Aus dem Leben gerissen, Mama plötzlich und viel zu jung verloren. Sie war grad erst stolze Oma . Jetzt ist sie weg

  • Hallo Julia,


    auch ich habe meine Mama im Dezember 2019 mit 62 Jahren verloren. Sie war jahrelang sehr krank und hat doch jeden Tag das beste daraus gemacht. Ich selbst bin 32 Jahre.

    Die anfängliche Trauer hat mir sehr viel Grübeln abverlangt...doch ich merke das es besser wird. Auch sie war meine beste Freundin und wir hatten ein tolles Verhältnis zueinander. Die letzten Jahre sind wir unheimlich zusammen gewachsen. Ich könnte mich auf ihr gehen vorbereiten...trotzdem ist man nie vorbereitet,wenn's soweit ist.

    Mittlerweile sind knappe 3 Monate vergangen und ich hab das Gefühl die Zeit rast an mir vorbei. Anfangs hatte ich noch das Gefühl das sie schon lange nicht mehr da ist..jetzt ist es.. wow..doch schon so lange. Mir hat die letzten Wochen sehr geholfen das ich fest daran glaube das sie immer bei mir ist. Wenn morgens die Sonne aufgeht,dann sag ich ihr immer guten Morgen. Sie wurde im Wald an einem Baum begraben. Regelmäßig, mindestens einmal die Woche fahre ich zu ihr und erzähle ihr was mein Leben so treibt und wünschen ihr das es ihr gut geht,da wo sie jetzt ist. Die ersten Blumen fangen an zu blühen..sie liebte Blumen und dann ist sie ganz nah bei mir. Auch ich warte auf ein Zeichen von ihr..aber denke mir..sie ist noch nicht lange unter der Erde und hat erstmal genug zu tun und nachzuholen,jetzt wo sie endlich schmerzfrei ist. Sie hat hier runter geschaut und gesehen das es uns soweit gut geht. Sie wird sich melden,da bin ich fest von überzeugt. Es gibt gute und nicht so gute Tage. Ich lese hier immer Mal wieder im Forum und es tut einfach unheimlich gut,das man nicht alleine ist. Ich kriege meinen Alltag gut geregelt..schwer ist es meistens am morgen...arbeite oft alleine..bin in ein Hotel im Frühstücksservice am arbeiten und da kommen viele Gedanken,wenn wenig zu tun ist.

    Meine Eltern waren 42 Jahre und 15 Tage verheiratet. Ich finde mein Papa stemmt das ganz gut. Er sagt das er oft abends am Grübeln ist und schlecht schläft. Er hat ziemlich schnell Sachen entsorgt und verändert. Ich finde das völlig in Ordnung. Jeder geht damit anders um.

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und Pass auf dich auf. Es geht alles weiter im Leben,auch wenn man es nicht wirklich will.

    Liebe Grüße Carina

  • Liebe Julia<3


    lange habe ich dir nicht geschrieben, aber an dich immer wieder gedacht....

    Immer spürt man aus deinen HERZENS<3Beiträgen die tiefe LIEBE<3<3 und Verbindung die du zu deiner Mama hattest und ja hast...

    leider nicht mehr körperlich...


    Ich bin immer ganz erfriffen von deinen mehr wie Worten<3<3

    ich sende dir liebe Verbundenheitsgefühle<3:30:<3

    deine Sverja

  • Liebe Julia,


    ich möchte Dir mein tiefes und Herzlichstes Beileid aussprächen. Die eigene Mama zu verlieren tut weh auch spüre ich aus deinem Text welch liebevolle Verbindung Ihr beiden mit einander hattet und hast Ihr habt viel miteinander geteilt das ist sehr schön. Was hilft Dir im kleinen das Dich in deiner Heilung der Trauer unterstützen kann? Vielleicht schreibst Du deiner Mama noch mal einen ganz persönlichen Brief und verbrennst in. Gibt es Trauergruppen bei dir in der Nähe? Hast Du Freunde oder Menschen mit denen Du offen über deine Trauer reden kannst? ich freu mich von Dir zu lesen.


