Mein bester Freund und Partner ist plötzlich nicht mehr da

  • Nachdem ich länger mitgelesen habe, habe ich heute den Schritt gewagt, mich selbst hier anzumelden und zu schreiben. Vor neun Wochen ist mein lieber Mann kurz nach seinem 50. Geburtstag plötzlich durch einen Schlaganfall von dieser Welt gegangen. Ich war zu der Zeit ein paar Tage verreist. Wir telefonierten jeden Tag mehrmals und er klagte über Unwohlsein. Wir erklärten das mit der großen Hitze im Sommer. Dann bekam ich den Anruf, dass er einen Schlaganfall hatte. Ich schaffte es nicht mehr rechtzeitig zu ihm. Nun sitze ich hier und muss immer daran denken, was gewesen wäre, wenn ich bei ihm gewesen wäre. Wäre er zum Arzt gegangen? Hätte ich seinen Tod verhindern können? Im Schlafzimmer habe ich Schmerztabletten und Fieberthermometer gefunden. Es ging ihm also schlechter,als er zugegeben hat. Ich weiß, dass ich mir diese Vorwürfe nicht machen soll, aber ich kann sie einfach nicht abschalten. Seit neun Wochen versuche ich mich irgendwie abzulenken, die Tage zu überstehen. Im Alltag gelingt das halbwegs, aber ab Freitag Mittag bis zum Sonntag falle ich in ein tiefes Loch und könnte nur noch weinen. Wir kannten uns seit 18 Jahren und waren seit sechs Jahren ein Paar. Er war nicht nur mein geliebter Mann, sondern auch mein bester Freund, haben uns alles erzählt und haben immer intensive Zeit miteinander verbracht. Er fehlt mir so schrecklich!

  • Liebe Petrella,

    willkommen bei uns im Forum. Und mein Beileid zu dem schlimmen Verlust, den Du erlitten hast. Einen geliebten Menschen zu verlieren ohne sich verabschieden zu können - das stelle ich mir sehr, sehr schmerzhaft vor. Hier findest Du ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten. Unser Ziel ist es, einander zu unterstützen und zu ermutigen. Mir tut das sehr gut. Ich wünsche Dir, dass auch Du Dich hier gut aufgehoben fühlst!

  • Hallo Petrella, herzlich willkommen bei uns und mein aufrichtiges Beileid. Glaub mir, ich weiß, was du jetzt durchmachst. Ich war mit meinem Mann fast 32 Jahre verheiratet. Er ist am 27.2. Von uns gegangen und ich vermisse ihn, genauso schrecklich, wie am ersten Tag. Unsere Liebe war zu stark, dass ich da jemals drüber hinweg komme. Ich weine nach 7 Monaten öfters jeden Tag. Es ist einfach unsagbar schlimm. Wünsche dir eine erträglich Nacht.

  • Liebe Petrella, mein tiefes Mitgefühl auch von mir! Es ist nicht in Worte zu fassen wie es einem geht, es gibt nur mehr das Leben davor und das Leben danach und alles andere versinkt in Bedeutungslosigkeit.

    Ich hoffe, dass du wenigstens im Schlaf Erholung finden kannst und wünsche dir einen schönen Traum von deinem Mann.

  • Herzlich willkommen, liebe Petrella.

    Dein Verlust ist kaum fassbar. Noch gesund verabschiedet und während deinem Urlaub gestorben. Das stelle ich mir sehr schwer vor.

    Deine Fragen - vielleicht auch Schuldgefühle sind ganz normal. Auch wenn du wahrscheinlich nichts hättest ändern können, doch die Gefühle sind da. Gib ihnenn Platz und lass sie zu. Nur so können sie weniger werden.

    Hast du einen guten Arbeitsplatz, dass es von Montag bis Freitag Mittag erträglicher ist?


    Ich freue mich, wenn du uns mehr erzählst, über dich, deinen Mann und das Leben.

    Lg. Astrid.

