Wohin geht die Seele ? Der Vater meiner Kinder ist tot.

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    den meisten hier bin ich nicht bekannt aber vielleicht erinnert sich der eine oder andere an mich.

    Ich bin seit 2017 hier Mitglied, habe allerdings im letzten Jahr kaum geschrieben und in den letzten Monaten auch wenig gelesen.

    2018 ist sooo viel passiert. Zuerst war ich Anfang des Jahres viele Wochen in einer Klinik wegen meiner sehr schweren Depression und dann kam eine Krebsdiagnose dazu und die sich daran anschließende Chemo hat mich oft so lahmgelegt, dass ich unfähig war auf andere empathisch einzugehen und daher hier nicht mehr so viel schrieb.. Die Chemo ist nun vorbei und die sich daran anschließende OP im Januar dieses Jahres ist auch "erfolgreich" ( so ich den Ärzten glauben darf ) verlaufen. Kaum war ich wieder zu Hause , starb Mitte Januar dann mein Expartner - der Vater meiner Kinder - an Krebs und ich fühle mich nun wie zerquetscht und durchgemahlen, am Boden zerstört und im freien Fall. Ich hätte nie gedacht, dass mich dieser Todesfall so mitnimmt.


    Mir wurden schon viele , mir sehr liebe,nahestende Menschen, vom Tod weggenommen. Meine Mutter hat sich, als ich 11 Jahre alt war, vor den Zug geworfen, meine herzensgute Pflegeeltern verunglückten beide tödlich ( an einem Tag ), dann starb mein leiblicher Vater ( hier war/ ist die Trauer nicht so groß ) und 2017 verlor ich meine vertrauteste, engste, Freundin.( der Grund warum ich mich hier angemeldet hatte ).Sie war für mich Mutter, Mentorin, Freundin und fast Partnerin in einer Person. ( keine sex. Beziehung aber fast wie ein Ehepartner,ich hoffe, ihr versteht wie ich das meine.) und ich trauere noch immer stark um sie.

    Und nun starb mein Exmann.

    Mein Umfeld versteht meine Trauer um ihn nicht - im Gegenteil - sie wundern sich, sprechen mir meine Gefühle ab . Er war mein Ex, wir lebten nicht zusammen und er hatte mich und die Kinder wegen einer anderen Frau verlassen und es sind umschöne Dinge vorgefallen. Aber darf ich deswegen nicht trauern? Muss mich sogar entschuldigen, wenn ich von ihm spreche...

    Es ist so ähnlich wie damals beim Tod meiner Freundin. Dort hieß es von einigen : " war doch BLOSS eine Freundin",... "Ist doch nicht so schlimm wie der Tod eines Kindes, Eheparners, Elternteils ..." aber damals gestand man mir wenigstens eine kurze Phase der Trauer zu. Und jetzt nicht einmal das. Es heißt nun : " War dein EX !!!...", "Stell dich nicht so an"( Originalton ) , " Wie kannst du nur? Er hat dir soviel angetan..."

    MICH SCHMERZT ABER SEIN TOD!!!! und das offiziell nicht trauern dürfen, bzw nicht darüber sprechen können/ sollen, macht mich fertig. Es erinnert mich so an den Tod meiner Mutter. Da wurde auch NIE WIEDER von ihr gesprochen,.Nach der Beerdigung wurde ihr Name nicht mehr genannt, es gab keine Besuche auf dem Friedhof, Bilder von ihr entfernt - es war so, als hätte sie es niemals gegeben. Sie hatte sich selbst getötet und galt in dieser bigotten Familie deswegen als Sünderin. Selbstmord galt damals als Todsünde.....und dafür hatte man sich zu schämen..! Man ging einfach zur Tagesordnung über!

    Für mich als Kind war das damals sehr schlimm und ich habe erst im letzten Jahr angefangen, mich " damit" auseinander zu setzten, Trauerarbeit zu leisten....

    Und jetzt stoße ich wieder auf Unverständnis.

    Ja, es stimmt, wir lebten nicht mehr zusammen, waren geschieden ,aber wir kannten uns 28 Jahre! und zuletzt konnten wir freundschaftlich miteinander umgehen.

