Mein hübscher Mann fehlt mir so sehr

  • Heute (kurz vor Mitternacht) waren es 12 Wochen oder 3 Monate. Ich habe immer noch keine Ahnung, wo diese Zeit hin ist und wie ich sie überlebt habe. Erlebt habe ich sie aber irgendwie nicht. Fühle mich immer noch so erstarrt, tu mich schwer dem Leben um mich hierum zu folgen. Alles geht mir so unendlich langsam von der Hand.

    Liebe Marklin, sei ganz lieb umarmt! :30: LG Andrea

  • Lieber Matthias!!

    Das erinnertmich an Ralf.Letztens erzählte sein Vater nochmal,das er früher nie verlieren konnte beim Mensch Ärgere

    Dich Nicht ,dann hätte er immer alles durch die Gegend geworfen vom Spiel.Ja was hat man als Kind nicht alles gemacht.

    Liebe Grüße Helga

  • Jetzt ist sie tot, meine liebe Dorit.


    Damals war ich leider geistig noch nicht so weit, mich mit dem Tod zu beschäftigen, weil dieses Tabuthema verdrängt wird.


    Hätte ich damals auch nur geahnt, dass ich die Dorit als Partner beim 'Mensch ärgere dich nicht' mal wegen Tod ausfällt und ich keinen Spielpartner mehr habe, ich hätte mich immer gefreut, wenn sie gewonnen hat. Ihre glitzernden Augen, ihre Begeisterung beim Spiel, das Lachen und 'in die Hände klatschen' all das musste gähnender Leere und Einsamkeit weichen.


    Ich will hier nicht auch noch mit dem Suizid-Thema anfangen, aber man wünscht sich ein schnelles Ende dieses Daseins. Natürlich muss sich auch jeder bewusst sein, dass der Tod selbst immer mit dem sehr qualvollen Erstickungstod einhergeht und eine Sedierung gegen die Schmerzen gibt eben nur ein Arzt.


    Da hat man sich gefreut über das Leben, hat sich eine liebe Partnerin gesucht, aber wer denkt an so ein sinnloses Leben, wenn einem die liebe Partnerin noch an der eigenen Hand wegstirbt.


    Matthias

  • Warum wird eigentlich in immer wieder davon gesprochen, dass man lernen muss, den Tod des geliebten Menschen zu akzeptieren? Mich irritiert das, denn deshalb bin ich doch so traurig! Also weil ich aktzeptiert habe, dass er nie wieder heimkommen wird, ich ihn nie wieder berühren, streicheln oder küssen kann, deshalb weine ich mir doch täglich die Augen aus.

    Würde ich das nicht akzeptieren, würde ich ja "nur" darauf warten, dass er wieder heimkommt, oder?

  • Vielleicht, weil manche Mitmenschen unter "lernen, den Tod des Geliebten zu akzeptieren" verstehen: wieder zum Tagesgeschäft übergehen, guter Stimmung sein, niemanden damit behelligen, belästigen, belasten, wie es einem wirklich geht, weitermachen, als wäre alles wie immer, schön lächeln und den Mund halten, damit sich niemand in unserer Gegenwart schlecht fühlen muss usw. usf. (Ein Teil von diesen Gedanken beruht auf meinen subjektiven Erfahrungen, ein Teil ist wilde, vielleicht auch ungerechte Spekulation. Mir geht dieser Spruch einfach wahnsinnig auf die Nerven, sorry.)


    Bei mir ist das mit der Akzeptanz im Übrigen anders. Ich wehre mich dagegen, was nur teilweise funktioniert. Ein Teil von mir, weiß was Sache ist, ein anderer kann dieses Wissen einfach nicht an sich heranlassen und noch ein anderer, will es einfach nicht glauben.


    Markiin, wie ist der Stand der Dinge bei dir? Steckst du schon mitten im Umzug oder noch in den Vorbereitungen? (Antworte nur, wenn du magst - ich will dir nicht zu nahe treten.)


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Markiin,


    Da hast Du vollkommen recht. Mit dieser Floskel ist wahrscheinlich meistens gemeint, dass man die Vergangenheit abschliessen muss und weitermachen soll, als ob mehr oder weniger "nichts geschehen wäre". Die sich mir im Moment dazu aufdrängende Erwiderung ist nicht druckreif.


