Krebsdiagnose

  • Liebe Stillcrazy!

    Wow wie du so schreibst wie es dir geht und das du es genießen kannst. Das ist eine Freude. Ich wünsch dir einen freudigen erholsamen Urlaub aus dem du wenn du daheim bist noch viel Kraft aus den Erinnerungen holen kannst.

    Sei ganz lieb Gegrüßt

    das Tagpfauenauge

  • Hallo Ihr alle :)

    Gestern hatte ich schwierige Stunden. Konnte Rudi ewig nicht erreichen. Hab dann schließlich auf der Station angerufen. Die waren sehr lieb dort, haben dafür gesorgt, dass er zurück ruft. Er klang sehr müde & schwach.

    Habe mir dann große Sorgen gemacht & konnte etwas später doch mit einer Ärztin reden. Die hat gemeint, die Müdigkeit komme von der Bestrahlung & den Medikamenten. Habe dann überlegt, früher zurück zu fliegen. Ärztin hat mich aber beruhigt: sie würden sich sofort melden, wenn es nötig sei, dass ich zurück komme.

    Heute früh hat er sich dann gemeldet. Er klang frisch und erholt. Und sagte: ja nicht früher heimkommen.

    Jetzt bin ich also froh, dass es ihm besser geht. Und ich weiß jetzt: ich kann so schwere Situationen auch aus der Ferne meistern. Das tut gut & gibt mir eine gewisse Sicherheit.

    Habe heute ganz viel feines Essen für ihn eingekauft - dann hat er nicht nur die Krankenhauskost.

    Nachmittags gehe ich wieder an den Strand. Es tut so gut dort.

    Liebe Grüße Euch allen :):):)

  • Grüße an Euch alle vom Flughafen! Hat alles gut & entspannt funktioniert. Anfahrt, Kontrollen - alles sehr cool.

    War heute Vormittag noch schwimmen. Glitzermeer :love::love::love:

    Bin so dankbar für diesen Urlaub. Er war für mich ein Meilenstein. 1 Woche allein verreist - und ich konnte es sooooo genießen.

    Trotz allem freue ich mich so über meine Selbständigkeit.

    Es waren traumhafte Tage. Was für ein Glück :8::8::8:

  • Liebe StillCrazy,


    ich freue mich für dich, dass du einen so erholsamen Urlaub hattest und vor allem, dass du ihn auch sooo genießen konntest.


    Von diesem Urlaub kannst du lange zehren und dich immer, wenn du dich schlecht fühlst, gedanklich dorthin hinbeamen. - die Luft spüren, den besonderen Duft riechen, den Fisch schmecken, das Meer um die Füße spülen lassen.....Dass dir das gelingt, wünsche ich dir von Herzen.


    Kümmere dich weiterhin so gut um dich.


    Meine Gedanken begleiten dich und Rudi - auch wenn ich derzeit sehr wenig schreibe.


    AL

    blaumeise

  • War noch einen Sprung bei Rudi im Spital. Habe ihm gutes Essen gebracht. Er hat sich gefreut - und das hat mich gefreut. Ihm etwas Gutes tun zu können.

    Und dann wieder zu gehen. Diese Station hinter mir zu lassen.

    Er darf wegen der Wirbelsäulensache nicht aufstehen. Schmerzen sind jetzt offenbar halbwegs im Griff. Ganz wichtig! Mit den Leuten im Spital kommt er gut aus. Auch wenn es wohl komisch klingt: ich hab das Gefühl, er macht das beste draus.

    Was schwer genug sein muss.

    Trotzdem....

  • Trotzdem....


    lass den Urlaub noch lange nachklingen und spüre die Freude, dass Rudi das Beste aus der Situation macht. Das ist doch auch eine Beruhigung - oder?


    Lg. Astrid.

  • Ja, liebe Astrid - es ist eine Beruhigung! Für mich war es ja auch oft so schwer, mit unerwarteten, beunruhigenden Symptomen bei ihm zurecht zu kommen. Das fällt jetzt einmal weg.

    Eine Erfolgsmeldung habe ich heute auch: das Klo war verstopft. Aber echt heftig :(:(:(

    Hab es nach einem 90 minütigen Kampf (mit Tipps aus dem Internet) wieder freo bekommen. Komplett & ganz allein.

    Bin jetzt stolz auf mich :D:D:D

  • Heute wieder Rudi im Spital besucht. Es geht ihm dzt. sehr schlecht. Er hat nach der Bestrahlung heute vormittag große Schmerzen. Wir hoffen beide sehr, dass es morgen wieder besser ist. So war es am Tag nach der letzten Bestrahlung. Für ihn ist das wahnsinnig anstrengend, diese Behandlung.

