.... und die Welt dreht sich einfach weiter

  • Es sind die kleinsten Nebensächlichkeiten im Leben, die mich immer wieder aus dem Konzept würfeln.


    Gestern fielen mir auf der Suche nach etwas Süßem zwei Tafeln Schokolade in die Hand, die mein Mann so gerne gegessen hat (Cointreau von Lindt). Ich saß da, mit der Schoki in der Hand, und heulte wie ein Schlosshund. Mein Sohn schüttelte nur wortlos den Kopf und ging aus dem Zimmer. Bis jetzt konnte ich mich nicht wirklich beruhigen. :4:

  • Liebe Dschina,
    ja Du hast recht, es sind oft kleine Sachen im Leben die früher selbstverständlich waren, die einen aber dann so richtig treffen können.
    Ich hoffe es geht schon wieder bisschen besser
    Liebe Grüße sendet
    Josef

  • Liebe Dschina,
    ja Du hast recht, es sind oft kleine Sachen im Leben die früher selbstverständlich waren, die einen aber dann so richtig treffen können.
    Ich hoffe es geht schon wieder bisschen besser.
    Liebe Grüße sendet
    Josef

  • Liebe Dschina,


    Kann dich so gut verstehen, die kleinen Dinge vermisst man oft viel mehr, waren sie doch in der Summe unser leben.
    Ich hab gestern versucht, das erste mal wieder etwas richtiges zu kochen, früher hat mein Mann immer gekocht und hatte große freude daran, seine lieblingspfanne, das gewürz, das noch er gekauft hatte, sein Messer und und und. Hab dann unter Tränen gekocht und danach doch alles weggeworfen und die ganze Nacht geweint.
    Würde dich jetzt gern in den Arm nehmen, das würde auch mir guttun
    Alles liebe
    Akelei

  • Liebe Akelei,


    auch mein Mann war Hobbykoch mit Leib und Seele. Er liebte es in der Küche zu experimentieren, neue Rezepte auszuprobieren und uns zu verwöhnen. Lange Zeit glaubten viele Freunde von uns, ich könne überhaupt nicht kochen, weil er immer durch die Küche fegte, wenn wir Besuch hatten. Seine Küche ist im Freundes- und Bekantenkreis legendär! Aber es gab ein paar Speisen, die er sich von mir zubereiten ließ, weil sie ihm nur dann schmeckten - behauptete er.


    Heute geht es mir im Vergleich zu den letzten Wochen etwas besser. Mal sehen, wie lange das Zwischenhoch bei mir anhält. Möchte dir ein wenig von meinem momentanen besseren Befinden abgeben und allen anderen, die es gerade brauchen auch.


    :30: Dschina

    Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)

  • In den letzten Wochen war bei mir allerhand los:


    Zunächst hat mein Sohn für Aufregung gesorgt, weil er sich bei einem Ausflug ins Waldviertel sein Knie ausgerenkt hat. Auweh, war das grauslich! Jetzt tümpeln wir von einem Arzttermin zum anderen und wissen noch immer nichts Endgültiges. ;(


    Letzes Wochenende hat mich meine Tochter zur "Langen Nacht der Museen" überredet und ich bin froh darüber. War wirklich supi. Nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall wieder hingehen. :028:


    Und gestern waren wir bei einer Aufzeichnung der "Barbara Karlich Show" im Publikum, weil mein Papa als Gast eingeladen war. :thumbsup:


    Diese Woche habe ich wiedereinmal Urlaub und bin dabei, den Garten winterfest zu machen bzw. letzte notwendige Arbeiten zu erledigen, damit im Frühling wieder alles tiptop ist. Das ist immer eine Schinderei. Ich mag Gartenarbeit noch immer nicht so besonders, aber ich will es halt so gerne schön haben. :love:


    Alles in allem habe ich mir, wie immer, viel zu viel vorgenommen und bin froh, wenn ich die Hälfte davon schaffe. Es ist immer das Selbe mit mir. Dafür bin ich die meiste Zeit abgelenkt von trüben Gedanken. Die kommen dann zum Vorschein, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist.


    Eine feste :24: an euch alle von eurer
    Dschina

    Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)

  • Hallo liebe Dschina!


    Oh jeh, Knie ausgerenkt?? Wie ist das denn passiert? Das muss ja höllisch weh tun. Das glaub ich, dass da Aufregung herrschte.


    Garten winterfest machen, musst du Stauden zusammenbinden od. sogar Holzgestell aufstellen? ;) Ich schiebe das immer ganz lange raus. Letzten Winter kam ich dann gar nicht mehr dazu. :D Aber meine ohnehin nicht so schönen Stauden haben es gut überlebt.


    "lange Nacht der Musseen" - das ist schön, dass dich deine Tochter da "mitgezogen" hat. Manchmal braucht man das, dass einem jemand einen kl. Stupser gibt und mitnimmt. :)


    Dein Papa in der Karlich Show und du im Publikum?? :D Erzähl, was war denn für ein Thema? Und wann wird es ausgestrahlt??