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für eure lieben Worte. Ich arbeite im Bereich Flüchtlingssozialarbeit und bin daher in der Woche bis abends eingespannt, dadurch abgelenkt und werde auch von meinem Umfeld dort aufgefangen. Aber sobald freie Tage vor der Tür stehen, funktioniert nichts mehr. Das ist dann auch egal, ob ich verabredet bin, sich Freunde um mich bemühen oder ich andere Dinge mache. Ich könnte an diesen Tagen nur heulen. Oft fahre ich dann zu "unserem" Platz , höre "unser" Lied, weine und lege Blumen dort ab. Mein Mann hat Blumen geliebt und hat mir oft welche geschenkt. Ihr müsst wissen, dass er keine Grabstelle hat, da er sich eine Seebestattung gewünscht hatte, wenn wir mal über solche Dinge gesprochen haben. Er hat das Meer geliebt. Wir sind oft dort gewesen, haben einfach nur dort gesessen und die Zeit miteinander genossen. Ich glaube nicht, dass ich das jemals wieder kann. Als ich zur Seeebestattung gefahren bin und den Tag darauf noch dort geblieben bin, habe ich nur geheult. Jeder Ort erinnert mich an ihn und dann kommt die Gewissheit, dass das nie wieder kommt - die Vertrautheit, die kleinen Neckereien, das gemeinsame Lachen, die gemeinsame Vergangenheit, die Rituale. Manchmal ertappe ich mich, dass ich ihn mal kurz anrufen möchte, um ihm schnell was zu erzählen - wir haben uns immer tagsüber mehrmals angerufen - und dann denke ich erst, dass das gar nicht mehr geht. Geht euch das auch so? Dann frage ich mich, ob sein Tod überhaupt schon bei mir angekommen ist.

    LG Petrella

  • Neun Wochen nach einem so plötzlichen Tod kann das noch gar nicht ganz bei dir angekommen sein.

    Darum ist es ganz normal, dass du ihn hin und wieder anrufen willst. Der Moment der Erkenntnis, ist

    dann sicher sehr schwer. Der Gedanke, dass er nicht mehr da ist.

    Du gehst an euren Platz und hörst euer Lied. Welches Lied ist es denn? Magst du es mit uns teilen oder

    soll es dir gehören?

    Diese Heultage sind wichtig, damit du deinem Schmerz Ausdruck verleihen kannst. Weinen ist oft wie

    ein Ventil, das den Druckkochtopf nicht explodieren lässt.

    Sei achtsam mit dir und schau, dass du immer genügend Auszeiten hast.

    Die zwei Welten - Arbeitswelt und Private Welt können dir so eine Auszeit sein.

    Ich hoffe, du kannst gut schlafen und kannst auch was das Essen anbelangt gut für dich sorgen.

    Lg. Astrid.

  • Liebe Petrella,

    ich lese gerade von deinem großen Verlust und ich glaube, ich kann gut nachvollziehen, wie du dich gerade fühlst.

    Auch ich habe liebe Menschen GANZ PLÖTZLICH und völlig unerwartet verloren. Zum einen meine leibliche Mutter durch Suizid und zum anderen meine Pflegeeltern durch einen Verkehrsunfall. Auch ich konnte mich vorher nicht verabschieden, nichts ungesagtes klären - von jetzt auf gleich waren sie unwiderruflich weg ....

    Das ist so grausam - so unfair.

    Ich kann erahnen, wie verzweifelt du gerade bist - und es sind ja gerade erst neun Wochen vergangen - so frisch die Wunde, da kann ja, wie auch Astrid schrieb, noch nicht alles bei dir angekommen sein, da überwiegt noch der Schock.

  • Ups, der Beitrag hat sich verselbständigt - bin wohl auf die falsche Taste gekommen...

    Jetzt folgt halt die hier Fortsetzung:

    liebe Petrella, alles ist plötzlich ganz anders, der Lebensmittelpunkt ist weg, das Gleichgewicht verloren...man steht meilenweit neben sich selbst, begreift einfach nicht...Man fühlt sich leer, leer, leer und hofft, dass alles nur ein böser Albtraum ist, aus dem man bald erwacht...

    Ich würde dir gerne ein paar tröstliche Worte schicken aber ich weiß, das Worte dich im Moment nicht trösten können. Daher nur::30::30::30:


    Gut, dass du den Schritt gewagt hast dich hier anzumelden. Hier - im Schutz der Anonymität, kannst du dein Herz öffnen und alles herauslassen, was dich bedrückt. Nutze die Chance!

    Es ist nicht viel, was wir hier in unserer Anonymität für dich tun können, aber oft reicht schon die Gewissheit, gelesen, gehört und in seinem Schmerz wahrgenommen zu werden.


