und plötzlich befinde ich mich im Leben DANACH

  • Liebe Isabel,


    danke für Dein Mitgefühl. Unsere Kinder sind toll, ich habe das Gefühl sie "stecken es gut weg" wurden aber auch von der ersten Minute an von unserem wundervollen Umfeld aufgefangen. Stevie hat uns an einem Sonntag verlassen, am nächsten Tag ist erstmal mein Neffe für eine Woche eingezogen (er ist so alt wie unser Sohn) und auch unsere Mausi hatte immer ihre Freundinnen da und das 1. Wochenende danach wurden beide von unterschiedlichen Freunden eingepackt und mit zu Kurztrips übers Wochenende mitgenommen ... wir reden über Papa, ganz bewusst was er in welchen Situationen tun oder sagen würden, er ist quasi allgegenwärtig. Ich denke das tut uns allen gut und sonntags ist unser fester gemeinsamer Friedhofstag.


    Am Wochenende hat unser Sohn Jugendweihe, davor graut mir sehr, aber vielleicht wird es wie zum Geburtstag unserer Maus, davor hatte ich vorher so eine Angst und bin gut durch den Tag gekommen.


    ... ich würde ihm gern so viel berichten (von Angesicht zu Angesicht) , er war mein Fels ...


    Liebe Grüße



    Crafar

  • Liebe Crafar,


    das liest sich für mich aber sehr sehr schön, dein "Umfeld" und dieses Miteinander und die Nähe... das ist trotz allem so wichtig... vielen hier fehlt das leider, das ist so traurig.


    Ja, er fehlt... 💔

  • 22 + 2 ... diese Leere, sie breitet sich aus, obwohl ich dachte sie erfüllt mich bereits ganz, gibt es immer noch ein Quäntchen mehr Platz den sie einnehmen kann und dies kontinuierlich ... ich weiss nicht, wie ich das ohne Dich überstehen soll. Jeden Tag laufe ich über unseren Hof/durch unser Haus und denke dies war doch unser Traum, welchen Wert hat all dies ohne Dich? Ich weiß ich sollte dankbar sein, für all das was mir dennoch zuteil wird, aber es kann die Leere nicht füllen und die Sehnsucht nicht stillen.


    1000-e Male am Tag der irrationale Wunsch, komm zurück zu mir :33: Du fehlst mir so schrecklich

  • liebe Crafar

    :30::30::30:

    Jetzt schreibe ich heute bei dir ... ich bin jetzt muede und erschöpft...

    deswegen jetzt nur

    es gibt keine Leere fuer MICH...

    ALLES ist ENERGIE... nicht sichtbare Energie... Wir spueren nur nicht immer diese Energie... Doch sie ist da... Genauso ist es mit deinem Mann...

    LEIDER :30::30::30::30:

    auf manchmal einer gefuehlt verdamm... nicht sichtbaren Ebene. und das ist manchmal sooo schwer...


    Habe dennoch hoffentlich eine bestmögliche Nacht

    wuenscht dir deine<3 Sverja

  • Ach liebe Sverja,


    wie schön von Dir zu lesen, obwohl es mir Sorgen macht, dass Du müde und erschöpft bist :30:


    Nur der Gedanke, dass Stevie immer umher ist und auf uns aufpasst, lässt mich weitermachen, aber es ist so schwer ohne seine physische Anwesenheit. Und natürlich warte ich auf Zeichen, manchmal wahrscheinlich auch zu ungeduldig (Geduld war nie meine Stärke, aber diese neue Situation lehrt mich vieles neu) und dann kommen sie plötzlich aus dem nichts - die Schmetterlinge, Kartoffeln in Herzform, Lieder im Radio, Wolkensmilies ...


    Ich sehne mich so nach dem Leben, was es nicht mehr gibt und dazu gehört nun mal er. Zu lesen, dass es hier den/die ein oder andere/n gibt, dies es schaffen irgendwann wieder ein halbwegs normales Leben zu führen und sogar so etwas wie Freude zu empfinden, spendet mir etwas Trost. Du hast ja scheinbar auch einen Weg gefunden, Deinen "Frieden" mit dem Verlust von geliebten Menschen zu finden. Vielleicht magst Du mir (gern auch über eine PN) darüber berichten.


    Aber nun hoffe ich erst einmal, dass es Dir schnell wieder besser geht!


    Sei lieb gegrüßt,



    Crafar

  • liebe Crafar <3:24::30:<3


    du musst dir keine Sorgen um mich machen<3:24:. Ich lebe so gut wie ich es kann und habe mich von vielen Krankheiten gut erholt oder lebe gutmöglichst damit ...


    Verzeihe <3 PN sind mir momentan einfach zuviel ...


    Du hast ja scheinbar auch einen Weg gefunden, Deinen "Frieden" mit dem Verlust von geliebten Menschen zu finden.

    ja , zu einem sehr grossen Teil habe ich meinen Frieden gefunden ... es ist eher so das ich das Gefuehl habe das der Frieden mich findet... klingt ein bisschen seltsam aber so empfinde ich es.


    fuer mich gibt es kein halbwegs normal... <3:24::30:<3 Vielleicht kannst du es dir so vorstellen. Ein Weg hat immer einen Anfang ... Den geht man... pausiert manchmal und bleibt stehen , blickt rueckwärts , lässt seinen Blick rundum schweifen ..Sieht wie der Weg weiter geht...und geht ihn weiter... Irgendwann endet der Weg.,,,

    Da gibt es zwei Möglichkeiten...

    Er muendet in einen anderen Weg... einen grösseren... oder er endet. Hier in Schweden im Jämtland meistens an einem See oder einer Anhöhe wo man weit ueber das Land blickt...oder den See rauschen hört...