    Ich habe ihn sogar bei seinem Sterben begleitet und das war ein sehr intensives Erlebnis.

    Er war im KH und freitags besuchte ihn unser Sohn. Die Ärzte sagten meinem Sohn, dass sein Vater wohl die Nacht nicht überleben würde. Mein Sohn rief mich an und ich fuhr ins KH, denn ich wollte meinen Sohn nicht in dieser Situation alleine lassen ( er wollte bei seinem Vater bleiben ). Beide waren wir dann von Freitag bis Sonntag bei ihm. Ohne Schlaf, ungewaschen.Wir verliesen das Zimmer nur, um die Toilette aufzusuchen. Das Klinikpersonal kümmerte sich rührend um uns .

    OKOb mein Expartner unsere Anwesenheit gespürt hat , weiß ich nicht. Er bekam Morphin per Pumpe zugeführt und war kaum ansprechbar bzw man hat ihn nicht verstanden, als er etwas sagen wollte. Ich bilde mir ein, er hätte meine Hand gedrückt, als ich seine hielt ( ist aber wohl Wunschdenken) und ich bilde mir ein, er hätte auch meinen Namen genannt. ( noch größeres Wunschdenken ). Unser Sohn hat ihn gestreichelt, ihm vieles gesagt, und als er die letzten Atemzüge machte hielt er ihn wortlos im Arm. Anschließend waren wir noch etwa 2 Stunden bei ihm und gingen dann völlig übermüdet nach Hause.

    Jetzt fühle ich mich immer noch leer....aber irgendwie habe ich auch das Gefüh: alles ist rund und all die schlimmen Verletzungen,Kränkungen etc von früher sind UNWICHTIG, so belanglos....Im Augenblick trage ich ihm nichts nach...und ich hoffe, er mir auch nicht mehr ( ich war auch kein Engelchen gewesen, oft auch verletzend usw )


    Interessanterweise war niemand aus seiner " neuen" Familie da.


    Kummer mache ich mir um meinen Sohn. Ihn nimmt das alles sehr mit und er wirkt sehr depressiv, ist sehr antriebslos. Leider ist er der Typ Mensch ,der alles " in sich reinfrisst" und sich nicht helfen lassen will.

    Daher habe ich auch meine Anschlussheilbehandlung abgesagt. Ich habe Angst ihn alleine in der Wohnung zu lassen....Seine Schwester ist, bedingt durch meine Chemo, zu ihrer Oma ( Mutter von verstorben Vater gezogen ).Mein Sohn hat zu dieser Oma ein gespaltenes Verhältnis. Vielleicht erinnern sich die "alten Hasen" hier noch an diese Probleme.


    Ich hoffe, meine Kraft reicht aus, ihn zu stützen und zu halten - dabei weiß ich nicht , woher ich noch Kraft holen kann. Ich halte mich derzeit einfach an dem Glauben fest, dass man nur so viel aufgebürdet bekommt, wie man tragen kann - vielleicht stimmt das ja !??!


    So, jetzt habe ich euch aber sehr zugetextet.


    Danke für s bis hierher lesen.


    Ich wünsche allen Trauernden hier einen halbwegs erträglichen Tag.


    blaumeise :24:


    Zu der Eingangs gestellten Frage: wohin geht die Seele ? bin ich jetzt gar nicht gekommen. Aber vielleicht schreibt der eine oder andere etwas dazu

  • Liebe Blaumeise,


    ich begrüße DICH hier liebevoll in deinem neuen Thread.


    Wünsche DIR einen erträglichen Tag und natürlich


    übermenschliche Kräfte, um deinem Sohn bei-zu-stehen.


    Melde mich bestimmt wieder,


    aber der heutige Tag ist für mich lähmend.


    Liebste Grüße aus dem Solling,

    Uwe & Prinz :24::30::24:

  • Liebe Blaumeise,


    ich kann leider nur kurz schreiben, ich bin noch im Büro. Deine Erlebnisse haben mich sehr erschüttert.


