Mein Leben ist nur noch ein Scherbenhaufen

  • Ihr Lieben,

    Liebes Linchen,

    Du warst nicht zu hart so denke ich ja auch. Sie ist kein schlechter Mensch, das will ich nicht sagen, aber sie hat einen ganz anderen Charakter als ich, schon als Kind hat sie nur das an sich herangelassen was sie wollte. Eine wirkliche Stütze hatte ich nie an ihr, in praktischen Dingen ja, aber in Gefühlen nicht. Das macht mir jetzt halt das Leben wo ich alleine bin noch schwerer, es ist keiner in dem bißchen Familie in der Lage Gefühle zu zeigen außer mir. Du musst immer nur den harten spielen, so wurden wir schon erzogen. Aber ich bin ein Gefühlsmensch und stehe jetzt recht verloren da. Durch meinen Mann hatte ich die Sicherheit im Leben bekommen. Ist alles nicht so einfach.

    Liebe Grüße Karin

  • Liebe Karin,

    habe gerade in Deinen Beiträgen gelesen.

    Ich kriege auch kein Gehör, wenn ich über meinen Mann und Sohn spreche. Es heißt, schau nach vorne. Ich bin froh, wenn ich den jetzigen Tag überstehe und ich schaue so so gerne nach hinten, weil da mein ganzes Glück, das Glück meines Lebens liegt.

    Mein Leben in 52 Jahren mit meinem geliebten Mann und unser Sohn, der beste auf Erden ...


    Niemand versteht das, habe ich das Gefühl und macht mich so einsam, besonders an den Wochenenden...


    Liebe Grüße

    Adriana

  • Liebe Karin :24:, liebe Adriana :24:,


    ich kann so gut nachempfunden wie ihr euch fühlt.

    Dieser furchtbare Satz: "Du musst nach Vorn schauen..." , wie oft ich den schon gehört habe :(.

    Du beschreibst es ganz richtig Adriana wenn du sagst, du schaust so gerne nach "hinten" , weil da das Glück deines Lebens liegt. Denn ganz genau SO, ist es doch!

    Die Vergangenheit war doch genau das Leben, dass wir uns gewünscht und so geliebt haben. Der Blick nach Vorne, was zeigt der uns - ein Leben, immer ohne unsere geliebten Menschen, Leere, so viel Ungewissheit... . Warum also sollten wir unbedingt nach Vorn schauen?

    Die Zukunft kommt doch sowieso.


    Wir haben unsere beiden Söhne mit sehr viel Liebe großgezogen. Aber mein Großer hat leider auch keinerlei Verständnis dafür, dass meine Trauer sich nicht an ein in vielen Büchern beschriebenes Ablaufdatum hält. Und bis auf meinen jüngeren Sohn, der mich absolut versteht, hat auch der Rest meiner Familie seit der Beerdigung meines Mannes, mit dem Thema absolut abgeschlossen.

    Es ist so verdammt traurig dass von uns erwartet wird, dass wir vergessen und ad Acta legen sollen, was unser Leben war und was wir von ganzem Herzen geliebt haben.


    Ich schicke euch beiden, eine liebe Umarmung :30::30:.

    Herzlichst, Kerstin

  • Hallo zusammen,

    Viele können oder wollen das Thema nicht an sich heranlassen, haben oft Angst, dass es sie auch treffen könnte. Oder es geht ihnen zu nahe und das wehren sie ab in Ermangelung von Bewältigungsstrategien. Es gibt nur wenige Menschen, die einen emotional wirklich begleiten. Und das ist völlig unabhängig davon, ob es Familie oder Freunde sind…. Am besten wird man unter Betroffenen verstanden, hier muss man nicht viel erklären…. Das empfinde ich als wertvoll und tröstlich…..

    Lg Herzschmerz

  • Ihr Lieben

    Ja es ist schade das Familie oder Freunde oder wie auch immer unsere Trauer nicht verstehen, aber man kann es nicht erzwingen, von daher denke ich für mich es ist halt so, ich kann es nicht ändern und bleibe da wo ich mich verstanden fühle.

    Liebe Grüße Karin