Meine Ursel ist gegangen

  • Lieber Dieter,

    Ohhh, ich habe das Ende der leider nur so kurzen Geschichte des kleinen Ice gar nicht wirklich mitbekommen. Ich fürchte, ich wurde von den anderen Beiträgen nach seiner Rettung ein wenig abgelenkt.

    Es tut mir sooo leid, dass der kleine Kerl es nicht geschafft hat. Es war so herzallerliebst zu lesen, dass du dich seiner angenommen hast und er sogar einen Namen bekam (und warum er diesen Namen bekam ist nochmal so herzig).
    Dass er von dir nicht nur den Namen bekam, sondern auch mit Liebe bestattet wurde, bedeutet so viel in einer Welt, in der viele einfach nur wegschauen. Es tut gut, so etwas zu lesen.
    Beim Wegschauen unterstelle ich noch nicht mal Herzlosigkeit oder Gleichgültigkeit; ich denke oft ist es einfach auch "nur" Hilflosigkeit. Dabei gibt es dank Internet so viele Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht wegschaut. Allein auf Facebook die vielen Gruppen für Wildtiernotfälle oder die spezialisierten zum Beispiel für Vögel oder Igel.
    Muss denn ein Tier, ein Lebewesen, eine Seele, erst medienwirksam in Szene gesetzt werden, wie der wunderbare Timmy, dass plötzlich so viele ihr glühendes Herz für den Tierschutz entdecken? (Und fast so viele vermutlich leider, leider ebenso bald wieder vergessen ...)
    Was ist mit dem Streunerkätzchen im Rinnstein? Oder einem angefahrenen Wildtier am Wegesrand? Dem ausgesetzten Welpen an einem Zaun? Einem aus dem Nest gefallenen Vogelkind? Oder eben einem kleinen Eichhörnchen mit kalten Füßchen?

    Danke, dass es Menschen wie dich und deine Ursel und eure "Mitstreiter" gibt, lieber Dieter!

  • Liebe Sonnenente,


    ich finde das auch schrecklich, dass so wenig Menschen stehen bleiben und was tun wenn es um verletzte oder von der Mutter getrennte Tiere geht. Vielleicht liegt es bei vielen auch am Alltagsstress, irgendeiner wird sich schon kümmern. Bei Jungtieren geht es oft um Minuten. Was ist schon dabei so ein kleines Würmchen - egal ob Vogel, Igel oder was auch immer - zu sichern und erstmal Wärme zu geben, das geht da ganz schnell mit der Auskühlung. Dann ins Smartphone schauen, wo ist die nächste Auffangstation, die sagen was zu tun ist. Angst vor Tollwut braucht in Deutschland auch keiner haben, die gibt es hier nicht mehr. Gerade kleine Eichhörnchen laufen Menschen nach und auch die Beine hoch, wenn sie in allerhöchster Not sind. Meistens ist die Mama überfahren worden und die Kleinen schon tagelang alleine unterwegs. Das sind die einzigen Wildtiere die sich dann an den Menschen wenden, eigentlich sind das Fluchttiere. In dem Alter können sie noch nicht mal alleine pinkeln, da stimuliert die Mama die Blase. Genauso schlimm sind aber auch die, die meinen sie könnten selber ein Eichhörnchen aufziehen, ohne jegliche Sachkunde. Da sind schon so viele Tiere totgepflegt worden. Als anerkannte Aufzuchtstation benötigt man eine bestandene Sachkundeprüfung durch das Veterinäramt.


    Liebe Sonnenente, schön dass Du einem hilflosen Tier helfen würdest, ganz liebe Grüße von Dieter

  • Liebe Turicum,


    doch man kann sich anmelden dummerweise dauert es ewig bis man freigeschaltet wird und die meisten warten auf die E-mail die aber nie kommt, deswegen geben es die meisten wieder auf was echt schade ist.

    Da wir keinen Moderator mehr haben der freischaltet ist das echt doof.

    Das liegt an der Geschäftsführung diesen Mann ist das Forum ziemlich egal und offenbar hat er auch kein Problem damit wenn das Forum verschwindet was es ja wie Du merkst auch tut leider das ist sehr traurig.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen,


    das ist sehr schade, da es ein sehr gutes Forum in der Anfangszeit der Trauer vor 4,5 Jahren für mich war. Ja, man merkt das das Boot führerlos ist. Sehr, sehr schade. Danke für Deine Antwort Linchen.


    Auf Facebook mag ich nicht schreiben, weil man dann sofort von Betrügern angeschrieben wird, außerdem fand ich es hier immer im angemessenen Rahmen.


    Schade


    Liebe Grüße


    Turicum

  • Nun, es schreiben aktuell nicht viele der Mitglieder hier, aber es sind dennoch permanent viele online, die "nur" (still) mitlesen.
    Und hier im öffentlichen Bereich sind es noch viel mehr, die mitlesen.

    Dass neue Mitglieder manuell freigeschaltet werden, damit sie schreiben können, ist seinerzeit aus einem guten Grund eingerichtet worden. Dass es nun teilweise eine Weile dauert bis diese Freischaltung geschieht ist tatsächlich suboptimal.
    Dennoch könnten neue Mitglieder an ihrer eigenen Pinnwand schreiben, um die Zeit bis zur Freischaltung zu überbrücken, was ihnen nur leider nicht bewusst ist.