    Mein Ex-Mann und Vater meines Sohnes ist vor 14 Jahren gestorben, als mein Sohn 9 Jahre alt war. Natürlich trauert man! Es gibt eine gemeinsame Vergangenheit und man hat sich mal geliebt! Und auch wir hatten nach der Trennung wieder irgendwann ein freundschaftliches Verhältnis. Lass dir da nichts reinreden!


    Wohin geht die Seele? Es ist inzwischen 8 Monate her, seit mein geliebter Mann gestorben ist. Und inzwischen bin ich mir ganz sicher, dass seine Seele an einem anderen Ort weiterlebt und dass ich durch ihn behütet und geführt werde. Ganz viele einzelne Kleinigkeiten, die man vielleicht als Zufall deuten könnte, sind in dieser Zeit geschehen - aber die Summe aller Erlebnisse, die ich hatte, lässt mich sicher sein.


    Ganz liebe Grüße

    Tina

  • Schön, dass du wieder da bist, liebe Blaumeise.


    Er war dein Partner, er ist der Vater deiner Kinder und es hat euch einmal etwas Großes verbunden. Dass du trauerst um ihn als Mensch, um die Zeit die ihr hattet und vielleicht auch die Zeit die ihr noch haben hättet können, wenn es anders gelaufen wäre. Ich will damit ausdrücken, dass eine Trennung nie von vornherein geplant, gewünscht oder gedacht wird. Ihr habt euch als Paar gefunden und zwei wunderbare Kinder bekommen. Ihr wolltet die Zukunft miteinander teilen. Vielleicht ist heute wieder ein bisschen dieser Trauer spürbar, die Trauer über die zerbrochene Beziehung, die verlorenen Wünsche und die Trauer um den Mann, in den du dich damals verliebt hast.


    Wie äußert sich dein Sohn? Und deine Tochter? Von der hast du ja gar nicht geschrieben, wie geht es ihr?


    Ich wünsche dir einen feinen Abend.

    Lg. Astrid.

  • Liebe Blaumeise,

    ein freundliches Hallo zu Dir. Habe schon hin und wieder Deine Beiträge bei Uwe gelesen. Es freut mich, das es Dir gesundheitlich besser geht.

    Ich kann gut nachvollziehen, daß Dich der Tod Deines ehemaligen Partners sehr bewegt. Das würde mir auch so gehen. Man war mal eine Familie und miteinander verbunden. Und auch wenn es Verletzungen gab, im Laufe der Jahre sind sie nicht mehr so im Vordergrund. Man weiß, woraus sie entstanden und hat gelernt das es viel wichtigere Dinge gibt im Leben.

    Unverständnis habe ich damals nach meiner Trennung auch erlebt. Ich habe meiner Tochter regelmäßigen Kontakt mit ihrem Vater erlaubt. Wann immer sie ihren Vater sehen wollte. Dafür hatte KEIN Mensch, nicht einmal meine Familie Verständnis. Das tat weh. Aber Jahre später hat mir meine Tochter dafür gedankt. Und hier sehe ich die Parallele. Ich denke, das Dein Sohn Dir unendlich dankbar für Deinen Beistand ist. Auch oder gerade weil sein Verhältnis zum Vater nicht so gut war. Ich finde es wirklich tapfer und sehr sehr menschlich, daß Du Deinen ehemaligen Partner nicht allein gelassen hast. Dafür sollte Dich keiner verurteilen dürfen.

    Wohin die Seele geht... vielleicht bleibt sie noch hier und wandert umher um nach uns zu schauen. Ein tröstlicher Gedanke und für mich der, an dem ich mich aufrichte.

    Alles Liebe für Dich und viel Kraft für Deine weitere Genesung.

    Liebe Grüße Ros

  • Liebe Blaumeise,

    wie gut, dass ihr euch wieder versöhnt hattet - und Du beim Sterben bei ihm warst! Euch verbindet eine so wichtige Zeit - egal was danach "den Bach runter" gegangen mag---
    Was manche immer so reden oder meinen - Sch.. drauf!

    Liebe Grüße,

    Leo

  • Liebe Blaumeise,



    das Du Deinem Exmann in seiner schlimmsten Stunde nahe warst, hat er auf jeden Fall gespürt und hat reagiert, mit seinem wahrscheinlich schwachen Händedruck, das ist kein Wunschdenken.


