Mein Leben , mein Herz,meine einzige Liebe,mein Halt ,mein bester Freund .....einfach fort! ein bester Freund ist

  • Hallo Isabel,

    die kam von einer Institution. Ja ...ich fühl mich total überfordert. Dachte ein aufbauendes Gespräch könnte mir helfen. Ich hab Angst weil ich auch finanziell so in der Schwebe hänge und mich das zusätzlich belastet. Banktermin hab ich erst nächste Woche. Mit der Witwenrente ist auch so ein hin und her. Zusätzlich hetzen ich von Termin zu Termin. Der Stress setzt mir zu.

    Heute Nacht brauchte eines unserer Pferde den Tierarzt, war erst um 4 Uhr morgens wieder zuhause. Dann nochmal heut Vormittag zu den Pferden um zu schauen ob alles gut ist, dann um 11 Uhr diese Dame von der Trauerbegleitung , um 13.30 Termin in der Schule wegen meinem 16 jährigen und um 18 uhr nochmal Probearbeiten für die neue Reinigungsfirma .

  • Wir leben in einer grausamen Welt. Man muss selbst in so einer Situation nur noch funktionieren ....keine Zeit, kein Platz für Trauer, selbst dann nicht wenn man einen so schweren Verlust hat . In mir schnürt sich alles zu. Ich hab das Gefühl eine Schlinge um den Hals zu haben. Mein Magen krampfte.

  • Ich hab die letzten Eochen so gekämpft um nicht abzurutschen und jetzt kommt diese Frau , packt meine paar Krümmel Kraft in ihre Tasche und verschwindet wieder.

    Sie stand die ganze Zeit auf dem Sprung, wollte sich nicht mal hinsetzen, wollte so schnell wie möglich wieder weg . Ich hab das die ganze Zeit schon gespürt und dann kam so eine Verzweiflung bei mir auf. Ich fühlte mich hilflos und allein. Noch einsamer als die Wochen zuvor.

  • Liebe Anja,

    das Selbe habe ich damals mit einem Pfarrer erlebt. Meine Mutti war gerade ein knappes 1/4 Jahr verstorben.

    Er kam vorbei für ein Gespräch, dabei schaute Er auch bald jede Minute auf seine Uhr und war der Meinung,

    dass ich nach einem viertel Jahr mein Leben wieder neu geordnet haben müsste. Bei mir ist da der Tod von

    meiner geliebten Mutti noch nicht mal richtig im Herzen angekommen und der sprach schon von alles neu

    geordnet zu haben. Ich verstand die Welt nicht mehr. Das war ein einmaliger Besuch, beim zweiten Mal hab ich

    ihn nicht herein gelassen.

    Ja, es tut weh, wenn da Menschen zu Dir kommen, die gar keine Ahnung von echter, tiefer Trauer haben. Das

    sind Menschen, die auch nicht wissen, wie sich wahre Liebe anfühlt. Die sind einfach bei der Trauerarbeit fehl am

    Platze und merken es noch nicht einmal. Sie haben vielleicht einmal ein Buch über Trauer gelesen und denken nun,

    so müssen nun alle Trauernde funktionieren. Ne Pfeifendeckel, so funktioniert die Trauer nicht. Da wäre es wirklich

    besser sie würden ihren Mund halten und nichts sagen und nur zu hören, als einem noch mit diesen Floskeln vol

    labern. Das schadet nur und hilft in keinster Weise. Einfach nur widerlich.

    Liebe Anja, vertraue Deinem Herzen, da bist Du besser dran. Es weiß was es braucht und sucht sich seinen Weg.

    Vergiss diese Person und hake sie ab als nicht tauglich für Trauerarbeit. Aber es sind nicht alle so.

    Gib nicht auf, auch Du wirst noch die richtigen Menschen kennen lernen, die Dich mit Deinem Schmerz verstehn.

    Wo sich Deine Seele gut aufgehoben fühlt. Diese sind zwar sehr rar, aber sie gibt es.

    Ich werde Dich in meine Gebete mit einschließen.

    Alles Liebe

    Kornblume

  • So eine ähnliche Erfahrung habe ich mal 6 Wochen nach dem Tod meiner Mutter mit der Telefonseelsorge gemacht ...

    Erst kriegst du ewig keinen dran (okay, ich kann absolut verstehen, wenn die überlastet sind), aber das Gespräch selbst war so nichtssagend ...

