Vor 4 Wochen war meine Welt noch fast in Ordnung..

  • Liebe Tereschkowa

    Nichts zu danken.

    Dein kurzer Beitrag zauberte ein Schmunzeln in mein Gesicht, da mir bei deinem Zitat eines einzigen Worts aus meinen Ausführungen gleich deine Bemerkung betreffend "selektive Wahrnehmung" in den Sinn kam.

    Danke für den heiteren Augenblick,

    Nelson_180916

  • Liebe Petra,


    mein Mann ist am 27.04.2019 verstorben, also bald 3 Monate.

    Ich lebe von Tag zu Tag, denke immer, es wird besser, Ist aber nicht so, in meiner Phantasie sehe ich meinen Mann in seinem gelben Polo Shirt

    die Straße runter laufen. er sieht mich, lacht und gibt mir einen Kuss. Wir sind uns oft so begegnet, er kam von der Arbeit, ich war Einkaufen oder

    er kam rein, ich ging raus. Dieses Bild habe ich permanent im Kopf, wenn ich rausgehe. Es macht mich wahnsinnig traurig, Ich habe meinen Mann 3 Monate i

    auf der Intensivstation begleitet, Die Ärzte und das Pflegepersonal haben alles gemacht, sie waren sehr Emphatisch.

    Als ich meinen Mann nach 3 Monaten in unsere Heimatstadt verlegt wurde, ( er sollte ca. 2 Wochen zu Hause sein, dann Reha ) konnte er weder sitzen,

    noch selbständig essen und hatte sein ganzes Leben vergessen. Laut Neurologe wäre es eine Blockade, er war ja 3 Monate im Koma. MRT zeigte

    keinen Gehirnschaden

    Er lag im Bett, war immer gut gelaunt und glücklich. Das gibt mir ein wenig Trost, ansonsten bin ich traurig, auf der Arbeit gebe ich mir große Mühe

    mich zusammen zu nehmen. Meine Freunde wollen nichts mehr hören, auf jeden Fall nicht so oft. (Bauchgefühl) Ich fühle mich allein gelassen, fühle mich krank

    und habe großes Heimweh nach meinen Mann. Er war die Liebe meines Lebens.

    Fazit, jeder muß seinen eigenen Weg finden. Ich habe ihn noch nicht gefunden

    Alles Liebe Maike

  • Hallo Ihr Lieben,


    heute bekam ich vom Bestatter das Medaillon mit seinem Fingerabdruck und noch ein Blatt Papier mit seinen kompletten Fingerabdrücken. Ich habe so geweint, weil alles hochgekommen ist und ich eigentlich außer den Fingerabdruck und eine Haarsträhne nichts mehr Körperliches von ihm hab. Das ist mir wieder so bewusst geworden und es tut so weh!


    Morgen ist die Urnenbestattung im kleinsten Kreis und ich fürchte mich davor, das ist dann so endgültig und ewig

    Er fehlt mir so sehr und die Sehnsucht wird immer größer und größer.

  • Danke Josh, ich kann jeden lieben Gedanken brauchen, der mich da drüber bringt. Mein Blick fällt schon wieder auf das Blatt Papier mit seinen Fingerabdrücken, ich glaube ich lege es weg, es ist Zuviel Erinnerung.

  • liebe Petra,


    auch ich möchte dir morgen gerne "gedanklich" zur Seite stehen.


    Bei "unserer" Urnenbeisetzung von meinem Mann habe ich soooooooo geweint und trotz Hitze letztes Jahr im Juni sehr gefroren.


    Ich umarme dich

    Stille Perle

  • Liebe Petra,


    Auch ich wünsche dir für den morgigen Tag ganz viel Kraft und werde dir gedanklich zur Seite stehen. Ich hatte auch sehr viel Angst vor Thomas seiner Urnenbeisetzung . Fühl dich gedrückt .


    Liebe Grüße

    Birgit und Fine

  • Liebe Petra,


    auch von mir ganz viel Kraft für die Beisetzung.

    Vielleicht kannst du dir überlegen, welche Gedanken du Thomas an diesem Tag mitgeben möchtest.

    Ich hoffe, du findest dafür ein bisschen Ruhe.


