• Hatte zwei Tage so lieben Besuch von meiner Schwester und war glücklich, dass sie abends und nachts hier im Haus bei mir war.

    Wir verkauften heute sein Auto, das er erst vor ein paar Monaten kaufte und so glücklich darüber war.

    Es tat so weh es zu sehen und nun tut es weh, dass es nicht mehr da ist.

    Nun bin ich wieder alleine und mit Wucht kommt die Trauer über mich...sein Auto steht nicht mehr da...er ist nicht mehr da...für immer...

    Wie soll ich das aushalten?

  • alles verändert sich,...die Tasse die er bei jeden Frühstück verwendete, verwende jetzt ich,...die Hausschuhe, die er bis zum Schluss trug, trag jetzt ich,...das Auto, das ihm so sehr stolz machte , fahr jetzt ich,...


    Die Pflanzen die zu letzt mit mir setzte, wurden alle kaputt, ....die Türe die er zuletzt ölte, quietscht jetzt wieder,...das Zuhause das ich hatte, ...ist nur mehr ein, da schlaf ich jetzt...


    Zuhause ist wo deine Liebe wohnt...


    Wo...


    Alles wird einfach anders...


    So geht es mir auch, wenn der Besuch dann wieder heim fährt,...das alleine sein, ist dann noch deutlicher...


    Liebe Grüße

    Renate

  • Ich nehm mich auch meist zusammen, wenn ich Besuch habe (gelingt nicht immer), vor allem, wenn meine Enkel da sind.

    Und dann kommt es doppelt schlimm raus, auch weil dann die Einsamkeit wieder da ist.

    Habe unser Zuhause immer so geliebt und nun fehlt hier gefühlt ALLES.

    Am Wäscheständer hängen noch seine Sachen und ich kann sie nicht abnehmen.

    Liebe Grüße an dich Renate

  • Liebe Wanderin!

    Ja, die Verzweiflung ist groß, übermächtig möchte man meinen. Und in diesem Moment fühlt sie sich an, als würde sie nie wieder vergehen....

    Aber du hast dir die Antwort selbst gegeben, denn du spürst es, wie du schreibst: immer wenn du die Trauer zurückhältst, kommt sie doppelt so heftig zurück - also raus damit. Lass die Tränen laufen. Irgendwann trocknen sie wieder, das verspreche ich dir.

    :30: Gräm dich nicht wegen der Wäsche am Wäscheständer - lass sie stehen, bis es dir richtig vorkommt, sie wegzuräumen. Es stört doch eigentlich niemanden, wenn sie stehen bleibt... Trauer ist ein Ausnahmezustand, der Wäscheständeer darf stehenbleiben :30:


    Ich reiche dir eine große Packung Taschentücher!

    Puzzle :30:

  • Danke puzzle :24:...Taschentücher sind schon in Benutzung und ja, der Wäscheständer bleibt wie er ist.

    Warum musste das nur passieren?

    Ich weiß, die Frage bringt nix...

    Habe heute schon etwas gearbeitet, es fühlt sich seltsam an.

    Denke kurz, ich bin wieder im "normalen" Leben und dann fällt es mir wieder ein...

    Wie geht es dir?

  • Ach, danke... ich steuere so schön langsam Richtung Todestag und da werden die Gedanken wieder mehr und schwerer. Das macht aber nichts. Ich denke, es wäre eher bedenklich, wenn das anders wäre.

    Auf mich kommt wahrscheinlich auch wieder ein höherer Taschentuch-Verbrauch zu. Ich lass einfach kommen, was kommt - sich dagegen zu wehren, macht es nur schwerer, wie bei dir....


    Was mich oft bremst in der Verarbeitung der Ereignisse ist, dass ich mir vieles nicht „erlaube“. Dass hat sich als falsch herausgestellt.

    Ich denke, die Trauer fordert einfach. Was sie fordert, darf sich jeder erlauben.

  • Und jetzt kommt die Zeit, wo wir normalerweise zusammen wandern...in den Alpen, am liebsten in Südtirol oder im Schwarzwald..und nichts geht mehr, nie wieder...