    Ich hätte auch mit der Wand quatschen können, hätte vielleicht mehr gebracht:(


    Ich glaube auch nicht, dass alle so sind, ich denke, man kann da Glück und Pech haben.

    Ich hatte an jenem verzweifelten Tag wirklich Pech.X/

  • Vielen Dank ihr Lieben,

    ich hab kurzfristig noch einen Termin heute Nachmittag bei dieser älteren Heilpraktikerin bekommen. War ja kurz nach dem Tag X schon einmal bei ihr.

    Sie hat selber in so einer Institution mal gearbeitet und dann genau aus dem Grund gekündigt.

    Und auch das Gespräch in der Schule lief sehr gut. Da war echtes Mitgefühl.


    Ich war vorhin so unten durch diese Dame. Mein kleines Gerüst was ich mir langsam am aufbauen bin hatte sie im nu zum einstürzen gebracht....furchtbar.


    Meine Heilpraktikerin glaubt auch daran das die Seele weiterlebt....wir hier nur unseren physischen Körper zurücklassen und in die geistige Welt zurückgehen.

    Bei ihren Übungen die sie mit einem macht spürt man wie unendlich viel Liebe und Geborgenheit in einen hineinfliessen.....ein unbeschreibliches Gefühl. Man geht gebeugt hinein und kommt mit einem Lächeln und Zuversicht wieder heraus.

  • Liebe Anja

    Es ist leider so, das uns eigentlich keiner helfen kann, denn niemand kann uns unser Leben zurückgeben. Ich habe leider auch diese Erfahrung mit meiner trauerbegleitung gehabt, war einfach schrecklich. Ich hab jetzt nach fast 26 Wochen, den gleichen Schmerz, die gleiche Sehnsucht, und die die am Anfang da waren, sind jetzt fast alle weg. Es wird Zeit, normal zu werden....das bin ich.

    Die Renate von früher, giebt es nicht mehr. Du hast recht wir Leben in einer herzlosen Welt, den meisten ist es völlig gleichgültig, wie wir über die Runden kommen, ja selbst bei den Ämtern bekommt man so gut wie kein Entgegenkommen. Mein Beileid, wird gesagt, und das wars dann auch schon. Ich finde auch das da was falsch läuft, in unserer Gesellschaft, die Menschen wie uns einfach alleine lassen. Aber ja , ich weiß auch, das nicht alle so sind, einige wenige, sind wenigstens da, auch wenn sie mir nur zuhören, den was sollen sie den auch tun, sie können ihn nicht mehr zurück bringen...leider das kann niemand. Und eigentlich ist mir das auch lieber, wenn sie nur zuhören, und keine Weisheiten herunter plappern, wo sie denken sie wehren hilfreich. Ich ziehe mich auch immer mehr zurück, um mich nicht ständig rechtfertigen zu müssen.

    Deine finanzielle Situation , kommt sicher noch erschwerend dazu, ich bin in einer ähnlichen Situation.

    Wir hatten kein Testament, da niemand dachte, das er sterben könne.

    Sicherlich selbst Schuld, aber ich kann es eben nicht ändern. Es giebt einen Sohn aus erster Ehe, der jetzt zwei Dritteln bekommt, schrecklich, da ich warscheinlich alles verkaufen muss. Alles wofür wir gelebt haben, das wir so geliebt haben. Das macht auch mich zusätzlich krank.

    Was kann ich dir raten, nicht wirklich viel, ich weiß ja selber nicht mehr ein noch aus. Ich lebe von Tag zu Tag, ohne Freude und ohne einen Sinn zu erkennen, jedoch habe ich vier Kinder, die mich lieben , desen Mutter ich bin, und ich kann nicht einfach so gehen, das wäre egoistisch. Ich muss... wir alle müssen... Gedanken sich das Leben zu nehmen, hat denke ich jeder von uns schon mal gehabt, aber das war bei mir nur ein kurzes aufflackern.... ich versuche einen weg zu finden, das hab ich nich nicht , aber ich bin zuversichtlich. Meine Liebe hätte nicht gewollt, das ich so verzweifelt bin, und ich denke deine hätte das auch nicht gewollt.

    Wir müssen einfach Schritt für Schritt weiter.

    Und der Tag an dem wir unsere liebsten wieder sehen, kommt so immer näher.

