Abschied von meiner Sonne 2

  • Ja liebe Luise,


    das ist unser heutiges Gesundheitswesen... überlastet, desinteressiert, unwissend...


    Ich denke, viele von uns können einige Horror Erlebnisse aus dem Krankenhaus erzählen, ich habe selbst genug erlebt und höre von allen Seiten nur noch Chaos pur.


    Es ist ein Segen, wenn man nicht ins Krankenhaus muss.


    Unsere Politiker tun alles, nur nichts richtiges, für mich sind das alles Verbrecher...meine Meinung...


    Ich hoffe sehr, dass sich deine Wunde nicht entzündet und die Schmerzen nachlassen. Hast du was dafür bekommen...nein bestimmt nicht oder ...

  • Liebe Luise. Ich habe beim Stöbern deine Geschichte gefunden. Ich kann dazu nur folgendes sagen. Gibt es denn keine Möglichkeit, dass man dir mit Taten helfen kann.?So viele Mitglieder haben dir geschrieben. Es muss doch einen Weg geben, um dir zu helfen. Man kann doch nicht zusehen, wie ein Mensch so leidet. Könnte es nicht sein, daß jemand von uns im Forum in deiner Nähe wohnt. Vielleicht hast du eine Idee oder einen Wunsch, wie wir dir helfen können. Ich heiße mit 2.Vornamen auch Luise. Denk mal nach ,ob wir außer guten Wünschen dir irgendwie mit irgendwas helfen können. Ich wohne in Berlin. Ganz liebe Grüße von Christine (Luise)Ich bin 80 Jahre.

  • Meine Lieben,


    nach einem sehr schmerzhaften Wochenende geht es mir heute (Dienstag) besser.


    Ich war gestern ... nach schlafloser Nacht sehr früh im Krankenhaus... , in dem die OP erfolgt war. Sass fast weinend auf meinem Rollator vor der Station und wollte Hilfe. Zu meiner Verwunderung wusste man sofort meinen Namen und bat mich in den Wartebereich.


    Und nun das "Wunder". Nach einiger Zeit kam die Chefärztin, brachte mich in einen Untersuchungsraum, fragte nach und behandelte mich...war zwar schmerzhaft, aber sie nahm mich ernst und nicht wie vor dem WE die junge Ärztin, die noch der " Natur" Zeit geben wollte zur Heilung.


    Seitdem geht es mir wesentlich besser, habe noch ein Medikament verschrieben bekommen und bin so was von erleichtert, ich lebe wieder auf. Aber war das nötig... so viele Tage zu leiden... allein und ohne Hilfe?


    Mein Mann fehlte mir so sehr... seine Liebe... sein Trost... er hätte für Hilfe gesorgt.


    Fast hätte ich aufgegeben... nur der Gedanke an Amy ließ mich zögern. Es war mir einfach alles, alles zu schwer zu ertragen.


    Beim Gassigehen bin ich fast zusammengebrochen vor Schmerzen, eine Nachbarin sah mich über den Rollator gebeugt und begleitete mich zur Haustür, sie hatte Bedenken, dass ich es nicht alleine schaffe... ich sah so schrecklich aus.


    Nun geht es mir besser... aber schaffe nur das Nötigste... Gassigehen, Essen machen für mich und Amy...Körperhygiene.


    Weinen und trauern um Vergangenes... um Menschen, die ich liebte und so sehr vermisse.


    Es geht mir besser, aber nicht gut.


    Lg Luise

  • Liebe Luise. So ist das Leben. Manchmal bedarf es gar nicht soviel, damit es besser wird. Es freut mich ungemein, daß du wieder nach vorne schaust. Mach weiter so!Es gibt so einen altmodischen Spruch, der mir aber gefällt: "Und wenn man denkt,es geht nicht mehr kommt irgendwo ein Lichtlein her."In diesem Sinne alles erdenklich Gute von Christine

  • Liebe Luise,


    Wie schön, dass die Chefärztin dich ernst genommen hat! 🥰
    Genau das fehlte ja in den letzten Wochen und Monaten komplett in deinem Leben. Dieses Gefühl, als Mensch mit Sorgen, Nöten und Ängsten wahrgenommen zu werden. Vor allem eben als Mensch. Ein Mensch, der auch einen Namen hat - und daher ist auch das so schön, dass man direkt wusste, wer du bist.

    Ja, Amy ist dein Anker, das merkt man immer wieder. Und der Gedanke an die Liebe, die zwar so schmerzlich vermisst wird, aber die du doch erfahren durftest und die auf ihre ganz eigene Weise auch nie vergehen wird.
    Natürlich geht es dir nicht gut, auch wenn es dir besser geht.
    Ein mühsames "Ein Schritt nach dem anderen". Aber wenigstens waren bei diesem Schritt einmal Menschen da, die eine Hand gereicht und sie dir nicht verweigert haben.


