Posts by Shiva3010

    Liebe Sturm,


    ich weiß nicht, ob ich heute genügend Worte habe... zumindest möchte ich es versuchen...


    Ich habe sehr viel Glück, dass ich hier im Forum alles schreiben kann. Und dass es zugleich meinen besten Freund M. gibt, bei dem ich genauso offen schreiben kann. Der mich nie verurteilt hat, oder bevormundet, oder egal was, nein. Er hat sich alles angehört. Er weiß das mit dem Alkohol, das mit dem Messer, einfach alles... Aber das ist nicht das Thema...


    Ich empfinde es wie Du. Abgeschnitten von sich selbst. Vom eigenen Leben. Von der gesamten Außenwelt. Ich empfinde dieses Dasein seither immer noch als "unreal", irgendwie. Ich tue Dinge, die irgendwie nicht ich tue. Weil ich das nicht (mehr) bin. Und somit kann ich Dinge tun und tue leider auch Dinge, die "mein früheres Ich" nie getan hätte, weil Ich ja nicht mehr Ich bin... Klingt total wirr...


    Schlimmer kann es nicht werden. Das ist es bereits. Und ja, dadurch, dass es nicht schlimmer geht, ist alles andere unwichtig. Das geht mir ganz genauso. Mir haben diese Schnitte, diese Selbstverletzungen mir gegenüber, nur eines gezeigt: es tut nicht weh... Nicht annähernd so weh, wie der Schmerz innendrin. Ich habe es seither auch nicht wieder gemacht. Die Narbe am Arm bleibt. Das ist halt so. Mir auch wiederum egal. Ich war nur erschrocken über mich selbst, wie weit ich gehe!!! Sich selbst mit einem Messer zu verletzten ist schon eine Hausnummer. Die Selbstverletzungen sind, wie der Alkohol, weder gesund noch ratsam. Da hast Du völlig Recht. Aber ich bin zuversichtlich, dass das nachlassen wird. Ich vertraue M. Er sagte, es sei eine Phase... Gut, wie lange diese Phase geht, ist wohl bei jedem unterschiedlich. Und ob es diese Phasen überhaupt gibt, vermutlich auch...


    Es ist ja nicht so, dass es seither keine "schönen" Momente gab. Aber auch diese sind seither nicht mehr wichtig... wenn Glück früher ein Diamant war, ist es heute nur noch ein stumpfer Glasstein... Das "Innerste" berühren sie nicht. Sie streifen es nicht mal, zumindest nicht dauerhaft.


    Vielleicht ist mein Problem, dass ich dieses Leben so nicht akzeptieren kann. Und nicht will. Ich arbeite, ich gehe einkaufen, ich treffe Bekannte, ich kann auch wieder Witze machen und flirten... aber ganz tief in mir drin weiß ich, dass es nicht das ist, was ich will. Was ich brauche. Was fehlt... Ich kann und will nicht.


    Eigentlich stehe ich immer noch ohnmächtig vor dem 11.12.2018. Und begreife es noch immer nicht. Dienstag werden es 20 Monate. Die einfach irgendwie an mir vorbeigelaufen sind.


    Ich mag weder dieses "Leben" seither noch das ICH, das ich seither bin. Ein fremdes Leben, ein fremdes ICH. Auch wenn ich meiner Umwelt etwas ganz anderes vorspiele.


    Aber ein Mensch fehlt. Und das ist auch nach fast 20 Monaten immer noch genauso. Sein Fehlen ist immer noch genauso präsent, genauso erschütternd, genauso unbegreiflich.


    Liebe Sturm, das ist jetzt etwas lang geworden. Ich denke an Dich. :30:

    Liebe Sturm,


    wollte Dir ein kurzes Lebenszeichen da lassen. Ich bin gerade sprachlos... Wie so oft... Soweit bin ich ganz ok, auch wenn grad die Tränen laufen...


    Wenn ich meine Worte wieder gefunden habe, werde ich Dir auch noch auf Deinen Post von letzter Woche antworten. Weil ich das Bedürfnis habe.


