liebe Trostumarmung:30::30::30: Du hast jetzt schlimme Tage vor Dir, ich kann es gut nachvollziehen, es ist alles präsent, als wenn es gestern war. es ist ganz besonders schmerzhaft;(

    ist heute Dein Hochzeitstag? Etwas haben wir gemeinsam, ich habe meinen Schatzi auch erst 20 Tage vor seinem Tod geheiratet und

    da bin ich heute froh und stolz drauf, seinen Namen zu tragen.

    Am 14.2. hat mein Schatzi Geburtstag.

    Ich nehme Dich ganz lieb in den Arm:24::24::24::24:

    Ulla

  • Danke liebe Ulla,


    ja heute ist unser Hochzeitstag.

    Der 14.2. ist der Tag der Beerdigung. Der Valentinstag war für uns immer etwas Besonderes. Eigentlich sollte der 14.2.2020 unser Hochzeitstag

    werden. So wurde der 14.2. auf meinen Wunsch der Beerdigungstag. Ein trauriger Tausch. Aber ich weiß und wußte es damals, dass mein Schatz

    das so gewünscht hätte.


    Angela

  • ich durchlebe auch grade dieses Trauerjahr...die letzten Erinnerungen....am 18. Februar ist er zuhause auf unserer Couch während unserer Lieblingsserie gestorben....er wollte nicht ins Krankenhaus, diesen Wunsch hab ich ihm erfüllt...

  • Ich weiss, dass mein Liebster auch am liebsten zu Hause gestorben wäre.

    Da er nach seiner Kehlkopf-OP aber ein Stoma hatte, war dort ja immer eine Kanüle drin. Die hat er sich aber vor Panik und gefühlter Atemnot rausgezogen.

    Da der Tumor die Beweglichkeit seines Kopfes extrem eingeschränkt hatte, konnte man ihm nur in der Klinik richtige Hilfe geben. Das wäre zu Hause leider nicht machbar gewesen. So hat er seine letzten Tagen auf einer Palliativstation verbracht. Ich bin für diese Tage dann dort mit eingezogen.

  • mein Schatz war auch immer wieder auf Palliativ, wenn Symptome wie Fieber, Wassereinlagerungen, Stomabeschwerden aufgetreten sind....ich hab dort paarmal bei ihm übernachtet.....die letzten Wochen wurde ihm zuhause das Wasser aus dem Bauch entzogen..

  • Der Verlauf war sehr schnell. Der Tumor ist explosionsartig gewachsen.

    Im Hals, im Nacken war alles voll. Es war irgendwie gar keine Zeit mehr zu planen. Es hat uns quasi überrollt.


    Wie bekommst du nur diese Fotos hier hin? Hab auch versucht, aber die Datenmenge ist pro Bild zu groß.:/