• Hier mal ein paar Fotos von den Dingen, mit denen ich mich vergangenes Jahr sehr intensiv beschäftigt habe.

    All diese Sachen, die ich ja nun hier bei mir habe, haben mir sehr geholfen, mit der Situation umzugehen.

    Eine Konfrontationstherapie, die ich mir selbst verordnet habe. Manchmal war es schwer, aber es hat sich gut angefühlt, es gemacht zu haben.

    LG Angela

  • Oh, das ist sehr schön, was du gemacht hast <3...ihr seht so glücklich aus <3.

    So ein Fotobuch möchte ich auch machen und den Chatverlauf auszudrucken ist auch eine gute Idee.


    Zu meiner Arbeit habe ich mich eher selbst gezwungen, weil ich dachte, es wüde mir gut tun.

    Ich muss mich dann mal auf etwas anderes konzentrieren und versinke nicht so im Weinen....mag meine Arbeit auch.

    Arbeite aber nur so 12 Stunden die Woche....momentan geht es so einigermaßen...


    Wüsste nicht, wie ich meinen Tag sonst füllen sollte....was hast du da dann gemacht?

    Normalerweise habe ich viele Hobbies....Rad fahren, lesen, stricken, wandern, Yoga.....aber ich kann mich zu nichts richtig aufraffen.

    Habe eigentlich an nichts Freude mehr...


    Bin grad im tiefen Tal...liebe Grüße :24:

  • Manchmal konnte ich am Ende des Tages nicht genau sagen, was ich gemacht habe. Nur eines war ganz sicher, dass ich jeden Tag auf dem Friedhof war. Blumen gebracht, gepflanzt, Kerzen angezündet habe. Aber sonst? Ich weiß es nicht mehr. Später dann habe ich mit den Dingen angefangen, die auf den Fotos sind. Zuerst die Collage. Diese ganzen Aktivitäten haben dann auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Aber ich habe das gerne gemacht. Tausende von Bildern sichten, sortieren, mich sehr stark mit mit meinem Schatz beschäftigen.

    Während seiner Erkrankung (10 Monate) habe ich sowas wie ein Tagebuch geführt. So habe ich jeden verdammten Tag dieses Leidens noch einmal gelebt und nochmal gelitten. Jeden Tag bis zu seinem Tod. Ich habe mich damit gequält, mich jeden Tag damit auseinander gesetzt, jeden Tag die Bilder vor mir gesehen.

    Es war so furchtbar, aber ich musste es tun. So schlimm es war, so heilsam ist es gewesen. Nun im zweiten Jahr habe ich mir geschworen, dass ich diese Niederschriften nie mehr lesen werde. Behalten ja, aber nie mehr lesen. Ich habe diese 10 Monate so intensiv noch einmal erlebt, den Schmerz, das Nichthelfenkönnen körperlich und geistig noch einmal alles ausgehalten. Nun habe ich immer noch die Bilder. Die kann man nicht weglegen und sagen, die sehe ich mir nicht mehr an. Sie sind da, sie bleiben da und tauchen immer wieder auf, ob man will oder nicht.

    Aber die permanente Beschäftigung mit der Verarbeitung, die Arbeit mit meinen Projekten, hat die Zeit rasend schnell vergehen lassen. Manchmal frage ich mich, wie ich das alles geschafft habe.

    Heute habe ich die Todesnachricht von einem sehr guten und engen Freund meines Mannes erhalten. Sehr traurig. Ich bin mit der Witwe auch sehr gut befreundet. Da habe ich eine neue Baustelle. Da ist meine Hilfe sehr vonnöten. Ich werde einiges von mir investieren müssen. Hoffentlich habe dazu genug Kraft. Hoffentlich reissen nicht alle meine Wunden wieder auf.

    Vielleicht ziehe ich mich jetzt hier ein bisschen zurück, oder aber ich brauche dieses Forum, um mir manches von der Seele zu schreiben. Für mich nun eine völlig neue Dimension. Was passiert nun mit meiner eigenen Trauer? Wird sie wieder schlimmer?

    Zunächst wünsche ich allen hier eine gute Nacht.

    LG Angela

  • Du hast dich sehr intensiv mit deiner Trauer auseinandergesetzt...du hast auf dein Gefühl gehört.

    Ich denke, das ist sehr wichtig.

    Ich merke, dass ich sehr unstet bin und noch überhaupt keine Ruhe gefunden habe, noch nicht bei mir angekommen bin.

    Fühle mich wie hochgewirbelt und kaputt am Boden liegend.


    Es tut mir sehr leid, dass ein Freund gestorben ist. Du kannst deiner Freundin bestimmt eine große Stütze sein.

    Ich weiß, dass es reicht, einfach da zu sein. Leider wissen das nur wenige, aber du weißt es.

    Wünsche dir viel Kraft dabei und grüße dich von Herzen :24:

  • Diese ganzen Aktivitäten haben dann auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Aber ich habe das gerne gemacht. Tausende von Bildern sichten, sortieren, mich sehr stark mit mit meinem Schatz beschäftigen.

    Hallo Kleine Frau,

    ich wollte ich könnte dies machen, leider haben ich nicht soviel Bilder mit Ihr,

    selbst wenn, könnte ich dies nicht da ich dann noch mehr Trauern würde.