    Wenn du magst, schicke ich dir eine ganz liebe Kraft-Umarmung ... ✨💖



  • Liebe Luise


    Tut mir sehr leid für dich für die erlittenen Schmerzen.

    Gestern habe ich wieder an dich gedacht.


    Freut mich dass es dir jetzt zumindest etwas besser geht.


    Und du ein Medikament bekommen hast.
    Sowie eine gute Betreuung bzw. Visite, dich ernst genommen fühltest.


    Auch wenn jetzt noch nicht alles gut ist; sehr beschwerlich ist.


    LG
    Simon

  • Liebe Luise. Ich bins nochmal.Ich finde das ganz schön,was Sonnenente dir geschrieben hat. Nämlich das mit deinem Namen. Das ist so wichtig, wenn man krank ist und auf die Ärzte angewiesen. Dabei haben die Ärzte alle einmal einen Eid geleistet. Und da geht es darum,all ihr Können zum Wohl des Menschen einzusetzen. Und dazu gehört eben auch den ganzen Menschen hinter seiner Krankheit zu sehen. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß es einem Patienten schon alleine durch die Art und Weise, wie der Arzt mit ihm sprach, besser ging. Nochmals alles Gute wünscht dir Christine.

  • und ich bin dankbar für die med. Hilfe der Ärztin.


    Ich bin das alles so leid....das Kämpfen um Linderung... Verständnis... Nächstenliebe... Menschlichkeit.


    Seit ich alleine bin, fällt es mir immer mehr auf, wie "kaputt" ich eigentlich bin (meine Krankheiten will ich nicht aufzählen, einige von euch hier sind ähnlich oder noch schlimmer betroffen).


    Aber das Makabere ist: ich lebe noch, die anderen meiner Lieben, sind alle tot.


    Wieso und was ist der Sinn?


    Diese Frage beschäftigt mich... und auf die Antwort werde ich warten müssen, bis der Tag gekommen ist, an dem Fragen keinen Sinn mehr ergeben, weil alles geklärt und gut sein wird ... in der unendlichen Ewigkeit des Seins.


    Luise

  • Meine Lieben,


    heute ist Allerheiligen... ein Tag zur Besinnung und Gedenken.


    Für mich ist es ein besonderer Tag zum Erinnern. Vor 52 Jahren hatten mein Mann und ich unser erstes Date.


    Einige Tage vorher trafen wir uns zufällig (oder war es bestimmt?) in einer Discothek...früher war das immer ein Treffpunkt für junge Leute zum Musikhören, Tanzen und Quatschen, wenn die Musik nicht zu laut war. Es gab verschiedene Discos... genau wie heute Clubs... mit unterschiedlichen Musikrichtungen und Publikum.


    Wir verbrachten den ganzen Abend zusammen, unsere jeweiligen anwesenden Freunde wurden nicht mehr von uns wahrgenommen... wir sahen nur uns.


    Wir ließen uns nie mehr aus den Augen bis zu seinem letzten Tag... 46 Jahre nur wir.


    Die Erinnerung ist sehr lebendig in mir... es waren gute Jahre... natürlich nicht ohne Krisen... aber die Liebe hat alles überlebt... bis heute.


    Nun bin ich allein... das tut jeden Tag weh.

    Ich vermisse Heinz... manchmal habe ich das Gefühl jeden Tag mehr.

    Und doch bin ich dankbar für unsere gegenseitige Liebe... für das Füreinander-Dasein.

    Ich konnte bis zum letzten Tag bei ihm sein... mich verabschieden... und war damals froh, dass sein Leiden ein Ende hatte.


    Auf der Paliativstation ist er friedlich, schmerzfrei und mit einem Lächeln auf den Lippen gegangen.

    Am Tag vorher hat er sich mit seiner Hand an mich geklammert, sogar dabei gekratzt... das war sein Lebewohl an mich... es ist ihm wohl schwergefallen mich alleine zurück zu lassen...aber er konnte nicht mehr... das Essen und Trinken hat er eine Woche vorher eingestellt bei vollem Bewusstsein und hatte mich gebeten, ihn nicht mehr darum zu bitten.

    Ich erfüllte ihm seinen Wunsch und besprühte nur immer seinen Mund und Lippen... es fiel mir unsagbar schwer...aber aus Liebe schafft man auch das Unmögliche.


    Trotzdem denke ich heute an Allerheiligen an unser erstes Date und seine leuchtenden Augen gerne zurück.