    Ich konnte nur bei ihm sitzen und da sein. Wir haben nicht viel geredet. Er hat vor Schmerzen gestöhnt. Es war herzzerreissend.

    Ich habe am Weg aus dem Spital Sr. Birgit vom Hospizteam angerufen. Sie hat zugehört. Das hat gut getan. Dann war ich bei meiner Therapeutin, jetzt im Kaffeehaus. Hier ist es schön. Eine Atmosphäre der Geborgenheit. Das tut gut.

    Hier ist es auch lebendig: Menschen, Stimmen, Zeitungen - hier bin ich nicht allein und kann den bisherigen Tag etwas revue passieren lassen.

  • Liebe Still Crazy


    Das hört sich gar nicht gut an.....und das Gefühl der Machtlosigkeit ist zermuerbend....



    Hoffe mit Euch <3 und schicke viele liebe Gedanken, Kraft und Umarmungen<3 auch von Amitola<3

  • Danke Euch beiden!!!!!

    Es ist eine sehr schwierige Situation, ich hoffe halt, dass ich mich darin zurecht finde. So wie ich mich in anderen Situationen dann auch mit der Zeit zurecht gefunden habe.

    Jetzt liege ich mit der Katze vorm Fernseher. Und bin müde.

    Gute Nacht :):):)

  • Liebe StillCrazy,

    es tut mir sehr leid, dass es Rudi gestern so schlecht ging. Ich hoffe, dass es ihm heute etwas besser geht!

    Und dir wünsche ich, dass du mit der schlimmen Situation irgendwie zurecht kommen kannst. Ich weiß ganz genau, wie furchtbar es ist, den geliebten Menschen leiden zu sehen und scheinbar "nichts" machen zu können.

    Aber glaube mir - dass du für deinen Rudi da bist, ist für ihn das Allerwichtigste, d.h. so machst du sehr, sehr viel für ihn - manchmal verliert man das aus den Augen, wenn man an einem Krankenbett sitzt und sich so hilflos fühlt.

    Liebe Grüße, ich drücke dich aus der Ferne :24:

  • Liebe Still Crazy,


    das ist wirklich sehr schwer auszuhalten, was du gerade erlebst und Rudi...

    so habe ich es erlebt

    ich hätte mir damals so sehr mal eine Pause gewünscht, ein Aufatmen

    und ich hoffe du findest Kraft im Kuscheln mit der Katze, im Ausruhen

    im Cafehaus und im Leben

    und liebevolle Momente mit Rudi ...und für ihn, möglichst Schmerzfreiheit...



    ich weiß nicht was dir hilft...

    vielleicht auch hier schreiben darüber...

    (ich hab damals das Buch eigentlich für Jugendliche "das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen weil es mir den Schmerz gelindert hat) aber da ist jeder anders.


    Ich hoffe einfach dass du weiter Ruheinseln findest

    und wünsche dir und euch ganz viel Kraft

    von Tag zu Tag



    alles Liebe!

    Die Wahrheit triumphiert nie, nur ihre Gegner sterben aus (Max Planck)


    rilke.de/briefe/160703.htm


    VORÜBUNG FÜR EIN WUNDER


    Vor dem leeren Baugrund
    mit geschlossenen Augen warten
    bis das alte Haus
    wieder dasteht und offen ist

    Die stillstehende Uhr
    so lange ansehen
    bis der Sekundenzeiger
    sich wieder bewegt

    An dich denken
    bis die Liebe
    zu dir
    wieder glücklich sein darf

    Das Wiedererwecken
    von Toten
    ist dann
    ganz einfach

    (Erich Fried)

  • Danke, liebe Nebelfrau!


    Ich möchte noch kurz über den Chor schreiben. Rudi und ich singen ja beide. Ich habe heute nach der Probe offiziell "verkündet", was Sache ist. Es waren bisher nur ganz wenige informiert, und die haben geschwiegen. Jetzt ist mir diese Geheimhaltung aber zu anstrengend und schmerzhaft geworden.

    Bisher haben wir die Choraktivitäten immer gemeinsam erlebt. Den Ausflug (der findet heuer kommenden Sonntag statt), das Konzert (übernächsten Sonnrag). Es wird schwer, das ohne ihn zu erleben. Bisher war mir gar nicht klar, wie sehr der Chor als gemeinsame Aktivität mit ihm in mir abgespeichert ist.

    Jetzt gehe ich allein zu den Proben und zu all den anderen Aktivitäten. Er wird nicht neben mir im Bus sitzen am Sonntag. Vielleicht nie mehr.

    Der Gedanke daran tut sehr weh :33::33::33::33::33::33::33:

  • Hallo stillcrazy

    Der Gedanke nie mehr tut sehr weh und schmerzt das kann ich nur zu gut verstehen.

