Ich kann einfach nicht begreifen, dass mein Schatz nie mehr nach Hause kommt

  • Liebe Petra,


    auch von mir mitfühlendes Willkommen.

    Wir wollten hier alle nicht sein doch das Schicksal hatte andere Pläne.

    Ich habe die Liebe meines Lebens am 19.05. verloren, daher weiß ich wie du dich fühlst.


    Du bist hier sehr gut aufgehoben und findest immer ein offenes Ohr. Mir hilft das sehr.


    LG

    Scopas

  • Liebe Scopas,


    vielen lieben Dank.


    Mein Mann ging am 22.05. von uns. Ich denke, ich weiß auch genau, wie Du Dich fühlst und was Du durchmachst. Es tut mir sehr leid.


    Ich freue mich, diesen Chat gefunden zu haben, weil es einfach guttut, zu wissen, nicht allein mit seiner Trauer zu sein.

  • Liebe Petra,

    Auch hier nochmal, mein Mitgefühl zum Verlust deines Mannes.

    Gut, dass du jetzt dein eigenes "Wohnzimmer" hast.


    Wenn du magst, erzähl doch gern von deinem Mann.

    Hier findest du immer ein "offenes Ohr".


    Fühl dich willkommen <3

    Isabel

  • Glückwunsch liebe Petra,

    es ist am Anfang gar nicht so einfach hier klar zu kommen.

    Nun hast Du es geschafft. 👍

    Wenn Du Deine Beiträge, die Du vorher geschrieben hast in Dein Wohnzimmer umräumen möchtest könntest Du Isabel bitten Dir dabei zu helfen. Oder es kopieren und in Dein Wohnzimmer einfügen. Mußt Du aber nicht.

    Ich bin oft mehrere Stunden im Netz und im Forum unterwegs. Das ist oft das einzige was ich mache.

    Leider fehlt mir noch immer der Antrieb mich um mich und meinen Haushalt zu kümmern.

    Mußt Du funktionieren? Oder kannst Du trauern? Ich denke an Dich, denn zu Anfang ist es das Schrecklichsten was ich mir vorstellen kann.

    Ralfsheidemarie

  • Ich danke Euch allen sehr für Euer Willkommen heißen und Eure lieben Worte. Und die wunderschönen Bilder. Lieben Dank.

    Ich merke schon, es geht Euch genauso schlecht wie mir.


    Bei mir ist es jetzt erst 6 Tage her, dass mein geliebter Micha gehen musste. Heute war ein ganz schlimmer Tag, seit ich gestern auf dem Friedhof war und eine Grabstelle für ihn aussuchen wollte. Vielleicht fange ich jetzt an, es wirklich zu begreifen, ich weiß es nicht.

    Ich kenne mich mit Trauer und Trauerphasen nicht aus und versuche jeden Tag auf mich zukommen zu lassen.


    Nun zu meinem Schatz. Er war viele Jahre sehr krank. Er hatte mit 18 Jahren Diabetes 1 bekommen und vor gut 9 Jahren fing es an, ihm schlechter zu gehen. Er hatte eine Niereninsuffizienz, dann vor 6 Jahren einen Herzinfarkt und Multiorganversagen, er wurde damals 4 Wochen lang ins Koma gelegt und künstlich beatmet. Danach war nichts mehr wie vorher und er konnte immer weniger machen. Arbeiten ging er schon nicht mehr, seit er 48 Jahre alt war. Es hat ihm sehr wehgetan, weil er immer ein Macher war, Handwerker durch und durch und alles konnte und selber gemacht hatte. Doch nun mussten fremde Leute kommen, die die Arbeiten verrichteten, die er immer selbst erledigt hatte. Vor 2 Jahren musste er wieder ins Krankenhaus, sie haben 40 kg Wasser aus seinem Körper geholt. Und von da an ging es rapide bergab mit seinem Körper. Er hatte nur noch Schmerzen, vor allem in den Gelenken und Fingern und Händen und konnte nun noch nicht mal mehr etwas mit den Händen machen. Er war so unglücklich und hat so gelitten.

    Jetzt vor 4 Wochen ist er zu Hause gestürzt und hat sich dabei ein Bein gebrochen. Er wurde innerhalb von einer Woche 2 x operiert. Und die 2. OP hat der Körper überhaupt nicht mehr verkraftet, die Nieren arbeiteten nicht mehr und trotz Dialyse wurden die Nierenwerte noch schlechter. Zum Schluss musste er wieder ins Koma gelegt und beatmet werden. Er ist 56 Jahre alt geworden. Alles ein Albtraum.

    Er bricht sich ein Bein... Und kommt nie mehr nach Hause. Es ist einfach unfassbar für mich.

  • Liebe Ralfsheidemarie,


    ich habe keine Trauerbegleitung. Eine Freundin war mit mir auf dem Friedhof, ich war nicht allein, aber ich habe mich so allein gefühlt.


    Funktionieren muss ich im Moment nur bedingt, ich bin krankgeschrieben. Aber ich habe unser Mietverhältnis gekündigt, da wir in einem Haus mit großem Garten gelebt haben und ich mir die Miete allein nicht leisten kann. Ich habe jetzt 3 Monate Zeit, mir etwas Neues zu suchen. Und außerdem ist dieses Haus voll so vieler Erinnerungen an meinen Micha, das ertrage ich nicht. Ich kann auch noch nichts von ihm wegschmeißen, nicht einmal seine ganzen verhassten Tabletten, die er nehmen musste.


    Erzählst Du mir von Deinem geliebten Mann?


    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Petra,


    mein tiefes und aufrichtiges Mitgefühl zu deinem schlimmen Verlust. Es tut mir so leid.