    Lg Luise

    .

  • Liebe Luise


    :24::24::33:


    Wir wissen was wir verloren haben 😭


    Und die Erinnerung an die schlimme Leidenszeit , sie lässt einem nicht los . 🥲


    Aber auch die schöne Zeit , die Zeit des Kennen Lernens , des Jung Seins , des Verrückt Seins , sie bleibt bei uns .
    Wir wussten nur damals nicht wie unendlich schön es ist . Das weiß man erst , wenn es verloren ist . Geht mir jedenfalls so. 😞


    Es tut so weh … Immer 😢


    Im Verstehen 🌞

  • Meine Lieben


    in mir ist eine so tiefe Traurigkeit.


    Es ist dieser Zeitraum ab Oktober (Geburtstag)... November (die letzten Tage, Sterbetag), die mich einfach triggern.


    Es sind doch schon einige Jahre vergangen... aber das Verlustgefühl steigert sich immer mehr. Ich glaube, dass meine Krankheiten, die ich in diesen Jahren alleine bewältigen musste und muss dazu beitragen.


    Besonders meine Krebserkrankung, die bringt einfach die Erinnerung an den Krebs von Heinz... die gewesene Hoffnung...an das Akzeptieren des Abschiednehmens... an die Liebe, die es mir möglich machte stark zu sein, solange bis...


    Aber diese Stärke verwandelte sich jetzt in Angst, die immer mehr zunimmt, weil die Zuversicht schwindet, dass Heinz noch bei mir ist.


    Ich rufe nach ihm... sage ihm, dass ich ihn nun brauche... aber ich finde keine Antwort. Ist er nun doch fort... in der Unendlichkeit des Seins... frei... unabhängig... ohne irdische Verbindungen. Wenn ja, gibt es dann doch kein Wiederfinden der Seelen von den Menschen mit denen wir ein Leben lang in Liebe verbunden waren?


    Diese Gedanken lassen mich nicht mehr los... schüren meine Ängste... lähmen mich... lassen mich verzweifeln... nehmen mir die Kraft und den Willen weiterzuleben.


    In mir ist es dunkel... ich bitte um ein Licht... einen Halt... von Heinz, der mich geliebt, beschützt hat, solange er konnte.


    Ich sehne mich so sehr.


    Lg Luise

  • Ich habe nun bemerkt, dass ich nur negative Gedanken bei euch "abgeladen" habe.

    Wenn ihr es wollt, lösche ich es wieder.

    nein,liebe Luise.bitte lösche es nicht. Du berichtest uns ganz klar,was in dir vorgeht,das ist doch völlig okay und dafür sind wir doch alles hier. Ich kann dich so gut verstehen,mich schmerzt dein schmerz mit. ich habe twar anderen Kummer,aber diese Zeit jetzt ist auch für mich schmerzhaft.


    ich glaube,dass wir uns alle im Jenseits irgednwie wiederfinden,egal in welcher Form. die Liebe bleibt. Trost kann ich dir nicht schicken nur ein stilles verstehen. Du bist so tapfer,ich ziehe meinen Hut vor dir.:24::24:<3

  • Liebe Luise. Ich hatte vor 5Jahren Brustkrebs. Ich lebe schon viele Jahre alleine. Ich habe mich für das Alleinsein entschieden. Als ich damals die Diagnose bekam, brach für mich eine Welt zusammen. Ich habe 3 Kinder. 2 davon wohnten damals weit weg und eine Tochter hatte sich von der Familie getrennt. Ich war alleine .Anrufe und WhatsApp halfen mir nicht. Ich hatte mir gewünscht, dass mal jemand klingelt und fragt,ob ich Hilfe brauche. Der Krebs wurde operiert und ist bis zum heutigen Tag nicht wiedergekommen.

    Ich habe das alles alleine mit mir ausgemacht. Ich schreibe das dir aus einem einfachen Grund. Ich habe ein ausgeprägtes Lebenslustgefühl.Mein Leben war oft sehr hart. Vielleicht hat mir das geholfen, auch jetzt beim Tod meines Sohnes, eine schwere Zeiten zu überstehen. Wenn ich deine Geschichte lese,bin ich etwas traurig, daß ich so eine schöne Zeit mit einem Mann im Leben nie hatte .Die schöne Zeit mit deinem Mann kann dir keiner mehr nehmen. Der Tod ist endgültig, aber du hast noch dein Leben. Mehr möchte ich nicht mehr schreiben. Ich weiß nicht ,ob ich vielleicht ein ganz kleines bißchen dazu beitragen konnte ,dir etwas Mut zu machen. Liebe Grüße von Christine.