    Da werde ich immer still und dankbar das ich das noch erleben darf...


    Gedankensprung in die Realität...

    seit 2 1/2 Jahr...zu viele Tode von jahrzehntelangen Wegbegleitern ... Seelenfreunde...

    da muss ich mir immer Ruhepausen erlauben...


    <3ensgruesse von deiner <3 Sverja:24::30:

  • Liebe Sverja,


    danke für Deine bildliche Darstellung, da fiel es mir nicht schwer, Dir diesen Weg beim Lesen zu folgen!


    Seit Stevie nicht mehr bei uns ist, funktioniere ich Tag für Tag immer mit dem Gedanken, ich möge aus diesem Traum aufwachen oder ich will mein Leben zurück (als wenn Trotz hier weiterhelfen würde), viel lieber würde ich mich aber auf unserem Hof verkriechen und mich von der Außenwelt abschotten :33: Als ich gestern unsere Hunde gefüttert habe (dazu war ich in unserem Nebengelass) standen da seine Sportschuhe - ich selbst hatte sie aus seinem Firmenwagen vor der Abgabe herausgenommen und da hingestellt und habe ich überlegt, dass sie da eigentlich nicht hingehören und das ich sie wegräumen müsste. In dem Moment traf mich die Erkenntnis, wie ein Schlag, dass ich ihn mit jedem Wegräumen seiner Dinge immer mehr verschwinden lassen würde ... ab da habe ich nur geweint ... nach seinem Unfall habe ich nur all seine Sache gewaschen und in den Schrank geräumt, aber alle Schuhe stehen noch da, wo sie immer standen. Ich bringe es nicht übers Herz etwas davon wegzuräumen und so stehen sogar die Winterschuhe noch herum. Ich möchte nicht, dass er nach und nach verschwindet, es ist so schon schwer genug.

  • Liebe Crafar!

    Das geht vielen so, und ich glaube es ist gar nicht gut, wenn man gegen sein Gefühl dafür agiert.

    Man spürt, wenn es soweit ist, dass man bestimmte Dinge wegräumen oder weggeben kann. Vorher ist es einfach zu früh dafür.

    Wenn die Schuhe jahrelang da bleiben, weil du es so brauchst, dann ist es so, alles darf sein. :30:

  • Liebe Crafar, dass kann ich sehr gut nachempfinden, mit dem wegräumen. Seit dem schrecklichen 30.06. stehen Volkers Schuhe bei uns im Wohnzimmer vor einer Kommode. Die stehen da einfach so und ich weiß er wird sie nicht mehr tragen, aber wegräumen kann ich sie einfach nicht. Eine liebe Umarmung schicke ich dir.

  • Liebe Hedi, liebe Ruth,


    danke für Eure lieben Worte :24: ... es sind die banalen Dinge, die mich plötzlich aus der Bahn werfen, da wo ich am Wenigstens damit rechne. Ich habe für mich tatsächlich beschlossen, dass sie bleiben bis es sich richtig anfühlt sie weg zu räumen (an ein wegwerfen kann und mag ich gar nicht denken) - seine Utensilien im Bad (Deo/Parfum), habe ich unserem Großen "freigegeben", er soll nutzen, was er mag, so ist dies ein schrittweiser Prozess, hier habe ich auch weniger Probleme. Ich kann nicht sagen, warum es gerade die Schuhe sind, die noch überall stehen, wie sie stehen, aber es tut trotz allem irgendwie gut (ich finde gerade kein anderes Wort) seine Spuren um mich zu haben. Aber so geht es wahrscheinlich vielen von uns. Momentan habe ich das Gefühl, obwohl mein Kopf sehr wohl registriert hat, was geschehen ist, dass mein Herz sich immer mehr dagegen wehrt. Vielleicht liegt es auch an der Jahreszeit. Wir sind Beide Sommermenschen und haben das rumwuseln draußen bei schönem Wetter im sehr genossen. Und nun, ich tue was getan werden muss, damit alles ordentlich ausschaut, alle Tiere versorgt sind und mir nichts über den Kopf wächst, aber die Freude an dem, was einst UNSER Traum war, ist verpufft.


    Traurige Grüße,



    Crafar

  • Liebe Crafar,


    Schuhe sind etwas ganz Persönliches, denn der geliebte Mensch ist darin gegangen, oft für sehr lange Zeit.


    Die Hausschuhe meines Papas stehen im Flur neben meinen, seine Gartenschuhe neben seinem Gartenstuhl neben meinen und meinem. Mein Papa ist neben mir, anders, doch er ist neben mir.

    Die Schuhe als ein sichtbares Zeichen für eine unsichtbare, für mich wahre und wahrnehmbare Wirklichkeit sind selbstverständlich und tröstlich.


    Diesen gewohnten Anblick brauche ich, weil er für mich wie ein Ausblick ist. Damit ich die Hoffnung nicht verliere.


    Mischi🌻

  • Diesen gewohnten Anblick brauche ich, weil er für mich wie ein Ausblick ist. Damit ich die Hoffnung nicht verliere.

    Liebe Mischi,


    ich glaube das ist es auch bei mir, dieser gewohnte Anblick, dass hat sowas normales in dieser Situation. Seine Gartenschuhe trage ich immer wieder, wenn ich rausgehe - sie sind zwar viel zu groß, aber was macht das schon.


    Liebe Grüße



    Crafar

  • Liebe Crafar,


    alle Lieben hier haben dir schon die besten und liebevollsten Antworten gegeben...


    Als ich vor 14 Tagen bei Mama war, standen Papa's Gartenschuhe vor der Hütte... es traf mich wie ein Schlag 😢und da bleiben sie bis...


    Alles Liebe Pia 🥀