    Manchmal tut einem das abgelenkt sein auch gut, nicht wahr?


    Dir alles Liebe


    Linda


    Halt uns am Laufenden, was dir Ärzte wegen dem Knie sagen?

  • waren die letzten Wochen wieder anstrengend und nervenaufreibend! Aber schön der Reihe nach. :wacko:


    Zuerst die Geschichte mit dem Knie meines Sohnes: wir waren im Waldviertel Freunde besuchen und mein Bursche wollte deren Tochter auf seine Schultern heben. Dabei knickte ihm sein rechtes Bein weg, wie ein Zahnstocher und die beiden lagen auf dem Boden. Im Krankenhaus wurde nach einem Röntgen die Diagnose "Luxation patellae" gestellt. Ich sollte mir vom Hausarzt eine Überweisung zum MRT holen und das Knie in einer Ambulanz kontrollieren lassen. Bis dahin schonen und kühlen. Also am darauffolgenden Montag zum Arzt, Überweisung geholt - die muss chefärztlich bewilligt werden. Anschließend in einem Institut einen Termin für das MRT ausmachen, denn Wien ist anders. Da spaziert man nicht einfach mit einem verletzten Bein in eine Krankenhausambulanz, dort darf nur hin, wer frisch verunfallt ist. Frühester Termin war 10 Tage später. Nach Erhalt des Befundes mussten wir zum Orthopäden - wieder 9 Tage warten. Beim Orthopäden wurde er kurz untersucht, bekam ein kühlendes Gel und das Verbot an der 3-tägigen Bergwanderung mit der Schule teilzunehmen. Nochmalige Kontrolle 4 Tage später, weil das Knie eventuell punktiert werden muss. Endlich - mehr als 3 Wochen nach der Verletzung - erhielten wir dann eine endgültige Diagnose. Die Flüssigkeit bildete sich langsam zurück und so musste er nicht punktiert werden. Damit sich die Kniescheibe nicht öfter ausrenkt, muss er seine Oberschenkelmuskulatur trainieren. Im Endeffekt war alles halb so wild, wie es ausgesehen hat, aber ich finde es einen Wahnsinn, dass es mehr wie drei Wochen gedauert hat, das zu erfahren. :cursing:


    Als ob das nicht Aufregung genug gewesen wäre, musste ich dazwischen wegen der Verlassenschaft, die noch immer nicht abgeschlossen ist, zum Notar wegen einer Amtsformalität. Es lebe der Bürokratismus! Und die Bank hat mich auch noch angerufen, ich möge doch vorbeikommen wegen einer Unterschrift die noch fehlt - noch eine Formsache. Dazwischen war ich noch in der Werkstatt Reifen wechseln, weil ja ab November die Winterreifenpflicht bei uns gilt. Manchmal kommt einfach alles auf einmal zusammen.


    Am 26. Oktober (Nationalfeiertag) hatten wir Gäste und verwöhnten sie mit dem Standardgericht meines Mannes: Rindssuppe mit Nudeln und Schweinsbraten mit Waldviertler Knödel und Salat. Das Essen war ein voller Erfolg und der super nette Abend entschädigte für die aufwändigen Vorbereitungsarbeiten.


    Am Sonntag darauf, das war der 28.10., kam dann wieder eine Welle (eher ein Tsunami) und schwemmte mich mit voller Wucht davon. Der ganze Stress und die Aufregung waren endlich vorbei und ich versank im Tal der Tränen. Die Termine beim Notar und auf der Bank haben schmerzliche Erinnerungen hervorgerufen. Was bin ich froh, wenn dieses Kapitel endlich abgeschlossen ist und nicht mehr in den Wunden bohren kann! Außerdem wurde mir im Nachhinen bewusst, wie sehr mir während dieser Kniegeschichte der Mann an meiner Seite fehlte, der so viel mit mir durchgestanden hat.


    Die vergangene Woche habe ich dann ganz ruhig angehen lassen, ohne Termine und viel geweint. Ich vermisse ihn so sehr!!! Nach einem langen Wochenende freue ich mich richtig darauf morgen ins Büro zu gehen.


    Alles liebe von eurer
    Dschina

    Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)

  • Hallo Dschina,
    soeben hab ich dein Thema durchgelesen. Mein herzliches Beileid.
    Deine Überschrift trifft es sehr gut. Es geht mir genauso. Es muss weiter gehen. Scheinbar erledigt man die Dinge der ersten paar Wochen nach dem unsagbaren Verlust wie in Trance. Gefühle, wie Traurigkeit, Verzweiflung, usw. kommen wohl erst später. Ich befinde mich seit ganz kurzer Zeit in einer ähnlichen Situation, wie du und war entsetzt, dass die Verlassenschaft deines Mannes noch immer nicht erledigt ist. Dauert das denn so lange?
    Mir macht das Prozedere noch sehr viel Angst, weil ich keine Ahnung habe, was da auf mich zu kommt. Schritt für Schritt, zu allererst kommt mal der Termin beim Notar - vermutlich wird dieser dann noch diverse Papiere benötigen - aber, was kann denn eineinhalb Jahre dauern?
    Alles Liebe
    schnee