    Das Vermissen.... wenn das nur weniger weh tun würde.... ich versteh dich.

    Nächstes Jahr um diese Zeit machst du eine Erinnerungs-Wanderung, ja? Schaust dir an, was ihr noch nicht gesehen habt, nimmst deinen Liebsten im Herzen mit und zeigst ihm alles.... Ja?

  • Das kann ich gut verstehen, dass dieser Tag schwer ist, wie sollte es auch anders sein...
    Vielleicht hilft es, jemand Vertrautes dann an der Seite zu haben.

    Was erlaubst du dir nicht?

    Du darfst dir auch erlauben, darauf nicht zu antworten ....;)

  • *gggg*

    In solchen Situationen bin ich gern allein mit meinem Liebsten. Ich rede mit ihm, da mag ich niemanden bei mir haben.


    Was erlaube ich mir nicht? Manchmal erlaube ich mir gar nichts.

    Ich schimpfe mit mir selbst, weil z.B. irgendwas nicht gemacht ist. Dabei ist grad so etwas völlig banal. Oder ich ärgere mich, weil mir die Kraft ausgeht.... dabei hat die Trauer - wahnsinniger seelischer Stress - so viel Kraft gekostet, dass sie für Banales nicht mehr reicht. Oder ich geniere mich, weil Besuch kommt und ich nicht aufgeräumt hab - dabei haben alle Verständnis dafür... solche Sachen hab ich gemeint.

  • Ich finde die Trauer auch so wahnsinnig anstrengend, zusätzlich fehlt mir noch der nötige Schlaf, weil ich nicht richtig zur Ruhe komme.

    Kein Wunder, dass wir so viel nicht hinbekommen....(habe sehr viel unbearbeitete Post).

    Wir dürfen ruhig verständnisvoller mit uns selbst sein...ist alles nicht so wichtig...

    Schlimm ist, dass gerade der Mensch, der mich am besten in null komma nix beruhigen konnte, nicht mehr da ist.

  • Ganz genau so ist es. Die Trauer ist ein Ausnahmezustand. Da ist nichts mehr, wie es war. Und es wird auch nicht mehr, wie es war. Es wird wieder gut, aber anders gut.

    Ich hab mal geschrieben, ich gehe nicht zurück in mein altes Leben, ich geh weiter in ein neues.

    as alte Leben war gut. Das neue Leben wird auch gut, aber es ist ein anderes „gut“, weil eben ein Teil fehlt. Das trifft es für mich ganz gut.

  • Schlimm ist, dass gerade der Mensch, der mich am besten in null komma nix beruhigen konnte, nicht mehr da ist.

    Das war sicher ein gutes Gefühl. Es ist einfach alles leichter, wenn jemand da ist, egal was kommt. Du wirst es auch allein hinbekommen. Das wird in deinem neuen „gut“ wieder klappen.

  • Ganz genau so ist es. Die Trauer ist ein Ausnahmezustand. Da ist nichts mehr, wie es war. Und es wird auch nicht mehr, wie es war. Es wird wieder gut, aber anders gut.

    Ich hab mal geschrieben, ich gehe nicht zurück in mein altes Leben, ich geh weiter in ein neues.

    as alte Leben war gut. Das neue Leben wird auch gut, aber es ist ein anderes „gut“, weil eben ein Teil fehlt. Das trifft es für mich ganz gut.

    Du bist schon weit voran gekommen.

  • Mir fehlt noch die Zuversicht, dass es wieder gut wird.

    Aber ganz klar ist, dass...sollte es wieder gut werden...er mir immer fehlen wird.

    Ja, absolut. Woher solltest du auch jetzt schon Zuversicht nehmen? Völlig unmöglich.

    Und noch mal ja, er wird dir immer fehlen.

  • Das Vermissen.... wenn das nur weniger weh tun würde.... ich versteh dich.

    Nächstes Jahr um diese Zeit machst du eine Erinnerungs-Wanderung, ja? Schaust dir an, was ihr noch nicht gesehen habt, nimmst deinen Liebsten im Herzen mit und zeigst ihm alles.... Ja?

    Vielleicht....kann das aber alleine nicht...am ehesten noch mit meinen Kindern