    Jeder hier kann nachempfinden wie es dir jetzt geht. Auch wenn dein Schatz sehr krank war, mit 56 Jahren sollte ein Mensch

    noch nicht von dieser Erde gehen müssen.


    Mein Mann war auch gerade erst 60 geworden, hat 7 1/2 Jahre so tapfer gegen seine Kreserkrankung gekämpft und hat den Kampf letztes

    Jahr im Juli schließlich doch verloren.

    Ich weiß noch wie es mir ging, als ich sein Grab aussuchen musste, seinen Sarg ..... ohne unsere beiden Söhne an meiner Seite,

    hätte ich es nicht geschafft. Die ganzen Vorbereitungen zur Trauerfeier und zur Beisetzung haben mich zwar die ersten Tage bis tief

    in die Nächte beschäftigt, aber in unserem Haus allein zu sein, war ganz grausam.



    Ich bewundere dich dass du es schon schaffst deinen Umzug zu planen, aber du musst wohl aus finanziellen Gründen.

    So viel Verlust auf einmal .... ich wünsche dir ganz viel Kraft Petra, für die kommenden Tage und für alles was jetzt vor dir liegt.


    Ich umarme dich, wenn ich darf.

    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Kerstin,


    herzlichen Dank für Deine lieben Worte.


    Es tut mir sehr leid für Dich, Deinen Mann verloren zu haben. Und furchtbar ist, dass auch er so lange kämpfen musste.


    Es geht mir ebenso, wie es Dir ging. Allein in unserem Haus zu sein, ist furchtbar. Seine Sachen, alles ist da und alles erinnert jede Sekunde an ihn.


    Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Am schlimmsten ist es bei mir morgens, wenn ich aufwache. Sofort ist dieser Gedanke da: "Er kommt nie wieder.

    Es ist wahr, ich habe nicht geträumt". Und dann dieser Schmerz, diese Sehnsucht nach ihm. Nicht mehr seine Stimme zu hören, alles.


    Für den Umzug habe ich jetzt 3 Monate Zeit. Schlimm wird die Beerdigung werden. Seit ich gestern auf dem Friedhof war, und eine Grabstelle für ihn aussuchen wollte, bin ich nur noch am weinen.


    Ich nehme Deine Umarmung gerne an. Vielen Dank.


    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Petra,

    auch von mir mein Mitgefühl zu deinem Verlust.

    Ich habe meinen Mann vor 3 Monaten verloren, er hatte seit 6 Jahren Krebs.

    Mir geht es in unserem Haus so wie dir...seine Sachen sind da und ich kann und will sie nicht wegräumen...das Aufwachen am Morgen ist sehr schlimm.

    Ich kann dich so gut verstehen.


    Ich versuche einen Tag nach dem anderen irgendwie zu überleben und hoffe, dass es irgendwann besser wird.

    Dass es jemals wieder so schön wird wie mit ihm, kann ich mir nicht vorstellen.

    Er ist die Liebe meines Lebens.


    Liebe Grüße

    Wanderin

  • Liebe Wanderin,


    Dein Verlust tut mir sehr leid, mein herzlichstes Beileid.


    Also war Dein Mann auch sehr krank und ihr hattet eine lange Leidenszeit. Ich glaube, gerade diese schwere Zeit hat einen noch mehr und tiefer miteinander verbunden.

    Mein Mann ist auch die Liebe meines Lebens und ich weiß, dass ich niemals wieder glücklich sein kann, ohne ihn.


    Es beruhigt mich zu lesen, dass auch Du seine Sachen nicht wegräumen kannst. Eine Freundin von mir meinte, ich solle alles sofort entsorgen.

    Das geht gar nicht für mich, ich weiß nicht, ob ich irgendwann in der Lage sein werde. Aber ich hänge an allen seinen Sachen.

    Selbst seine verhassten Tabletten und seine Tablettenbox stehen noch in der Küche.


    Auch graut mir sehr vor der Beerdigung. Ich habe noch keinen Termin.


    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Petra,

    Ja es gibt Menschen, die meinen man müsste sofort alles wegräumen damit man nicht immer erinnert wird, nehme ich an.

    Aber für mich geht das gar nicht. Und so geht es eigentlich allen hier.

    Mein Schatz Ralf ist jetzt seit 6 Monaten tot und ich habe noch nichts weg geräumt. Auch seine Tabletten und die Döschen nicht, die ich ihm einen Tag vorher noch gestellt hatte für 1 Woche.

    Sogar seinen vollen Aschenbecher habe ich stehen lassen im Wintergarten.

    Ich habe 2 Monate lang seine Schuhe getragen und sein Zimmer betrete ich nur sehr, sehr selten.

    Lass Dir nichts von Anderen sagen oder raten. Wenn sie es nicht erlebt haben, haben sie sowieso keine Ahnung und wenn sie es erlebt haben und es anders gemacht haben als Du ...... Auch gut. Aber jeder und jede trauert auf seine/ihre eigene Art.

    Keiner, der es nicht selbst erlebt hat kann das Ausmaß der Trauer um einen Geliebten ermessen.

    Ich wußte es vorher auch nicht, daß es eine Katastrophe ist.

    Zweifel nicht an Dir, Trauer ist der absolute Ausnahmezustand und Ratschläge völlig fehl am Platz.

    Den Menschen um Dich rum ist Trauern unangenehm. Sie wollen trösten und wegmachen.

    Und das machen sie oft sehr ungeschickt, grenzüberschreitend und plump.

    Ich beschäftige mich seit 6 Monaten mit fast keinem anderen Thema.

    Ralfsheidemarie