    Bis dahin eine ganz starke :24:

    Liebe, liebe Sturm,


    ich verstehe dich. Der Kopf weiß das alles. Der Verstand weiß es. Aber das Herz sagt etwas anderes. Die Liebe sagt heute etwas anderes. Und vor allem sagt das Vermissen heute etwas anderes... wie viel mehr Sekunden, Minuten, Stunden hätten wir mit dem geliebten Menschen mehr verbringen können, wenn wir, Stand jetzt und heute, gewusst hätten, was passiert? So viel mehr. :33:


    Aber damals fühlte es sich richtig an. Glaubst Du, Du hättest H. etwas davon weggenommen, wenn Du damals anders gehandelt hättest, früher nach Hause gekommen wärst? Oder glaubst Du, dass Du Dir etwas weggenommen hast? Etwas mehr Zeit. Zweisamkeit? Liebe? Und damit heute - Erinnerungen?


    Ich kann Dich verstehen. Jede Sekunde mehr an Erinnerung ist so unendlich kostbar. Heute sind all diese Menschen, all diese Arbeit, so sinnlos. So nutzlos. So viel verschwendete Zeit.


    Auch ich denke noch immer: was haben wir heute vor 2 Jahren gemacht.


    Ich hoffe, dass es irgendwann erträglicher wird. Es muss nicht schön werden. Aber erträglich. :30:

    Liebe Bine,


    ich kann nicht versprechen, dass ich das mit dem Messer nicht doch nochmal mache... Allerdings habe ich ja gemerkt, dass der körperliche Schmerz im Vergleich zum seelischen quasi inexistent war. Seit dem Tag kann ich das Taschenmesser auch nicht mehr zuklappen, keine Ahnung, wieso es jetzt plötzlich klemmt... So liegt es jetzt als stumme Mahnung vor einem Foto von Rainer...


    M. hat es verstanden. Er hat es als Phase bezeichnet... Ich habe es ihm natürlich geschrieben, weil ich von mir selber geschockt war. Ich hoffe, er behält Recht.


    Ja, dieses ungewollte Leben wird zur Gewohnheit. Was es für mich selber aber nicht besser oder erträglicher macht. Es fühlt sich eher an wie ein kapitulieren, ein Sich-Fügen in etwas, das man nicht will.


    Weil da das Wissen ist, dass es hätte anders sein können. Anders sein müssen.


    Liebe Sturm,


    Du hast Recht. Auf einen selber aufzupassen, wenn man nicht weiß, wozu... Leben ohne Leben. Das passt. Das hier ist nur noch eine Aneinanderreihung von Tagen. Wochen. Monaten. Und das alles kostet so viel Kraft. Wozu?


    Ich kann nicht optimistisch nach vorne sehen. Konnte ich noch nie. Jetzt schon gar nicht mehr. Was soll denn da noch kommen, wo doch alles, was wir gebraucht und geliebt haben, schon hatten?


    Verzeih, aber so empfinde ich das. :30:

    Liebe Sturm,


    Du konntest nicht wissen, was passiert. So beschissen, wie es ist, im Nachhinein sind wir immer schlauer. Wenn wir damals die Dinge gewusst hätten, die wir jetzt wissen, hätten wir anders gehandelt. Aber wir wussten es nicht. Wir konnten es nicht wissen. Und deshalb konnten wir nicht anders handeln. Wir waren keine Hellseher.


    Und das tut weh.


    Und das Vermissen, die Leere, diese unbeantworteten Fragen... die tun noch viel mehr weh.


    Liebe Sturm :30:

    Liebe Sturm,


    ich weiß nicht, ob ich jetzt die Worte finde. Je mehr Zeit vergeht, desto sprachloser werde ich. Es ist “anders“ geworden, als ganz zu Anfang. Aber “besser“ ist nichts geworden. Kann es das? Ich weiß es nicht. Lernt man, mit dieser ungewollten Realität zu leben? Oder ist es nicht eher so, dass man sich gezwungenermaßen damit arrangiert? In dem Wissen, dass das einfach nur alles eine beschissene Realität ist?