    Du hast 28 Jahre mit diesem Mann verbracht und Ihn geliebt, wenn auch nicht immer, aber geliebt habt Ihr Euch und deshalb kann ich Deine Trauer um Ihn gut verstehen. Die Menschen die das nicht verstehen wissen wahrscheinlich nicht was Liebe ist und das Gefühle auch noch nach Jahren der Trennung vorhanden sein können.laß Dich bitte davon nicht runterziehen, denn Du brauchst Deine Kraft, für Dich und Deine beide Kinder.


    Es macht mich froh, das es Dir gesundheitlich nach all dem was hinter Dir liegt besser geht,von ganzem Herzen wünsch ich Dir das es so bleibt.


    Wohin geht die Seele hast Du gefragt, meine Überzeugung ist das die Seele Unserer geliebten Verstorbenen Uns immer umgibt als Teil eines universellen ganzen zu dem Wir früher oder später auch gehören werden , dann sind Wir ebenso ein Teil dieses ganzen mit Unserer Seele , wieder verbunden mit denen die Wir verloren haben. Daran glaube ich ganz fest.


    Liebe Blaumeise ich umarme Dich von <3 und das Beste wünsch ich Dir . Pass auf Dich auf.


    LG Gabi & Mäuschen

  • Liebe Blaumeise,


    ich schicke dir eine Umarmung.

    Meine Mami ist am 21.2.18 gestorben und seitdem versuche ich aus meiner Depression zu kommen. Eine schwere Zeit und seit Ende Januar habe ich endlich einen Therapieplatz. Kleine Schritte gehe ich seitdem......Mami ist immer an meiner Seite.


    Wohin geht die Seele?


    Es ist mit dem Tode nicht zu Ende, Sterben ist ein Übergang.

    Der Scheidende wird in eine neue Welt begleitet – über eine Brücke, eine Barke, durch ein Tunnel. Die Begegnung mit verstorbenen Verwandten und Freunden intensiviert sich. Die Seele ändert dabei nicht sofort ihre Gewohnheiten und psychischen Eigenheiten und gerät zunächst in eine Art Zwischenwelt, die der irdischen sehr ähnlich ist. Dort hat die Seele Zeit, sich zu erholen und nach und nach die Themen des Lebens noch einmal zu verarbeiten....


    Er hat Frieden gefunden und ist frei....


    Auch wenn es sehr schwer ist so denke ich „Meine Mami hat ihre Erlösung gefunden.“ Sie fehlt mir unendlich und der Schmerz ist da und er wird mich begleiten....ich gehe manchmal 2 Schritte vor und am nächsten Tag gibt es wieder Rückschläge. Diese akzeptiere ich......Trauer ist da und in Ordnung🍀🦋💙

  • Hallo ihr Lieben,


    Danke für eure Anteilnahme und euer Verständnis.<3


    Eure Worte haben mich wie in eine dicke, wohlige Decke gehüllt, mich etwas getröstet und mich über viele dunkle Stunden gerettet. Es tat einfach gut euch zu lesen. Ich fühle mich jetzt nicht mehr soo allein, obwohl man doch irgendwie alleine ist...

    Danke Uwe :24:<3

    Danke Tereschkowa, :24:<3

    Danke Astrid,:24:<3

    Danke Ros,:24:<3

    Danke Leo, :24:<3

    Danke Gabi,:24:<3

    Danke SunshineMelissa :24:<3


    Im Augenblick geht es mir halbwegs gut, denn ich komme gerade von einem Spaziergang mit meinen beiden Katzen zurück. Ja, ihr habt richtig gelesen...beide Katzen gehen mit mir spazieren. JEDEN TAG! Es ist immer so putzig. Sie lassen mich immer einige Meter laufen, sausen dann wild an mir vorbei, bleiben dann sitzen und lassen mich ruhig an ihnen vorbei laufen, um dann wieder an mir vorbei zu sausen. Oft huschen sie dann - wenn da - ein Stückchen an einem Baum hoch oder setzen sich auf ein Mäuerchen, warten auf mich und das "Spiel" beginnt von vorne. Zwischendurch balgen sie manchmal ganz kurz miteinander, passen aber auf, dass sie mich nicht aus den Augen verlieren. Das ganze versetzt mich dann immer in eine " gehobene" Stimmung. Beide sind im Augenblick so der "ruhende Pol"in meinem Leben und geben mir viel Liebe, Halt und Trost. Sie sind so verschmust und ich finde, sie sind derzeit noch verschmuster als sonst...