  • Nachdem ich mich in den letzten Tagen wieder einigermaßen gefangen habe, erhielt ich heute die Nachricht, dass in der Nacht von gestern auf heute meine Omi gestorben ist. Meine Omi war 91 1/2 Jahre alt und lebte seit Anfang des Jahres auf der Pflegestation eines Pensionistenwohnhauses. Vor allem in den letzten Monaten war sie sehr verwirrt, erkannte viele Leute nicht, wusste mitten im Satz nicht mehr, was sie erzählen wollte, konnte nicht einmal alleine auf's Klo gehen. Sie saß nur mehr den ganzen Tag auf "ihrem" Sessel und starrte den Gang entlang. Sie unternahm nichts mehr von all dem, was ihr früher wichtig war: kein Fernsehen, kein Lesen, kein Rätsellösen. Ich habe keine Ahnung, ob und wie viel sie von all dem mitbekommen hat. Oft dachte ich mir, wie ungerecht es ist, dass die arme Frau so unwürdig dahinvegetieren muss und nicht gehen darf, und mein Mann völlig unerwartet und plötzlich mitten aus dem Leben gerissen wurde. Und so war nach dem ersten Schock über diese Nachricht der erste Gedanke: Jetzt ist sie endlich erlöst.


    Selbstverständlich bin ich traurig darüber, dass sie nicht mehr bei uns ist, aber ich fühle nicht diesen wilden, verzweifelten Schmerz, den ich beim Ableben meines Goldstückes erleben musste. Ein alter, kranker Mensch ist nach einem langen und erfüllten Leben gegangen, so wie es sein soll.


    Vor dem Begräbnis fürchte ich mich, denn Omi wird im selben Grab beigesetzt, in dem die Urne meines Mannes liegt. Bis jetzt war ich nur zwei Mal dort - 1x bei der Urnenbeisetzung und 1x voriges Jahr zu Weihnachten mit meinen Eltern. Ich weiß, dass es vielen von euch wichtig ist, das Grab eurer Lieben zu besuchen, aber ich meide es wie der Teufel das Weihwasser.


    Alles in allem bin ich wieder einmal total aufgewühlt und es fließen viele Tränen. Abgesehen davon, dass die Adventzeit und Weihnachten nahen. Ich befürchte, ich werde in der nächsten Zeit wieder ab und zu eine Beruhigungstablette brauchen um nicht überzuschnappen.


    Eure Dschina




    P.S.: Die Barbara-Karlich-Show mit meinem Papa läuft am 3. Dezember um 16 Uhr in ORF 2 zum Thema "Die gute alte Zeit" :028:

    Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)

  • Liebe Dschinha !


    Es tut mir leid zu lesen,dass Du wieder einen lieben Menschen gehen hast lassen müssen ! Du hattest ohnehin schon soviele Turbulenzen durchzustehen und gerade immer wenn es einem ein bisschen besser geht kommt wieder was,,,
    Ich kann mir vorstellen,dass Du Angst hast vor der Beisetzung,ganz normal das Du da sehr aufgewühlt bist,überhaupt am Grab Deines geliebten Mannes,dies durchzustehen,kann mir vorstellen was Du da jetzt durchmachst.
    Und wie Du schreibst Advebtzeit und Weihnachten,da ist man ohnehin sentimentaler.
    Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit,Alles Liebe Chrisu :24:
    PS; Das Forumstreffen ist am 8 Dezember,ich frage Dich ganz vorsichtig ob Du kommen kannst ? Nur wenn es Deine derzeitige Verfassung zulässt natürlich.
    :24:

  • Liebe Dschina,


    ich will Dir auch meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen. Es tut mir leid, dass wieder ein lieber Mensch von Dir gehen musste.


    Ich will Dir viel viel Kraft schicken.


    Liebe Grüße sendet Dir
    Josef

  • Liebe Dschina


    :30:
    Mein herzliches Beileid zum Verlust deiner Oma.


    Da kommt so vieles wieder hoch... :30:
    Ich wünsche dir viel viel Kraft und einen lieben :005: der dich durch diese schwierige Zeit begleiten soll.


    Stille Grüsse,
    Sandra

    Auch wenn alles einmal aufhört -
    Glaube, Liebe und Hoffnung nicht.
    Diese drei werden für immer bleiben.
    Doch am höchsten steht die Liebe.

  • Liebe Dschina,


    auch von mir ein herzliches Beileid zum Tod Deiner Omi.


    Alles Liebe :30:
    Evi

    *


    Es gibt Momente im Leben, da hört die Welt auf, sich zu drehen.
    Und wenn sie sich wieder dreht, ist nichts mehr so, wie es war.


    "Tempora praeterire Sed tenera Memoria restat"


    *