    LG,

    Sky / Robert

  • Also ich beziehe mich auf diese Trauerphasen. Vielleicht hätte ich das dazu schreiben sollen. Meine Psychologin hat es die Tage auch wieder verwendet, aber im Bezug auf den Umzug. Akzeptieren heißt ja nicht, dass es einen gefallen tut. Und daher ja meine Irritation! Manchmal drängt sich mir einfach der Verdacht auf, dass diese Phasen von Leute "beobachtet" wurden, die selbst noch keinen Verlust erlitten haben. Von außen sieht manches eben anders aus, als wenn man davon tatsächlich betroffen ist.


    Liebe Sturm, ich packe immer noch Kartons. Die Spedition holt am 18.3. den größten Teil meiner (unserer) Sachen und lagert ihn ein. Damit komme ich seit letzter Woche aber kaum vorwärts. Seit gestern versuche ich wieder so einen bis zwei Kartons oder andere Arbeiten (z.B. zusammentragen von Deko-Sachen, sortieren von Unterlagen, waschen von Kissen und Decken) zu schaffen.


    Vorhin war noch ein Freund da und hat mir einen CD vorbeigebracht, mit der ich endlich auf den PC meines Mannes zugreifen konnte. Und siehe da, ich fand ein Video mit ihm! Leider war keine Sprachaufzeichnung dabei. Aber davon könnte es noch eins geben...

    Und dann musste ich doch glatt wieder weinen. Einerseits vor Traurigkeit, dass ich ihn nie mehr so erleben werde, aber andererseits auch vor Freude, doch noch etwas gefunden zu haben. Die PC-Daten hatte ich nämlich schon abgeschrieben...

  • Liebe Markiin,

    wie schön, dass du noch auf die PC Daten zugreifen kannst und ein Video von deinem lieben Mann gefunden hast.

    Ich glaube, dass nur Leute, die selbst so einen Verlust erlitten haben, uns wirklich verstehen können.

    Ich gebe zu, mir ist es vorher auch so gegangen, ich hatte großes Mitleid, aber wie furchtbar dieser Schmerz und die Verzweiflung sind, weiß ich erst jetzt.

    Vielleicht ist der menschliche Verstand nicht dafür gemacht, die Endgültigkeit des Todes wirklich zu begreifen.

    Ja, ich weiß, dass mein Mann tot ist und nicht zurückkommt, aber ich glaube nicht, dass ich es schon tatsächlich akzeptiert und begriffen habe.

    Es ist einfach zu schrecklich und meine Seele schützt sich gegen diese Vorstellung.

    Ich habe in einem Buch gelesen, dass der Schock und das nicht akzeptieren wollen, ein Schutzmechanismus des Verstandes sind.

    Der Schutzmechanismus bewirkt, dass der Verlust nur ganz allmählich in vielen kleinen Schritten begriffen wird, weil man sonst komplett zusammenbrechen würde.

    Ich habe Whatsapp-Sprachnachrichten von meinem Mann gefunden, die hüte ich wie einen Schatz.

  • Liebe Merklin!

    Schön,das du jetzt Zugriff zu den Daten hast.Ja lernen,das ist so ein wort,denn man will es es auch gar nicht

    lernen ohne den Partner zu leben,man muß es ja,wir müssen es akzeptieren,aber das ist so schwer,

    das es keine Umarmung ,keinen Kuss,kein Gespräch,einfach gar nichts mehr geben wird,damit müssen

    wir leben und andererseits,habe ich immer noch im Kopf,das er vielleicht wieder kommt,obwohl ich

    weiß,das es nie so sein wird.Es ist so ,weil wir es nicht akzeptieren wollen,das alles so ist.Und das

    wird noch ein langer Weg,doch vielleicht scheint noch einmal ein Licht am ende des so dunklen

    langen Weges der Trauer.Liebe Grüße Helga

  • Hallo ihr Lieben.


    Ich war schon etwas länger nicht hier und hab viel zu lesen gehabt.


    Ich möchte mal meinen Senf dazu geben.


    Den Tod akzeptieren:

    Wie kann ich was akzeptieren was mir so wehtut.

    Ich nehme ihn an, mehr kann ich nicht tun.