    Der eine Kater ist rabeleins Kater, den ich ja nach ihrem Tod "geerbt" habe. Für die ganz Neuen hier im Forum: rabelein war eine Userin hier im Forum und hat viele berührt.

    Von diesen Ausflügen Mal abgesehen, geht es mir ziemlich schlecht und ich vertrödle irgendwie die Tage - bekomme nichts richtig "gebacken". Meistens sitze ich hier in meinem Sessel und schaue Löcher in die Luft ( ohne etwas zu fühlen oder zu denken ) sitze einfach da und warte auf den Abend und ich dann endlich ins Bett gehen "darf". Radio hören, Buch lesen, fernsehen, CD auflegen - alles uninteressant, alles irgendwie quälend. Ich zwinge mich dazu, morgens aus dem Bett zu steigen, denn ich möchte Struktur in den Tag bringen ( habe Angst ansonsten abzurutschen ) - aber dabei bleibt es dann meistens mit Struktur in den Tag bringen... Aufstehen, mich anziehen und Katzenwäsche ist i.d.R. das Einzige, was ich auf die Reihe bringe. Meistens reicht es nicht mal zum Kochen. Sohnemann und ich leben von Honig - oder Wurstebrot...oder SÜSSKRAM ( in Massen!:( ) - soooo richtig gesund!!! Im Kopf weiß ich, das ich das nicht tun sollte....aaaber.... trotzdem.....Mein Sohn ist damit zufrieden und meine Tochter wohnt derzeit bei ihrer Oma, meiner Ex-Schwiegermutter.


    Astrid,

    vielleicht erinnerst du dich an dieses Problem: Schwiegermutter/ Tochter und ich. Schwiegermutter hat gesiegt! Auf der ganzen Linie! Während meines Klinikaufenthaltes war meine Tochter zwar bei unserer Nachbarin untergebracht, aber Oma ließ nicht locker, hat gelockt und gelockt und gelockt.... und dann kam die Zeit der Chemo und ich war emotional echt überfordert mit einer schwer pubertierenden Tochter - zumal mich ja auch eine andere, sehr große menschliche Enttäuschung quälte ( ich denke, du weißt , auf was ich anspiele ). Jedenfalls war ich ziemlich down - seeeehr dünnhäutig, oft sehr ungerecht zu anderen, manchmal auch aufbrausend und konnte mit den pupertätsbedingten Problemen nicht adäquat umgehen. Meine Tochter entschied sich dann für Oma, zumal sie dort ja auch materiell viel besser aufgestellt ist und viel geboten bekommt. Ich habe sie ziehen lassen, in der Hoffnung, dass sie mit zunehmendem Alter die Situation besser einschätzen kann und dass die Werte, die ich ihr vermitteln wollte, tief genug in sie gesunken sind und von ihr nicht vergessen werden ( ich kann es nicht besser ausdrücken, du weißt ja, meinen Deutschkenntnissen sind Grenzen gesetzt).

    Oma ist sehr oberflächlich ( Achtung : aus mir spricht möglicherweise meine Aversion gegen meine Ex-Schwiegermutter, aber ich glaube, ich sehe das richtig ) und ich habe solche Angst, dass ich meine Tochter verliere. Aber wenn ich sie festhalte, verliere ich sie erst recht, oder??