    Jeder Gedanke an meiner Frau tut mir so weh.

    Ich halte es nicht mehr aus.

    Ich wäre auch soweit das ich Arbeiten würde wenn ich könnte,

    aber dies wäre auch Kontraproduktiv da ich mir bei der Arbeit Fehler einbauen

    würde die ich dann sehr zeitaufwendig in Ordnung bringen müsste.

  • Kann dir deine Trauerbegleitung eine Hilfe sein?


    Hast du schon mal versucht ein bisschen zu arbeiten?


    Ich steige mit dem Hamburger Modell ein....da fängt man mit ganz wenig Stunden an und arbeitet dann allmählich mehr, ganz so wie man es schafft.

    ich kann nur wenig arbeiten, aber ich glaube, es tut mir gut.

  • Kann dir deine Trauerbegleitung eine Hilfe sein?


    Hast du schon mal versucht ein bisschen zu arbeiten?


    Ich steige mit dem Hamburger Modell ein....da fängt man mit ganz wenig Stunden an und arbeitet dann allmählich mehr, ganz so wie man es schafft.

    ich kann nur wenig arbeiten, aber ich glaube, es tut mir gut.

    Ich weis jetzt nicht genau ob dies für mich war.

    Ja, eine Trauerbegleitung habe ich, ist auch hilfreich.

    Mit dem Hamburger Model werde ich wohl anfangen

    wenn es soweit ist.


    LG

  • Danke, dass du nachfragst...

    Habe eingermaßen geschlafen...habe abends noch sehr lange mit seinem Bruder telefoniert.

    Mit ihm kann ich über meinen Mann sprechen, das tut uns beiden so gut.

    Ich bin sehr froh darüber, dass wir regelmäßig miteinander telefonieren.

    Es gibt nicht oft die Möglichkeit so ausführlich und offen darüber zu reden.


    Ansonsten habe ich Mühe, mich zu irgendwas aufzuraffen...Tränenmeer...dann etwas arbeiten...Tränenmeer.

    Mein Tagesziel für heute war, in der Autowerkstatt anzurufen, um mir einen Termin für Reifenwechsel geben zu lassen.

    Das habe ich immerhin geschafft ...


    Liebe Grüße :24:

  • wenigstens Autowerkstatt hast du geschafft. Ist schon 1Punkt mehr als ich. Für mich selber anrufen und Dinge erledigen fällt mir schwer, aber für jemand anderes könnt ich es komischerweise tun. Ich drücke dich. Alles liebe. W

  • Für die Autowerkstatt hab ich 2 Wochen Anlauf gebraucht...

    Es fällt mir so schwer, Dinge zu regeln...hab einen kleinen Papierberg da liegen.

    Auch im und ums Haus zu arbeiten mag ich kaum....mein Mann fehlt so, um es gemeinsam anzuschauen und darüber zu reden :33:.

    Wird das jemals anders? Das Leben ist so trostlos und leer geworden....


    Schreibe mir jetzt für jeden Tag einen Punkt auf, den ich erledigen will.

    LG :24:

  • Wird das jemals anders?

    Ich würde sagen: JA! Und zwar aus dem einfachen Grund, weil doch nie irgendwas "für immer" so bleibt, wie es grad ist.


    Ich gratuliere dir zum Anruf bei der Werkstatt. Das klingt zwar komisch für all jene, die diese Antriebslosigkeit nicht kennen, aber ich kenne sie gut, bin quasi auf "Du" mit ihr ;) Deshalb weiß ich, eine tolle Leistung und deshalb: Gratuliere! :24:

    Den Plan mit Aufschreiben, finde ich auch gut. Pass nur auf, dass du dir selbst nicht zu viel Druck machst - ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber bei mir vergrößert Druck die Antriebslosigkeit. Was ich nicht muss und was niemand (auch ich selbst nicht) von mir verlangt, das geht noch am einfachsten.


    Viel Kraft weiterhin und jeden Tag ein Schritt, das wünsche ich dir.

    Puzzle :24:

  • Ja, Wanderin Motivation zu irgendwas fehlt mir oft. Allerdings wird es grad wieder etwas besser. Diese Woche lief ganz gut. Die vielen, schwierigen Gedanken hab ich hier gelassen und im realen Leben lief es daher nicht so schlecht.... aber wie ich vorhin schon geschrieben hab: am einfachsten sind jene Dinge, die ich nicht muss, sondern mir aussuchen kann.

    Den Verpflichtungen nachzukommen, fühlt sich immer noch sehr zäh an.

  • Die Psychiaterin/Neurologin bei der ich zwangsweise auf Anraten des HNO-Arztes war, hat mir gesagt, dass durch die heftige Trauerreaktion der Hirnstoffwechsel durcheinander kommt und man Symptome eines Serotonin-Mangels entwickelt. Und da gehört die Antriebslosigkeit dazu.

    Klar gäbe es auch dafür wieder ein bequemes Tabletterl... Sich aufzuraffen und sich zu motivieren, hat den gleichen Effekt und ist gesünder (wenn der Mangel so wie bei mir sehr gering ist).

    Also auf zur nächsten Schandtat ;)

    Der Geschirrspüler gehört befüllt.... bis später....