    Ich würde das Boot in dem Sinne nicht als führerlos beschreiben, denn es liegt durchaus auch in unserer Hand, diesen für viele so wichtigen Ort am Leben zu erhalten.

    Vor einiger Zeit hatte ich dazu im geschlossenen Bereich mal einen Thread aufgemacht; dort findest du ein paar mehr Details zu der Situation und was davon in unseren Händen liegt und wie wir das angehen könnten, Turicum. Vielleicht magst du dich ja dort beteiligen.



    Lieber Dieter, bitte entschuldige dieses Highjacking.

  • Lieber Dieter,


    Ja, das ist leider nur zu wahr. Die einen schauen weg, bzw. nicht bewusst weg, sondern gar nicht erst hin, und andere meinen es gut, machen es aber leider aus Unkenntnis falsch.
    Ich lese viel in den erwähnten Gruppen mit und allein dadurch lernt man, wie viele Unterschiede es gibt, wenn es um die artgerechte Aufzucht oder auch nur Hege der Tiere geht. Das fängt schon ganz wichtig bei der Fütterung an. Ich hätte zum Beispiel nie geahnt, dass ungewürztes, schlonzig gebratenes Rührei auf dem gestatteten Speiseplan für Igel ganz oben steht oder dass es Vögel gibt, die unbedingt mit pflanzlicher Nahrung oder ausschließlich bestimmten Insekten, andere hingegen auf keinen Fall damit erstversorgt werden dürfen. Und dass in den allermeisten Fällen erstmal gar kein Futter und oft auch kein Wasser angeboten werden sollte / darf.
    Aber ein paar Dinge sagt wirklich schon der Instinkt und erst mal sichern und dann warm halten gehört grad bei Jungtieren unbedingt dazu.

    Und ja, dann einfach ins Phone schauen. Oder bei einem Tierarzt oder wenn es nicht zu Öffnungszeiten ist, bei einer Tierklinik anzurufen. Dort hat man oft Listen von Päppelstationen.
    Denn nein, ich schaue tatsächlich auch nicht weg. Ich kann mich an einen Fall erinnern, als mein Mann beim Spazierengehen einen Vogel bemerkte, der am Wegesrand hockte und bei Annäherung zwar ein wenig versuchte, fort zu hüpfen, aber offensichtlich nicht fliegen konnte. Meinem Mann fiel dann schnell auf, dass ein Flügel merkwürdig vom Körper abstand.
    Er rief mich an und dann haben wir quasi sowas wie eine Telefonkonferenz gemacht - ich rief, mit meinem Mann noch in der Leitung, die Tierarztpraxis unseres Vertrauens an (damals wusste ich noch nichts von diesen Hilfsgruppen z.B. auf Facebook, bzw. die waren auch noch nicht so präsent und verbreitet).
    Die Helferinnen vom Tierarzt suchten dann eine Päpplerin in der Nähe heraus, die ich dann ebenfalls anrief.
    Sie erklärte mir, wie man den Vogel am besten sichert und transportiert - ich glaube, mittlerweile haben wirklich schon viele Menschen das Wort "Handtuchnest" ggf. mit selbst gemachter Wärmflasche (eine PET Flasche mit handwarmem Wasser zu füllen ist nun wirklich kein Hexenwerk) gehört.
    Ich bereitete dann alles vor und holte meinen Mann samt Vogel ab und wir fuhren zur Päpplerin. Diese sah sofort, dass der Flügel gebrochen war. Sie würde sich drum kümmern.
    Als ich sie ein paar Tage später anrief, um mich zu erkundigen, erzählte sie mir, dass sie mit dem Kleinen beim Tierarzt war und der Flügel dort so gut wie möglich gerichtet wurde, er aber nie wieder würde richtig fliegen können und daher bei ihr in Dauerpflege bleiben würde.

    Und diese Geschichte ist nun wirklich nichts Besonderes. Man muss eben nur hinschauen und vielleicht ein klein wenig Zeit aufbringen, um sich dem Tier anzunehmen und dafür zu sorgen, dass es in fachkundige Hände kommt.

    Was die Päppler angeht, so habe ich höchsten Respekt vor dem, was sie tun. Sie gehen oft an ihre Grenzen und Kapazitäten, denn grad bei Jungtieren muss man ja z.B. manchmal stündlich füttern, die Temperatur im Inkubator regelmäßig kontrollieren, etc. und das rund um die Uhr.
    Und dann das Emotionale. Das Bangen, ob ein Schützling es schafft. Das Finanzielle, denn sie sind oft auf Spenden angewiesen und zahlen nicht selten viel aus eigener Tasche. Wobei es auch immer mehr Tierarztpraxen gibt, die für Findlinge oder Streuner in der Erstversorgung selbst aufkommen und einen Notfall kostenlos behandeln.

    Hehe, ja, ich weiß - du weißt das natürlich alles und gehörst ja selbst du denen, die sich annehmen, auch wenn du nicht direkt ein Päppler bist, aber fast.
    Aber hier lesen so viele mit und es haben ja auch schon einige der hier Schreibenden signalisiert, dass sie sich interessieren. Und da kann ein wenig Info nicht schaden, wenn es darum geht, was man machen kann, wenn man das nächste Mal mit offenen Augen unterwegs ist.