    Ich hoffe tag für Tag das es Rudi vielleicht etwas besser geht.


    Hast du dich in deinem Urlaub etwas erholen können?


    Ich wünsche dir eine ruhige Nachtleben jenny

  • Liebe StillCrazy,

    es ist gut, dass du die Chorgemeinschaft informiert hast, es wird zwar dadurch für alle - und vor allem auch für dich - "realer", was die Zukunft bringt, dieses "nie mehr", das irgendwann Tatsache sein wird, aber es nimmt auch einen riesigen Druck weg - gerade auch für den Ausflug am Sonntag!

    :24:

    AL Christine

  • Liebe Jenny,


    vielen Dank! Habe vorhin mit Rudi telefoniert. Er hat gerade keine Schmerzen. Bekommt physikalische Therapie zur Muskelkräftigung. Das finde ich sehr gut. Im wahrsten Sinne des Wortes etwas Aufbauendes.


    Der Urlaub war traumhaft. Trotz aller Turbulenzen konnt ich ihn genießen und mich erholen. Wenn es schwierig wurde, habe ich vielfältige Unterstützung bekommen. Von Freunden und Fachleuten. Telefonisch, per whatsapp und SMS sowie hier im Forum, von Euch.

    Es ist alles unter diesen Bedingungen optimal gelaufen - und ich bin stolz auf mich, dass ich das kann: ganz alleine verreisen und den Urlaub mit mir selber genießen.


    Ich hätte rein gefühlsmässig noch eine Woche bleiben mögen - wenn nicht länger ;)



    Liebe Christine,


    ja - ich habe auch das unzweifelhafte Gefühl, dass es richtig und wichtig war. Und dass es gut war, das vor dem Ausflug zu tun. Es wäre den ganzen Tag so viel Zeit gewesen, über Rudi zu sprechen. Viele hätten mich einzeln gefragt. Das wäre mir zu mühsam geworden...

    So wissen alle Bescheid - und sie haben sehr patent reagiert. Ohne ein großes Drama zu machen.


    Eine Frau, mit der ich zwischendurch immer wieder meine Schwierigkeiten hatte (jetzt wird es immer besser), hat nachher einfach nur gesagt: gut, dass du so sachlich darüber reden kannst. Das hat mir unglaublich gut getan.

    Auch die anderen waren ganz toll. Eine habe ich gebeten, mir gemeinsam mit ihrem Freund bei der Gartenarbeit zu helfen.

    Ich hatte am Abend dann noch und auch heute in der Früh das (trotz allem) gute Gefühl, wieder etwas erledigt zu haben - so als hätte ich aufgeräumt, Ordnung gemacht. Das ist jetzt geschehen, und ich muss mich nicht mehr darum kümmern, nicht mehr darüber nachdenken, wie es sein wird, wie ich es wohl anstellen soll...


    Die Sonne scheint, und es geht mir gut heute.


    Über das Nicht-Mehr möchte ich mir nicht allzu viele Gedanken machen.

    Ich weiß natürlich, dass es da ist und in noch viel extremerer Form auf mich zukommt. Aber vielleicht gelingt es mir nicht so sehr das Nicht-Mehr in den Vordergrund zu rücken - sondern eher das Es-Wird-Anders.

    Ich weiß nicht, was Du davon hältst. Aber ich habe mir gestern ganz plastisch vorgestellt, dass ich neben jemand anderem im Bus sitze. Dass das so sein wird, schon am Sonntag, dass ich das kann - und dass es gelingen wird. Es wird anders sein. Ich werde Rudi vermissen. Aber dieses Anders-Sein bedeutet nicht, dass es automatisch nur schlimm sein wird. Ich werde zusehen, dass ich neben jemand Nettem sitze - und dann kann das ja auch ein gutes oder lustiges Gespräch werden.

    So kann ich dem Ausflug trotz allem positiv entgegen sehen (und ich denke, das wird auch so bleiben - soweit ich mich kenne). Die Alternative (zu Hause zu bleiben) fühlt sich in Gedanken viel trauriger an als das Mitfahren.


    Nachher werde ich ihn im Krankenhaus besuchen.

    Und am Abend haben wir Generalprobe für unseren Kulturabend morgen:

    Ich lese eigene Texte. Und ein Lied singe ich solo: Forever Young von Bob Dylan. Die Ladies singen die anderen Lieder bzw. spielen mit Instrumenten dazu.

    Wir sind vier Frauen, alle um die 50. Volume one war ein riesiger Erfolg. Morgen dann genz neue Texte und Lieder. Wir alle hängen sehr an diesem Projekt.