    Bitte gieb nicht auf, es ist schwer das weiß ich , aber es giebt doch auch Dinge, die schön sind. Auch wenn es dir sicher schwer fällt, sie zu sehen, so geht es auch mir, aber meine Liebe stößt mich dann direkt davor, so scheint es, und es passiert sogar, das ich dann manchmal lächeln muss.

    Deine Kinder haben ihren Papa verloren, das schmerzt sie, sie brauchen dich, auch wenn es dir so scheint, als ob das nicht so wehre, das dachte ich auch weil es mir doch so furchtbar weh tat und immer noch tut.

    Anja, sei einfach zuversichtlich, es wird sicher alles gut werden, unsere Männer werden das schon in die richtigen Wege lenken.

    Sei umarmt

    Renate

  • Liebe Anja,



    Bei ihren Übungen die sie mit einem macht spürt man wie unendlich viel Liebe und Geborgenheit in einen hineinfliessen.....ein unbeschreibliches Gefühl. Man geht gebeugt hinein und kommt mit einem Lächeln und Zuversicht wieder heraus.

    genau so soll es sein.

    Mir scheint, das diese Frau wirklich was kann.:thumbup:

    Se ist für dich ein kleiner Lichtblick ... jemand ...

    Wo sich Deine Seele gut aufgehoben fühlt. Diese sind zwar sehr rar, aber sie gibt es.

    AlleLiebe

    Kerstin

  • Liebe Anja,


    abhaken, durchschnaufen, weitermachen.

    Solche Menschen sind keinen weiteren Gedanken wert und es ist abscheulich, dass so jemand auf Trauernde losgelassen wird.

    Gottseidank hast du danach ein paar positive Erfahrungen machen können.

    Bei deinem älteren Sohn kam mir spontan das Gefühl, dass seine Trauer so stark ist, dass er nciht damit klarkommt eine durch Trauer geschwächte Mutter zu erleben. Das soll keine Entschuldigung für sein Verhalten sein, aber vielleicht kann es als Erklärung dienen. Ihr alle kämpft gerade um euer Leben und jeder hat andere Strategien, die in eurem Falle leider nicht sehr kompatibel sind.

    Ich kann dir nur wieder sagen, dass ich dich sehr gut verstehen kannund dass irgendwann wieder bessere Zeiten kommen werden, auch wenn du das momentan so gar nicht glauben kannst.

    Alles Liebe und Gute und einen erträglichen Tag wünscht dir Gabi

  • Hallo Anja

    ich gehe auch zu einer Heilpraktikerin, die steht mir zur Seite denn mein Hausarzt sagte mal zu mir

    es geht vielen so damit muss man umgehen können, so ein Schmarren. Ich hoffe sie baut dich einigermaßen auf,

    denn du bist im Überlebensmodus wie Tigerlily schreibt. Dein Sohn hat so viel Schmerz in sich geb ihn bitte nicht auf,

    er liebt doch seine Mama da bin ich mir sicher.

    Alles Liebe

    big

  • Hallo ihr Lieben,

    ich weiß manchmal garnicht was ich sagen soll. Ihr seid alle so lieb und mit Euren tröstenden Worten und Euer Verständnis leitet Ihr hier soviel.


    Ich hab den Kummer mit dieser Trauerbegleiterin schon fast überwunden. Sie hatte ja mein kleines wackelige Gerüst was ich mir aufgebaut hatte ziemlich heftig niedergerissen.


    Es ist ja eh schon schwierig genug denn auf einen Tag der mal besser läuft kommt auch schnell wieder einer der richtig mies wird. Das lese ich ja auch bei Euch. Da richten solche Menschen schnell grossen Schaden an weil kein Trauender so gefestigt ist.


    Ich hab gestern die Sonne genossen am Stall bei unseren Pferden ....mir ne Kanne Kaffee mitgenommen und das Buch von John Holland...Brücke zum Jenseits. Ich hatte es zwar schon durch aber es hilft nochmal nachzulesen. Ja.....die Beschäftigung mit diesem Thema hilft.


    Auch ich hatte ja letzten Freitag meinen Jenseitskontakt. Ich war mir ja nicht so sicher wegen dem Medium aber es hat alles gepasst, alles gestimmt und das konnte sie unmöglich wissen . Sie hat Ronald vom Charakter so beschrieben wie er zu 100 % war, was man nur wissen kann wenn man so wie ich viele Jahre mit ihm zusammengelebt hat.