    Wir werden Zeit unseres Lebens trauern ( in unterschiedlicher Stärke ) aber irgendwann überwiegen sicherlich die schönen Erinnerungen und man kann sich darüber freuen, diesen Menschen gekannt zu haben, ihn geliebt zu haben und von ihm ZURÜCKGELIEBT wurde. ( das kann leider nicht jeder von sich sagen, das ist ein Privileg )

    Die Liebe bleibt - sie ist unzerstörbar - niemand kann sie uns wegnehmen. Ist das nicht irgendwie tröstlich?!


    Ich wünsche dir alle Kraft die du brauchst


    Al blaumeise:24:

  • Ihr Lieben,

    gestern war wieder ein schrecklicher Tag. Ich habe nur geheult, mich in seinen Pullover gekuschelt und die vielen Beileidskarten gelesen, die in einem Karton auf meinem Nachtschrank liegen. Wie soll es nur weitergehen? Ich weiß, dass es für ihn ein Segen war, die Folgen des Schlaganfalls nicht als schwerer Pflegefall ertragen zu müssen und trotzdem ertappe ich mich dabei, dass ich denke, dass er dann wenigstens noch bei mir wäre. Ich weiß, dass das egoistisch von mir ist. Es fällt mir immer schwerer, von meinem Mann zu sprechen, ohne in Tränen auszubrechen.

    Heute Nacht habe ich von ihm geträumt. Es war so schön! Im Traum habe ich gedacht " Siehst du, er ist gar nicht tot" und umso schlimmer war es, als ich aufgewacht bin.

    Ich wünsche euch allen eine ruhige Nacht!

    Petrella

  • Liebe Petrella!

    Ich schreibe zur Zeit nicht so oft hier, deshalb er jetzt ein Willkommen an dich!

    Es tut mir sehr leid, dass du deinen Mann verloren hast.

    Ich wünsche dir einfach nur viel Kraft für den heutigen Tag!

    Liebe Grüße

    Hedi

  • Ihr Lieben,

    momentan wird alles nur schlimmer! Ich habe heute alte Briefe und Zettelchen gelesen, die ich an meinen Mann im Laufe der Jahre geschrieben habe. Er hat sie alle in einer Box aufbewahrt. Ich habe nochmal gemerkt, wie stark auch er mich geliebt hat. Da ist die Trauer mit so einer Wucht über mich gekommen, dass ich nicht mehr richtig atmen konnte. Es hat mich komplett umgeworfen. Ich bin froh, wenn ich abends ins Bett gehen kann, der Tag rum ist und froh, wenn ich wieder aufstehen kann, weil ich sowieso nicht richtig schlafen kann. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Mein Umfeld lebt normal weiter, kann feiern, lachen, planen,aber ich ertrage das nicht. Ich ertrage auch keine größeren Veranstaltungen, keine Geburtstagsfeiern. Ich möchte auch nichts allein unternehmen, aber auch niemanden zur Last fallen. Ich habe noch nicht mal Lust, mit meinem Hund rauszugehen.

    Morgen sind es genau zehn Wochen, dass mein Liebster nicht mehr da ist. Manchmal frage ich mich, warum er gehen musste und nicht ich? Warum trennt das Schicksal Paare, die sich lieben und achten, sich nicht streiten und nicht Paare, die sich kaum noch ertragen können? Das ist unfair!

    Liebe Grüße

    Petrella

  • Ich weiß nicht ob Begriffe wie fair und unfair passend sind, oder ob wir auf Grund unserer Erziehung und kulturellen Umgebung einfach nicht in der Lage sind zu begreifen, was Leben und Sterben bedeuten.

    Ich denke mir auch sehr oft, warum kann nicht ich gehen und mein Leben einer Frau aus meinem Bekanntenkreis schenken, die Krebs hat und gerade mit dem Tod kämpft. eine lebensfrohe, liebevolle Frau in meinem Alter mit einem Partner, Kindern und Enkelkindern, die noch so gerne leben würde und wo das auch einen Sinn hätte, was es bei mir, die ganz alleine im Leben steht, nicht mehr hat.


    Andererseits lese ich gerade intensiv die Bücher von Bernard Jacobi und bin bei einer Energetikerin, die mir sehr gut tut und bin zu dem Schluss gekommen, dass man erst sterben kann, wenn man auf der Erde alle Aufgaben erledigt hat.