    Trauergrüße der Verbundenheit sendet Dir

    Maik

  • Ich danke euch allen für eure Beiträge .
    ich weiß garnicht was ich schreiben soll. Ich spüre einfach , dass ich einfach nicht ins normale Leben finde . Meine Gedanken gehen weiterhin und ständig um meine Mutter . Um das was sie durchmachen musste, um das „warum“ sie nicht überlebt hat, um das , warum sie sterben musste so früh. Es quält unwahrscheinlich. Ich stehe damit auf und gehe mit den Gedanken und schlimm aushaltbaren Gefühlen ins Bett . Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war . Wie auch? Meine Mutter ist nicht mehr an meiner Seite . Früher hab ich morgens gerne Musik und Radio gehört , so hat mein Tag gut gelaunt begonnen, das kann ich heut nicht mehr . Ich stehe neben mir , das schöne Wetter was wir hier haben , macht mir alles noch schwerer . Ich habe gehofft , das es mir dann besser gehen wird , leider genau das Gegenteil. Weil es auch ihre liebste Jahreszeit war , der Frühling , der Sommer. Ich merke wie ich realisiere, was es bedeutet sie nicht mehr zu haben. Nicht nur für mich , für uns alle . Meine Geschwister , meinen Vater . Ihm sieht man auch in letzten Tage den Verlust immer mehr an . Er lädt einen Status mit Bildern meiner Mutter bei WhatsApp hoch. Einen Abend bin ich noch spät abends zu ihm hin gefahren, nachdem er kommentarlos ein Bild meiner Mutter in unsere große familiengruppe geschickt hatte bei WhatsApp.Er fragte nicht danach, aber ich hatte das Gefühl das er grad nicht allein sein sollte. Wir redeten nicht über meine Mutter an dem Abend, aber wir waren ne gute Stunde Abends noch zusammen Ich kann ihn nicht trösten , er weint vor uns nicht . Wir halten als Familie zusammen, sehen uns mehrmals wöchentlich. Aber es ist einfach nichts mehr wie es war. Ich fass es weiterhin nicht , dass sie gestorben ist. Ich bekomm es nicht zu greifen . Dieses hinnehmen , es annehmen das es so ist , ich schaff es nicht . Ob ich Hilfe dabei brauche ? Ich weiß es selbst nicht . Wenn ich an die Vergangenheit denke weine ich, wenn ich an die Zukunft denke weine ich ebenfalls. Teilweise habe ich das Gefühl es wird nie mehr normal werden .

  • Liebe Julia,

    so, wie es einmal war, wird es nie wieder werden, denn Deine geliebte Mutter ist gestorben. Das muss das Herz erst mal

    so richtig annehmen. Irgendwie, kann man es zuerst gar nicht glauben oder fängt erst langsam an zu realisieren, was

    das bedeutet. - Meine geliebte Mutter ist tot- tot - tot. Sie ist nicht im Urlaub oder besucht eine liebe Freundin und kommt

    bald wieder zurück. Nein, diesmal kommt sie nie wieder. Das muss erst mal so richtig ankommen und das brauch Zeit.

    Sehr viel Zeit. Meine Mutti ist im Mai 7 Jahre tot und ich denke noch jeden Tag an sie und sie wird mir immer fehlen.

    Aber ich habe gelernt damit zu leben. Die Mama bleibt eben die Mama. Mama´s sind einmalig auf dieser Welt. Keiner

    kann sie ersetzen. Oft merkt man erst, was für einen tollen Schatz man da an seiner Seite hatte, wenn der geliebte Mensch

    nicht mehr da ist. Und diese endgültige Wahrheit ganz anzunehmen, das brauch Zeit. Sehr viel Zeit. Das geht nur stückchen-

    weise, so wie es Dein Herz ertragen kann. Gib Dir die Zeit Julia, so viel wie Du brauchst, denn Trauerarbeit ist wirklich

    Schwerstarbeit für Körper, Geist und Seele. Und man kann sie nicht einfach umgehen, nein, da muss jeder durch, ob man

    will oder nicht, denn unsere Mama´s werden nicht wieder lebendig. Unsere Mama´s sind jetzt zuhause bei Gott angekommen.

    Sie sind voraus gegangen und irgendwann, wenn unsere Zeit hier auf Erden um ist, werden sie uns abholen und dann trennt

    uns nichts mehr. Aber unsere Liebe, die stirbt nicht, diese bleibt bestehn, bis zu unserem Wiedersehn.

    Alles Liebe

    Kornblume

  • Hallo Julia,


    ich kann dich sooo gut verstehen! Es ist einfach so furchtbar...

    Und für unsere kleinen tut es mir auch so leid, dass sie das erste Lebensjahr nicht mit einer unbeschwerten, super glücklichen Mama verbringen können!

    Ich drück dich ganz doll und möchte dir einfach nur noch einmal sagen, wie leid es mir tut!!!