    Es ist unabänderlich.


    Weitermachen:

    Ja, auch das ist wichtig.

    Und da meine ich eigentlich nicht die Aussenwirkung, die ist mir ziemlich egal.

    Wenn ich meine ich muss den Tod meiner Frau thematisieren, dann mache ich das, in homöopathischen Dosen.

    Damit muss mein Umfeld leben, PUNKT.

    Mir geht es um mich, um mein Leben, die Struktur für mich.

    Mir bringt es nix nur rumzusitzen und zu grübeln, das bringt mir meine Frau nicht zurück und mich macht es kaputt.

    Ich trauere für mich wenn mir danach ist, bestimmte Musik, Erinnerungen, Dinge von ihr, da kann ich trauern.


    Verlust des Partners:

    Kein Aussenstehender kann das verstehen und nachvollziehen.

    Wenn die Eltern sterben ist das normal, sie sind im allgemeinen alt und mann muss irgendwann damit rechnen, jeder

    hat Eltern, jeden kann es treffen.

    Der Partner ist in den meisten Fällen gleich alt und man rechnetg eher nicht mit einem frühen sterben, im Fall meine r Frau 57 Jahre.

    Wenn man alt ist muss man auch damit rechnen.

    Im Normalfall lebt man länger mit seinem Partner zusammen, wie mit den eigenen Eltern, ich meine in der Wohnung.

    Was bleibt wenn der Partner stirbt, Einsamkeit, egal ob man Freunde hat und Familie hat.

    Ich fühle mich einsam, menschlich, emotional, körperlich.

    Das kann mir im Moment keiner geben.

    Ich sehne mich nach einem Streicheln, einer Umarmung.

    DAS hat mir der Tod auch genommen, nicht nur meine Frau.

    Von daher normal dass Aussenstehende das nicht verstehen.


    WIR müssen damit ganz alleine fertig werden und dürfen UNS aber nicht vergessen oder aufgeben.

    Leider ist der Tod ein Teil unseres Lebens, auch wenn das keiner hören will.

    Aber ich glaube, wenn man sich mi solchen Phrase auseinander setzt, denn steckt da viel ehrliche Weisheit drinnen,

    die das Ganze etwas erträglicher macht.


    Wie gesagt, alles meine Meinung und Sicht der Dinge.

    Sie fehlt mir sehr.


    So jetzt hab ich genug geschrieben, sorry

    Ich wünsche euch eine gute Nacht.


    Liebe Grüsse Dieter

  • Vielen lieben Dank. Ich bin auch wie fast jeder hier in meiner Trauer gefangen, aber trotzdem brauche ich eine Plattform, wo die Trauernden auch nach vorne schauen und das finde ich hier nicht. Mein geliebter Jürgen hätte das so gewollt. Jürgen , ich liebe dich und werde dich nie vergessen und dich immer unendlich vermissen, aber ich werde auch kämpfen, um weiterzuleben, so wie du es gewollt hättest.

  • Liebe Kerstin!

    Du siehst das richtig.Man muß auch nach vorne schauen.Wir haben vielleicht noch viele Jahre auf der Erde und

    dann zieht es einen so nach unten,wenn man immer nur in der Trauer gefangen wäre und irgendwann geht

    man dabei zugrunde,auch wenn das vielleicht einigen ganz recht wäre.Aber das Leben geht weiter und unsere

    Liebsten hätten nicht gewollt,das wir nur noch traurig sind,an nichts mehr teilnehmen,keinen Spaß mehr haben.

    Sie wären sehr traurig uns so zu sehen.Und dafür sollte man auch kämpfen um dem Wunsch gerecht zu werden.

    Viele hier sehen keinen Sinn mehr im Leben,aber müssen weiterleben,doch so in Trauer umhüllt schafft man

    es nicht noch viele Jahre weiterzuleben,denn das macht einen fertig,aber vielleicht finden wir alle den richtigen Weg.