    Du hast geschrieben, dass du irgendwo eingebrochen bist. Ich muss sagen, dass ich mit dem Ist-Zustand meines Daseins nicht klarkomme. Ich kann nicht schlafen, wenn ich nichts getrunken habe. Vor einigen Wochen habe ich mich mit Rainers Messer bewusst in den Arm geschnitten. Es tat nicht mal weh. Weil der Schmerz in mir so viel tiefer geht. Es wird eine hässliche Narbe bleiben. Die aber nicht annähernd den Schmerz in meinem Inneren abbildet.


    Ich für mich kann sagen, dass es anders wird. Besser? Eher nicht. Mein Leben geht mir am, sorry, Arsch vorbei. Weil es nicht mehr mein Leben ist. Ich kann nicht nach vorne sehen. Mein Herz und meine Sehnsucht gelten der Vergangenheit.


    Für andere bin ich dadurch ein Psycho. Die mich blocken, wenn ich zu ehrlich bin. Meine Wahrheit ist: wenn ich irgendwann sterbe, sollte das Todesdatum von Rainer auf meinem Grabstein stehen. Weil ich an diesem Tag mit gestorben bin. Die Person, die jetzt noch da ist, die ist mehr tot als lebendig. Und diese Wahrheit kann ich leider nicht ändern.


    Ich :30: dich

    Mein Schatz,


    ich war Mittwoch Abend noch bei Deinen Eltern im Garten. Hab zuerst ne Weile mit Rex gespielt, bevor Deine Eltern überhaupt gemerkt haben, dass ich da bin. Bei mir schlägt er ja nicht an, wenn ich komm. ;) Immer, wenn ich dort bin, kommt mir Deine eine WhatsApp in den Kopf: "Meine Heimat", zusammen mit ein paar Fotos... Deine Tochter hat wunderschöne Fotos von Deinen Eltern und Rex gemacht. Hab ein Bild von Rex bekommen. Da sieht er aus, als könne ihn kein Wässerchen trüben. Ich muss jetzt dringend mal ein paar Fotorahmen kaufen gehen.


    Was soll ich sagen... dass ich mein Leben oberflächlich betrachtet im Griff habe? Das stimmt nicht. Ich hab gar nix mehr im Griff. Nächste Woche hab ich Urlaub, ich muss meinen Saustall, der sich Büro schimpft, mal angehen...


    Bin heute wieder traurig. Heute vor 2 Jahren waren wir auf dem Hundeplatz, haben gegrillt. Du wurdest geschimpft, als Du mit irgendeinem Brandbeschleuniger am Grill hantiert hast. Später werden wir, Arm in Arm, das Feuerwerk ansehen... ich hoffe, dass das heute wegen Corona ausfällt.


    Warum durften wir nicht noch ein paar Jahre glücklich sein? Warum durfte es nur so kurz sein? :95:

    Max Giesinger: Sommer


    Ich geh' nicht ans Telefon

    Der Fernseher ohne Ton

    Geschlossene Jalousien

    Weiß nicht mal, welchen Tag wir haben

    Sitz' müde auf'm Bett

    Trink' Kaffee, der nicht schmeckt

    Und alles lässt mich kalt

    Will nur noch Stille um mich haben


    Und draußen ist der Sommer

    Die beste Zeit im Jahr

    Die Straßen voller Menschen,
    ein Himmel wie gemalt

    Alles so, wie’s sein soll,

    nur du bist nicht mehr da

    Draußen ist es Sommer

    Und draußen ist es Sommer


    Gedanken drehen sich

    Wie wild im Kreis, und ich

    Drehe laut die Lieder auf

    Sie sonst immer geholfen haben

    Pack' jeden, der was will

    Ich und mein Spiegelbild

    Wir kommen hier schon klar

    Muss niemand anders um mich haben


    Und draußen ist der Sommer

    Die beste Zeit im Jahr

    Die Parks sind voller Menschen,

    ein Himmel wie gemalt

    Alles so, wie's sein soll,…

    nur du bist nicht mehr da

    Draußen ist es Sommer,

    und draußen ist es Sommer


    Draußen ist der Sommer, das war immer unsre Zeit

    Es war, als wenn die Sonne nur für uns beide scheint

    Jetzt ist nichts mehr, wie es sein soll, denn du bist nicht mehr da

    Draußen ist es Sommer

    Draußen ist es Sommer

    Draußen ist es Sommer

    Draußen ist es Sommer

    Draußen ist es Sommer



    Bin zu blöd, das Lied hier einzustellen... Draußen ist es Sommer... wie sagte Josh mal: Trauer - der Permafrost der Seele...