    Und ich freue mich so darauf. Auch wenn ich Rudi vermissen werde. Aber die anderen Proben sind auch ohne ihn gegangen. Es wird auch der Auftritt ohne ihn gehen.


    Alles Liebe und einen schönen Tag :):):)

  • Liebe StillCrazy,

    ich wünsche dir heute ganz viel Erfolg bei eurem Kulturabend!

    Schade, dass ich so weit weg bin - ich würde es gerne sehen bzw. hören!

    Auf jeden Fall hoffe ich, dass du den Abend richtig genießen kannst,

    liebe Grüße

    Tina

  • Den Blick auf das Anders zu richten, das finde ich sehr hilfreich.

    Es ist ja nicht alles, das NICHT MEHR ist. Der Ausflug bleibt. Er wird nur anders.

    Ich finde es sehr mutig und offen, wie du damit umgehst. Der Spagat zwischen

    Freude (auf das Konzert, den Ausflug,...) und Trauer (dass Rudi nicht mehr dabei

    sein wird) den finde ich enorm. Mir kommt gerade das Bild einer Seiltänzerin, die

    zwischen ihren zwei Seilen einen Spagat macht. Für sie bestimmt mühsames Training,

    für uns Zuseher wirkt es leicht und unangespannt.


    Und deshalb möchte ich dich bitten, dir immer wieder Raum zu geben und auch zu klagen,

    wenn es mühsam, anstrengend, ekelhaft oder sonst irgendwie ist.

    Um andererseits den Raum der Freude wirklich genießen zu können.


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Vielen Dank, liebe Astrid!


    Das Bild vom Seiltanzen gefällt mir sehr gut für meine Situation. Ich liebe es sehr und finde auch so schön, dass Hedi es als Profilbild nutzt.


    Danke auch für die Einladung zum Klagen.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich damit bewusst zurück halte. Aber ich werde ein selbstkritisches Auge auf diesen Punkt haben.


    Was mir jetzt wirklich Sorgen macht ist: was wird geschehen, wenn Rudi aus dem Krankenhaus entlassen wird? Ich fürchte, er wird nicht mehr so mobil werden, dass er selbständig die Zeit verbringen kann, in der ich arbeiten bin. Und selbst wenn er sich irgendwie durch die Wohnräume bewegen könnte - ich hätte doch immer Angst, dass etwas passiert, dass er stürzt oder so.


    Es ist alles sehr im Uklaren momentan. In einem Hospiz ist er angemeldet - das ist aber natürlich keine dauerhafte Lösung (wenn es überhaupt jetzt einen Platz gibt für ihn gibt).

    Er lässt die Dinge so auf sich zukommen, unternimmt gar nichts.

    Auch an Tagen, an denen es ihm besser geht (so wie gestern, da war er wirklich fit) stellt er keine Fragen: wie lange er noch im Spital bleiben wird, was es dann für Möglichkeiten gibt etc.

    Er fragt die Ärzte gar nichts, lässt alles geschehen. Auch meiner Bitte, einemal anzufragen wegen eines Besprechungstermines zu dritt (Arzt & wir beide - das hat uns das Hospiz-Team ans Herz gelegt) ist er bisher nicht nachgekommen.

    Das ärgert mich! Das macht mir Sorgen! Da könnte er mich entlasten - und tut es nicht!

    ich meine: er muss vom Krankenbett aus nichts organisieren - aber er könnte die nötigen Infos einholen, fragen, ob er mit einer Sozialarbeiterin sprechen kann etc.


    Es ist schon interessant: als ich weg war, da hat er es problemlos geschafft, sich Hilfe zu holen (indem er die Rettung angerufen hat und sich ins Spital bringen ließ). Jetzt, wo ich wieder da bin, ist er wieder völlig passiv.


    Das ist es, was mich im Moment am meisten beunruhigt. Und das habe ich hiermit ausgedrückt.

    Ich werde nachher im stationären Hospiz anrufen und fragen, was sie mir empfehlen in dieser Situation. Ob sie Rudi nach dem Spitalsaufenthalt aufnehmen könnten - oder an wen ich mich wenden soll, oder ob sie da mit jemandem Kontakt aufnehmen können. Der Träger des Hospizes hat auch an anderer Stelle "normale" Pflegeeinrichtungen.


    Trotzdem will ich mich heute nicht allzu sehr mit diesem Thema belasten. Wir haben ja heute unseren Kulturabend. Da müssen wir am Nachmittag auch noch vorbereiten. Ich freue mich schon so darauf und will mir das durch diese Pflege-Sorgen auch nicht verderben lassen. Damit kann ich mich morgen auch beschäftigen und mit Rudi darüber reden. Wie gesagt, das Telefonat mit dem Hospiz führe ich dann, damit muss es für heute geung sein.


    Euch allen alles Gute :):):)