Meine Ursel ist gegangen

  • Liebe Christine, Du bist mir kein bisschen zu nahe getreten. Was Du mit mit einem Weg meinst, ist im Grunde was ich meine dass ich mein Leben im Griff habe.

    Dass ich regelmäßig in die Arbeit gehe, die Wohnung nicht vernachlässige und so weiter. Da sind wir völlig d'accord. Da hab' ich Dich missverstanden.

    Allein leben kann ich, ich vermisse nur diesen einen geliebten Menschen. Liebe Grüße!

  • Lieber Dieter. Genauso meinte ich es. Du warst jeden Tag mit Ursel zusammen. Dann ist ganz plötzlich der geliebte Mensch weg. Vor allem, weil ihr euch doch so gut verstanden habt. Mit meinem Sohn ist das in erster Linie deshalb schwer, weil er doch noch soviel vorhatte. Da geht es nicht um mich. Es tut mir um ihn leid. Aber wir haben auch etwas gemeinsam. Wir trauern um einen Menschen, den wir sehr lieben und ohne den wir nun unser Leben meistern müssen. Da gibt es keine Alternative. Das wird uns ein Leben lang begleiten, denn die Liebe bleibt immer bestehen. Nochmals liebe Grüße.

  • Ich möchte noch etwas ergänzen. Als meine Schwester nach 50 Ehejahren starb,sah ihr Mann keinen Sinn mehr im Leben. Er starb im Jahr darauf in völliger Einsamkeit. Sie hatten alles gemeinsam gemacht stündlich, täglich jahrein, jahraus.Die Kinder und Enkelkinder großgezogen. Sie hatten ein schönes Gartenhaus. Nie ging einer ohne den anderen irgendwo hin. Von heute auf morgen war er alleine, Kinder und Enkelkinder lebten weit weg ihr eigenes Leben. Da bricht mit einem Mal alles zusammen. Das verkraftet nicht jeder. Da unterscheiden sich die Menschen. Als meine Mutter mit 60 Jahren starb, war mein Vater auch alleine. Aber jetzt kommt der Unterschied. Er hatte seine Hobbys, denen er immer auch zu Lebzeiten meiner Mutter nachging .Er ging zum Billardspielen,er malte wunderschöne Bilder, er war totaler Sportfan.Er saß so lange am Fernseher, bis ihm die Augen zufielen. Er hatte einen kleinen Garten, wo er eine Burg gebaut hatte. Mein Vater hat noch 14 Jahre alleine gelebt. Ich glaube, das hat ihn am Leben gehalten. Und so meine ich das mit "seinen Weg gehen."

  • Liebe Christine,


    was für eine rührende Geschichte.<3

    Vor allem von Deinem Papa ja das macht was aus, sehr viel sogar.

    Du scheinst einiges von Ihm geerbt zu haben.


    Ich weiss Du trauerst sehr um Deinen Jungen Ihr wart Euch sehr nah.

    Eine Mama sollte niemals um Ihr Kind trauern müssen das ist einfach nicht richtig.


    Trotzdem gehst Du Deinen Weg wie viele Mamas hier und das ist wirklich unglaublich stark.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen. Du hast glaube ich recht. Ich habe von meinem Papa allerhand geerbt. Und ich möchte auch noch einmal an dieser Stelle sagen.Wenn man trotz des Verlustes wieder ins Leben zurückfindet, hat das nichts mit mangelnder Trauer zu tun.Ich sehe für mich einen Sinn darin ,nicht das aufzugeben, wofür ich immer gelebt habe ,für mich und meine Familie. Und Silvio würde das auf keinen Fall gut finden. Ich glaube, er würde uns um Verzeihung bitten, daß wir so eine schwere Zeit durchmachen mussten. Ich war heute wieder auf dem Friedhof. Da werde ich immer hingehen und heute konnte ich das erste Mal ein Stück ohne Stock gehen. Ich habe in Gedanken gehört ,wie er sagte, na endlich hast du es geschafft, liebes Muddelchen. Liebe Linchen. Vielen Dank nochmal für das ,was du mir geschrieben hast. Es hat mir gutgetan. Liebe Grüße von Christine

  • Liebe Carmen. Danke für deine Anteilnahme. Ob ich zu der Zeit, wo du in Berlin bist kommen kann, ist ungewiss .Ich bin ja trotz des kleinen Erfolges von gestern noch immer nicht gut zu Fuß. Spontan melde ich mich aber nochmal vorher. Ich wünsche dir einen angenehmen Arbeitstag. Liebe Grüße von Christine.

  • Städtchen ist gut - hihi - wir sind hier 530.000 Einwohner. Die Lebkuchen für den nächsten Winter werden schon seit 6 Wochen gebacken. Nicht weit weg ist eine große Lebkuchenfabrik, das riecht man hier ganz intensiv. Ist immer komisch im Sommer, der Lebkuchengeruch.