    Mein Schatz,


    ich bin heute traurig. Wenn Corona nicht wäre, liefe hier seit Freitag das "Stadtfest". Ich bin froh, dass es nicht stattfindet... Bis gestern Abend konnte ich das irgendwie ausblenden. Aber als ich gestern heim kam, war bei einem der Nachbarn Party. Lachende Leute und laute Musik im Garten... Alles gut, dürfen Sie. Mich hat es zwei Jahre zurückversetzt. Wie wir Samstag den Umzug angesehen haben, uns mitten auf der Straße umarmt und geküsst haben... und dann noch auf dem Marktplatz gesessen sind. Es war warm. Wir haben spätabends noch ein Eis gegessen. Gestern haben wir den Umzug angesehen, es war heiß. Danach waren wir noch auf dem Berg und sind durch die Buden geschlendert. Heute haben wir auch den Umzug angesehen. Und grillen mittags bei Deinen Eltern.


    Weißt Du, wie glücklich wir waren? Und weißt Du, wie unglücklich ich heute bin? Weil Du mir fehlst. Weil ich mich ohne Dich heimatlos fühle. Weil ich ohne Dich heimatlos bin...


    Ich vermisse Dich so sehr. <3

    Lieber Uwe,


    ich bin nur mit dem Handy online, habe deshalb noch nicht alles gelesen.


    Aber: Du hast nicht versagt. Weshalb bindest Du Dir dieses Gefühl ans Bein? Wir helfen uns hier alle gegenseitig, aber dazu muss man sich erstmal helfen lassen wollen.


    Manchmal reicht ein Onlineforum einfach nicht. Manchmal braucht man professionelle Hilfe.


    Ohne Dich im Forum würde sehr viel fehlen. Dieses Forum ist mein Zuhause. Hier werde ich verstanden. Hier muss ich nicht schauspielern. Und das ist gut. Weil wir alle im selben Boot sitzen. Jeder in seinem eigenen kleinen Boot. Wir verstehen einander. Auch wenn wir manchmal sprachlos sind. Dann sitzen wir halt schweigend in den Booten, aber doch wissend, da ist noch jemand da.


    Nochmal: Du bist nicht Schuld.


    Bitte bleib.


    Eine liebe Umarmung von Oberschwaben in den Solling

    Ich habe inzwischen eines gelernt: wenn man “im wahren Leben“, außerhalb des Forums, zu ehrlich ist, sind plötzlich alle verschwunden. Nix mehr mit: ich bin für dich da, du kannst dich auf mich verlassen. Ja, danke dafür.


    Ich versuche, irgendwie zu leben, aber irgendwie scheint man Angst vor mir zu haben und mich zu meiden. Oder mich ohne Hinweis zu blocken.


    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich darüber lachen.


    Darauf noch ein Glas Wein. Prost. Ich mag meine Mitmenschen.


    Wer die Ironie findet, darf sie gerne behalten. :4:

    Lieber Uwe,


    ich bin zwar nicht Tigerlily, allerdings stehen für mich ihre beiden Posts in keinerlei Widerspruch. Sie wollte bezwecken, dass Matthias sich professionelle Hilfe sucht. Da bislang keine netten Worte und Ratschläge bei ihm angekommen sind, muss man manchmal vielleicht eine drastischere Wortwahl wählen... in der Hoffnung, dass das ankommt. Nun hat er sich Hilfe geholt. Und das ist gut und richtig so. Ich glaube, nichts mehr wollte Tigerlily. Aufrütteln.


    So sehe ich das zumindest.

    Liebe Bine,


    danke. Bei mir ist es Weißwein. Von Rotwein werde ich sentimental. Nicht gut. Da werde ich zum heulenden Elend...


    Ja, irgendwann werfen wir sie wieder ab, diese Krücke. Ich habe gesehen, wo und wie es enden kann... dahin möchte ich nicht.


    Eine ganz liebe Umarmung zurück.