Auf der Suche nach neuer Kraft

  • Ach , Du liebe Blaumeise,

    negative Erlebnisse aus der Vergangenheit arbeite ich auch immer wieder mal auf, leider nicht mit der Leichtigkeit, die Deine humorvolle Geschichte beschreibt. Ich mache mir meine Erlebnisse unwichtig, oder versuche mein jeweiliges Gegenüber zu verstehen. Alte Lasten machen nur alles schwerer.

    Vielen Dank fürs Teilen.

    Sei auch geknuddelt

    Sommermond

  • Liebe Blaumeise,


    ich finde deine Geschichte sehr schön :28:. Man muss auch mal schmunzeln können.


    Der Gedanken - Ansatz, das was einem im AlltagvNegatives wiederfährt, mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen,

    ist eine super Idee, um sich über seine Mitmenschen nicht so oft zu ärgern. Ob man in dem Moment wo man sich ärgert,

    allerdings gleich so eine gute Idee hat, es aus einer anderen Sichtweise zu sehn, das müsste man mal probieren.

    Ich werde das jedenfalls mal versuchen:thumbup:.


    Danke für`s aufmuntern :24:.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • ja Blaumeise, da mach ich mit,...generell ist es so, das hab ich schon vor langer Zeit bemerkt, ...ich war, ja immer in der Gastronomie tätig, ... um so freundlicher ich war bei echten Kotzbrocken, um so mehr änderte sich ihre Verfassung,...es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, sie mussten umschwenken, ... gegen mich konnten sie ja nichts Böses sagen,...


    Nur leider gelingt mir das jetzt gar nicht mehr,...


    Renate

  • Liebe Blaumeise, eine tolle Geschichte! :24:

    Ich versuche das schon lange und komme zwar nicht immer, aber oft ganz gut mit der Einstellung durch! :24:

    Ich schicke dir eine liebe Umarmung, in Gedanken bin ich öfters bei dir! <3

    LG Andrea

  • Diese Geschichte hat mich zum lauten Lachen verführt. Danke dafür.

    Ich stelle mir gerade vor, wie diese Frau fröhlich und begeistert zurück gegrüßt hat. Muß ein tolles Bild gewesen sein.


    Ich versuche auch immer den anderen zu verstehen. Das gelingt mir oft. Und dann ist es auch nicht mehr so ärgerlich. Und genau dabei habe ich gelernt, daß das Böse und das Negative nicht aus Stärke erwächst sondern auf Schwäche, auf Verletzungen und Kränkungen.

    Es ist oft merkwürdiger Weise nicht so, daß ein gemobbter Mensch niemals jemanden anderes mobben würde weil er weiß wie weh das tut...... Sonder eher umgekehrt.

    Aber das ist ja nun ein anderes Thema.

    Ein Perspektivwechsel, ja da möchte ich auch mitmachen.

    Froschperspektive

    Vogelperspektive

    Menschperspektive

    Hundperspektive

    Mißverständnissperspektive ( hupen )


    Ein anderer Blickwinkel

    Ich werde es versuchen.

    Ralfsheidemarie

  • Die Geschichte mit dem Hammer (aus Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick)


    „Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar ihm den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er ihn nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen ihn. Und was? Er hat ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von ihm ein Werkzeug borgen wollte, er gäbe es ihm sofort. Und warum sein Nachbar nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen ausschlagen? Leute wie der Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der Nachbar sich noch ein, er sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s ihm aber wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Morgen“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

    ;)

  • Ja, die Geschichte zeigt einem gut auf, wie man sich unglücklich machen kann.

    Aber das haben wir Trauernden doch gar nicht nötig. Wir sind ja unglücklich.

    Ich habe Angst, wenn ich nicht mehr unglücklich bin ihn nicht mehr zu lieben.

    Ralfsheidemarie

  • ch habe Angst, wenn ich nicht mehr unglücklich bin ihn nicht mehr zu lieben.

    Ralfsheidemarie

    Meinst du soetwas wie ein schlechtes Gewissen, wenn es mal einen Tag gut geht und man klar kommt....für einen Moment...und schon wieder denkt, habe ich ihn jetzt verleugnet...denkt er nun , dass ich ihn vergessen habe??? Meinst du etwa so??