    Meiner Tochter hatte ich davon erzählt....sie ist aber ein sehr nüchterner Mensch. Heute war ihr Lebensgefährte bei mir weil er etwas vorbeigebracht hat. Ich hab auch ihm im Gespräch davon erzählt und er sagte mir das sie mit ihm auch schon darüber gesprochen hat. Ich war sowas von überrascht. Da alles so stimmig war was das Medium durchgegeben hat , hat es sie nachdenklich gestimmt sonst hätte sie mit ihm nicht darüber geredet. Ich bin so glücklich darüber das ausgerechnet bei ihr davon etwas hängen geblieben ist.


    Mit meinem Sohn habe ich heute ein gutes Telefonat geführt, auch das hat mich glücklich gemacht. Seine Freundin ist heute gekommen und ist für 3 Monate hier in Deutschland (sie kommt aus Brasilien) . Ich denke das tut ihm gut.


    Auch das Gespräch in der Schule verlief positiv wenn auch emotional. Wir bekommen von der Schule meines 16 jährigen alle Unterstützung in den Schulsachen die wir brauchen und wir sollen uns keine Sorgen machen.


    Ich muss achtsamer mit mir umgehen. So etwas wie mit der Trauerbegleiterin muss ich umgehen. Menschen die mir nicht gut tun. Es wird sich nicht immer vermeiden lassen aber ich habe eine feine Antenne und wusste bei ihr schon in den ersten Sekunden das es nicht gut läuft.


    So war das früher schon bei mir....ich spüre so etwas sehr schnell aber handle dann nicht danach und jedes mal mache ich dann solche Erfahrungen. Da hatte ich aber noch Ronald jetzt muß ich da so durch.


    Ich hatte letzten Freitag meinen Jenseitskontakt, davor hab ich mir Bücher gekauft und gelesen wobei gerade bei einem Buch genau ein Thema in der Art und Weise behandelt wurde was bei mir gerade akut war. Zufällig?

    Als ich nach der Trauerbegleitung auf dem Weg zur Schule war kam der Gedanke....Botschaft angekommen. Meine innere Stimme sagte ....vertraue endlich, zweifel nicht! Erkenne endlich an ....unsere Lieben leben . Ihre Seele lebt.


    Ronald ist nicht mehr so bei uns wie vorher mit seinem physischen Körper....dem trauern ich und meine Kinder nach...verständlicherweise. Er ist aber noch bei uns da seine Seele nicht gestorben ist. Wir müssen uns nun auf eine andere neue Kommunikation einstellen bis unsere Zeit gekommen ist.


    Trotzdem ist es schwer, braucht Zeit, so eine Umstellung geht nicht von heut auf morgen.


    Es wird nicht mein letzter Jenseitskontakt bleiben denn es gibt noch mehr Seelen die ich gern kontaktieren würde und sich auch noch Ronald. Ich werde aber jetzt etwas Zeit vergehen lassen.


    Wenn es hier etwas runder läuft und alles endlich geregelt ist werde ich Kurse belegen.....ganz bei mir in der Nähe gibt es die Möglichkeit bei Beyond Borders ...ich werde eine neue Sprache lernen um Ronald und auch andere vorausgegangene Familienmitglieder und Freunde besser wahrzunehmen und mit ihnen in Verbindung zu bleiben so das wir uns in der Mitte treffen können.

  • Liebe Anja,

    schön, dass du wieder etwas Vertrauen fassen konntest. Leider kommt es mir manchmal vor, dass ich einen Schritt vor und zwei zurück mache.

    Deshalb schicke ich dir einfach eine Umarmung.

    Liebe Grüße

    Monika

  • Hallo,

    ja @ Spatz das kommt mir sehr bekannt vor. Geht mir genauso. Bin grad mit meiner Arbeit fertig und so auf dem Rückweg kommen Erinnerungen hoch über gemeinsame Unternehmungen und das Ronald jetzt bald von der Arbeit kommen würde und ich hätte ihm von meinem Tag erzählt. Dann ist sie wieder da ....die Einsamkeit , die Sehnsucht und die jetzige Realität dazu meine gesamte Situation.

    Es ist einfach furchtbar.