    Ralf hat auch immer zu mir gesagt,das ich so weiter machen soll,wenn er mal nicht mehr da ist und das mache ich

    auch.Und kämpfe weiter,dein Jürgen wäre stolz auf dich.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Helga, deine Zeilen bedeuten mir so viel. Danke dafür. Ich weiß, mein Jürgen wäre jetzt stolz auf mich. So will er mich nicht sehen und vor allem nicht, dass ich hier mit wirklich lieben Menschen kommuniziere, die aber keinen Sinn im Leben mehr sehen. Wir leben nicht nur für den anderen. Ich hatte das Glück, 37 Jahre mit ihm zusammen zu sein, dafür sind wir dankbar, aber mein Leben muss weitergehen. Ich umarme dich. Lieber Gruß Kerstin

  • Liebe Isabelle!

    Ich verstehe dich gut,das du auch mal gerne positive Zeilen lesen möchtest.Es sind hier alles liebe Menschen im Forum,

    aber sie haben ihren Partner/Partnerin so sehr geliebt und sehen einfach keinen Sinn mehr im Leben,möchten noch

    leben,aber wofür ohne wollen nicht nach vorne schauen,sondern schnell bei ihrem liebsten sein.Ich kann das

    auch gut verstehen.Aber ,vielleicht gibt es ja auch ein Forum wo etwas mehr nach vorne geschaut wird und wo

    viele denken,das es weitergehen muß.Ja das Leben muß weitergehen und ich bin auch dankbar für 34

    schöne Jahre und die Erinnerung an die vergangenen schönen Jahre bleibt.Es ist sehr schade,das du nicht

    mehr hier im Forum bist,aber wenn es dich sio mitnimmt,dann verstehe ich es sehr gut,das du mal wieder

    etwas anderes lesen möchtest.Ich wünsche dir alles gute weiterhin und das du nach einem dunklen

    langen Weg der Trauer,auch wieder ein Licht siehst am Ende des dunklen Weges.Kämpfe weiter,alleine

    schon für Jürgen.Ganz liebe Grüße Helga<3:30:

  • Liebe Isabelle!

    Dann mach es auch.Und tu was für dich am besten ist.Ich weiß ,das du deinen Jürgen immer lieben wirst und ihn auch

    sehr vermißt,aber das Leben geht weiter und wir müssen nach vorne schauen.Ich wünsche dir alles gute .

    Du wirst schon den richtigen Weg finden und vielleicht kannst du auch irgendwann mal wieder richtig

    teilhaben am Leben und auch mal wieder lachen und etwas Spaß haben,auch das würde Jürgen

    bestimmt gefallen.<3liche Grüße Helga

  • Hallo Markiin.

    Ich war lange nicht mehr hier und wie ich sehe du auch nicht.

    Ich möchte mal fragen wie es dir in der Zwischenzeit so ergangen ist und wie es dir zur Zeit geht.

    Ich hoffe doch den Umständen einigermassen gut.


    Gruss Dieter

  • Ja, ich war länger nicht mehr hier. Der Umzug musste ja bewältigt werden. Auf den letzten Drücker habe ich dann noch eine Wohnung gefunden und bin nun seit Freitag hier. Hier im Chaos. Weil natürlich alles wieder in die Schränke eingeräumt werden will. Aber ich bin gerade so müde und geschafft, dass ich nur wenig schaffe. Was mich aber auch nicht belastet. Deutschland steht eh still.


    Gerade fällt mir ein, dass ich noch das Kautionskonto eröffnen muss. Dann mach ich das mal schnell.


    Hoffe, ich komme später wieder ins Internet, dann guck ich hier nochmal rein, damit habe ich gerade auch Probleme. Keine Ahnung woran das liegt.

  • Hallo Markiin!

    Schön,das du eine Wohnung gefunden hast.Ist doch egal,wann du etwas einräumst.

    Laß es Chaos sein,da hast alle Zeit und kannst alles ganz in ruhe machen.

    Das ist das gute in dieser sonst schlimmen Corona Zeit.Ich war immer unterwegs

    und mußte sehen,das ich das putzen irgendwie dazwischen bekam,oder habe es

    verschoben,war immer ein Druck und Hektik,aber jetzt putze ich jedes Zimmer,

    die Fenster,alles und habe lange Zeit und mache alles in ruhe mit Pausen,das ist

    mal richtig schön.Vielleich brauchten wir das alle mal,obwohl ich froh bin,wenn ich

    endlich wieder unter Leute komme.Liebe Grüße Helga