    So wie es mir meine Energetikerin erklärt hat, steht der Tod meines Partners in meinem Lebensplan, weil ich noch etwas Wichtiges über mich selbst lernen muss. Daran klammere ich mich, wenn ich total am Verzweifeln bin, obwohl ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie ich das schaffen soll, an mich selbst zu glauben und sogar zu Lebensfreude zu finden - das ist nämlich das Problem meines Lebens, dass ich immer schon ein sehr einsamer Mensch war und von Kind an nicht gerne gelebt habe und dass mein Mann sozusagen mein Halt, mein Lebensinhalt und der Puffer zwischen mir und der grausamen Welt war.


    Möglicherweise also ist der Tod nicht etwas das unfair per se ist, sondern es hat alles seinen Sinn, wir wissen es nur nicht. Und das was wirklich unfair ist, ist unser gesellschaftliches System, das den Tod so stark ausgrenzt wie alles was nicht in eine normierte Leistungsgesellschaft passt und damit unbeschreiblich großes Leid zulässt, wenn wir in eine Lage geraten, wo wir uns nicht mehr mit Ablenkungen, Konsum und Drogen betäuben können.

  • Liebe Tigerlily,

    ich denke, dass es da auch um ein Gefühl geht, dass das Leben nicht fair ist. Sich selber unfair behandelt fühlt. Und das steht jedem zu.


    Heute,15 Jahre nach dem Tod unseres Sohnes, kann ich schreiben, dass mich Aaron so sehr geprägt hat, das vieles im Leben sicher ganz anders gekommen wäre, wenn er nicht gestorben wäre. Ich kann sogar zugeben, dass ich an seinem Leben und Tod gereift bin und Wege eingeschlagen habe, die ich ohne dieses Erleben wahrscheinlich nicht eingeschlagen hätte. Doch das ist 15 Jahre nach seinem Tod.


    Kurz nach seinem Sterben habe ich mir immer wieder vorgesagt, dass ich für meinen anderen Sohn weiterleben muss und dass wir wieder Freude empfinden müssen, wenn ich nicht will, dass dieser lebende Sohn ganz verkorkst wird. Das war mein Kopf, der mir diese Dinge vorgab. Doch meine Gefühle waren ganz anders. Und ein großes Gefühl war das Unfaire. Ich fühlte mich verraten, betrogen, bestohlen und hintergangen - und das von einem Gott, dem ich zuvor so vertraut habe.


    Das ist ein Teil meiner Geschichte. Und ich weiß heute und fühle es auch, dass die durchlebte Trauer mein und unser Leben grundlegend verändert hat und dass dieses Leben jetzt auch wieder schön ist. Aaron wird immer fehlen, doch es ist nicht mehr so, dass ich mich unfair behandelt fühle. Es ist so wie es ist und es gehört in mein Leben.


    Doch das jetzt schon von dir zu verlangen, das fände ich absolut überfordernd. Ja, vielleicht ist es dein Auftrag ohne deinen Mann das Leben wieder lebendig leben zu können. Vielleicht ist es wichtig, dass du ohne Puffer das Leben lebst - was auch immer. Doch bitte lass dir Zeit damit. Geh in kleinen Schritten. Nicht heute und nicht morgen wirst du dieses neue Leben leben können. Doch vielleicht erhaschst du zwischen drinnen immer mal wieder einen klitzekleinen Blick darauf, was es sen könnte. Und manchmal wirst du einen Schritt machen - so wie mit deinem Cousin oder dem Abend im Gasthaus mit einem Freund deines Mannes oder ....


    Wenn dir die Aussage der Energetikerin Kraft und Halt gibt, dann freut mich das sehr für dich. Doch bitte LASS DIR ZEIT und ich denke, das wird auch sie dir raten.


    Wie das Umfeld damit umgeht, das ist ein ganz anderes Thema. Auch die sogenannte Gesellschaft. Doch das können wir nur ändern, wenn wir mit unserem Leben etwas daran ändern. Dazu braucht es den Mut auch Dinge zu sagen, die nicht gerne gehört werden. Und dieser Mut braucht ganz viel Kraft und Energie (besonders die Reaktion auf das Gesagte). Das Trauernetzwerk Aspetos versucht auf unterschiedliche Weise den Tod und die Trauer ein bisschen gesellschaftsfähiger zu machen. z.B. mit "tabuFREI über Leben und Tod sprechen" Und auch andere Organisationen und Vereine und Unternehmen versuchen einen Beitrag zu leisten. Doch die Mühlen mahlen langsam und der Tod gehört eben nicht mehr selbstverständlich ins Leben.