  • Meinst du soetwas wie ein schlechtes Gewissen, wenn es mal einen Tag gut geht und man klar kommt....für einen Moment...und schon wieder denkt, habe ich ihn jetzt verleugnet...denkt er nun , dass ich ihn vergessen habe??? Meinst du etwa so??

    ich denke, ja, so war das gemeint. Ich hab das auch empfunden und mich maßlos über mich selbst geärgert. In unserer Gesellschaft wird einem nämlich dauernd aufgezwungen, dass Dauer und Tiefe der Trauer im direkten Verhältnis zur Liebe zum Verstorbenen steht. Man hat, so erwartet es die Gesellschaft, gefälligst zu weinen und zu schreien und die Trauer möglichst deutlich zu zeigen, denn im anderen Fall wird einem nämlich suggeriert, man hätte den Verstorbenen nicht geliebt. Ich versuche in meinen Beiträgen nicht zu jammern, weil ich das im wahren Leben auch nicht tue. Ich versuche logisch zu bleiben, kühl und (wenigstens pseudo-)wissenschaftlich. Ich will mich nicht in die Trauer hineinsteigern, denn sie tut weh genug. Und sogar hier hab ich die Frage bekommen „hast du deinen Partner etwa nicht geliebt“. *Sarkasmus an* nein, ich hab ihn gehasst und bin froh, ihn los zu sein... deshalb suche ich mehr als 7 Monate nach seinem Tod noch Hilfe! Echt logisch *sarkasmus aus* Das ist genau das, was ich meine. Wehe du leidest nicht, dann wird dir gleich mal unterstellt, du hättest nicht geliebt. Und das wird uns so eingetrichtert, dass wir es selbst glauben und dann Angst haben, die Trauer loszulassen. Jedes Lachen fühlt sich an wie ein Verrat an der Liebe zum Partner.... schrecklich oder?
    beim Erste Hilfe Kurs lernt man: der, der ganz still daliegt, nicht schreit und kein Drama veranstaltet, der ist am schwersten verletzt, dem sollte man zuerst helfen.
    Wir, die wir Hilfe suchen und über Schmerz, Leid und Tränen schreiben, wir sind alle ok. Wirklich schlimm sind jene dran, die das nicht mehr können.

    Also lacht euren Verstorbenen an, er freut sich mit euch.

  • also ich hab eher das Gefühl, das es manche Leute nervt, wenn ich ständig über meine Trauer und über meinen Schatz rede. Ich merke es an Blicken, wenn ich seinen Namen erwähne....Ich treffe eher auf Unverständnis....zB meine Familie, weil ich kann mir ja einen neuen Partner suchen, mein Mann ist tot, das ist jetzt vorbei oder die Zeit, die ich wegen der Trauer verschwende.....

  • also ich hab eher das Gefühl, das es manche Leute nervt, wenn ich ständig über meine Trauer und über meinen Schatz rede. Ich merke es an Blicken, wenn ich seinen Namen erwähne....Ich treffe eher auf Unverständnis....zB meine Familie, weil ich kann mir ja einen neuen Partner suchen, mein Mann ist tot, das ist jetzt vorbei oder die Zeit, die ich wegen der Trauer verschwende.....

    das ist die nächste Phase, die auf die von mir beschriebene folgt. Da wird die Umgebung ungeduldig und meint, man sollte das Thema nun endlich abgeschlossen haben, denn schließlich ist es ja vorbei.

    Die Phase brachte mich in echte Mitteilungsnot. Ich wollte reden und niemand wollte sich das anhören. Ich fand dann doch noch wenigstens ein offenes Ohr, ich hab außerdem zu schreiben begonnen und ich hab mit dem Verstorbenen zu reden begonnen. Die drei Dinge haben mir geholfen.

  • Also lacht euren Verstorbenen an, er freut sich mit euch.

    Das ist ein wunderbarer Satz. Den könnte ich mir erstmal ohne Bild von Ralf und dann später mit Bild in mein Zimmer hängen.

    Ja, das merkwürdige Gefühl einfach auch mal wieder zu lachen, sich für etwas zu begeistern, ohne ihn.

    Da muß ich verschärft drüber nachdenken. Was soll das? Warum fühle ich das? Erwarte ich das von mir? Oder Andere?

    Jedenfalls weiß ich, daß mein Ralf im Anderland glücklich IST. Sich wohl fühlt und sich begeistern kann.

    Ich weiß auch, daß er möchte, daß ich wieder glücklich werde. Sonst hätte er mir in der letzten Woche nicht 2 mal einen Glückscent in den Weg gelegt. 🤞

    " Ja Ralf, ich werde versuchen mich wohl zu fühlen in unserem Haus, in unserem Wohnmobil, in meiner Haut und meinem Leben. Das ist jetzt mein ausgesprochenes Ziel. Ich verspreche es Dir. Ich habe Dich lieb. 😘"

    Ralfsheidemarie

    PS. Ich sehe gerade Blaumeischen, daß ich in Deinem Wohnzimmer mit meinem Ralf kommunizieren. Verzeih, soll ich es lieber zu mir rüber beamen?