    Liebe Grüße,

    Linda

  • Liebe Julia<3:30:<3


    ich glaube ich schreibe jetzt gar nicht mehr ...

    weil Linda D. eigentlich in der ähnlichen Empfindungslage...Empfindungsgefühl ist...wie du

    doch

    Er lädt einen Status mit Bildern meiner Mutter bei WhatsApp hoch. Einen Abend bin ich noch spät abends zu ihm hin gefahren, nachdem er kommentarlos ein Bild meiner Mutter in unsere große familiengruppe geschickt hatte bei WhatsApp.Er fragte nicht danach, aber ich hatte das Gefühl das er grad nicht allein sein sollte. Wir redeten nicht über meine Mutter an dem Abend, aber wir waren ne gute Stunde Abends noch zusammen Ich kann ihn nicht trösten , er weint vor uns nicht .

    das ist immer wieder sehr berührend für mich...

    es gibt so selten noch solche Familien

    Fühl dich lieb umarmt<3...und ich hoffe das die Corona Pandemie euch nicht extrem belastet... das hoffe ich wirklich NICHT

    deine Sverja

  • Man lebt wie in zwei Welten. Auf der einen Welt geht das Leben so gnadenlos weiter . Die Sonne scheint , die Vögel zwitschern, die ersten Blüten zeigen sich, man spürt den kommenden Frühling . Es ist eine Jahreszeit zum Genießen , abgesehen von der Corona Krise . Aber genau das macht mich so wahnsinnig fertig . Auf der anderen Welt sind die Erinnerungen , die ja eigentlich schön sind , aber so schlimm schmerzen. Die Gedanken an die Zukunft sind ebenso schmerzhaft . Es sind schon so viele Dinge geschehen , von denen meine Mutter nichts weiß . Schöne Dinge , worüber sie sich so gefreut hätte . Diese Gefühle fahren Achterbahn und haben mich voll im Griff . Ich spüre einfach ,dass ich nicht mehr der Mensch bin der ich einmal war . Weiterhin ist es für mich so absurd , dass meine Mutter nicht mehr zurück kommt. Jegliche Probleme die man im Leben hat sind lösbar . Aber Krankheit und Tod nicht . Wie kann so etwas so plötzlich ohne Ankündigung passieren? Wieso gab es keine kleinen Anzeichen? Solch ein Herzinfarkt dieses schlimmen Ausmaßes kommt von jetzt auf gleich? Selbst die Ärzte waren schockiert , so einen schlimmen Infarkt haben sie selten gesehen, und das meine Mutter es damals noch Intensivstation geschafft hat ? Obwohl keine Zeit verloren wurde , sofort Maßnahmen erste Hilfe Krankenhaus Wiederbelebung , OP , und trotzdem hat sie es nicht geschafft. Immer wieder kreist es in meinem Kopf . Manchmal habe ich den Hörer In der Hand und bin kurz davor im Krankenhaus in Bad oyenhausen anzurufen um zu fragen warum sie trotz geglückter OP mit dieser Herzmaschine es nicht überlebt hat. Aber was bringt mir das ??? Nichts !!! Das weiß ich . Keine Antworten bringen sie mir zurück .
    weiterhin begleiten mich schlimme Träume . Wie ich sie wiederbelebe, mir es aber nicht gelingt. In einem anderen Traum ist sie wieder da und alles ist gut. Man Mama ich vermisse dich so sehr . Wie gern würde ich deine Stimme hören und dich einfach nur fest in den Arm nehmen. Die Liebe die wir hatten zerreißt mich . Ich möchte leben , glücklichen Leben , aber es gelingt mir nicht.

  • Liebe Julia,


    Ich kann dich so verstehen. Das Leben da draussen geht einfach so weiter. Als ob nichts passiert ist. Einfach weiter. Ich würde auch gerne wieder so Leben wie vorher,aber es ist nichts mehr so wie vorher.Mam will glücklich sein und denkt gleichzeitig an dem Verstorbenen. Ich hoffe einfach, das es uns allen bald besser geht und wir damit irgendwie Leben können.

    Und genau wie du, frage ich mich, wieso man einfach so plötzlich aus dem Leben gerissen wird, ohne Vorerkrankung. Einfach weg...von heute auf morgen. Es ist einfach unbegreiflich. Gerade noch da und dann einfach weg. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du irgendwann mit dem schrecklichen Verlust umgehen kannst


    Liebe Grüsse

    Anita