    Liebe Grüße,

    Sora

  • liebe Petra,


    bin leider erst heute wieder hier im forum und möchte dich begrüßen und einfach auch mal lieb drücken. ich denke deine urnenbestattung ist schon vorbei oder in vollem gange - ich wünsche dir sehr das du alles gut überstehst und dich deinem mann nahe fühlen wirst und ihn in deinem herzen weisst das er nicht verloren ist sondern immer noch irgendwie, irgendwo, in deiner nähe ist :30::30:


    ich habe meinen mann am 31.12. 2018 verloren, mit pauken und trompeten quasi wurde das jahr beendet :33::33:


    all das was du schreibst erleben wir hier im forum auf die eine oder andere art und weise ebenfalls in unserer gefühlswelt, in unserem umgang mit dem, was wir noch haben von unseren partner/innen.


    auch ich habe leider keine antwort wie man am besten mit allem umgeht. ich denke, ich versuche einfach einen tag nach dem anderen herum zu bringen, ohne sinn und verstand. mal geht es mir besser, dann wieder schlechter. ich selbst kann keinen aufwärtstrend erkennen, eher ein hoch und runter, immer wieder, wie auf der achterbahn.


    das einzige was ich sagen kann ist, das mir hier dieses forum sehr hilft überhaupt weiter zu machen.


    lieber gruß in den tag von Bine

  • Hallo Ihr Lieben,


    es war sehr bewegend gestern und auch würdevoll. Wir haben zu viert - sein 91 jähriger fitter Vater, seine Schwester, seine Nichte und ich) vor der Einsegnungshalle gewartet und dann kam die Bestatterin mit der Blitzblauen Urne die sie mit weißen Handschuhen getragen hat. Am Friedhof war es ganz ruhig, kein Mensch weit und breit. wir gingen hinter der Bestatterin zum Grab. Links hinten war ein kleiner Schacht ausgehoben und dort wurde die Urne beigesetzt. Ich habe viel geweint, es war so endgültig.


    Seit einer Woche "ertappe" ich mich, dass in meine Trauer immer mehr normale Momente ziehen, ich manchmal lache und Freude verspüren kann. Gleichzeitig habe ich das Gefühl Andi zu verraten. Müsste ich mir nicht die Haare raufen, die Bluse zerreißen und ständig heulen? Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil es mir nicht sooo schlecht geht, wie ich es von mir erwartet hätte. Kann es sein, dass die 10 Monate vorher, mich darauf irgendwie vorbereitet haben? Oder ist es vielleicht, weil es ja auch schon ein Leben VOR Andi gegeben hat. Ich habe Andi ja sehr spät kennengelernt mit 39 - also war ich schon reichlich erwachsen und habe schon ein Erwachsenenleben gelebt - auch ohne ihn.


    Ich bin entsetzt, dass ich so reagiere, ich habe ihn doch so geliebt und er fehlt mir auch so sehr.


    Eure Petra

  • liebe Petra,


    du darfst , wenn es dir gerade danach ist, "normale Momente", spüren und fühlen.

    DU lebst !


    Beides vermischt sich.

    Die Trauer, mal heftiger, mal extremst stark, dann wieder weniger ..., bis zu den von dir o.g. " normalen Momenten".


    Nein, ich finde nicht, dass du deswegen ein schlechtes Gewissen hast, dein Andi lächelt und freut sich über diese Momente ganz sicher mit dir .


    Ich umarme dich

    Stille Perle

  • ... weißt du liebe Petra,


    ich war soo lange sooo traurig und hatte dann erst jetzt vor ca. 3 Monaten (steht in meinem thread) einen UFO-TRAUM, in dem Mikle im Ufo zu mir kam, ich sah ihn ..., NUR WAR ER SOOOOO TRAURIG .


    Zuerst dachte ich, weil er tot war, im Himmel lebt ...


    Neiiin, er sah mich an

    (wir sprachen wirklich miteinander :love:)

    & sagte, er sei soooo traurig, weil ich sooo arg um ihn trauere & weine.


    Ihm gehe es "dort" SO gut, er sei wieder heile, schmerzfrei, lachend, .. .

    Dies könne er jedoch nicht weiter "geniesen", wenn ich so trauere.

    Er wünscht sich , mich zurück so wie ich war : lebendig & lebensfroh, tanzend, lachend , Freundschaften pflegend ...

    Halt ich.


    Dann sei auch er freier.


    DAS hat mir SOOOO gut getan und befreit !


    Trotzdem bin ich öfters oder ab und an noch traurig, fehlt er doch ...jedoch anders.

    Nicht mehr lähmend, festhaltend an dem Trauer-Verlust-Schmerz in dieser vorherigen Art.


    Ich liebe ihn, meinen Mikle & werde ihn immer im <3 tragen.


    Stille Perle