    Und die Scheuklappen: Mich trifft er nicht! Helfen dabei. Und auch wenn das jetzt nach Verdrängung klingt, diese Unsterblichkeitsillusion ist auch wichtig um leben zu können, ohne ständige Angst um das eigene oder Angst um das Leben der geliebten Menschen. Ihr alle hier wurdet aus dieser Illusion hinauskatapultiert und es ist auch Teil des Trauerweges, euch langsam wieder in diese Illusion zurück zu führen. Was nicht bedeutet, dass die Augen vor dem Tod oder der Trauer verschlossen werden müssen, sondern dass das Wissen um die Trauer, die Erfahrung und das Erlebte mit in dieser Illusion Platz haben dürfen. Ihr seid also dann die weniger illusionierten und doch wieder fähig das Leben zu leben ohne ständig den Tod vor Augen zu haben.


    Jetzt hab ich mich also wirklich total "verschwätzt" würde man bei uns sagen. Eigentlich wollte ich nur einen Satz zu der Illusion schreiben - und dann....


    Ich wünsche euch für heute, dass ein Sonnenstrahl durch den Nebel kommen mag.


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Hallo ihr Lieben, ich habe ein paar Tage nicht geschrieben. Die Trauer wird eher schlimmer, die Heulattacken häufiger und ich wünsche mir, es würde besser werden. Ich habe keine Lust, irgendwas alleine zu unternehmen, auch wenn mir das " vorher" nichts ausmachte.

    Heute hatte ich einen furchtbaren Streit mit dem Sohn meines Mannes. Es gibt noch eine 17-jährige Tochter, mit beiden verstand ich mich immer gut. Bei den beiden geht es leider auch nur noch ums Erbe, heute um ein defektes Handy, dass ich reparieren lassen möchte, um Bilder und unseren Chatverlauf zu sichern. Außerdem ist das UNSER Chatverlauf, den ich mit keinem teilen möchte. Danach kann die Tochter das Handy gerne übernehmen, aber eben erst dann. Auf meine Erklärung, bekam ich die Antwort, dass eine Tochter ja wohl deutlich in der Rangfolge über einer Lebensgefährtin ( wir waren nicht verheiratet) liege und ich ja wohl nicht glauben würde, dass ich auf einer Stufe mit den beiden bei ihm gestanden hätte. Das saß! Ich weiß ganz sicher, dass das nicht stimmt, aber es hat mich maßlos gekränkt.

  • Liebe Petrella,

    DU hast alles richtig gemacht! Es ist euer gemeinsames Leben, euer Chat, eure Privatsphäre, und dass du versuchst, sie zu wahren, ist dein gutes Recht. Der Satz mit der Rangfolge ist anmaßend und leider auch sehr kränkend. Oft kommt zu dem Schmerz und der Trauer noch so viel mehr auf uns zu, als wir in der jetzigen Situation momentan ertragen können. Manchmal ist es eine unbedachte Aussage, manchmal gleicht es aber auch einem gezielten Angriff.

    Ich wünsche dir aus der Ferne weiterhin diese Klarheit den Kindern deines Lebensgefährten gegenüber, mit der du euer Privatleben schützen kannst - ich war leider zu gutgläubig.

    Alles Liebe, Sonerl

  • Liebe Sonerl, ich habe gerade deine Geschichte gelesen. Sie ähnelt meiner Geschichte, der 50 . Geburtstag, das Plötzliche....bei mir sind es morgen genau 11 Wochen her.

    Ja, es hat mich gestern so gekränkt, dass es mir auch jetzt noch die Tränen in die Augen steigen. Die Trauerfeier, Seebestattung und alles was zu planen war, haben wir drei gemeinsam geplant. Allerdings habe ich immer Rücksicht genommen, mich nach den Kindern gerichtet. Das Problem ist ihre Mutter, von der mein Michael seit acht Jahren geschieden ist. Sie besteht plötzlich auf ihre Rolle als Erziehungsberechtigte ihrer Tochter und ist ständig anwesend, selbst beim Gespräch mit dem Bestatter. Man muss wissen, dass die Kinder in den Jahren ein schlechtes Verhältnis zu ihr hatten. Sie wohnten bei ihm und sahen ihre Mutter auch nicht oft, obwohl sie nur 6 km entfernt lebt. Ich habe nicht die Kraft, gegen diese Frau anzukämpfen. Nach dem gestrigen Tag frage ich mich, ob ich

    mich zurückziehen soll? Dann hat die Frau das erreicht was sie wollte.