    Jetzt lebt sie von Sonntagabend bis Freitagnachmittag bei Oma und am Wochenende und in den Ferien bei mir und meinem Sohn. Sie weiß, dass sie jederzeit wieder ganz bei mir leben kann und darf . Nur - materiell kann ich ihr in keiner Weise das bieten, was Oma ihr bieten kann. Sohnemann und ich leben am Existenzminimum ( erst arbeitslos, dann krank ( und das kostet!), dann beruflich ausgemustert, dann mit der Zeit alle Ersparnisse aufgebraucht...Ich habe nicht einmal mehr mein Auto (verkauft).Mein Sohn und ich können damit umgehen - wir sind zufrieden. Wir haben ein Dach unter dem Kopf und verhungern nicht. Es ist okay so wie es ist und wir bemühen uns das Beste daraus zu machen. Meine Tochter fühlt anders. Oma kauft ihr tolle Klamotten, gibt reichlich Taschengeld, hat 2 Auslandsaufenthalte finanziert. Sie hat Reitunterricht, Klavierunterricht usw, ein großes Zimmer ( so groß wie unser Wohnzimmer ) und vieles mehr. Sie ist noch sooo jung und irgendwie kann ich sie verstehen ( obwohl ich ein bisschen enttäuscht bin - gebe ich zu. ). Es ist halt ein ganz anderer Lebensstil - ein Leben das ihr imponiert! Zudem muss sie sich nicht ständig mit einer " keifenden" Mutter, die ihr Grenzen setzen will. herumschlagen. (Oma ist halt die "bessere Freundin"...! ) und sich nicht tgl. mit einem großen Bruder herumstreiten, der vollkommen anders gestrickt ist und in ihren Augen auf sie runterschaut. Er ist sehr, sehr introvertiert, fast menschenscheu, studiert ausgerechnet Mathe ( für sie iiigitt,iiigitt ) und sie ist ein Hans Dampf in allen Gassen, sehr quirlig, sehr lebenslustig, sehr kontaktfreudig und hat kein Interesse an Schule und Lernen ( für ihn: wie kann man nur??? ). Wie du siehst, ist da viel Streitpotenzial.Manchmal frage ich mich : wie komme ich zu sooo unterschiedlichen Kindern, eins wurde doch wohl im KH nicht vertauscht? Kleiner Scherz!!!

    Zur Zeit ist sie allerdings fast täglich für 1 bis 2 Stunden hier bei uns.. Sie vermisst ihren Vater und kann diese Gefühle im Gegensatz zu ihrem Bruder auch zeigen. Sie weint und lässt sich in den Arm nehmen, redet viel über ihren Vater, während er vor sich hinschweigt, seine Gefühle vor sich versteckt , man aber diese Gefühle deutlich spürt... Weißt du was ich meine? Ich fühle mich diesbezüglich so hilflos...


    Du meine Güte, jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben.


    Nehme euch alle mal virtuell in den Arm :24:<3


    und danke für s Zulesen.


    Seid bitte nicht enttäuscht, dass ich noch nicht in euren Threads geschrieben habe - aber ich lese und fühle mit euch.


    Achtet auf Euch und geht lieb mit euch selbst um.( das schreibt gerade die Richtige )


    Alles Liebe

    blaumeise :24:

  • Liebe Blaumeise,

    ich habe soeben Deine Zeilen gelesen.

    Deine Zeilen haben mich sehr berührt.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und daß wieder schöne Momente für Dich kommen.

    Liebe Grüße

    Josef

  • Liebe Blaumeise,


    ich habe wieder nur die Kraft


    DICH liebevoll in meine Arme zu schliessen.


    Achte bitte DU auf dich, DU bist ein seeeehr wertvoller Mensch !!!!


    Ich lese deine Zeilen, will immer schreiben, dann FINGER-LÄHMUNG


    oder KOPF-LÄHMUNG.


    Wie DU und deine Katzen-Wäsche.;)


    Aber meine ANTWORT-TAGE werden kommen.


    Eine erträgliche Nacht wünschen DIR & deinen Kindern,

    Uwe & Prinz

    :24::24::30::30::24::24:

  • Zur Zeit ist sie allerdings fast täglich für 1 bis 2 Stunden hier bei uns..

    Ich glaube, das ist ein großer Teil der Antwort. Wenn sie materielles braucht, dann Oma. Wenn sie Liebe und Zuwendung braucht, dann Mama. Vielleicht solltest du es als Geschenk sehen, dass sie wählen kann und beide Teile in sich vereint. Sie holt sich das, was sie braucht.


