Erinnerungen an Liebgewonnenes

  • Guten Morgen,



    gestern habe ich Besuch gehabt und anschließend ein langes Telefonat geführt.


    In diesem Telefonat erfuhr ich erstaunliche Dinge,die mich sehr sprachlos machten.


    Mein Liebster litt neun Jahre unter seiner Krebserkrankung.In dieser ganzen Zeit versuchte er


    seinen normalen Lebensstil,seine Gewohnheiten und seine Interessen aufrecht zu erhalten.


    Er kümmerte sich um sein Aquarium,ging weiter seinen handwerklichen Tätigkeiten nach,nahm


    weiterhin am sozialen Leben teil.Dass seine Kraft immer weniger wurde,war eine Innenansicht,ich


    durfte das sehen.Ich durfte die langen Ruhepausen ,den Sekundenschlaf mit der Kaffeetasse in der


    Hand mitbekommen.


    Während seiner Erkrankung wurde mir gesagt,so krank kann er ja gar nicht sein.


    Möchte er sich interessant machen ?


    Was heißt das für mich.


    Nur weil ein Mensch auf seinem schlimmsten Weg,der Hoffnung/Hoffnungslosigkeit versucht ,eine


    gewisse Normalität aufrecht zu halten,stellt er seine Krankheit in den Vordergrund um


    Aufmerksamkeit zu bekommen?


    Warum äußern sich Menschen so zu einem Thema,obwohl sie keine Erfahrungswerte haben?


    Ich bin “nur“seine Ehefrau gewesen,habe aber den täglichen Kampf für ein wenig Normalität


    mitbekommen.


    Nun erfuhr ich gestern Abend,einer Freundin ist das Gleiche passiert.


    Wollte nur mal mein Kopfschütteln mitteilen.


    Wünsche einen ruhigen Samstag,


    Karin

  • Guten Morgen liebe Karin und den anderen


    Mein Helmut sah trotz seiner schweren Krankheit immer gut aus ,keiner hat gesehen wie er um Luft kämpfte


    Auch Helmut hat versuch für sich und für mich sein Leben so normal wie möglich zu meistern

    Und heute höre ich noch die Sprüche von andern ,du sieht aber gut aus .


    Da könne ich heute noch schreien :13:


    liebe Grüße Birgit

  • Meine lieben,

    Mein Mann hatte leider nicht die Möglichkeit,sein gewohntes Leben weiter zu führen, ja nicht mal das zu simulieren, da er von jetzt auf gleich ans Bett gefesselt war, ...er litt furchtbar darunter, zumal er , wir so gut wie nie Zuhause waren, immer unterwegs immer am arbeiten. Was er sich behielt, war das er versuchte seine Witzchen zu machen, fröhlich zu bleiben, zu Zuversicht auszustrahlen, fasst bis zum Schluss, und das schien mir, konnte so mancher nicht ertragen,...sie rügten ihn oft, was mich immer zur Weißglut brachte, war das doch das einzige, das er versuchte, aufrecht zu erhalten, ...


    Was ich jetzt bemerke, ist das man mir diesen Part der Aufmerksamkeit Problematik zuschreibt, Aufmerksamdefizitsyndrom, ja gar unterstellt, weil ich es wage, "immer noch" zu trauern, und es mir offensichtlich nicht so, wie erhofft, gelingt, das zu verbergen.


    Was wiederum zur Folge hat, das ich mich zurückziehe, woraus sie wieder schließen, das sei nur um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.


    Ganz ehrlich...sie können mich mal.


    Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber es ist einfach für mich nicht möglich, bei diesen Affen Theater mit zu spielen, und ich will, und mach es auch nicht mehr.


    Zu meist, sollte ich trotz, wirklich aufrichtigen Versuch, solchen Belästigungen, denn als solche empfinde ich sie mittlerweilen, diesen aus dem Weg zu gehen, attackiert werden, reagiere ich mit gut vorbereiteten Antworten, die die meisten dann auch , auf der Stelle zum Schweigen bringen, ...zum nachdenken sicher nicht, ...das wehre Zuviel erwartet.


    Resümee...ich vereinsame

  • Liebe Bettina,

    Mir geht es " besser" ( nicht wirklich) damit, seit ich innerlich wie Countdown abzähle, 21 22 23 uuundddd

    ihr " Leiden".....Wünsche Launen Geplärre.....

    Ich gehöre zu den Menschen,die bei diesen Äußerungen sofort zurück schießen,bin mir auch nicht böse.


    Gerade an Leuten, die die Fähigkeiten und Charakter haben , so wie mit ihrer Krankheit umzugehen, saugen sich die Egomanen fest wie Poken an einem Schiffsrumpf....

    Hatte mir in der Krankheitsphase meines Liebsten einen Teflon - Rumpf erworben.Meinen Mann sprachen sie fast nicht an,er konnte kurz mit seinen Antworten sein.


    Wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin

  • Auf keinen Fall möchte ich mich da entscheiden

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • Mir würde die Entscheidung sehr leicht fallen. Ich könnte auf neue Erinnerungen sehr gut verzichten, denn keine neuen Erinnerungen mehr zu haben würde ja bedeuten, daß ich endlich bei meinem Andreas bin.

  • Liebe Karin,

    fühle dich ganz warmin den Arm genommen.

    Danke dass du deine Gedanken mit uns teilst.

    Dein liebster, er hatte keine Kraft mehr.

    Du wusstest es und ebenso, dass er dich liebt.

    In Gedanken bin ich bei dir.

    danke für Alan Jackson.

    W