  • 10 Wochen ohne Dich 💔 Heute wieder einer dieser unerträglichen einsamen Morgende und wieder so ein einsames Wochenende. Ich weiß nicht wie lange hält man das aus?


    Hab gerade eine Nachricht von einem unserer Bekannten bekommen. Jetzt hätte ich doch wohl schon einen neuen Weg im Leben gefunden! Ich hab nur geschrieben das man 36 Jahre gemeinsam nicht in 10 Wochen abhandeln kann . Ich hoffe der schreibt mich nicht mehr an.


    Vorher war unser gemeinsames Leben auch von einer gewissen Routine durchzogen aber zu zweit. Diese Routine allein ist niederdrückend. Ich weiß mit mir oft nichts anzufangen dabei war gerade ich jemand der so viele Ideen hatte , soviel gerne machen wollte und mehr im Kopf hatte als ich umsetzen konnte. Jetzt ist da nur Leere...ich hab eigentlich zu nichts richtig Lust.


    Heut morgen war ich arbeiten, war unter Menschen aber das ist im Moment genauso wenig tröstend wie die Einsamkeit. Egal in welcher Situation ich bin .....Du fehlst!


    Ich sitz hier am Esstisch .....allein. Trinke die xte Tasse Kaffee, rauche eine nach der anderen gegen die Einsamkeit.


    Meine Gesundheit, mein Leben ....mir ist oft alles so egal geworden. Wenn es morgen vorbei wäre....egal. Ich ertappe mich oft bei dem Gedanken , das es doch trostreich ist , das ich ja nicht unbedingt noch lange lebe.


    Ich putze bei einer Schamanin, die hat mich angesehen und mir gesagt ich werde alt. Gut...es gibt auch Scharlatane in der Branche und ich dachte nur.....hoffentlich gehört sie dazu.


    Dieses vermissen , das wird nicht aufhören. Der Gedanke daran damit leben zu müssen macht mir Angst. Ich laufe immer mit diesem inneren Druck im Körper herum ...den ganzen Tag.

    Weinen fällt mir immer schwerer...und das gerade bei mir wo ich doch immer so nah am Wasser gebaut habe. Jetzt funktioniert das nicht mehr. Es wollen keine Tränen mehr kommen als wenn die Leitung verstopft ist.


    Ich ....der Mensch der seinen Gefühlen immer freien Lauf gelassen hat , schaffe das auf einmal nicht mehr.


    Vielleicht liegt das auch an den Tabletten die ich vom Arzt bekommen habe. Die einzige Krücke die man mir von der Seite an die Hand gegeben hat. Was nicht passt wird wieder passend gemacht. Damit man wieder funktioniert in dieser Gesellschaft....weil Trauer keinen Platz mehr hat.


    Hab oft gedacht ....ich lass sie weg aber dann beschleicht mich wieder die Angst weil niemand mehr da ist der mich auffängt. Angst im freien Fall nicht mehr abgebremst zu werden. Also nehme ich sie schön brav weiter. Nur ändern wird sich damit nichts.


    Der Haushalt bleibt hier immer noch liegen....kann mich nicht aufraffen . Jede Kleinigkeit fällt schwer, kostet unglaubliche Überwindung. Schon das Aufstehen ist ein Kraftakt. Trotz der Tabletten schlafe ich die letzten Tage immer schlechter, wache oft nachts auf .


    Mir gehen die Optionen aus...lebe jeden Tag nur für sich allein....aber das hilft nicht mehr ....weil mir eh der nächste Tag egal ist.

  • Liebe Anja,

    alle Gefühle die du schilderst, kennen die meisten von uns, auch ich.

    Die Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, der mangelne Lebenswille, dieses "nicht mehr auf sich achten"...

    Bitte überfordere dich nicht.

    Dein Verlust ist noch nicht lange her. Nicht umsonst spricht man vom Trauerjahr, dieses braucht man mindestens,

    um im "neuen" Leben ohne den Liebsten einigermaßen Fuß zu fassen.

    Mein Mann ist vor 11 Monaten gestorben, auch jetzt noch habe ich Tage, an denen es mir wie dir geht.

    Die Trauer ist Arbeit und sie dauert so lange wie sie dauert.

    Ich nehme auch immer noch ein Antidepressivum und soll es weiter einnehmen.

    Ich wünsche dir Kraft und ein bisschen innere Ruhe.

    Sei lieb gegrüßt

    Sabine