    Dir wünsche ich von Herzen ganz viel Erholung und das Vertrauen, dass deine Tochter einen passenden Weg einschlagen wird. Und dass dieser Weg von Werten geprägt ist, die du ihr mitgegeben hast.


    Lg. Astrid.

  • ich habe keine Kraft mehr. Habe das Gefühl zu ertrinken.

    War wohl zuviel in den letzten Monaten....

    Selbst meinen Kindern bin ich mehr Last als Hilfe...und es ist niemand da, ( außer euch hier im Forum ) der mir zuhört. Niemand der mich mal kurz in den Arm nimmt. Kein Telefonanruf! Kein Besuch! Keine WhatsApp Nachrichten - selbst die hirnlosen , vorgefertigten Allerweltsvideos bzw Herzchen kommen nicht. Ich interessiere nicht. Immer muss ICH mich melden, von selbst meldet sich niemand. Ich will niemanden mehr nachlaufen müssen, will mich niemanden mehr aufdrängen. Dabei war ich für die anderen da, habe mich hintenangestellt und mir immer Zeit genommen.( egal wie schlecht es mir ging). und jetzt? Bin allein. War gut genug zum Trösten, wurde anscheinend nur als Seelenmülleimer benutzt und jetzt, wo ich gerade nichts zum Geben habe, werde ich weggelegt. Lasse die Ausrede " sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen" nicht mehr gelten. Alle wissen, dass ich ausser meinen Kindern keine Verwandten habe, die mich auffangen könnten.

    Werde mein Adressbüchlein wohl verbrennen müssen. Viele "sog. Freunde" habe ich verloren während meiner Chemo, den Rest wohl jetzt. Ist wohl kein Verlust, tut aber trotzdem weh! Zumal alle mal davon redeten, mir beizustehen, mich während meiner Krankheit zu begleiten ( "wIr" ( ha ha ) schaffen das") Von wegen "wir". Sie waren schneller in ihren Löchern verschwunden, als ich ihnen nachsehen könnte, besonders die, die am lautesten schrieen !!)


    Sorry, dass ich jetzt rumjammere aber irgendwie muss ich mir das von der Seele schreiben.

  • Liebe Blaumeise,

    ja von der Seele schreiben tut oft gut.

    Hier im Forum sind ja immer liebe Menschen die Dir gerne zuhören.

    Ich will Dir viel Kraft schicken und dass wieder schöne Momente für Dich kommen werden.

    Liebe Grüße

    Josef

  • Meine liebe Blaumeise,


    jetzt kommt eine hirnlose Nachricht !!!!


    <3<3<3<3<3<3<3<3<3<3<3 X UNENDLICH !!!!!


    Ich schreibe kaum, aber denke an DICH !!!!


    Du weisst, dass DU einen großen Platz in meinem Herzen hast.


    Ich lese täglich deine Texte.


    Es zerreisst mein Herz, wenn ich deinen sch..... "Lebenslauf" vor Augen habe.


    Setze dann zum SCHREIBEN an und plötzlich wieder ein VAKUUM.


    OHNMACHT !!!


    Durcheinanderwirbelnde Gedanken, zu schnell um sie aufzuschreiben, dann wieder ein FADEN-RISS.


    Ich bemühe mich und schäme mich, dass ich zur Zeit nur so platte Antworten schicken kann.


    Ich schäme mich, dass ich meiner "besten" Freundin hier im Forum, die mich so toll aufbauen kann,


    gerade keine Hilfe gebe !!!


    Ich muss mich zusammen-reissen !!!!


    Ich muss Blaumeise antworten !!!!


    Das ist jetzt Gesetz für die nächsten Tage.


    Das Gesetz, beschlossen von meinem Herzen, für die liebste Blaumeise.


    Die anderen Blaumeisen, vor Rosis Fenster, die müssen sich in die 2. Reihe stellen.


    Eine liebevolle Umarmung aus dem Solling,

    Uwe


    PS.: Dieses virtuelle ist manchmal nervend, lieber wäre ich jetzt mit Kuchen und Tee vorbei-gekommen.


    Und einen riesigen Blumenstrauss dabei, mit Karte : ENTSCHULDIGUNG für mein VERSAGEN <3